Medaillen und ihre Geschichte - beliebte Auszeichnungen in Krieg und Frieden

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Medaillen und ihre Geschichte - beliebte Auszeichnungen in Krieg und Frieden

Medaillen werden zu verschiedensten Anlässen geprägt und verliehen. Es sind in der Regel Ehrenauszeichnungen für besondere Verdienste oder Leistungen in Sport, Kultur, Militär oder Wissenschaft. Aufgrund der Vielfalt und langen Geschichte haben es sich viele Sammler zur Aufgabe gemacht, diese Auszeichnungen zu sammeln. Welche unterschiedlichen Themengebiete es bei den Medaillen gibt, soll Ihnen dieser Ratgeber aufzeigen.

Die Entstehung und Geschichte der Medaille

Medaillen sind fast so alt wie Münzen und die erste ihrer Art wurde im 4. Jahrhundert vor Christus von Alexander dem Großen verliehen. Er überreichte einem verdienten Priester eine goldene Auszeichnung als Dank für dessen Unterstützung in einem Feldzug. Nur wenige hundert Jahre später hatte sich dieser Brauch nicht nur bei den Griechen und Mazedoniern eingebürgert, gerade auch die römischen Kaiser ehrten ihre Soldaten und Feldherren mit Medaillen. Diese waren meist aus Gold gefertigt. Somit liegt der Ursprung der Medaillen in der Verwendung als eine militärische Auszeichnung oder Anerkennung. Im Mittelalter und der Renaissance wurden Medaillen auch als Geschenke und Kunstobjekte verwendet. Heutzutage sind Medaillen vor allem aus Sportveranstaltungen, wie den Olympischen Spielen bekannt. In dieser Form werden Medaillen aber erst seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts benutzt.

Medaillen als Auszeichnungen im Sport

Besonders im 20. Jahrhundert etablierten sich die Medaillen bei großen Sportveranstaltungen. Zumeist werden drei Medaillen vergeben, eine Goldmedaille für den Sieger eines Wettbewerbes, eine Silbermedaille für den Zweiten sowie eine bronzene Medaille für den Dritten. Zum ersten Mal vergeben wurden diese sportlichen Auszeichnungen im Jahre 1904 bei den Olympischen Spielen im amerikanischen St. Louis. Bei Sammlern sind die Medaillen der Olympischen Spiele vor allem aufgrund ihrer Vielfalt beliebt. Neben den Sammlerprägungen, die allgemein gehalten sind und die individuellen Symbole der jeweiligen Spiele zeigen, finden Sie auch Olympische Medaillen der einzelnen Wettkämpfe. Jeder Wettkampf besitzt eine individuell gestaltete Medaille, auf der Sie Symbole und Motive passend zum dementsprechenden Sport erkennen können.

Für Sammler sind auch Medaillen aus anderen Sportarten interessant. Sind Sie ein Fan des Fußballs, dann können Sie zum Beispiel die Sonderprägungen anlässlich des DFB-Pokals und der Deutschen Meisterschaften erwerben. Dem Sieger der jährlich ausgetragenen Wettbewerbe wird immer eine Medaille mit Vereinswappen gewidmet, sodass sich so eine schöne Sammlung zusammenstellen lässt, die mit jedem Jahr weiter wächst. Erfolgreiche Vereine in diesen nationalen Wettbewerben sind zum Beispiel der FC Bayern München und Borussia Dortmund. Doch auch zu internationalen Wettbewerben gibt es diese Ausgaben, die für Sammler sehr interessant sind. So zum Beispiel zur Champions League, der wichtigsten Trophäe im europäischen Vereinsfußball, oder vom Weltpokal. Wie Sie sehen, bietet sich besonders Freunden des runden Leders ein sehr weites Sammelfeld bei den Medaillen.

