Mackie 1402 VLZ

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Mackie 1402 VLZ

Die Mischpulte der Firma Mackie sind bei vielen, ambitionierten Musikern wegen der guten Audioqualitäten und der moderaten Preise sehr beliebt. Zu Recht, wie ich finde. Wenn ich mir aber die hohen Gebrauchtpreise dieser Pulte anschaue, habe ich zum Teil starke Bedenken, denn auch  dieser Firma kann man nicht alle Werbeversprechungen glauben.

Der Aufbau eines 1402 - Mischers ist schnell umrissen:

Insgesamt 14 Eingangskanäle, davon 6 Einzeleingänge mit Inserts, Mikrophoneingängen, Phantom-Power, Trittschallfilter und Eingangsempfindlichkeitsregler - und 4 Stereoeingänge, denen all diese Eigenschaften fehlen (sie besitzen lediglich einen Eingangsempfindlichkeitsumschalter, der aber sehr praxisfern ausgelegt ist). Alle 14 Kanäle sind mit 2 Aux-Wegen, einem einfachen, 3-bändigen EQ, einem Solo- und einem Mute-Schalter ausgestattet, wobei letzterer dafür sorgt, dass der so behandelte Kanal (oder die Känale) an einem sog. Alt-Output anliegt/anliegen, so dass man von quasi Subgruppen, bzw. Sub-Outs sprechen kann. Abgerundet wird das Ganze von recht langen Volumen-Fadern in den Kanälen und im Masterbereich, die für mehr Übersicht sorgen als die Potis der 12-kanaligen Mackie-Mischer und durch Stereo-Tape Inputs und -Outputs. - Die Ausstattung möchte ich als sehr gut bewerten, vor allem die Alt-Outs sind eine sehr gute Beigabe.

 

Meine Erfahrungen

Ich habe bisher 5 Pulte der Firma Mackie besessen oder besitze sie noch. Bei einem 1202 der VLZ Serie war schon im Neuzustand die Aux-Send/-Return Sektion defekt. Ich glaubte an einen Ausreißer und kaufte mir einen 1402 VLZ. Der funktionierte zuerst einwandfrei, bis nach etwa 2 1/2 Jahren sehr pfleglicher Behandlung:

a) einer der beiden Stereo Outputs kein Signal mehr ausgab;

b) die Aux-Send/-Return Abteilung ebenfalls nicht mehr funktionierte;

c) alle Kanäle bei gleicher Einstellung unterschiedliche Pegel ausgaben;

Ich nahm mit der Firma Mackie Kontakt auf, welche mir daraufhin eine empfehlenswerte Werkstatt nannte, an die ich das Pult danach schickte. Die Werkstatt war durchaus kompetent und bemüht, musste mir aber nach einiger Zeit erklären, dass mein Pult nicht zu einem vertretbaren Preis zu reparieren sei. Also Totalschaden! Ich holte darauf einige Informationen von mehreren Firmen und Insidern über das Pult ein (ich brauchte ja ein neues). Allgemeiner Tenor: die VLZ- und VLZ-Pro Serien waren eindeutig minderwertiger hergestellte Mischpulte, bei denen derartige Fehler schon mal vorkamen. Es waren die ersten, von Mackie in Fernost gebauten Mischpulte, die gegenüber der Qualität der allerersten Serie (also die ohne das VLZ im Namen) deutlich abfielen.

Und genau aus dieser ersten Serie besitze ich einen kleinen 1202, der in meinem Studio als Submischer läuft und läuft und läuft.....

Auch mein neuer 1402 VLZ3 bereitet keinerlei Probleme und besitzt gute Audioeigenschaften. Vielleicht hat man ja die Probleme in Fernost lösen können. Aber die VLZ- und VLZ-Pro Serien sind mit sehr viel Vorsicht zu genießen. Ich möchte daher von einem Kauf abraten - zumal bei diesen hohen Gebrauchtpreisen (im Vergleich zu den Neupreisen) - und empfehlen, sich nach einem Mischpult aus der ersten Serie umzusehen, auch wenn diese nicht so viele Features bietet.

Zum Schluss noch ein Wort zu den Stereo-/Line Inputs der kleinen Mackies: falls man das Mischpult als Keyboard-Submischer einsetzen möchte, wird man mit den Eingangsempfindlichkeiten der Stereo-Inputs Probleme bekommen. Sie besitzen im Gegensatz zu den Mikro-/Mono-Inputs lediglich einen Eingangsempfindlichkeits-Umschalter und mit diesem ist es nur schwer möglich, Keyboards mit etwas schwächerem Signal-Output praxisnah zu verstärken. Man muss dann das Mastervolume (unnötig) weit aufdrehen, die betreffenden Stereo-Inputs ebenfalls ganz hochziehen und gleichzeitig die Mic/Line-Inputs zurücknehmen, da die über eine praxisgerechtere und regelbare Eingangsempfindlichkeit verfügen und wesentlich mehr `Dampf´ machen als die Stereo-Inputs. Die kleinen 1202 Mischpulte besitzen noch nicht einmal diesen Umschalter und sind mt den besagten Stereo-Inputs für Keyboard-Outputs völlig praxisfern und ungeeignet.

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