Lonsdale - Distanz zur rechten Szene

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Lonsdale - Distanz zur rechten Szene

Seit 1960 vertreibt die britische Marke Lonsdale Boxsportartikel sowie Bekleidung für Sport und Freizeit. Nach der Vereinnahmung durch die rechte Szene in den 1990er-Jahren distanziert sich das Label mit dem Motto „Lonsdale Loves All Colours“ eindeutig von dieser Gesinnung. 

 

Modemarken wie Lonsdale oder Fred Perry geraten unfreiwillig in den Fokus der rechten Szene

Zu Beginn der Nullerjahre entdecken auch Techno-Fans die britische Marke. Dies zeigt eindrücklich, dass die Aneignung einer Marke durch eine politische oder ideologische Gruppe lediglich eine Modeerscheinung ist und nicht zwangsläufig etwas über die Haltung der Marke zu den Einstellungen dieser Gruppen aussagt. Neben einigen Modemarken wie Thor Steinar oder Consdaple, die mit dem Rechtsextremismus sympathisieren, werden immer wieder auch andere Labels mit der rechten Szene in Kontakt gebracht. Nach Protesten der jeweiligen Firmenleitung streicht die Polizei Unternehmen wie Fred Perry, Ben Sherman, New Balance, Dr. Martens oder Alpha Industries in der Vergangenheit wieder von der Liste eindeutig rechtsextremistischer Erkennungsmarken. 

 

Wie geht Lonsdale gegen die Besitznahme durch rechtes Gedankengut vor?

Mit der Kampagne „Lonsdale Loves All Colours“ gehen die Briten gegen die Identifizierung mit braunem Gedankengut vor. Verstärkt wird diese Distanzierung durch das Engagement von Models verschiedener Hautfarben. Zudem untersagt Lonsdale die Zulieferung an Shops, die sich offen zum Rechtsextremismus bekennen, obwohl dies erhebliche Umsatzeinbußen mit sich bringt. In Zeiten, in denen die Wirtschaftlichkeit das höchste Ziel eines jeden Unternehmens ist, ist dies ein starkes Zeichen. Die antirassistischen Initiativen des Labels spiegeln sich auch in einem Sponsoring des Christopher-Street-Days in Köln im Jahr 2005 wider. Im gleichen Jahr unterstützt Lonsdale die Initiative „Laut gegen Nazis“. 

 

Die Vereinnahmung von Mode durch Nazis ist häufig nicht mehr als ein Trend

Subgruppen, egal ob sie politisch, musikalisch oder religiös motiviert sind, kreieren häufig optische Erkennungszeichen, die sich meist in der Kleidung wiederfinden. So, wie in der Mainstream-Mode Trends kommen und gehen, nehmen auch politische Gruppierungen bestimmte Marken in ihr System auf und bringen die Labels damit in Verruf. Wer sich in Bezug auf die politische Positionierung einer Marke unsicher ist, informiert sich im Internet oder auf der Website des entsprechenden Unternehmens. Kampagnen wie die von Lonsdale beweisen sehr deutlich, wie die Marke zum Thema Rassismus steht. In diesem Fall besteht jedoch kein Zweifel, dass Lonsdale aktiv gegen die Vereinnahmung durch die rechte Szene vorgeht. Die lässig-sportiven wie kultigen Jacken, Pullover und Taschen von Lonsdale stehen für einen authentischen Look mit Hang zu Tradition.

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