Die Medaille im Militär – Anerkennung für Pflichtbewusstsein

Eine dieser Militärmedaillen aus Deutschland ist die Friedrich-August-Medaille, die zwischen 1905 und 1918 an Mannschaftsdienstgrade und Unteroffiziere verliehen wurde. Rund 350 000 Mal wurde sie geprägt, was ein Grund dafür ist, dass Sie diese Medaille noch relativ häufig kaufen können werden. Es gibt dabei zwei Ausführungen: eine aus Bronze und eine silberne Variante. Die Bronzemedaille wurde dabei an Soldaten im Mannschaftsdienstrang verliehen, Unteroffiziere erhielten die Silbermedaille. Geprägt wurden diese Medaillen in Dresden und in Muldenhütten. Auf dem Revers erkennen Sie die Aufschrift Friedrich-August-Medaille, die auf den Stifter der Auszeichnung, König Friedrich August III. von Sachsen, hinweist.

Militärauszeichnungen aus den Vereinigten Staaten

Die „Medal of Honor“ ist die Medaille mit der längsten Tradition in den Vereinigten Staaten. Bereits im amerikanischen Bürgerkrieg wurde sie verliehen, erstmals am 21. Dezember 1861. Abraham Lincoln führte diese Auszeichnung für Marinesoldaten ein, mit dem Ziel, die Moral in der Truppe zu steigern. Bis 1865 wurden alleine 1522 Soldaten der Nordstaatenarmee mit der „Medal of Honor“ ausgezeichnet. Inzwischen gibt es drei verschiedene „Medal of Honor“, für jede der Teilstreitkräfte Navy, Army und Air Force. Im Zweiten Weltkrieg sowie im Vietnamkrieg wurden nochmals große Mengen dieser höchsten militärischen Auszeichnung verliehen, danach wurden nur noch selten Medaillen dieser Art vergeben. Doch auch in Friedenszeiten kam es zur Verleihung der „Medal of Honor“. So erhielt der Navy-Soldat William Ahern am ersten Juli 1897 eine Medaille, weil er durch heldenhaften Einsatz die Explosion eines Kessels auf dem Marineschiff USS Puritan verhindert hatte.

Medaillen der Bundeswehr

Auch bei der Bundeswehr werden zahlreiche Medaillen verliehen, die meisten von diesen für Einsätze im Frieden. So wird die Ehrenmedaille der Bundeswehr für verschiedene Leistungen ausgesprochen. Die 1980 eingeführte Auszeichnung wird für treue Pflichterfüllung und überdurchschnittliche Leistungen verliehen und wurde auch schon für Zivilcourage außerhalb des Dienstalltags vergeben. Anders hingegen die Einsatzmedaille der Bundeswehr. Diese ist an Auslandseinsätze gebunden und wird seit 1996 an alle Soldaten vergeben, die mindestens 30 Tage an einem Auslandseinsatz teilgenommen haben.

Die verschiedenen Varianten der Bundeswehr-Medaillen

Die Einsatzmedaille in Bronze wird ab 30 Tage Einsatz, die silberne ab 360 Tagen und die Einsatzmedaille in Gold für Einsätze mit einer Dauer von mindestens 690 Tagen verlieren. Darüber hinaus gibt es noch die Einsatzmedaille Gefecht, welche an Soldaten vergeben wird, die im Einsatz an Feuergefechten beteiligt waren. Die Medaille selbst besitzt dabei immer das gleiche Aussehen, unabhängig davon, in welcher Stufe und für welchen Einsatz sie verliehen wurde. Auf dem Avers finden Sie den Bundesadler umgeben von einem Lorbeerkranz. Die Rückseite ist frei und die Medaille hat einen Durchmesser von 35 Millimetern. Im Handel werden Ihnen die Medaillen oft zusammen mit einer Einsatzspange angeboten, die Aufschluss darüber gibt, für welchen Einsatz die Medaille verliehen wurde. Häufige Einsätze sind SFOR, KFOR und ISAF, aber es finden sich auch Einsatzmedaillen für die weniger bekannten Auslandseinsätze der Bundeswehr, wie zum Beispiel INTERFRET, die Internationalen Streitkräfte Osttimor.

