Manipulierte Auktionen - und EBAY verdient prächtig mit

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In EBAY wird geschoben und betrogen, dass die Schwarte kracht! Das ist häufig offensichtlich. Aber EBAY unternimmt dagegen meistens nichts und selten wenig, denn der Konzern verdient an diesen preistreiberischen Manipulationen prächtig mit (höhere Preise = höhere Gebühren/Artikel werden doppelt oder mehrfach versteigert = jeweils Gebühren fällig). Das verstösst natürlich gegen einige EBAY Grundsätze und die AGBs', aber EBAY befindet sich bei der Sanktionierung in einer echten Zwickmühle. Ganz unten kommt ein aktuelles Praxisbeispiel, wo man sich die Tricksereien "live" ansehen kann.

Wie genau diese Abzocke funktioniert erkläre ich anschliessend noch genauer und auch wie man das erkennen und sich von solchen Auktionen fernhalten kann. Es ist zwar ein etwas langer Ratgeber geworden, aber machen Sie ich die Mühe ihn zu lesen: es lohnt sich und bewahrt Sie vor Abzocke zwielichtiger Zeitgenossen und unlauterer Handelspartner.

Ich bin Sammler alter Porzellanteller einer bestimmten Art und habe seit langer Zeit eine entsprechende Suchanfrage gespeichert. Das heisst ich bekomme fast täglich eine E-Mail, welche Artikel neu eingestellt wurden, die mich interessieren könnten. Daraus selektiere ich alle interessanten Artikel mit akzeptabelen Startpreisen (häufig Volksauktionen = 1 Euro) und nehme sie unter "beobachten". Oftmals biete ich mit, manchmal habe ich Glück und ersteigere etwas. Die anderen Auktionen, die ich verliere, zeigen mir die erzielten Marktpreise für meine Sammelobjekte und helfen mir bei der Orientierung. Aus Faulheit lasse ich die ausgelaufenen Auktionen stehen, bis sie nach 60 Tagen automatisch gelöscht werden und kann so später in diesem Zeitraum immer noch sehen, wer/wann/was/an wen/zu welchem Preis verkauft hat. Ich habe mich gewundert, dass manche Artikel kurze Zeit nach Abschluss der Auktionen neu eingestellt wurden. Auch dann bekommt man eine automatisch generierte E-Mail von EBAY "Ihr beobachteter Artikel wurde wieder eingestellt". Zuerst war ich erstaunt, denn meine Sammelobjekte sind meist Einzelstücke aus Erbschaften und selten hat jemand so etwas aus einem Jahrgang doppelt, es sei denn der Verkäufer war selbst einmal Sammler, der seine Sammlung auflöst und hat einen Jahrgang der von mir gesammelten Serie zufällig doppelt. Aber ich habe sehr schnell erkannt, dass das in den seltensten Fällen die Ursache ist.

Der Trick funktioniert vielmehr so: "A" stellt einen Artikel ein (häufig zum Startpreis 1 Euro/Volksauktion), das kostet dann keine Einstellgebühren bei EBAY. Es gibt aber noch "B" und manchmal auch noch "C", die ebenfalls EBAY-Accounts haben. Das sind oft Ehepartner, Freund(in), Schwester/Bruder, Onkel/Tanten Eltern/Kinder etc. oder sogar die gleiche Person, die hinter "A" steckt, aber ein zweites EBAY-Konto unterhält. Die wohnen dann oft im gleichen Ort, der gleichen Strasse, im gleiche Haus oder sogar in der gleichen Wohung und haben mitunter sogar die selbe Telefonnummer - das muss aber nicht sein.

Sodann gibt es 2 Vorgehensweisen:  1.) der "Partner" in diesem Fall sage wir mal "B" gibt ein Gebot ein, das man quasi als Mindestgebot ansieht. Das hat den Effekt: man hat die Einstellgebühren gespart, die bei Volksauktionen (momentan) entfällt, man hat aber eine realistische Basis geschaffen, auf der andere Bieter dann einsteigen können. Der Partner läuft quasi als "Hase" voraus und soll andere höhere Gebote anziehen. 2.) Die andere Methode wird öfter praktiziert: Bietet ein Dritter ausserhalb dieses Kartells, versucht man dessen Höchstgebot in kleinen Schritten auszureizen. Man tastet sich also in kleinen Schritten mit den Gegengeboten immer höher in der Hoffnung, nicht selbst Höchstbietender zu werden.

Ganz dreist ist, wenn ein viel zu hohes Gebot vom "Partner" eingegeben wird, um das Höchstgebot des Drittbieters sichtbar zu machen, was dann als vermeintlicher Irrtum sofort wieder zurückgenommen wird. Das Höchstgebot des Drittbieters bleibt dann stehen. Das funktioniert nicht zu oft, sonst wird man auffällig und erkannt, aber ein paar mal geht's. Oftmals werden auch beide Vorgehensweisen kombiniert. Das Ziel ist immer, mit gefaketen Geboten eines Eingeweihten den Preis in die Höhe zu treiben. Das einzige Risiko für das "Kartell" oder den "Bieterkreis", wie ich es nennen möchte: man überspannt den Bogen und ersteigert den Artikel am Schuß selbst, weil sich kein Drittbieter findet, der höher geht. Dann werden die EBAY Verkausgebühren fällig und bezahlt und das Spiel beginnt neu: der Artikel wird einfach wieder eingestellt. Ganz dreiste können auch noch den Kauf rückabwickeln und so die Verkausgebühren erstattet bekommen. Aber das funktioniert - wie die Rücknahme von "irrtümlichen" Höchstgeboten - nicht beliebig oft.

