Looper für Gitarre

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Looper von Sommerland (links), BOSS (rechts)

1. Worum geht es

In diesem Ratgeber soll von so genannten "Loopern" für Gitarre und andere Instrumente die Rede sein.
Dabei handelt es sich um kleine Geräte, oft in der Form eines Effektpedals, die in den Signalweg zwischen Instrument und Verstärker geschaltet werden und die Aufnahme und wiederholte ('geloopte') Wiedergabe ermöglichen. Sie dienen unter anderem dazu, sich selbst zu begleiten, können aber auch für verschiedene Effekte auf der Bühne verwendet werden. Davon zu unterscheiden sind die gleichfalls als 'Looper' bezeichneten Schalter, die einen kompletten Effektstrang in das Signal einschleifen bzw. aus diesem entfernen können und rein passiv arbeiten. Leider sehen sie äußerlich oft ähnlich aus- von diesen AB-Boxen soll hier aber nicht die Rede sein.

2. Anschluss und Anwendung

Looper werden in den Signalweg zwischen Instrument und Verstärker geschaltet- mit den in diesem Bereich üblichen 1/4"-Klinkenkabeln. Wie bei Gitarren-Effekten, werden die Geräte durch das Einstecken der Kabel eingeschaltet. Einige Geräte können zwar mit Batterien (meist 9V-Block) betrieben werden; da Looper durchweg digital arbeiten und eine entsprechend hohe Leistungsaufnahme haben, ist aber vom Betrieb mit Batterien abzuraten. Einige Geräte verfügen daher ausschließlich über einen Netzteilanschluss. Dieser ist in der Regel wie bei den meisten Effektgeräten mit einer Buchse für einen Hohlklinkenstecker (plus außen!) versehen.
Sollten weitere Effekte im Einsatz sein, so wird der Looper grundsätzlich als letztes Gerät in die Kette eingebracht. Ausgeschaltet sollte das Gerät Klang und Bedienung kaum oder gar nicht beeinflussen.
Verwendet werden können die Looper mit E-Gitarren und mit Westerngitarren mit Tonabnehmer - oder mit jedem anderen Instrument mit 1/4" Ausgang.
Auf dem Markt haben sich Geräte mit einfacher Ausstattung und Bedienung durchgesetzt. Diese Geräte verfügen über nur einen Fußschalter und einen Volume-Regler. Sie werden über den einen Fußschalter so bedient, dass ein Fußdruck die Aufnahme startet, ein weiterer die Aufnahme anhält und sofort zur Wiedergabe schaltet. Gestoppt wird mit zwei kurzen Fußdrücken, gelöscht durch anhaltenden Druck auf den Schalter. Über die bestehende Aufnahme können weitere Aufnahmen gelegt werden, was als "Overdub" bezeichnet wird. Meist kann die letzte Schicht, also der letzte "Overdub", rückgängig gemacht werden, so dass man komplette Arrangements im Alleingang erstellen kann.

2. Weitere Ausstattungsmerkmale

Wie bereits gesagt, sind einfache Looper, die nur die Grundfunktionen bieten, derzeit die meistverkauften Geräte. Das liegt an ihrer einfach zu erlernenden Bedienung,  die in weiten Teilen selbst erklärend ist.
Zu diesen Geräten gehört der Lopper 'ditto' von der Behringer-Schwester tc electronic, der BOSS RC-1 oder der Rowin LEF-332, der baugleich auch als Sommerland SML-01 oder neuerdings auch als Fame Looper vom Music Store erhältlich ist.
Wer seine Werke erhalten oder in einer so genannten DAW (Musikproduktionssoftware) am PC weiter verarbeiten möchte, ist natürlich froh, wenn er den Speicherinhalt des Loopers auf den PC übertragen kann. Diese Möglichkeit bieten u.a. der Rowin Looper und seine baugleichen Geschwister per USB-Verbindung.
Wer sich nicht nur zu Hause, sondern auch auf der Bühne selbst begleiten will (man schaue sich z.B. K.T. Tunstall auf Youtube an, die live einen Looper verwendet, u.a. um mit der Gitarre Perkussion zu erzeugen), ist vielleicht an einem Gerät mit Schlagzeugbegleitung interessiert. Diese Geräte bieten neben eingebauten Schlagezeugpattern die Erstellung wirklich nahtloser Loops an, da der Looper die Länge der Loops auf die Rhythmusbegleitung quantisiert- man erhält wirklich durchgehende und nahtlose Loops, selbst wenn diese nur wenige Takte kurz sind.
In diese Kategorie fallend die Looper BOSS RC-2 und RC-3, aber auch die größeren Modelle dieses Herstellers. Zu beachten ist allerdings, dass die erweiterten Möglichkeiten auch eine wesentlich kompliziertere Bedienung mit sich bringen.

