Lobe Stretching - Dehnen von Ohrlöchern

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Der Trend geht in der Piercingszene immer stärker in Richtung Lobe-Stretching.


Als Lobe Stretching bezeichnet man das Dehnen, also vergrößern von Ohrlöchern (Lobes).

Das dehnen mit einem Expander, Taper bzw. Dehnungsstab muss jedoch gewissenhaft geschehen, damit man auch

lange Freude an seinem Tunnel, Plug oder Tube hat.


Das zu dehnende Ohrloch sollte auf jeden Fall komplett abgeheilt sein, bevor es gedehnt wird.
Je nach Pflege des Ohrlochs kann dies bis zu drei Monaten dauern.
Je besser das Lobe abgeheilt ist, desto unkomplizierter und schmerzfreier lässt es sich dehnen.

Die oberste Regel beim Lobe Stretching ist es, genug Zeit zwischen den einzelnen Dehnschritten zu lassen.
Am Anfang sollte zwischen jedem Dehnschritt 1 Monat pausiert werden.

  • 1,2mm zu 1,6mm = 1 Monat Wartezeit
  • 1,6mm zu 2,0mm = 1 Monat Wartezeit
  • 2,0mm zu 2,5mm = 1 Monat Wartezeit

Der Zwischenschritt von 2,0mm auf 3,0mm kann je nach Gewebe auch ausgelassen werden.
Jedoch sollte bei einem Schritt von 2 auf 3mm die Wartezeit von 2 Monaten eingehalten werden.
Bei jedem weiterem Dehnschritt sollte die Wartezeit von 2 Monaten nicht unterschritten werden!
Ein langsames Dehnen ist unabdingbar.


Denn nur langsam gestrechte Lobes ziehen sich auch wieder zusammen, wenn dies irgendwann einmal gewünscht sein sollte.
Meist ist die Rede davon, dass sich die Lobes bis zu einer Größe von 6mm ! Bei gewissenhafter Dehnung ! wieder komplett zusammenziehen,
jedoch kann dies schon bei einer kleineren Größe nicht mehr der Fall sein.

Sollten die Lobes zu schnell oder falsch gedehnt sein, können folgende Effekte auftreten:
  • Blowout


Die Haut des Stichkanals stülpt sich nach Außen, was meist sehr schmerzhaft und 'unschön' ist.
Blowouts entstehen meist durch das einfache 'Durchdrücken’ von größerem Schmuck.
  • Arschloch-Effekt


Unter dem Arschloch-Effekt versteht man, dass das Gewebe nicht genügend Zeit hatte
sich an den Größeren Schmuck zu gewöhnen und ausgeleiert ist.
Daher sieht beim entfernen des Schmucks der Stichkanal regelrecht wie ein pardon ‚Arschloch’ aus.
  • Entzündungen


Die wohl schlimmste Folge von zu schnellem und vor allem falschem Dehnen sind Entzündungen.
Sollte einmal zu schnell gedehnt worden sein, sollte auf jeden Fall wieder der nächst kleinere Schmuck eingesetzt werden.
Lieber ein wenig länger warten, als sich den Stichkanal zu ruinieren.

Die richtige Art zu dehnen


Zum Dehnen von Piercings sollten ausschließlich Expander / Dehnungsstäbe benutzt werden!
Zwar gibt es einige Methoden, wie man das Lobe Dehnen kann, jedoch ist das Benutzen von Expandern (auch Taper genannt) die schonendste Methode.
Wichtig! Expander sollten nur zum Dehnen benutzt werden, sie sind durch ihr Gewicht und die Form nicht zum dauerhaften Tragen geeignet.

Folgende Dinge werden zum Dehnen benötigt:
  • Expander
  • Nächst größerer Schmuck
  • Gleitmittel (Vaseline, Gleitgel)
  • Desinfektionsmittel
  • Handschuhe
  • Pflegemittel

Zunächst sollte der Stichkanal gut gereinigt werden. Es empfiehlt sich, vorher warm zu duschen, da sich der Stichkanal dadurch auch entspannt, wodurch er sich leichter dehnen lässt. Spätestens jetzt sollten der Expander und der Schmuck desinfiziert werden.
Der Stichkanal wird nun mit dem Gleitmittel einige Minuten massiert, was den Stichkanal zusätzlich entspannt, was wiederum für ein schmerzfreies / schmerzarmes Dehnen wichtig ist.

Da auch beim Dehnen die Hygiene sehr wichtig ist, sollten ab jetzt Handschuhe getragen werden.
Der Expander und der Stichkanal werden großzügig mit Gleitmittel eingerieben.
Nun den Expander !langsam! in den Stichkanal drücken, ohne dass er ganz durchgeschoben wird.
Beim dehnen sollte maximal ein Ziehen bis Brennen auftreten, starke Schmerzen sollten nicht auftreten.
Nun wird der Schmuck an das dicke Ende des Expanders gesetzt, so dass der Schmuck in den Stichkanal geführt wird, während der Expander nun ganz durchgeschoben wird.

Danach sollten Reste des Gleitmittels komplett entfernt werden.
Das gedehnte Lobe wird bis es sich komplett verheilt anfühlt wie ein frisches Piercing behandelt. Also den Schmuck nicht entfernen und mit dem Pflegemittel behandeln.

Der Richtige Schmuck



Wichtig ist die Art des Schmucks im frisch gedehntem Lobe, denn nicht jedes Material ist für den Ersteinsatz geeignet.

Die einzigen Materialien, die verwendet werden sollten sind Titan und je nach Verträglichkeit Chirurgenstahl. Silikon-, Acryl- oder Hornschmuck sind vorerst nicht geeignet.

Zudem muss auf die Art des Schmucks geachtet werden. Schraubtunnel mit einem Außengewinde eignen sich nicht, da das Gewinde beim einführen des Schmucks den Stichkanal verletzen können.

Ebenso Double-Flared-Schmuck, da dieser an beiden Enden eine Erhöhung aufweist, die noch mal mindestens einen Millimeter größer ist, als der eigentliche Schmuck.

Ideal für den Ersteinsatz sind Plugs und Tubes, da diese kein Gewinde haben, sondern mit Gummiringen (O-Ringen) gegen das Herausfallen gesichert sind.
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