Den eigentlichen Schaden hat der ehrliche (Dritt-)Käufer, der, wenn der Trick funktioniert, einen höheren Auktionspreis zahlt, als er bei ordentlichem Verlauf einer Auktion zustande gekommen wäre.

Woran erkennt man diese "Bieterkreise" und hält sich von manipulierten Auktionen fern? Da gibt es wieder mehrere Idizien (dass geschummelt wird): Man kann sich das Bieterprofil des Mitbieters ansehen. Das geht ganz einfach, indem man auf dessen verschlüsselten Bieternamen (z. B: "o***g (x)) klickt und so die Einzel-Gebotsübersicht dieses Mitbieters gezeigt bekommt. Bietet der dann nur auf verschiedene Artikel eines einzigen Verkäufers (man sieht die Gebotsaktivitäten der letzten 30 Tage / Gebotsaktivitäten in % bei diesem Verkäufer z. B. 100%/in der dritten Zeile) dann hat man ein erstes Indiz dafür, dass geschummelt wird. Um den Verdacht zu erhärten, muss man sich dann nur noch abgeschlossenen Auktionen des Verkäufes ansehen und ob dieser Bieter da auch schon "mitgemischt" hat. Am besten enttarnt man den Mitbieter dabei anhand der in Klammern angegebenen Anzahl der Bewertungen. Findet man diesen Bieter dann noch in Bewertungskommentaren abgelaufener Auktionen (natürlich bewertet man sich gegenseitig immer zucksersüß und positiv), dann kann man so gut wie sicher sein, dass da manipuliert wird. Oft liegen Zwischen Auktionsende und Abgabe dieser gegenseitigen Bewertungen extrem kurze Zeiträume - ich habe schon Fälle gesehen, da haben Käufer und Verkäufer ihre Bewertungen am gleiche Tag der Auktion, nur wenige Stunden nach Auktionsende angegeben und die Artikel wurden angeblich verschickt......In diesen Fällen ist es offen sichtlich, dass man ein "Bieterpaar" entlarvt hat.

In anderen Fällen habe ich Bieterkartelle dadurch entdeckt, dass in der Bewertungsübersicht eines Verkäufers immer wieder gleiche Käufer Bewertungen abgegeben haben. Sieht man sich die Bewertungen dieser Käufer dann an und stellt fest, dass sie (fast) ausschießlich nur bei diesem einen Käufer Waren ersteigert haben, ist es auch naheliegend, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht.

Hilfreiche Fuktionen bei der Recherche sind "beendete Angebote"anzeigen bei einem Verkäufer und aktuelle Bewertungen "alle einblenden" (rechts) aufmachen.

Warum tut EBAY, auch wenn man eindeutige Hinweise gibt, nichts oder zu wenig und sperrt Teilnehmer, die sich solcher Praktiken bedienen nicht? Das liegt auf der Hand: EBAY verdient dabei ordentlich mit (siehe oben) und erhält fast immer mehr Gebühren unterm Strich, als in Einzelfällen durch die entgangenen Einstellgebühren (bei Volksauktionen) entfallen sind. Dass diese "Bieterkreise" gegen die AGB's und Grundsätze von EBAY verstossen steht ausser Frage. "Bieten auf eigene Artikel" ist verboten und Gebote dürfen nur abgegeben werden, wenn man den Artikel wirklich erwerben will. Aber jeder entfallende User bedeutet auch potentiellen Umsatzausfall und so muss EBAY einen Spagat machen, der leider m. E. oft zu Lasten ehrlicher Auktionsteilnehmer ausgeht. Letztendlich ist die Anzahl der aktiven Accounts nicht unbedeutend für die Unternehmensbewertung von EBAY und da wäre es schon ein herber Schlag, wenn 20-30% (vorsichtige Schätzung) der Konten auf einen Schlag gestrichen werden müssten, weil sie zum Schummeln nmißbraucht werden. 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen Hinweise geben, wie der Schwindel funktioniert, wie man "Bieterkartelle" enttarnt und wie man sich letztendlich von manipulierten Auktionen fernhält. Sollten Sie zu diesem speziellen Themenkomplex offene Fragen haben, Verbesserungs-/Ergänzugesvorschläge zu diesem Ratgeber oder Fragen, wie man beim Verdacht einer manipulierten Auktion vorgeht/recherchiert, shicken Sie mir eine E-Mail, ich werde mich (ggfs. auch telefonisch) umgehend bei Ihnen melden und Sie unterstützen.

....und sollte ich Ihnen wertvolle oder auch nur interessante Hinweise gegeben haben, vergessen Sie anschliessend nicht "hilfreich/ja" anzuklicken. Ich freue mich auf Ihre Resonanz! :-)

 

***Achtung aktuelles Praxis-Beispiel ***(zum Übern/Erkennen und zur Prävention):

musste ich heraus nehmen und habe nun einen Anwalt am Hals (obwohl es eideutig war). Den Prozeß gewinne ich !!!

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