Lötstation kaufen

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Beim Kauf einer Lötstation gibt es einges zu berücksichtigen.

Was ist der grundsätzliche Unterschied zwischen Lötkolben und Lötstation?

Eine Lötstation hat im Normalfall eine Temperaturregelung und meist einen Transformator, mit dem die Netzspannung für der Lötkolben auf Niederspannung 24 oder 12 Volt umgesetzt wird. Dadurch erreicht man normalerweise auch eine Trennung des Lötkolbens vom Netzpotential. Für den Benutzer ergibt sich daraus: das Arbeiten ist für den Anwender selbst und für die Schaltung und Bauteile sicherer. Stichwort potentialfreies arbeiten!

Lötkolben werden meist direkt mit Netzspannung (230V) betrieben. Ist die Isolation defekt, hat man unter Umständen Netzspannung an der Lötspitze. Das ist gefärhlich für Anwender und Schaltung!

Bei vielen der Lötstationen kann man die Temperatur einstellen. Dies ist besonders wichtig im Hinblick auf das neue, bleifreie Lötzinn (hier benötigt man deutlich höhrere Temperaturen beim Löten). Besonders informativ ist es, wenn man nicht nur den eingestellten Wert sondern auch die aktuelle Temperatur ablesen kann.

Es gibt auch Lötstationen, bei den die Löttemparatur durch einen Sensor in der Lötspitze auf einen festen Wert geregelt wird. Hier kann man dann die Arbeitstemperatur nur durch Wechsel der Spitze verändern. Das gleiche Prinzip gibt es auch für hochwertige Lötkolben.

Die meisten billigen Lötkolben sind in der Temperatur ungeregelt. Für den Bastler bedeutet das, bei längerem löten wird die Spitze kälter und die Arbeit geht schlechter von statten und nach einer längeren Pause ist die Lötspitze zu heiß - als Folge davon kann man Leiterbahnablösungen oder defekt Bauteile bekommen.

Übrigens bei ungeregelten Lötkolben "zundern" die Spitzen in längeren Pausen besonders stark und man muß dann die Spitze dauernd säubern.

Übrigens: die Lötspitzen bei  ganz billigen Lötkolben sind oft eine Zumutung. Durch das zundern erhalten sie regelrechte Verformungen und man muß schon hin und wieder mit der Feile nacharbeiten und dann neu verzinnen.

Welche Station kaufe ich nun?

Der Profi sagt: nur mit gutem Werkzeug kann ein Laie gute Arbeit leisten, mit schlechtem Werkzeug kriegt das nicht mal immer ein Profi hin.

Die billigen Stationen bis ca. 20 Euro sind eigentlich gar nicht soooo schlecht. Die Temperaturregelung funktioniert einigermaßen und die Heizleistung reicht aus, um immer genug Wärme nachzuführen.

Ein wesentlicher Nachteil ist, daß man dafür meist nur eine Form von Lötspitzen bekommt. Die sind bein Kauf schon dran und eignen sich ganz gut für die Lötungen an üblichen Bauteilen. Möchte man SMD löten, wird es eng. Dafür ist die Spitze zu groß.

Andererseits ist sie aber auch zu klein, wenn man auf viel Metall (Gehäusen) oder ganz dicken Drähten löten muß. Dann kommt durch die Form der Spitze einfach nicht schnell genug Wärme nach, um richtig damit arbeiten zu können.

Besser sind da hochwertigere Geräte, für die man andere Formen von Lötspitzen nachkaufen kann. Da kann man sich eine ganz feine Spitze für SMD, eine mittlere Spitze für Standard-Bauteile und eine große Spitze für grobe Arbeiten zulegen. Zusammen mit der Temperaturregelung hat man dann immer die richtige Temperatur und den richtigen Wärmenachschub.

Welche Heizleistung sollte ein Lötkolben bzw. eine Station haben?

Für normale Elektronik-Lötungen reichen eigentlich 25-30 Watt gut aus. Hat man eine Teperaturregelung in seinem Gerät sind 45-60 Watt nicht schlecht, weil die Aufheizphase viel kürzer wird und bei arbeiten an "dicken Drähten" mehr Wärmereserven zur Verfügung stehen.


Was rät man nun einem Anfänger?

Kauf Dir zuerst mal ein Gerät in der 10-20 Euro-Klasse und schau wie Du damit zurecht kommst. Werden die arbeiten dann mit der Zeit etwas anspruchsvoller, kannst Du immer noch auf die anspruchsvollere Station wechseln - jedenfalls weißt Du dann besser was Dir fehlt und auf was Du Wert legst.

Wenn die "billige alte" dann ausgedient hat, findet sich immer ein vernünftiger Verwendungszweck. Ich hab auch ne billige neben dran stehen und mit der schweiß ich dann auch mal Plastik oder bring etwas Heißkleber an die richtige Stelle - dazu wären mir die anderen Lötspitzen zu schade.

Darfs dann gleich zum Start schon etwas besseres sein, so sollte man sich aus meiner Sicht eine Station suchen, bei der man die Temperatur einstellen kann und evt. auch die Option hat eine oder mehrere Temperaturen vorzuprogrammieren. Ich hab immer 365 Grad als Standard und 425 Grad für bleifreies Lötzinn oder zum auslöten.

Dann sollte man natürlich gleich drauf achten, daß man verschiedene Formen von Lötspitzen bekommt. Gerade hier sollte man schauen, was die zusätzlichen Lötspitze kosten. 30 Euro bei der Station gespart - sind schnell wieder für teuere Spizen rausgeworfen. Momentan rate ich vom Kauf einer Station ab, bei der man die Temperatur über das wechseln der Lötspitze einstellt.


Aber wie immer gilt bei diesen Dingen: Frag 5 Leute und du bekommst 7 widersprüchliche Antworten.

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