Maestro-Card: Weiterentwicklung des eurocheque

Aufrufe 6 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

 

PRO: 1,1 Mio. Geldautomaten weltweit
KONTRA: Achtung bei Kosten bei fremden Banken.

***
Geschichte
Zur Erinnerung: bis zur Einführung des Euro gab es den guten alten eurocheque, mit dem wir in Geschäften bezahlen konnten. Dazu gab es die eurocheque-Karte (auch EC-Karte). Bei Vorlage der passenden Karte garantierten die Banken die Einlösung des Schecks bis DM 400,--. Dazu mussten die Geschäftsinhaber die Kartennummer auf der Rückseite des Schecks dokumentieren. Das Gute an dem System war, dass die Schecks praktisch überall in Europa akzeptiert wurden.
Schon vor Euro-Einführung wurden immer mehr Bezahlterminals eingeführt an denen die EC-Karte mit PIN (Persönliche Identifikations-Nummer oder Geheimzahl) benutzt wurde. Dieses System hat den Vorteil, dass kein Papier mehr bewegt werden muss, beinhaltete aber ebenso die die 400-DM-Garantie. Diese Garantie betrug in anderen europäischen Ländern einen ähnlichen Wert in Landeswährung.
Mit Einführung des Euro 1999 als gemeinsame Währung wurde nicht nur ein gemeinsamer Garantie-Betrag neu festgelegt, sondern gleichzeitig die Garantie für die Schecks aufgehoben. Das war quasi der Dolchstoß für den Scheck in Zentral-Europa. Lediglich die Engländer, Franzosen und Iren benutzen weiterhin fleißig Scheck. Es muss mit der Mentalität zu tun haben, dass etwas erst als bezahlt gilt, wenn der Verkäufer ein Stück Papier in der Hand hat – eben den Scheck.
Das Bezahlungs-System mit EC-Karte hatte sich soweit fortgesetzt, dass man die Karte mit PIN (persönliche Identifikations-Nummer = Geheimzahl) an fast allen Geldautomaten in Europa verwenden konnte und in immer mehr Geschäften mit PIN oder Unterschrift bezahlen konnte.
1999 kam dann die Umbenennung des Systems in Maestro, wohl um mehr Internationalität zu gewährleisten und das EC-System auch außerhalb Europas salonfähig zu machen.

***
Hintergrund:
Die Maestro-Karte zählt zu den Debit-Karten, d.h. Verfügungen am Geldautomaten oder in bei Bezahlungen in Geschäften werden unmittelbar dem Konto des Karteninhabers belastet. Sie unterscheiden sich damit von den Kreditkarten, die einem Kreditkonto belastet werden und i.d.R. 1x im Monat dem laufenden Konto belastet werden. Kreditkarten gewähren oft die Möglichkeit, eine Teilzahlungsfunktion einzustellen, dann werden aber Kreditzinsen fällig.

***
Wie kommt man  an die Karte:
Heutzutage ist die Maestro-Karte in Deutschland Standardbestandteil fast aller Girokonten bei fast allen Banken und Sparkassen. Vielfach werden die Karten etwas anders genannt (SparkassenCard, BankCard, etc.), entscheidend ist aber das Maestro-Symbol auf der Karte.
Getrennt von der Karte versendet die kartenausstellende Bank eine PIN (Geheimzahl), die für die Verfügungen am Geldautomaten und im Geschäft gebraucht wird.
ACHTUNG: alle Banken schreiben in ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen, dass die Geheimzahl von der Karte getrennt aufzubewahren sind. Trotzdem scheint es immer wieder Profis zu geben, die die Geheimzahl auf die Rückseite der Karte schreiben. Damit haftet die Bank bei Verlust nicht für Verfügungen, weil dies als grob fahrlässig betrachtet wird.
Bei so genannten Cash-Konten, also Tagesgeldkonten, die es bei vielen Direktbanken gibt, gibt es i.d.R. keine Maestro Karte.
Die Ausgabe einer Maestro-Karte durch die kontoführende Bank beinhaltet immer eine Bonitätsprüfung durch die Bank. Bankkunden mit einer negativen SCHUFA haben weniger Chancen, eine solche Karte zu bekommen. Außerdem haben die Banken immer die Möglichkeit, die Karte bei Missbrauch zu sperren.
Die Ausstellung einer Ersatzkarte im Austausch für eine beschädigte, gestohlene, oder abhanden gekommene Karte ist meist mit Zusatzkosten verbunden.

