Mainboards – was Sie schon immer über sie wissen wollten

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Mainboards – was Sie schon immer über sie wissen wollten

Das Mainboard ist das Herzstück eines jeden Computers und entscheidet über seine effektive Arbeitsgeschwindigkeit. Es ist also ausgesprochen wichtig, gute von weniger guten Mainboards unterscheiden zu können.

Der beste Prozessor, die ausgefeilteste Grafikkarte und auch die leistungsfähigste Festplatte können ihre Bestleistungen nicht abrufen, wenn das passende Mainboard dafür nicht die Voraussetzungen schafft.

Es ist also nicht der Prozessor, der allein darüber entscheidet, ob ein PC schnell oder langsam ist. Zwar hat er einen erheblichen Anteil daran, aber ohne die passende Umgebung nützt ihm seine Leistungsfähigkeit wenig. Die Hauptplatine ist Basis und Verbindungsstelle aller Komponenten, die die Schnelligkeit eines Computers ausmachen. Aber Schnelligkeit ist bei Weitem nicht alles. Das Mainboard sorgt auch für reibungslose und störungsfreie Abläufe zwischen der gesamten angeschlossenen Hardware.

Diese Faktoren sind wichtig beim Kauf eines neuen Mainboards

Einen Computer kann man im Grunde mit einem Team vergleichen. Nur wenn die Kommunikation und die Zusammenarbeit stimmt, entsteht die erwartete Leistung. Deshalb kommt verschiedenen Faktoren beim Kauf eines Mainboards eine erhebliche Bedeutung zu.

Die Auswahl wird zunächst bestimmt vom verwendeten Prozessor. Für unterschiedliche Prozessortypen werden bestimmte Sockel (Steckkontakte) benötigt. Die Entscheidung, welcher Prozessor, welcher Bustakt für den Datentransfer und welcher Speichertyp verwendet werden soll, schränkt die Auswahl an infrage kommenden Mainboards von vornherein ein.

Ebenfalls berücksichtigt werden müssen die Anzahl der

Ein großes Problem beim Mainboardkauf stellen die häufig schwer verständlichen Abkürzungen und Spezifikationen dar. Ein wenig Hintergrundwissen kann hier auf gar keinen Fall schaden.

Am Anfang steht der Prozessor

Die bekanntesten Hersteller für Prozessoren sind Intel und AMD. Von der Entscheidung, welcher Prozessortyp verwendet wird, hängt auch die Entscheidung über das Mainboard ab, denn hier muss der geeignete Sockel vorhanden sein.

Heute werden überwiegend Intel Core oder AMD-Mehrkernprozessoren eingebaut. Welcher Steckplatz sich hinter den Nummern der Sockel tatsächlich verbirgt, lässt sich in den Technischen Datenblättern auf den Webseiten der jeweiligen Hersteller nachschlagen. Es ist also nicht notwendig, alle diese Abkürzungen und Ziffernfolgen im Kopf zu haben.

Grundsätzlich sollte man nur wissen, dass es verschiedene Sockel gibt und dass Prozessor und Mainboard auf jeden Fall einen identischen Sockel benötigen, um miteinander kommunizieren zu können.

Außerdem muss auf den Chipsatz geachtet werden, denn auch hier gibt es herstellerbezogene Unterschiede. Das bedeutet, nicht jeder Chipsatz passt zu jedem Prozessor beziehungsweise zu jedem Mainboard.

Das Gehirn des Computers ist der Chipsatz

Der Chipsatz ist ein fester Bestandteil auf jedem Mainboard. Er steuert und verwaltet alle Vorgänge, die der Computer abarbeitet. Er ist normalerweise in zwei Chips mit der Bezeichnung North- und Southbridge unterteilt und kontrolliert folgende Komponenten:

  • Prozessor (Northbridge)
  • Arbeitsspeicher (Northbridge)
  • USB-Ports (Southbridge)
  • Tastatur und Maus (Southbridge)
  • Festplattencontroller (Southbridge)
  • Netzwerk (Southbridge)

Außerdem ist der Chipsatz auf dem Mainboard zuständig für die Verwaltung von WLAN oder Bluetooth.

Achtung: Da der Southbridge-Chip in der Regel deutlich mehr Organisations- und Kontrollaufgaben übernehmen muss, kann es hier zu Datenengpässen kommen. Inzwischen sind Mainboards mit moderneren Chipsätzen erhältlich, bei denen zum Beispiel die Netzwerkkontrolle auch über Northbridge läuft. Nähere Einzelheiten entnehmen Sie der Bedienungsanleitung für das Mainboard, oder Sie informieren sich auf der Webseite des Herstellers.