Die Medaillen der NATO für die Teilnahme an Auslandseinsätzen

Ähnlich den Einsatzmedaillen der Bundeswehr verleiht die North Atlantic Treaty Organization, kurz NATO, Medaillen an die Soldaten für die Teilnahme an Auslandseinsätzen. Sie finden diese NATO-Medaillen zu verschiedenen Operationen, wie etwa den Friedenssicherungsmissionen auf dem Balkan oder in Afrika. Auch hier sehen alle Medaillen gleich aus und besitzen eine dazugehörige Spange, welche den Einsatz identifiziert, für den die Auszeichnung verliehen wurde. Die Medaille selbst besitzt auf der Vorderseite das NATO-Kreuz, umrandet von einem Lorbeerkranz. Das Revers trägt die Aufschrift „In service of peace an freedom“, die darunter noch einmal in französischer Sprache aufgebracht wurde. Soldaten, welche die NATO-Medaille erhalten, haben mindestens 30 Tage an einem Einsatz der NATO teilgenommen. So erhalten zum Beispiel Bundeswehrsoldaten, die auf einem sechsmonatigen KFOR-Einsatz im Kosovo waren, sowohl die Medaille der NATO als auch die der Bundeswehr.

Medaillen der Vereinten Nationen

Bei den Vereinten Nationen, der UN, werden unterschiedliche Medaillen für verschiedene Mission verliehen. Es gibt dabei drei unterschiedliche Ausführungen, wobei die Medaille für den Koreakrieg zwischen 1950 und 1953 eine eigene Klasse bildet. Bei dieser befindet sich auf der Rückseite der Schriftzug „For service in the defence of the principles of the charter of the United Nations”. Alle anderen Medaillen tragen die Aufschrift “In the service of peace”. Die anderen beiden Typen unterscheiden sich dann auf der Front. Es gibt die Medaillen der United Nations Emergency Force, die auf dem Avers das Kürzel „UNEF“ tragen sowie die UN-Medaillen, welche mit der Abkürzung „UN“ markiert sind. UN-Missionen finden seit der Gründung der Vereinten Nationen 1945 statt, eine der ersten Einsätze war die Unterstützung der Gründung des Staates Israel zwischen 1947 und 1949. UN-Missionen haben dabei vielfältige Aufgaben, die humanitäre, polizeiliche oder militärische Hintergründe haben können. Gekennzeichnet sind Angehörige der UN-Einsätze durch ihre blaue Einsatzkleidung, was ihnen den Spitznamen Blauhelme eingebracht hat.

Die Kommandanten-Münze als besondere Auszeichnung

Viele Länder, darunter Deutschland und die Vereinigten Staaten, besitzen eine Auszeichnung mit dem Namen „Commanders Coin“. Diese wird von Kommandeuren an Untergebene verliehen, die sich durch besondere Leistungen verdient gemacht haben. Ihren Ursprung hat die Medaille in der Militärgeschichte, wird heutzutage aber auch bei Polizei, Feuerwehr und sogar bei Sportveranstaltungen in den USA wie der NFL oder bei Nascar-Rennen verliehen. So können Sie zahlreiche unterschiedliche Varianten des Commanders Coin aus vielen Ländern der Welt erwerben. Der Ursprung dieser Medaillen ist nicht restlos geklärt. Gesichert ist, dass im Koreakrieg 1951 der Kommandeur des 17. Infanterie Regiments Medaillen für seine Soldaten anfertigen ließ und diese selbst verlieh.

Medaillen in der ehemaligen DDR

In der DDR gab es unzählige Medaillen für verschiedenste Anlässe. Besonders in Sport, Wissenschaft und natürlich dem militärischen Bereich wurden DDR-Medaillen verliehen. So zum Beispiel die Medaille der Waffenbrüderschaft, die seit 1966 vom Ministerrat der DDR in drei verschiedenen Ausführungen verliehen wurde. Die unterste Stufe war die Bronzemedaille, es folgte eine silberne sowie eine goldene Variante. Angehörige der Nationalen Volksarmee und anderer Armeen der Warschauer Pakt Staaten sowie Mitglieder des Ministeriums für Staatssicherheit wurden für Verdienste bei der Verbesserung der Beziehungen zwischen den Armeen der Ostblockstaaten mit dieser Medaille ausgezeichnet.

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