Marktübersicht: Notebooks mit Core-2-Duo-Prozessor.

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Mit der Core-2-Duo-Technologie macht Intel Top-Leistung auch in tragbaren Rechnern verfügbar. Die Highend-Notebooks sind Alleskönner - und nicht ganz billig.


Das Notebook, auf dem dieser Artikel geschrieben wird, ist etwa eineinhalb Jahre alt. Angetrieben wird es von einem Intel Pentium M 760 mit 2.0 GHz -  zum Kaufzeitpunkt obere Leistungsklasse. Heute gibt es mit genau diesem Takt den Intel Core 2 Duo T7200.
Dieser Prozessor kann mit zwei Kernen und vor allem mit 4 MB internem Level-2-Cache aufwarten. Dies und die verbesserte interne Architektur verbessern die Leistung gegenüber dem alten Pentium M bei gleichem Takt grob geschätzt um 50 bis 100 Prozent. Also nichts wie her damit, oder?


Ganz so einfach ist die Antwort nicht. Denn bei genauem Hinsehen arbeitet auch der alte Pentium M die meiste Zeit nur mit halber Kraft, also mit verminderter Taktrate. Das Schreiben von Texten geht auch mit der zehnfachen Rechenleistung keinen Deut schneller - da machen die Finger nicht mit. Videos lassen sich mit dem "Alten" locker anschauen, und auch die eine oder andere Multimedia-Anwendung läuft ausreichend flott. Also doch lieber ein älteres Modell, dafür billiger?


Das ist nicht die endgültige Antwort. Mehr und mehr wird das Notebook zum alleinigen Arbeitsgerät. Das bedeutet, dass auch die letzten Bastionen des Desktops, nämlich Multimedia und Spiele, fallen. Multimedia-Funktionen werden auch im Business-Bereich immer wichtiger, sei es, dass eine Präsentation durch Filme aufgelockert oder ergänzt wird, sei es, dass Firmenbroschüren statt als PDF in Form einer Multimedia-Schau als DVD verteilt werden - mit allen Folgen für die Anforderungen an die Rechenleistung.

 

Vista schluckt ganz schön.
Auch als Entwicklungssysteme sind Notebooks mittlerweile problemlos einsetzbar. Doch Entwicklungssystem heißt auch, dass eine Menge Software installiert ist, die man früher keinem Notebook zugemutet hätte. Ein Datenbank-Server ist fast immer im Spiel, oft auch ein lokaler Webserver. Da ist es beruhigend zu wissen, dass man diese Funktionen einem Prozessorkern überlassen kann und trotzdem noch ein zweiter für die eigentliche Arbeit zur Verfügung steht.
Neue Systeme wie Vista verlangen ein deutliches Mehr an Rechenleistung. Mit Vista kommen beispielsweise Features wie die Unterstützung von Hybrid-Festplatten, was vor allem den Bootvorgang beschleunigt, oder die Speichererweiterung "on the fly" mittels USB-Speicher. Auch der Trend zu immer ausgefeilteren Desktop-Suchmaschinen setzt Leistungsfähigkeit voraus - schließlich müssen jede Datei indiziert und deren Änderungen verfolgt werden. Außerdem muss man beim Kauf eines Notebooks nicht nur die aktuelle Situation betrachten, sondern über die Nutzungszeit des Rechners den Bedarf extrapolieren. Und wenn in zwei Jahren Sprachsteuerung das Non-Plus-Ultra sein sollte, ist es beruhigend zu wissen, dass man vorbereitet ist.
Abgesehen davon gibt es Vorteile, die gar nicht so sehr mit der Geschwindigkeit des Prozessors zu tun haben. So unterstützen alle Core Duos die Virtualisierungstechnik Vanderpool. Die kam zwar noch zu Pentium-M-Zeiten auf den Markt, doch alle Vorteile kann sie erst mit einem Zwei-Kern-Prozessor ausspielen. Denn damit hat im Idealfall eine virtuelle Maschine einen Prozessorkern quasi für sich allein, den anderen nutzt das Host-System. So lässt sich mit beiden bequem arbeiten, ohne große Geschwindigkeitseinbußen befürchten zu müssen.
Beispiel Support: In großen Firmen ist es üblich, alle Rechner mit identischen Images zu installieren, um so die Variationen an Installationen zu begrenzen. Das setzt aber identische Rechner voraus - in Zeiten fast monatlicher Modellwechsel ein mühsames Unterfangen. Mit einer virtuellen Maschine lässt sich das Problem dagegen spielend lösen und der Vorteil gleicher Images auch in kleinen Firmen nutzen. Die Rechner dürfen unterschiedlich sein, die Nutzer können sogar ihre eigenen Programme nach Lust und Laune installieren, nur die Anforderungen für die Virtualisierungssoftware müssen erfüllt sein. In der Praxis heißt dies: viel Speicher - sowohl RAM als auch Plattenspeicher - und ein passendes Host-System. Zur Datensicherung reicht es dann, die virtuelle Festplatte auf einen anderen Datenträger zu kopieren. Und Und bei einem Rechnerdefekt spielt man auf das neue Gerät einfach das virtuelle System wieder auf und arbeitet da weiter, wo man aufgehört hat.
Auch Szenarien mit unterschiedlichen Betriebssystemen verlieren ihren Schrecken. Eine Migration zu Linux etwa wird deutlich einfacher, wenn die Anwendungen, die noch nicht portiert sind, in einer virtuellen Windows-Maschine weiterbenutzt werden können. Wahlweise lassen sich natürlich zuerst die neuen Anwendungen in einer virtuellen Umgebung installieren und erst nach der Eingewöhnungsphase umschalten.