Je schneller der Chipsatz ist, umso reibungsloser läuft der Datenverkehr. Ähnlich wie bei den Prozessoren stammen die derzeit gängigen Chipsätze überwiegend von Intel und AMD und korrespondieren somit ausgezeichnet mit den jeweiligen Prozessoren.

Achtung: Die Schnelligkeit des Chipsatzes auf dem Mainboard wird entscheidend bestimmt von der Qualität und Schnelligkeit der integrierten Prozessoren. Achten Sie also darauf, dass Speicher, Grafikkarte und Festplatten über modernste Controller verfügen. Nur so erreichen Sie eine Spitzengeschwindigkeit bei der Datenverarbeitung.

Kauftipp: Wenn Mainboards über einen identischen Chipsatz verfügen, gibt es zwischen den einzelnen Varianten kaum Unterschiede bei der Geschwindigkeit. Hier können Sie das Hauptaugenmerk auf die Zusatzausstattung richten.

Der Bustakt – wichtig für die Gesamtleistung des Computers

Angaben über den Bustakt des Mainboards finden Sie in der Regel hinter der Bezeichnung FSB (Front-Side-Bus). Je höher die Taktung ist, umso mehr Datentransfer ist möglich. Das ist besonders wichtig zum Beispiel für die Grafikkarte oder den Arbeitsspeicher. Diese beiden Komponenten im PC müssen in der Regel die größte Datenmenge bewältigen. Im Umkehrschluss bedeutet das: Ist der Bus zu langsam, nützen auch schnelle Prozessoren und groß dimensionierte Arbeitsspeicher gar nichts.

Normalerweise sind Mainboards mit 333 oder 400 Megahertz getaktet. Da zum Datentransfer gleichzeitig vier Kanäle verwendet werden, kann man diese Zahl auch mit vier multiplizieren. Ein schneller Rechner sollte also mindestens eine 1600er-Taktung aufweisen. Inzwischen sind Modelle auf dem Markt, die auch einen deutlich höheren Bustakt aufweisen. Allerdings reichen 400 Megahertz für die meisten Arbeiten am PC völlig aus, denn dies entspricht einem Datentransfer von 12,8 Gigabyte pro Sekunde.

Neue Technologien anstelle des Front-Side-Bus

Sowohl Intel als auch AMD bieten inzwischen neue Technologien an, bei denen der Front-Side-Bus überhaupt nicht mehr verwendet wird. Intel zum Beispiel hat ab der Chipsatz-Versionen P55 eine schnellere Verbindung geschaffen, die sich hinter dem Kürzel DMI (Direct Media Interface) verbirgt. Alternativ kommt bei X-Chipsätzen ab der Version X58 Quick Path Interconnect (QOI) zur Anwendung. Im Gegensatz zum mit 400 Megahertz getakteten Front-Side-Bus kann hier mehr als die doppelte Menge an Daten in jeweils einer Richtung verarbeitet werden. Hin und zurück erreicht der Datentransfer sogar die vierfache Leistung.

Auch AMD bietet für seine modernen Mainboards unter der Bezeichnung HyperTransport eine Alternative zum Front-Side-Bus. In der Version 3.1 entsteht so ein Bustakt auf dem Mainboard von 3.200 Megahertz. Daten können auch hier gleichzeitig in beide Richtungen übertragen werden, sodass theoretisch die doppelte beziehungsweise vierfache Datentransferrate erreicht werden kann.

Der Arbeitsspeicher – eine wichtige Komponente auf dem Mainboard

Besonders, wenn große Datenmengen verarbeitet werden, ist es wichtig, über ausreichend großen Arbeitsspeicher zu verfügen. Das Mainboard sollte also auf jeden Fall genügend Steckplätze vorweisen.

Achtung: Bedenken Sie, dass Sie den Arbeitsspeicher eventuell später erweitern möchten. Wenn Sie genügend freie Steckplätze haben, ist das kein Problem. Ist das nicht der Fall, müssen Sie unter Umständen ein komplett neues Mainboard anschaffen.

Heute sind DDR (Double Data Rate) Arbeitsspeicher Standard. Im Vergleich mit den früher üblichen SDRAM-Speicherbausteinen ist der DDR Arbeitsspeicher in der Lage, die doppelte Menge an Daten zu transportieren. Da moderne Chipsätze zwei Kanäle für die Datenübertragung vom und zum Arbeitsspeicher zur Verfügung stellen, verdoppelt sich die Datentransferrate ein weiteres Mal.

