Lightshow einfach gemacht: Farbfolien, -filter und Gels für coole Effekte

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Lightshow einfach gemacht: Farbfolien, -filter und Gels für coole Effekte

Das buchstäbliche Highlight jeden Events und jeder größeren Party ist eine gelungene Lightshow. Richtig eingestellte Scheinwerfer setzen in Szene, was gesehen werden muss. Das Spiel mit Licht und Schatten hat großen ästhetischen Wert und sorgt für die passende Stimmung. Doch das weiße Scheinwerferlicht genügt bei Weitem nicht aus, um die vielen Möglichkeiten, die eine Lightshow mit sich bringt, voll auszureizen. Licht und Schatten sind nur ein Teil des Stimmungsmachers Licht. Der andere Teil ist das Experimentieren mit Farben. Es macht einen großen Unterschied, ob das Publikum einer Rockband mit gewöhnlich weißem Licht gegenübersteht, oder einer Gruppe in gefährlichem Rot oder mysteriösem Violett. Auf eine Discokugel gerichtetes Licht verschiedener Farben kann einen ganzen Ballsaal in ein farbenprächtiges Wunderland verwandeln.

Um eine Lightshow auf die Beine zu stellen, die in Erinnerung bleibt, benötigen Sie keine teuren Lasergeräte für die Projektion verschiedenster Effekte. Mithilfe von Farbfolien, Gels und Effektfolien können Sie jeden gewöhnlichen Scheinwerfer für ein spektakuläres Ergebnis verwenden.

Ein Überblick über die Namensgebung der Filter

Obgleich sich verschiedene Begriffe wie beispielsweise Farbfolie, Farbfilter und Gel eingebürgert haben, sind diese im Grunde Synonyme füreinander. Jedes vor das Licht gesetzte Material, welches die Strahlungs- und Farbqualität des Lichts verändert, ist ein Filter. Für die erste Verwendung von Lichtfiltern verwendete man Glasplatten, bis sie schließlich durch erste Folien ersetzt wurden. Da diese Folien noch aus Gelatine hergestellt wurden, hat sich im englischsprachigen Bereich der Begriff „Gel“ durchgesetzt. Wenn Sie nach Folien oder Filtern suchen, werden Sie gleichermaßen fündig werden. Es existiert jedoch ein Unterschied zwischen Farbfolien und Effektfolien. Farbfilter verändern die Farbqualität des Lichts. Effektfolien gibt es in verschiedensten Ausführungen. Je nachdem, wie und wofür sie hergestellt worden sind, können sie unterschiedliche Lichteffekte hervorrufen.

Das Grundmaterial einer Filter-Folie

Die meisten Folien werden aus dem Kunststoffmaterial Polyester hergestellt. Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass es bei höheren Temperaturen weich und formbar wird. Umgangssprachlich werden auch Polyethylen und Polyethylenterephthalate zu den Polyesterfolien gezählt. Diese chemisch etwas differenzierten Zusammensetzungen sind einander sehr ähnlich. Daher macht es für einen Laien keinen Unterschied, ob die chemisch korrekte Namensgebung angewendet wird. Da es nur sehr schwer zu entzünden ist und nach Entfernen der Zündquelle erlischt, ist das Polycarbonat das geeignetste Basismaterial für eine Filter-Folie. Zudem ist es umweltverträglich und schmilzt nicht bei Kontakt mit heißem Wasser. Da Farbfolien vor Scheinwerfer, etc. gesetzt werden, ist eine gewisse Hitzebeständigkeit Voraussetzung. Trotz dieser relativen Hitzebeständigkeit schmelzen die meisten Folien bei längerer Verwendung früher oder später.

Aus brandschutztechnischen Gründen sollten Sie stets darauf bedacht sein, dass sich keine leichter entzündlichen Materialien rund um Scheinwerfer und Filter herum befinden. Achten Sie im Zweifelsfall auf die Angabe der Temperaturbeständigkeit Ihres Wunschartikels.