Die oben erwähnten Entwicklermaschinen lassen sich so ebenfalls bequemer realisieren. Im Idealfall wird die Situation des Kunden in einer virtuellen Maschine nachgestellt, sodass keine Überraschungen bei der endgültigen Installation auftreten. Praktischerweise lassen sich so auch verschiedene Projekte sauber und komplett trennen, ohne Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.


Auch die Grafikleistung steigt.
In dem Maß, in dem Notebooks für Anwendungen jenseits von Office-Paketen eingesetzt werden, steigen auch die Anforderungen an die Grafikleistung. War vor eineinhalb Jahren die im Chipsatz integrierte Grafik im geschäftlichen Einsatz fast immer ausreichend, so bieten heute praktisch alle Anbieter zumindest als Option eine eigene Grafikkarte an. Standard hierbei ist, dass eine solche Grafikkarte bis zu 256 MB eigenen Speicher mitbringt und sich bei Bedarf vom Hauptspeicher zusätzlich etwas abzwacken kann.
Die Beispielkonfigurationen unserer Übersicht zeigen, dass in Business-orientierten Geräten nach wie vor keine Top-Grafikkarten zum Einsatz kommen, wie es auch nicht anders zu erwarten ist. Mit einer ATI Radeon X1600,wie sie für den LG S1 erhältlich ist, oder einer Nvidia GeForce 7600, mit der Toshibas Satellite Pro P100 aufwarten kann,lässt sich aber selbst als Gelegenheitsspieler gut leben. Zur Multimedia-Wiedergabe oder -Bearbeitung reicht die gebotene Leistung der mobilen Grafikkarten allemal.
Wer weder Multimedia noch Spiele im Auge hat, ist nach wie vor mit Chipsatz-Grafik gut bedient, zumal der Intel GMA 950, den fast alle Notebooks ohne eigene Karte verwenden, um 20 Prozent höher getaktet ist als der alte GMA 900. DirectX wird in der Version 9 unterstützt, was für aktuelle Anwendungen ausreicht. Der Verzicht auf Grafikleistung wird natürlich sofort belohnt - in Form niedrigeren Energieverbrauchs und damit längerer Akkulaufzeit.

 

Bildschirme: breit, breiter, 16:10
Bei den Notebook-Monitoren lässt sich klar sagen: Breit ist das Maß aller Dinge. Von 12 Zoll wie beim Wortmann M1210 bis 17 Zoll wie beim Sony BX397XP ist alles zu haben. Das am weitesten verbreitete Format ist allerdings 15,4 Zoll, was einen guten Kompromiss zwischen Auflösung und Größe darstellt. Beim Vergleich sollte man aber einen genauen Blick auf die tatsächliche Auflösung werfen, denn da gibt es deutliche Unterschiede. So bietet der NB Pro 6100 IW von Maxdata eine Auflösung von 1280 x 800 Pixel, während etwa das Lifebook E8210 von Fujitsu Siemens Computers auf 1680 x 1050 Pixel kommt. Fast alle Anbieter haben aber selbst innerhalb einer Modellreihe mit nahezu gleichen Bezeichnungen unterschiedliche Formate. So gibt es etwa das HP Compaq nc8430 wahlweise mit WXGA (1280 x 800) oder WSXGA+ (1680 x 1050) bei gleicher Bildschirmgröße. Speziell beim Preisvergleich im Internet lohnt es sich also, genau auf die Details zu schauen.
Ein weiterer Vorteil der breiten Bildschirme: Mit dem Bildschirm wird auch das Gehäuse breiter. Das schafft Platz für eine fast normalgroße Tastatur. Der LG S1 bietet sogar einen eigenen Nummernblock, ebenso wie der Toshiba P100.

