Lupen Vergrößerungsangabe

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Längst hat es sich bei Akkus durchgesetzt, Fantasieangaben für die Kapazität aufzudrucken. Es fällt schon auf, dass die Kapazitätsangaben mit fallendem Preis der Akkus steigen. Wer aber hat schon ein Gerät, um die versprochenen Daten zu überprüfen.

Einfacher ist es da bei Lupen. Die Angabe der Vergrößerung 2-fach bis 9-fach und mehr lässt den Käufer ratlos zurück. Hier aber ist es anders als bei Akkus nicht ein Leistungs-Parameter, der erreicht wird, oder nicht. Man möchte ja die Lupe für bestimmte Zwecke benutzen und dafür z.B. eine mit geringerer Vergrößerung aber großem Sichtfeld und eine zweite mit hoher Vergrößerung erwerben. Für Arbeiten in Geräten, möchte man die Lupe weiter weg vom Gegenstand einsetzen, bei Feinarbeiten mit Pinzette dichter vor das Auge halten.

Die Vergrößerung ist so definiert, dass eine Strecke bei 25cm Abstand unter der Lupe betrachtet x-mal so lang erscheint als ohne Lupe betrachtet. Z.B. eine Strecke von 1cm auf einem Lineal erscheint unter der Lupe genauso groß, wie 2cm auf dem Lineal. Dann ist die Vergrößerung 2-fach. Genauso verhalten sich die Tangens-Werte der Betrachtungswinkel. Darum ist das mathematisch als tan(alfa1) / tan(alfa2) ausgedrückt.

Für Arbeiten in größerem Abstand ist tatsächlich auch eine Lupe mit der Vergrößerung 1 sinnvoll, weil sie bei einem Abstand von mehr als 25cm ein größeres Bild erzeugt. Auch kann man näher an die Objekte herangehen, als es das eigene Auge noch erlaubt und dadurch mehr erkennen.

Woher die utopischen Vergrößerungswerte kommen, die oft bei Lupen angepriesen werden ist rätselhaft. Rechnet man in anderen Ländern die Vergrößerung bei einem größeren Abstand als 25cm ? Bei 50cm ergäbe das fast den doppelten Wert, also z.B. 4-fach statt 2-fach. Bei solch einem Abstand ist aber oft gar kein Arbeiten mehr möglich. Oder rechnet man dort die Flächenvergrößerung ? Dann würde man den Wert zum Quadrat nehmen. Aber selbst bei den Zoom-Werten von Digicams wird die Winkelvergrößerung und nicht die Flächen herangezogen.

Da die Vergrößerung bei 25cm definiert ist, kann man auch durch Ermitteln der Brennweite den Vergrößerungsfaktor bestimmen. Der Abstand in dem die parallelen Strahlen der weit entfernten Sonne sich in einem Punkt bündeln ist die Brennweite. Die 25cm dividiert man durch die Brennweite und erhält ebenfalls die Norm-Vergrößerung.
Anschaulicher ist es sicher, wen man zwei parallele Linien in 1cm Abstand quer über ein Papier zeichnet und diese Linien unter der Lupe anschaut. Man kann die gedachte Verlängerung der Linien im Lupenausschnitt nach außerhalb mit einem Stift über die Originallinien auftragen und die Strecken dividieren.

Verkäufer wissen das oft nicht und verlassen sich auf die Angaben der Lieferanten oder Hersteller. Ohne zu wissen, welche tatsächliche Vergrößerung eine Lupe hat, kann man aber keine sinnvolle Kaufentscheidung fällen und die Angebote weder miteinander vergleichen, noch eine Lupe mit gewünschter Vergrößerung kaufen.

Wenn man Lupenanbieter konsequent dahingehend reklamiert, und sie darauf hinweist, dass sie die Vergrößerung selbst überschlägig bestimmen können, würde man diesen Vergrößerungs-Wahn vielleicht einschränken. Immerhin wäre es eine falsche Angabe und damit kostenfreie Rücknahme fällig.

Sicher ist es auch hilfreich, Lupenverkäufer vor dem Kauf anzufragen und darauf zu bestehen, die Angaben zu garantieren. Der Verweis auf den Hersteller entbindet nicht die Verantwortung des Verkäufers.
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