MEISSEN 1.Wahl ??? Manufaktur-Kennzeichnung seit 1987

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Liebe eBay-Mitglieder in diesem Ratgeber möchte ich Ihnen die verschiedenen Qualitätsmarkierungen auf Meissen® Porzellan erläutern, wie sie seit dem 01. Januar 1987 von der Staatlichen Porzellan-Manufaktur in Meissen festgelegt und veröffentlicht worden ist. Dabei sind nachstehend  nur die Markierungen dargelegt, wie Sie offiziell von der Manufaktur Meissen herausgegeben worden sind.

Neben den Marken zur Kennzeichnung der Artikel existieren bei der Staatlichen Manufaktur Meissen® Qualitätsmarkierungen.

Diese Markierungen  sind bereits seit dem 18. Jahrhundert vorgenommen worden, wobei es in der Fachliteratur zum Teil unterschiedliche Auslegungen gibt welche Markierungen für welche Qualität steht, weil es meines Wissens keine exakten Festlegungen gab, welche Qualitätmarkierungen anzuwenden sind.

Seit dem 1. Januar 1987 hat die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen® hierzu eine schriftliche Festlegung getroffen, so dass seit diesem Zeitpunkt  die  Qualität der Porzellane feststellen kann.

Die Kennzeichnung der einzelnen Qualitätsmerkmale,  auf den nachfolgenden Bildern habe ich versucht schematisiert dazustellen, wobei ich die eingeschliffenen Markierungen in den folgenden Darstellungen zur besseren Kennzeichnung  in den Bildern in der Farbe Rot dargestellt habe.

  • Alle Erzeugnisse, die den schriftlich fixierten Sortiervorschriften, Modellen und Mustern voll entsprechen und ohne Beanstandungen die Qualitätskontrolle passiert haben, werden als Qualitätssortierung bezeichnet.
    Diese Artikel tragen die Marke und keine zusätzliche Qualitätsmarkierung.

  • Porzellan welches kleinere Mängel aufweist, die den ästhetischen Gesamteindruck nicht oder nur geringfügig beeinträchtigen, bezeichnet man Zweitsortierung.
    Es ist mit einer waagerechten, unter der Marke eingeschliffenen Markierung versehen.

  • Artikel, welche erhebliche technische und ästhetische Mängel aufweisen, jedoch voll gebrauchsfähig sind, gelten als Fehlware.
    Sie sind mit vier Schleifmarkierungen durch die Schwertermarke versehen.

  •  Erzeugnisse, die zwei sich kreuzende, durch die Marke verlaufende Schleifmarkierungen erhalten, sind Bruch.
    Der Vertrieb solcher Artikel ist nicht zulässig.

 

  • Stücke, welche ausschließlich zum Weißverkauf vorgesehen sind, werden zusätzlich zur Marke mit einem eingeprägten Weiß-Stempel versehen. Er wird am Boden oder geeigneter Stelle angebracht. Möglich ist weiterhin der Schriftzug Weiß in blauer Schrift, der sich grundsätzlich unter der Marke und unter der Glasur befindet.

  • Die Anbringung des erkennbaren Weiß-Schnittes im oberen Drittel rechts neben der Schwertermarke ist senkrecht ausgeführt und  erfolgt an Artikeln, die normalerweise dekoriert (bemalt), aber ausnahmsweise weiß  (unbemalt)verkauft werden.

  • Weiterhin gelten besondere Regelungen für die Kennzeichnung von Unikaten, Originalen, Atelierserien, Wandbildern, Ur- und Kabinettstücken

 

Weitere  Kennzeichnungen aus der Zeit vor 1987

  • In den siebziger/achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts hat  man die Kennzeichnungen dezenter gesetzt und in den blauen Beistrich eingeschliffen , welcher auf dem Artikel  links am Rand in Höhe der Marke vorhanden sind.
  • Meist größerer Beistrich links der Schwerter und rechtwinklig zum Standring. Dieser diente nur zur Kennzeichnung der 2. Wahl, um die Schwerter durch die 2 Schleifstriche nicht mehr zu beschädigen. Das endete  im Okt.1985, und seitdem findet sich ein Schleifstrich als Kennzeichnug der 2. Wahl unter den Schwertern, wie es noch heute gemacht wird.

Man sollte also bei solchen Artikeln wo ein  blauer Beistrich vorhanden ist , also nicht nur die Schwertermarke überprüfen,  sondern auch diesen Beistrich  kontrollieren, ob Einkerbungen vorhanden sind.

 

Weiterhin gibt es diesen Beistrich noch auf der

 rechten Seite der Schwertermarke und

unterhalb der Schwertermarke,

diese Beistriche haben folgende Bedeutung nach

"Meissener Konturen" (1960 - 1990),

Edition Leipzig 1991, Seite 289

  • Klein, genau unterhalb der Schwerter parallel und direkt über dem Standring: Seit 1.7.57 zur Kennzeichnung von Porzellanen, die mit einer Glasur neuen Versatzes versehen wurden (sicher nicht so wichtig, aber manchmal hilfreich, wenn die Jahreskennung zugelaufen ist).

 

  •  Kleinerer Beistrich rechts der Schwerter und in deren Höhe - auch wieder parallel zum Standring: D. i. der sog. Petermann - Strich (Petermann war damals Direktor der Manufaktur). Dieser ab 8.3.72 - als Kennzeichen für die Stücke, die in den damals neuen gasbeheizten Herdwagenöfen der neuen Ofenhalle gebrannt wurden.

 

 

Alle angegebenen Firmen- und Markennamen und Warenzeichen sind Eigentum Ihrer Inhaber und dienen lediglich zur Identifikation und Beschreibung der Produkte.

 

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