 

Die Tage der Infrarot-Schnittstelle scheinen gezählt. Kein Wunder, meist diente sie praktisch ausschließlich der Synchronisation mit einem PDA oder Handy, und hier hat Bluetooth der Infrarot-Schnittstelle längst den Rang abgelaufen. Bluetooth selbst entwickelt sich dafür langsam weiter. Immer öfter stößt man auf den Zusatz 2.0 + EDR. Zwar wurde der Standard bereits Ende 2004 verabschiedet, doch nun scheint die Technik auf breiter Front in den Notebooks angekommen zu sein.
Bluetooth 2.0 verspricht gegenüber den Vorläufern 1.0 bis 1.2 die dreifache Datenrate, sodass netto bis zu 240 KB/s übertragen werden können.
Ein ExpressCard- oder PC-Card-Schacht ist bei allen Geräten vorhanden, ebenso ein Modem. IEEE1394, besser bekannt als Firewire, findet sich ebenfalls in allen Geräten, mit Ausnahme des Thinkpad T60 von Lenovo. Allerdings spielt diese Schnittstelle im PC-Bereich eine relativ geringe Rolle, wenn man nicht gerade eine digitale Videokamera sein Eigen nennt. Dafür bieten alle Geräte mehrere USB-2.0-Ports. Drei oder vier davon sind Standard. Auch ein Card-Reader ist in immer mehr Notebooks zu finden; selbst Sony hat sich dazu durchgerungen, den BX397 neben dem hauseigenen Memory Stick auch  SD-Karten lesen zu lassen. Beim Video-Ausgang finden sich klassische analoge VGA-Ports, aber auch digitale DVI-Schnittstellen. Dazu kommt bei nahezu allen Geräten ein S-Video-Ausgang zum Anschluss an den Fernseher.

 

Leise Festplatte.
Ein- und Ausgänge für Mikrofon und Stereo-Sound bieten alle Geräte. Beim Samsung R45Pro oder bein Asus V1JP gelangt der Sound wahlweise auch über eine digitale SPDIF-Schnittstelle nach draußen, LG bietet sogar 5.1-Surround-Sound.
Wer einen seriellen Port braucht, wird noch bei HP Compaq und Fujitsu-Siemens fündig, einen Parallel-Port gibt’s nur noch beim Lifebook. Doch diese Schnittstellen lassen sich bei Bedarf jederzeit via USB-Adapter nachrüsten.

Core-2-Duo-Notebooks bilden im Moment das High-End-Segment. Moderne Sicherheits-Features wie Fingerabdruck-Scanner und TPM-Module sind deshalb häufig anzutreffen, einzeln wie bei Asus oder Fujitsu Siemens, die nur ein TPM verbauen, oder in Kombination wie bei Sony. Acer bietet sogar eine eigene elektronische Diebstahlsicherung an.

Die Festplattenausstattung lässt sich mit einem Wort charakterisieren: SATA. Die serielle Schnittstelle hat in den Core-2-Duo-Notebooks die klassische IDE-Schnittstelle völlig verdrängt. Allerdings lässt sich auf den ersten Blick oft nur schwer herausfinden, ob ein SATA- oder ein SATA-II-Laufwerk seinen Dienst versieht. In der Praxis macht dies auch kaum einen Unterschied. Das Maximum der Festplattengröße liegt derzeit bei 160 GB, es sei denn, man baut wie Sony beim BX397XP gleich zwei davon ein. Beide Festplatten können auch als RAID konfiguriert werden.