***
Einsatzmöglichkeiten:
Im Wesentlichen haben sich folgende Einsatzmöglichkeiten  herauskristallisiert:
• Abholen von Kontoauszügen am Kontoauszugsdrucker der eigenen Bank (sofern diese so etwas hat)
• Barabhebungen mit Geheimnummer an praktisch allen Geldautomaten in Deutschland und vielen Automaten weltweit. ACHTUNG: das Maestro-Symbol muss auf dem Automaten stehen. Nicht mit dem Mastercard-Symbol verwechseln.
• Einsatz mit Geheimnummer an Bezahlterminals in immer mehr Geschäften in Deutschland, Europa und immer mehr überseeischen Ländern.
• Einsatz mit Unterschrift in deutschen Geschäften. Dies ist eigentlich nur eine Ermächtigung an den Shop-Inhaber zum Einzug des Bezahlbetrags vom Konto des Karteninhabers und beinhaltet KEINE Einlösungsgarantie

***
Kosten:
Viele Banken bieten die Maestro-Karte als festen Bestandteil ihrer Kontenmodelle an. Wenn sie extra abgerechnet wird, kostet sie meist zwischen € 5,-- und € 10,-- im Jahr. Gleiches gilt meist für eine Ersatzkarte für eine gestohlene, beschädigte oder verlorene Karte.
Der Einsatz am Geldautomaten der eignen Bank oder Bankengruppe ist i.d.R. kostenfrei. Es gibt dabei vier größere Geldautomaten-Pools:
• Sparkassennetz: Sparkassenkunden können an allen Geldautomaten in Deutschland kostenfrei Geld verfügen
• VR-Banken: Geldautomatennetz der Volks- und Raiffeisenbanken (ohne Sparda-Banken)
• CashGroup: Geldautomatenpool der Großbanken (Deutsche, dresdner, Commerzbank, HypoVereinsbank und der Postbank.
• CashPool: Geldautomatenpool vieler Banken, die ansonsten viele Umsonst-Konten anbieten: Sparda, Citi, CC, Norisbank, GE Money Bank und viele andere.
Während man Sparkassen- und VR-Geldautomaten fast in jedem Dorf findet, sind die anderen Geldautomatennetze doch eher auf die größeren oder großen Städte beschränkt.

Für jede Verfügung an einem netzfremden Geldautomaten berechnen die kontoführenden Banken eine gebühr zwischen € 1,-- und bis zu € 7,--. Somit schafft man es manchmal durch zwei Fremdabhebungen im Urlaub die gesamte Ersparnis bei den Kontoführungsgebühren wieder wettzumachen.

Verfügungen im Ausland hingegen gibt es gar nicht kostenfrei. Auch hier werden zwischen € 2,-- und € 10,-- genommen – je nach Land. Meist sind diese Preise aber noch günstig im Vergleich zur Barabhebung mit Kreditkarte.
Übrigens: es ist ein Trugschluss anzunehmen, dass diese Geldautomatennetze auch im Ausland weiter bestehen. Als deutscher Sparkassenkunde ist es von den Kosten her meist unerheblich, ob er in Österreich bei einer Sparkasse, Volksbank oder Raiffeisenbank sein Geld abhebt.

***
Einsatz in Übersee
Durch eine Kooperation zwischen der Kreditkarte Mastercard und der Debitkarte Maestro (man sieht es schon an den ähnlichen Logos), wird die Maestro-Karte an immer mehr Geldautomaten in Übersee (USA, Kanada, Asien, etc.) akzeptiert. Auch die Bezahlmöglichkeit in den Shops mit PIN ist immer weiter auf dem Vormarsch.
TIPP: niemals darauf verlassen, dass die Maestro-Karte im Ausland akzeptiert wird. In der Not steht man irgendwann einmal vor einem Geldautomaten in Westirland, der die Maestro-Karte nicht akzeptiert – warum auch immer. Dann ist man froh, dass man die Kreditkarte einsetzen kann. Auch heute noch kann so etwas irgendwo in Europa vorkommen.
TIPP 2: wenn beide Systeme akzeptiert werden: immer die Maestro-Karte statt der Kreditkarte verwenden. Die Kosten sind meist geringer. Insbesondere die Bankgebühren bei Barabhebungen und Shop-Verfügungen sind im Schnitt 50% günstiger als mit Kreditkarten. Bei kleineren Beträgen über 10-20 Euro fällt es noch nicht auf, aber bei größeren Beträgen schon.

***
Fazit
Die Maestro-Karte ist weiterhin ein Muss für den Einsatz im In-, Um- und Ausland.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber