Luftrad u. luftbereifte Räder - Jede Menge Info's ...

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Moin ebayer,

hier findest du ein paar Infos, die bei der Entscheidung für den Kauf von Lufträdern helfen sollen. Dabei konzentriere ich mich auf die Art von Lufträdern, die an Transportgeräten, Sackkarren und Schub- oder Schiebekarren, Verwendung finden.

Zu mir: ich komme ursprünglich aus der kunststoffverarbeitenden Industrie, bin gelernter Stahlformenbauer, und beschäftige mich seit vielen Jahren mit Rädern und Rollen. Zur Info, damit du erkennst, dass ich ein wenig von dem verstehe, was ich hier schreibe.

Lufträder unterscheiden sich im Aufbau grundsätzlich voneinander - in:

1) Lufträder auf Kunststoffelgen

 Abb. 1

und

2) Lufträder auf Stahlfelgen

Abb. 2

 

zu 1) Felgen aus Kunststoff

Die Felgen sind ein wichtiger Bestandteil des Luftrades. Kunststofffelgen werden i. d. R. aus Polyamid 6 gefertigt und kommen heute aus Deutschland, Europa und zunehmend aus Asien. Ich selbst favorisiere Felgen aus zertifizierter einheimischer Produktion. Die Kunststofffelgen  werden entweder in verippter Form (s. Abb. 1) oder in Wabenbauweise angeboten (s. Abb. 3). Die Wabenbauweise wird bei höheren Traglasten favorisiert. Es entsteht ein kompaktes verwindungssteifes Produkt.

Abb. 3

Während deutsche und europäische Unternehmen versuchen, sich über Qualifizierungsmaßnahmen (Nachweis verwendeter Werkstoffe, QS-Zertifizierung, Prüfprotokollierung,etc.) einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, kommen immer mehr Billigprodukte aus Asien auf den hiesigen Markt. Eine Spritzgussmaschine mit zugehöriger Form kann ich überall hinstellen und Material kann ich auch überall kaufen. Ein wenig Knoffhoff gepaart mit einigen Versuchen und schon fallen die Felgen aus der Maschine. Glaubt man(n)!

Nicht das diese schlechter sein müssen, - aber sie können es "in sich" haben. Man(n) sollte sich schon die Frage stellen, wie es kommt, dass teils gravierende Preisunterschiede auftreten. Denn wenn Material und Maschine in unserem Fall den Preis bestimmen - der Transport aus den fernen Ländern sicher das frisst, was hier die geringe Teilkomponente Lohn in den Stückkosten angeht, dann kommt man durchaus ans Grübeln. Und was, wenn vielleicht gar minderwertigeres Material verwendet?

Wenn du dir also ein "billiges" Produkt zulegen möchtest, dann schaue dir die Kunststofffelgen genau an. Erkennst du bei der Sichtkontrolle deutliche Fließnähte (kerbförmig), dann kannst du davon ausgehen, dass die Festigkeit der Felge eingeschränkt ist. Hiervon - empfehle ich - immer die Finger zu lassen. Dann solltest du auch den Ventilsitz betrachten. Es gibt Felgen im Markt, die einen kantigen Durchbruch zeigen, durch den das Ventil austritt und man kann dann auch einen Teil des Schlauchs sehen. Wenn der Reifen nun arbeitet, dann kann es passieren, dass der Schlauch bei der auftretenden Walgarbeit gegen die scharfen Kanten der Felge trifft, an dieser Stelle scheuert oder gar platzt.

 

zu 2) Felgen aus Stahl

Stahlfelgen gibt es meist in zwei oder drei verschiedenen Varianten. Zum einen zweiteilige - mehrfach verschraubte - Felgen, einteilige gepresste (d.h. massiv umgeformte) und geschweißte Felgen (s. Abb. 2 - wie du diese vom  Kfz her kennst) und vernietete Felgen. Hier muss darauf hingewiesen werden, dass bei den zweiteiligen verschraubten Felgen ein Reifenwechsel nur durch Lösen der Schrauben möglich ist. Lassen sich die Schrauben, bedingt durch Korrosion, nicht mehr lösen, dann schmeißt du das Rad weg. Eine Montage mit klassischem Montagewerkzeug geht nicht.

 

Radlager

Die Bauart des Radlagers ist ausschlaggebend für die Laufeigenschaften des Rades bzw. einer Rolle.

Gleitlager

Das Gleitlager ist die preiswerteste Lagerbauart. Bei der Kunststofffelge werden die hervorragenden Gleiteigenschaften des Werkstoffs Polyamid 6 genutzt. So ist gar kein weiteres Lager nötig. Gleitlager nutzt man vorwiegend in Transportgeräten, die nicht ständig verfahren werden oder die z.B. Kontakt mit Salzwasser bekommen. Gleitlager sind wartungsfrei und korrosionsbeständig.

Rollenlager

Das Rollenlager besteht aus Stahlwalzen, die in einem Käfig gelagert sind. Gelegentlich wird diese Lagerart auch Walzenlager oder Nadellager genannt. Der Einsatz von Rollenlagern führt zu einer Rollreibung und einem sehr geringen Rollwiderstand - auch bei hoher Belastung. Das Rollenlager, das zudem sehr widerstandsfähig und nahezu wartungsfrei ist, ist das Standardlager bei Transportgeräterollen.

Rillenkugellager

Das Rillenkugellager wird dann eingesetzt, wenn schwer beladene Transportgeräte oft und leicht bewegt werden sollen. Das Lager erfüllt sehr hohe Ansprüche an Tragfähigkeit und ist sehr beständig gegen Umwelteinflüsse. Diese kann durch Wahl von gedichteten Lagern sogar noch erhöht werden. Mit Niro-Lagern lassen sich zudem auch Transportgeräte für schwierige Umgebungen, wie salzhaltige Luft, bauen.

 

3) Zu den Decken und Schläuchen

Zu den Decken und Schläuchen ist zu sagen, dass diese heute - was den Bereich der Karrenreifen betrifft - überwiegend aus Asien stammen. Hier gibt es wirklich gute und zuverlässige Produkte von Herstellern wie Kenda, Cheng Shin, Veloce, um hier nur einige zu nennen. Kenda hat sich z.B. im Bereich Kfz-Bereifung als Hersteller von preiswerten Qualitätsprodukten einen Namen gemacht.

Die Reifen sollten immer mindestens zwei Gewebelagen haben (2Ply Rating = 2 PR). Je mehr Gewebelagen, umso stabiler ist ein Reifen gegenüber Leckagen durch Dornen, Nägel, etc.. D.h.: 4 PR ist besser als 2 PR, usw..

Die Schläuche gibt es mit verschiedenen Ventilarten. Bitte immer genau prüfen, was für ein Ventil du benötigst.

Hier ein paar Beispiele:

Von links nach rechts:

- Ventil 90/20 oder 90/35°

- Ventil 90/90°

- Gummiventil TR13

- Winkelventil TR87

 

Abschließend noch einen Satz zum Thema Sicherheit:

- Beachte immer den richtigen Reifendruck und fülle niemals zuviel Luft in den Reifen. Mir sind bei Tests schon Reifen um die Ohren geflogen. Laut und gefährlich!

- Wenn du Risse an den Felgen, den Stegen, Felgenhörnern oder der Lagerung bemerkst, bitte immer und kompromisslos das Rad austauschen. Dabei sind Verfärbungen nicht ausschlaggebnd. Das ist zunächst mal ein optisches Problem, dass bei dem Werkstoff Polyamid bei häufigem Wechsel von Sonne und Feuchtigkeit auftreten kann.

Wenn du Interesse an meinen Angeboten hast, dann schau doch mal bei mir rein:

Budick's Technischer Handel

Ich hoffe, dass dir mein Ratgeber hilfreich ist. Gern kannst du mir über meinen ebay-Shop Fragen stellen. Ich melde mich zumeist am selben Tag mit hoffentlich kompetenter Antwort.

Gruß, der

Jürgen

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