Marder im Motorraum: So schützen Sie Ihr Auto

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Marder beschädigen jährlich geschätzte 150.000 PKW. Dies tun sie mitunter so gründlich, dass sie Fahrzeuge lahmgelegen und der Motor Schaden nimmt. Es gibt zahlreiche Mittel und Spezialprodukte gegen die Störenfriede. Welche davon sind wirksam?
Marder im Motorraum: So schützen Sie Ihr Auto

Wie der Steinmarder zur Wildsau wird

Ein Motorraum ist dunkel und warm. Eine solche Höhle lässt sich der Steinmarder nicht entgehen und macht es sich gemütlich. So weit, so harmlos. Die Tiere haben einen ausgeprägten Spieltrieb und knabbern vielleicht an Kabeln oder einer Gummimatte. Große Beschädigungen sind dabei eher nicht zu erwarten. Kritisch wird die Lage, wenn Sie das als Schlafplatz benutzte Fahrzeug im Revier eines anderen Marders abstellen. Der Marder riecht seinen Rivalen und geht der Sache auf den Grund: Das gefürchtete Massaker im Motorraum nimmt seinen Lauf.

Gut zu wissen: Effektiver Marderschutz auf die Schnelle funktioniert nicht. Sobald Sie unerwünschten Besuch im Motorraum feststellen, sollten Sie Maßnahmen ergreifen.


Was zahlt die Versicherung?

In vielen Teilkasko-Verträgen sind Schäden abgedeckt, die unmittelbar durch Marder verursacht werden. Durch die meist enthaltene Selbstbeteiligung von 150 Euro oder mehr, greift dieser Schutz jedoch oft nicht.

Gravierender sind oft die Folgen von Marderbissen. Sowohl am Motor als auch am Katalysator sind kritische Fehlfunktionen die Folge, wenn entscheidende Kabel und Schläuche durchgebissen werden. Auch die Stromversorgung der Lambdasonde gehört zu den gefährdeten Bereichen im Motorraum. Reparaturkosten für Folgeschäden werden in aller Regel nicht übernommen. Sie müssen explizit mitversichert werden.


Der nächste Marder riecht’s bestimmt: Motorwäsche

Wenn Sie feststellen, dass ein Marder in Ihrem Auto war, ist es überlegenswert, den Motorraum zu reinigen. Eine Motorwäsche gehört zum Repertoire der meisten Autowaschanlagen. Die gründliche Reinigung hilft, die Duftstoffe zu entfernen, die das Tier hinterlassen hat. Und kann so die Eskalation des Revierkampfs unter Ihrer Motorhaube verhindern.

Wichtig: Gehen Sie sicher, dass der PKW-Hersteller nicht von Motorwäschen abrät. In diesem Fall weiß eine Vertragswerkstatt, wie eine Duftentfernung dennoch möglich ist.


Anti-Marder-Voodoo: Hausmittelchen

Bei Abwehrmaßnahmen darf der Marder nicht zu Schaden kommen. Er unterliegt dem Jagdrecht. Unter den mancherorts zitierten Möglichkeiten der „weichen“ Marderabwehr gibt es jede Menge Flops und nichts, das zuverlässig funktioniert.

Säckchen mit Hunde- oder Katzenhaaren im Motorraum sind eine pfiffige Idee – doch leider wirkungslos. Immerhin kommen solche Installationen dem Spieltrieb des Marders entgegen. Ebenfalls keine Wirkung zeigen andere Geruchsschleudern wie Tabasco, Knoblauch oder Toilettensteine.


Geruchsbombardement, Ultraschall-Salven und Lichtblitze

Kann es die chemische Industrie besser? Nicht wirklich. Kein Marderspray oder Antimarder-Duftstäbchen können wirksamen und zuverlässigen Schutz garantieren. Vorstellbar ist aber, dass ein duftneutralisierendes Reinigungsmittel nach einer Motorwäsche die letzten Spuren tilgt.

Lautsprecher, die im Ultraschallbereich arbeiten, erzeugen Geräusche, die für Marderohren schmerzhaft sind. Richtig gedacht – doch nur mit hohem Schalldruck und entsprechend hohem Batterieverbrauch legt sich eine ausreichend hohe Schallmauer um den Motorraum. Manche Anlagen können ihr Störgeräusch auf verschiedenen Frequenzen absetzen; das erhöht die akustische Trefferquote. Noch mehr Erfolg verspricht die Kombination mit einem Lichtblitz, der den Marder aus seiner Höhlengemütlichkeit reißen soll.

Fazit: Der Beschuss mit Licht und Ton zeigt zwar Wirkung; allerdings nicht zuverlässig und oft nur kurzfristig.


Harte Stromschläge für Marder

Die effektivste aber auch aggressivste Methode ähnelt dem Prinzip des Weidezauns. Der Marder wird durch Stromschläge davon abgehalten in den Motorraum einzudringen und sich dort einzunisten: Sie verteilen ein Kette aus stromführenden Plättchen im Motorraum und schließen diese an die Stromversorgung Ihres Autos an. Zu Ihrer eigenen Sicherheit sorgt ein Unterbrecher-Kontakt für die Entschärfung des Systems, sobald Sie die Motorhaube öffnen. Für einen Marder aber sind die Stromschläge hart genug, um sich tatsächlich zu trollen.

Tipp: Die Elektroschock-Geräte werden auch zusammen mit Ultraschall und Licht angeboten – ein gutes System aus Vorwarnung und Abwehr.


Schotten dicht

Kommt der Marder gar nicht erst in den Motorraum, gibt es auch kein Problem. Es ist jedoch schwierig, den extrem gelenkigen Tieren wirksam den Eintritt zu verwehren. Ein Hasengitter, im Holzrahmen unter dem Auto befestigt, ist für handwerklich Begabte die Do-it-yourself-Lösung. Einige Auto-Hersteller bieten Einbausätze mit Lochplatten an, mit denen die Abdichtung gelingen kann.

Eine andere Strategie besteht darin, das Eindringen des Marders zuzulassen, aber die sensiblen Teile zu schützen. Mit Wellrohr aus hartem Kunststoff lassen sich Schläuche und Kabel im Motorraum so umhüllen, dass die Marderzähne keine Angriffsfläche mehr finden.


Abwehrmaßnahmen im Vergleich

Von - nicht vorhanden bis ++++ sehr hoch

 

Erste Wirksamkeit

Dauerhafte Wirksamkeit

Kosten

Installations-
aufwand

Hausmittel: Tierhaare, Toilettensteine

-

-

-

-

Sprays, Duftstäbchen, Reinigungsmittel

++

+

+

+

Schutzrohre aus hartem Kunststoff

+++

+++

++

++++

Ultraschall

+++

+

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Blitzlicht

++

+

++

++

Stromschläge

++++

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+++

+++

Kombilösungen

++++

++++

+++

++++

 

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