3. Erfahrungen mit einzelnen Geräten

BOSS RC-2
Dieses Gerät wird nicht mehr angeboten und wurde mittlerweile durch den RC-3 ersetzt. Im bekannten Design der unverwüstlichen Bodentreter von BOSS bietet dieses Gerät elf verschiedene Speicherplätze und eine große Menge an Schlagzeugpattern. Bedient wird das Gerät über einen Wahlschalter für die Speicherplätze, den Fußkontakt sowie einen weiteren Taster und ein zweites Drehrad. Ohne Handbuch geht hier wenig. Dafür ist die Klangqualität über jeden Zweifel erhaben. Batteriebetrieb ist möglich, aber teuer, da die Leistungsaufnahme bei digital arbeitenden Geräten um ein Vielfaches höher ist als z.B. bei einem analogen Verzerrer, der meist nur wenige mA aufnimmt.

Sommerland Looper SML-01 (und baugleiche)
Ähnelt in Design und Handhabung dem beliebten 'ditto' von tc electronic. Minimalistisches Bedienkonzept, arbeitet nur mit Netzteil, kein Batteriebetrieb möglich. Wie seine baugleichen Geschwister von Rowin oder Fame verfügt er über die Möglichkeit, per USB und downloadbarer Windows-Software Loops von dem Gerät zu exportieren oder auf das Gerät hochzuladen.
Zu beachten ist, dass die Windows-Software sehr spartanisch daher kommt- sie wird nicht installiert, sondern entpackt und direkt aus diesem Verzeichnis heraus gestartet. Die beiden Schaltflächen Import und Export  beziehen sich auf den Looper, nicht auf den PC. Export sichert also auf den PC, Import schreibt ein WAV-File auf den Looper. Dabei ist zu beachten, dass der Sommerland Looper in Mono arbeitet.
Wer ein gesichertes Soundfile des Loopers inspiziert, wird feststellen, dass es sich um ein PCM (aka WAV)-File handelt. Allerdings in Mono und in 24 Bit Auflösung (CD: 16 Bit).
Weiterhin fällt auf, dass der Pegel der Aufzeichnung sehr niedrig ist- da wird anscheinend noch etwas "Headroom" für die Overdubs gelassen. Auswirkungen hat diese Praxis, wenn man am PC erstellte Loops auf den Looper übertragen möchte. Hier sollte man nicht die volle Lautstärke des Dateiformats ausnutzen, da man andernfalls die eigenen Overdubs später nicht hören kann. Mit dem Open-Source-Programm Audacity kann man eigene Soundfiles in Mono verwandeln und über "Normalisieren" einen Pegel von z.B. -20dB einstellen- dann klappt es auch mit den Overdubs über eigene Tracks. Die Auflösung kann bei 16 Bit verbleiben, praktisch, wenn man Tracks von CDs verwenden will.
Wichtig: Da der letzte "Overdub" noch rückgängig machbar wäre, kann dieser nicht mit exportiert werden. Es muss also  vorher noch eine kurze leere "Aufnahme" darüber gelegt werden- kein Problem, wenn man den Trick kennt.
Import bedeutet hochladen auf den Looper, Export Sicherung von dort
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4. Fazit

Stark gefallene Speicherpreise haben die kleinen Looper in erschwingliche Regionen gebracht, sie dienen nicht nur als Übungshilfe zum Selbstbegleiten, sondern können auch kreativ auf der Bühne eingesetzt werden.
Der Trend geht momentan zu einfach ausgestatteten und einfach zu bedienenden Geräten; dennoch sind auch weiterhin Geräte mit allen erdenklichen Extras auf dem Markt. Wer Im- und Exportfunktionen nutzen möchte, sollte sich mit dem Open-Source-Programm Audacity vertraut machen, um Formate zu konvertieren und Pegel anzupassen. Einen Looper kann eigentlich jeder Gitarrist gebrauchen!
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