Aktuell werden überwiegend DDR3-Arbeitsspeicher verwendet. Im Gegensatz zu den älteren DDR2-Speicherbausteinen wurde die Betriebsspannung gesenkt, dafür aber die Taktrate erhöht.

Achtung: DDR3-Bausteine passen nicht in jeden DDR2-Steckplatz. Informieren Sie sich vor dem Kauf von zusätzlichen Speichermodulen auf der Webseite des Mainboardherstellers, für welche Arbeitsspeicher das Board ausgerüstet ist.

Das Festplatteninterface – hier wird eine schnelle Schnittstelle gebraucht

Die Festplatte ist die langsamste Komponente beim PC. Hier sollte auf eine schnelle Schnittstelle geachtet werden, die mindestens 100 Megabyte Daten pro Sekunde verarbeiten kann. Normalerweise sind solche Controller aber bereits im Chipsatz integriert.

Zur Not kann man allerdings ein schnelleres Festplatteninterface auch nachrüsten. Allerdings wird dann ein freier PCI-Steckplatz im Computer dauerhaft belegt.

Hier tauchen in der Mainboardbeschreibung nun häufig die Abkürzungen ATA oder Serial-ATA beziehungsweise SATA auf. ATA war lange Zeit die Standardversion eines Festplattencontrollers, die aber bei 133 Megabyte pro Sekunde ihre Grenzen findet.

Wer mehr Schnelligkeit beim Datentransfer wünscht, sollte auf jeden Fall von Anfang an mit Serial-ATA-Festplattencontrollern arbeiten. Fast alle modernen Mainboards sind übrigens inzwischen mit einem SATA-Controller ausgestattet. SATA-Controller gibt es mit 150, 300 und 600 Megabyte Datentransfer pro Sekunde.

Ein weiterer Vorteil von seriellen ATA-Festplattencontrollern ist die leichtere Verkabelung. Außerdem können an einen Controller bis zu sechs Festplatten angeschlossen werden. Werden weitere Festplatten benötigt, muss ein zusätzlicher Controller eingebaut werden. Das ist im privaten Bereich und bei kleineren Gewerbebetrieben aber eher unwahrscheinlich.

Tipp: Auch wenn Ihr Mainboard sowohl ATA- als auch SATA-Festplattencontroller zulässt, verwenden Sie die serielle Version. Damit unterstützen Sie den reibungslosen Ablauf und auch die Schnelligkeit Ihres Computers.

Mainboards und die unterschiedlichen Formfaktoren

Mit dem Begriff Formfaktor werden beim Mainboard folgende Komponenten beschrieben:

  • die Größe der Platine,
  • die Position der Befestigungsschrauben,
  • die externen Anschlüsse und
  • die internen Komponenten.

Man unterscheidet diese Formfaktoren nach

  • ATX,
  • ITX und
  • BTX.

ATX ist derzeit fast überall Standard. Besitzt das Mainboard zwei Prozessorsockel, kann auch die Bezeichnung E-ATX auftauchen. Ob es sich um ein ATX-Gehäuse handelt, kann am Netzschalter abgelesen werden. Eine Variante von ATX ist Low Profile Extended (LPX). Diese Form wird für sehr flache Gehäuse verwendet.

Ebenfalls für kleine PC-Gehäuse ist ITX gedacht. An ein ITX-Mainboard können ATX-Netzteile angeschlossen werden und sie sind kompatibel zum ATX-Gehäuse.

BTX ist ein Formfaktor, der vor einigen Jahren von Intel ins Rennen gebracht wurde. Seine Vorteile liegen in der geringeren Geräuschentwicklung und der besseren Kühlung. Allerdings waren die Hersteller der Mainboards nicht zu überzeugen, sodass BTX nur bei wenigen Hauptplatinen überhaupt zum Einsatz kam.

Kauftipp: Kontrollieren Sie die Bauform Ihres Computergehäuses. Daran können Sie erkennen, welchen Formfaktor ein Mainboard haben muss, damit es eingebaut werden kann. Finden Sie diese Information nicht auf Anhieb in der Bedienungsanleitung, informieren Sie sich auf der Webseite des Herstellers.

Damit es nicht zu heiß wird

Wichtig ist eine ausreichende Lüftung für das Mainboard. Zum Lieferumfang sollten auf jeden Fall passende Temperaturfühler gehören. Es ist immer besser, wenn mehr als ein Lüfter auf der Hauptplatine vorgesehen ist. So lässt sich die Betriebstemperatur besser im Griff behalten.

Mit diesen Informationen sollten Sie nun in der Lage sein, Mainboards voneinander zu unterscheiden und die passende Hauptplatine für Ihren PC zu finden.

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