Märklin Digital - 80 Züge gleichzeitig fahren lassen

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Mehrzugsteuerung: 80 Züge gleichzeitig fahren lassen
 

PRO: Schluss mit Kabelsalat, voll kompatibel, tolle Funktionen

CON: teuer

 

Anbieter:

Das Märklin Digital System wird angeboten von der Göppinger Modellbaufirma "Gebr. Märklin & Cie. GmbH" (nachfolgend: Märklin). Zu der Firma gehört die Nürnberger Modellbaufirma Trix.

Märklin bietet seit 1935 Wechselstrom-Modellbahnen im Maßstab 1:87 in der Spurweite H0 (sprich: Ha-null) an, daneben gibt es Modellbahnen in den Maßstäben 1:220 (Spur Z) und 1:22 (Spur I).´Über die Marke Trix werden außerdem Gleichstrom-Modellbahnen in  der Spur H0 und N (1:160) angeboten.

 

Dieser Bericht bezieht sich ausschließlich auf das Digital-System in der Spur H0. Das System wird außerdem in Spur I angeboten.

 

Situation bis 1985

Im so genannten konventionellen Betrieb war eine Mehrzugsteuerung nur möglich, wenn den stillstehenden Zügen der Strom entzogen wurde (z.B. durch Blockstellen) und gleichzeitig fahrende Züge über unterschiedliche Stromkreise gesteuert wurden. Das bedeutete Kurzschlussgefahr beim Wechsel eines Zuges zwischen Stromkreisen. Sämtliche Zugmaschinen hatten einen mechanischen oder elektronischen fahrtrichtungs-Umschalter, der durch eine Überspannung die Fahrtrichtung ändert. Noch ältere Loks aus den 50er Jahren hatten einen manuellen Umschalthebel.

 

Einführung von Digital 1985

Zum 50. Geburtstag von Märklin H0 führte die Firma das Digital-System am Markt ein. In die Zugmaschinen wurden Decoder eingebaut, die die digital zur Verfügung gestellten Informationen aufnahmen. Dazu wird die gesamte Strecke permanent unter 16V Wechselstrom gehalten. Zusätzlich werden digitale Informationen mit einer Digital-Adresse zwischen 01 und 80 versehen. Jede Zugmaschine erhält eine Digital-Adresse eingestellt, und nur die Maschine mit der korrekten Digital-Adresse ist dann in der Lage, die digitale Information umzusetzen.

Zur Einstellung der Decoder-Adresse sind 8 kleine Umstellhebel, die in einer bestimmten Kombination eingestellt werden müssen. Bei den Decodern der ersten Generation waren es noch Lötbrücken, die getrennt oder verbunden werden mussten, sehr bald jedoch wurden daraus kleine Hebel.

 

Weiterentwicklungen

Ende der 80er wurde als "kleines" Digital-System das Delta-System eingeführt. Bei diesem System sind nur 15 verschiedene Digital-Adressen möglich und Funktionen sind teilweise eingeschränkt. Für die Kids war dies eine Alternative, weil Delta günstiger ist.

Anfang der 90er wurden für das Digital-System so genannte Hochleistungsmotoren entwickelt, bei denen Höchstgeschwindigkeiten, Anfahrbeschleunigung und Bremsverzögerung einstellbar sind.

Mitte der 90ewer wurden dann die wartungsarmen C-Sinus-Motoren eingeführt, die noch ruhiger fahren und als Zusatzfunktion eine besondere Langsamfahrt ohne Rucken einstellbar ist.

Seit 2000 werden immer weitere Funktionen in die Zugmaschinen eingebaut, wie Sound Module, Glocken, Lichtwechsel, Motorgeräusche etc.

2004 wurde das Digital-System weiter entwickelt durch das Nachfolgesystem Märklin-Systems, das noch mehr Funktionen erlaubt und das Merken der Digital-Adressen erübrigt.

 

Vorteile des Systems:

Die meisten von Märklin hergestellten Zugmaschinen können nachträglich auf das Digital-System durch Einbau eines Digital-Decoders aufgerüstet werden. Beim Fachhändler darf man da gut € 50,-- pro umzubauende Lok investieren.
Bei allen Weiterentwicklungen hat Märklin immer darauf geachtet, dass alle digitalen Systeme miteinander kompatibel sind (Ausnahme konventionelle Maschinen auf Digital-Zugbetrieb). So können Delta-Zugmaschinen auf einer Digitalanlage fahren und Digital-Lokomotiven auch auf Delta fahren.
Auch Magnetartikel können digital gesteuert werden, so dass der Kabelsalat unter der Eisenbahnanlage verschwinden kann.
 

Nachteile:

Der Preis. Hochwertige Zugmaschinen von Märklin sind kaum noch unter € 200,-- zu bekommen. Zugpackungen auch schon einmal € 500,--. Das ist nichts für den schmalen Geldbeutel.
Die eigene Wartung ist immer schwieriger, weil immer mehr Elektronik nicht mehr vom Laien repariert werden kann.
 

Fazit:

Teures Spielzeug für Papa.

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