Häufig finden sich in Notebooks übrigens Festplatte mit 5400 Umdrehungen pro Minute, was Stromverbrauch und Geräusch mindert, aber auch die Leistung ein wenig zügelt. Ein Hybrid-Laufwerk ist übrigens in keinem Gerät bisher verbaut, sodass dieses Feature von Vista noch nicht genutzt werden kann. Doch wer weiß: Vielleicht gehört die Zukunft bei Notebooks den brandneuen Solid-State-Disks, wie sie Samsung vor kurzem vorgestellt hat. Wenn der gesamte Speicher aus Flash-Bausteinen besteht, erübrigt sich ein Zwischenpuffer.

 

Optische Laufwerk: kaum Blu-ray
Die ungewisse Situation bei den neuen optischen Medien spiegelt sich in den wenigen Angeboten entsprechender Notebook-Laufwerke wider. Einzig im Acer TravelMate 8215WLHi findet sich - gegen einen deutlichen Mehrpreis - ein Blu-ray-Laufwerk, alle anderen Geräte setzen auf die klassische DVD. Häufig sind hier die sogenannten Super-Multi-Laufwerke verbaut, die neben DVD+R und DVD-R in allen Varianten auch noch DVD-RAM-Medien beschreiben können. Daneben gibt es auch Laufwerke ohne DVD-RAM-Kompatibilität, und in seltenen Fällen wie beim HP Compaq steckt auch noch ein DVD/CD-RW-Laufwerk drin, das DVDs nur lesen kann und lediglich CDs brennt.

Auffällig ist, dass der Kunde hier mehr Auswahl hat als früher. Praktisch alle Notebooks sind nicht mehr fest konfiguriert, sondern Modelle einer Serie, die sich den grundsätzlichen Aufbau teilen, aber in Prozessortempo und verbautem Zubehör wie Festplatten und eben auch optischem Laufwerk unterscheiden.
Zu dauerhaften Datensicherung sind optische Medien sowieso nicht geeignet, und zum kurzfristigen Backup oder zum Datenaustausch reichen die 8,5 GB einer Dual-Layer-DVD meist locker aus. Wer also nicht in einem Bereich arbeitet, der aus irgendwelchen Gründen das Verarbeiten von Blu-ray-Medien voraussetzt, kann sich beruhigt zurücklehnen und den Formatstreit abwarten - und bei passender Gelegenheit den DVD-Brenner gegen ein Super-Duper-Multi-Laufwerk tauschen, das dann neben Blu-ray-Scheiben auch noch HD-DVDs lesen kann.
Microsoft freut sich über 20 Millionen verkaufte Vista-Kopien, doch bei den Notebooks überwiegt das gute alte Windows XP- in der hier getroffenen Geräteauswahl durchwegs in der Professional-Variante. Aus Sicht der Kunden ist dies im Moment wohl die ideale Lösung. Denn wenn die Notebooks in einer Firmenumgebung benutzt werden, ist Windows XP derzeit noch die bessere Wahl, weil vermutlich der größte Teil der Firmenrechner damit läuft (wenn nicht noch Windows 2000 im Einsatz ist) und somit die Homogenität der Netzwerkumgebung höher ist. Der Update-Pfad von Windows XP Professional zu Vista Business ist bis auf einen Unkostenbeitrag kostenlos. Der umgekehrte Weg ist dagegen nur mit Zusatzkosten für die Anschaffung von Windows XP möglich.

 

Fazit.
Derzeit bilden Core-2-Duo-Notebooks die Spitze der mobilen Leistungspyramide. Bei der Rechenleistung halten sie durchaus mit ihren Desktop-Kollegen mit, die Grafikleistung reicht für mehr als 90 Prozent der Anwendungsfälle. Dass die Geräte auch im Preis am oberen Ende liegen, ist angesichts der gebotenen Leistung und Ausstattungsdaten verständlich. Dafür bekommt man die Gewissheit, auf mehrere Jahre hinaus einen Rechner zu haben, der auch solchen Anforderungen gerecht werden kann, die man im Moment noch gar nicht hat.
Wer auf Höchstleistung verzichten kann, sollte entweder beim Takt maßhalten oder zum Core Duo ohne die prestigeträchtige 2 in der Mitte greifen. Der Stromverbrauch des einfachen Core Duo liegt nur minimal unter dem des Nachfolgers - dafür ist aber auch die Rechenleistung bei gleichem Takt nur etwa zehn bis 20 Prozent niedriger, und die Preise liegen deutlich unter denen der Top-Modelle.

 
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