Massives Parkett (eben kein Laminat oder Fertigparkett)

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Massives Parkett (V1.08)


1) Varianten
2) Verlegung
3) Schleifen
4) Oberflächenbehandlung
4.1) Wachsen und Ölen
4.2) Versiegeln
5) Kosten
6) Schlußwort
 

Dieser Ratgeber gibt einen Überblick über Massivparkett. Arten von Parkett und die Probleme bei der Verarbeitung sind Schwerpunkt dieses Ratgebers.

Massives Parkett ist etwas wirklich besonderes. Fertigparkett und Laminat kann man bei einem Umzug wieder mitnehmen, Massivparkett nicht!

 

1) Varianten

Massivparkett gibt es in verschiedenen Varianten:
  • Wenn die Jahresringe zu sehen sind nennt man es Holzpflaster (kleine Klötzchen).
  • Großformatige Bretter nennt man Dielenboden.
  • Hochlamellenparkett sind schmale Holzlamellen mit einem Querschnitt von meist 8 mm × 22 mm
  • alles übrige nennt man Stabparkett, weil es aus einzelnen Stäben, von z. B. 500mm * 70mm, besteht.
     

Wenn Sie sich die verschiedenen Arten und die Preise anschauen, werden sie feststellen, daß Parkett vielfältiger und teilweise günstiger ist (Hochlamellen), als Sie denken!
 

2) Verlegung

Das Holz sollte mindestens eine Woche (oder länger) bei Zimmertemperatur (oder bischen mehr) offen gelagert werden, damit es nachtrocknet und sich dem Raumklima anpaßt!

Dielenboden oder Stabparkett mit Nut und Feder können genagelt werden. Die übrigen Arten werden vollflächig verklebt.

Für die Verlegung von Dielenböden gibt es eine doppelseitige Klebefolie. Kleinteiliges Parkett kann damit aber nicht geklebt werden.

Und damit wären wir beim Problem: Die Verklebung!

Voraussetzung ist ein 100% fester und ebener Untergrund, d.h. lose Stellen müssen entfernt und ggf. neu vergossen werden. Das kann richtig viel Arbeit bedeuten. Ausgleichsmasse gehört auch nicht zu den wirklich günstigen Artikeln im Baumarkt.

Nicht jeder Kleber ist für jede Holzart geeignet. Im Zweifel den Anbieter fragen. Der Mercedes (Audi?) unter den Klebern ist die Firma Sika mit dem SikaBond Kleber. Aber auch andere Kleber können gut sein. Ob sich das sparen an dieser Stelle lohnt, muß jeder selbst entscheiden.

Der Kleber ist meist so eine Art dickes Pattex mit einer wesentlich höheren Zugfestigkeit. Kleine Unebenheiten kann man damit ausgleichen (im Gegensatz zur PVC- oder Korkverlegung!!!).

Beim Verlegen achten Sie bitte darauf, daß keine Fugen zwischen den einzelnen Holzteilen sind. Noch wichtiger ist, daß kein Brett zu niedrig ist. Fugen kann man zuspachteln, aber ein zu niedriges Brett bekommt man nicht nach oben! (hätte ich jetzt fett schreiben sollen)

Den Kleber bekommen Sie auch nie mehr raus, so fest ist der. Der Estrich geht immer mit!
 

3) Scheifen

Nach der Verklebung erfolgt das Schleifen. Handelsübliche Schwingschleifer sind dafür ungeeignet. Es gibt spezielle Profimaschinen, die man sich für ca. 100 EUR am Tag ausleihen kann. Ein großer schwerer Bandschleifer und ein Tellerschleifer (für die Ecken) sind die Mindestausstattung.

Das Schleifen:Wenn sie es bis hierher geschafft haben, haben sie noch nichts geschafft. Sorry, aber das Schleifen ist anstengend und nicht so einfach.

Für das Schleifen gibt es diverse Anleitungen im Netz, die möchte ich hier nicht wiedergeben. Nur soviel: Zeit, Zeit, Zeit. Es kostet einfach Zeit. Desto mehr sie schleifen (und gerade mit den feineren Papieren, desto besser wird der Fußboden.

Beim Schleifen schaffen Sie (sehr gute körperliche Fitness vorausgesetzt) maximal 30qm pro Tag. Das erscheint ihnen wenig und sie wollen es Mittags anfangen? Wahrscheinlich bezahlen sie dann für einen weiteren Tag die Maschinenmiete! 

Zwischen den Schleifgängen suchen Sie nach Ritzen und Lücken im Parkett. Diese werden mit einem Schleifstaub/Leimgemisch besser aber mit Bona MixAndFill o.ä. ausgefüllt.

In jedem Falle wird das Parkett nach jedem Schleifgang gründlich abgesaugt. (dies sollte hier wieder fett und riesengroß stehen!)

Wichtig ist, die Bandschleifmaschine vorsichtig -in Bewegung- herabzusetzen. Sie haben das nicht gemacht und die Maschine ist ihnen abgerutsch? Der "Kratzer" ist jetzt nicht zu sehen, aber nach der Versiegelung garantiert!
 

4) Oberflächenbehandlung

4.1)Wachsen und Ölen

Wer es unbedingt will, kann seinen Boden wachsen oder ölen. Diese Böden sind empfindlicher als versiegelte Böden. Für den normalen (nachlässigen) Gebrauch ist wachsen und ölen nicht geeignet. Es zieht einfach zu schnell etwas in den Boden ein. Der Boden sieht auch schneller schlecht aus. Andere Meinung?  Bitte!
 

4.2)Versiegeln

Haben sie Angst vor dem Streichen? Brauche Sie nicht! Es ist einfacher als Sie denken.

Der Boden wird im Regelfalle mit einer Anfeuerung (so heißt das optische Herausputzen des Bodens) vorbehandelt. Bona Prime ist so ein Speziallack. Der Lack verhält sich so wie beim Nassmachen des Holzes.

Danach wird der Boden 2 oder mehrmals versiegelt.

Dazu gibt es verschiedene Arten von Lack.

Empfehlenswert sind die Lacke vom Marktführer Bona und zwar in der Profivariante (nicht die von Obi, das ist die Hobbymarke!)

Die Lacke heißen Bona Mega oder Traffic und sind dank Internet problemlos erhältlich. Es gibt die Lacke in seidenmatt (auch halbmatt genannt) und glänzend. Den Traffic gibt es meines Wissens nur in matt.

Beim Auftragen müssen Sie darauf achten, daß keine Tropfen auf dem Fußboden landen. Optimal ist eine spezielle Parkettrolle von Bona. Diese tauschen sie nach jedem Arbeitsgang aus (sollte wieder fett und groß hier stehen!)

Der Lack ist so genial, daß drei Lackschichten in einem Tag aufgetragen werden können! Er trocknet schnell.
 

5) Kosten

Rechen sie bitte mit mindestens 10 EUR pro qm Verlegematerialkosten!

6) Schlußwort


Über Anregungen zu diesem Ratgeber bin ich dankbar, denn dieser Ratgeber wird laufend weiterentwickelt!

Bitte beachtet auch meine anderen Ratgeber (10 cm unter diesem Text sind die Links!)!

 

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