Die verschiedenen Arten, die Folien einzufärben

Das Grundmaterial ist für gewöhnlich farblos. Um einen bunten Filter zu erhalten, muss das Polycarbonat also erst eingefärbt werden. Es gibt drei verschiedene Verfahren, um zu einem farbigen Ergebnis zu kommen.

1. Verfahren: Das einfache Beschichten einer Farbfolie

Dieser Vorgang ist etwa mit dem Lackieren eines Autos zu vergleichen. Die Farbe, bestehend aus circa vierzig verschiedenen Pigmentarten, wird äußerlich auf das Trägermaterial aufgetragen. In der Regel bringt man zusätzlich zur Farbe ein flammenhemmendes Mittel auf. Die einfache Beschichtung kann sowohl ein- als auch zweiseitig vorgenommen werden.

Der Vorteil dieser Art der Beschichtung ist der niedrige Herstellungspreis und die Möglichkeit, praktisch jede Farbe anwenden zu können. Eine so gefärbte Folie hat allerdings auch einige Nachteile. Die Farbe kann recht einfach abgekratzt werden, wie es beim Lack eines Autos der Fall ist. So kann eine Farbfolie bereits beim Transport beschädigt und unbrauchbar werden. Auch die Spuren der Zeit lassen sich relativ schnell am Verbleichen der Farbe erkennen. Vor allem, wenn die Folie hohen Temperaturen ausgesetzt ist, verdampfen die Farbpigmente relativ rasch. Kontrastreiche Farben werden so schnell matt und fade.

2. Verfahren: Das Eindiffundieren der Farbfolie

Um die Farbpigmente tiefer in das Material eindringen zu lassen, werden dessen Moleküle durch ein heißes Bad geweitet. Die Farbe kann tief in das Material einsickern und sich in ihm ablagern. Kühlt die Trägersubstanz wieder aus, verbleiben die Pigmente unter der Oberfläche. Dieses Einfärbungsverfahren hat den Vorteil, dass die Farbe nicht abkratzbar ist und dass die Pigmente unter Hitzeeinwirkung nicht so schnell verdampfen. Diese Farbfolien sind demnach länger haltbar und robuster. Der große Nachteil dieser Folien ist, dass sie nur in bestimmten Farben hergestellt werden können. Nicht alle Farbstoffe bleiben bei den hohen Temperaturen stabil und sind demnach nicht für dieses Verfahren geeignet.

3. Verfahren: Das Mischen von Material und Farbstoff bei der Herstellung

Bei der dritten Färbe-Variante werden das Grundmaterial und die Farbstoffe schon während der Herstellung vermischt und gemeinsam zu einer Folie geformt. Dieses Verfahren erfordert hohe Temperaturen und viel Druck, weshalb auch hier nicht alle Farbstoffe geeignet sind. Um einen besonderen Farbschutz zu gewährleisten, werden manche Folien noch zusätzlich mit einer sehr dünnen Schutzfolie umschlossen. Diese soll verhindern, dass die Farbpigmente nach außen dringen können. Das Herstellungsverfahren spiegelt zum Teil die Qualität wieder, die Sie von einer Folie erwarten können. Beschichtete Farbfolien sind zumeist wesentlich preiswerter, haben aber einfach eine kürzere Lebensdauer.

Hilfestellungen für die Auswahl der richtigen Farbe

Ein Foto eines Filters beziehungsweise das Bild in einem Katalog zeigt die Farbe des Filters meist nicht so, wie sie in natura erscheint. Das ist normal, denn die verschiedenen Arbeitsprozesse, die das Bild durchläuft, bis es auf dem Computerbildschirm oder einem Magazin erscheint, verändern das Farbbild graduell. Daher bieten die meisten Hersteller und Farb- und Effektfolien Musterhefte oder Farbfächer an. Diese Fächer sind nur für die Begutachtung der Farbe geeignet. Die Qualität der Folien ist daraus nicht ersichtlich. Es ist gut möglich, dass Folien schlechterer Qualität für eine günstigere Verarbeitung der Musterhefte gewählt worden sind. Manche dieser Musterhefte, auch Swatch Books genannt, bieten noch zusätzlich zu den Filtermustern weiterführende Informationen zu den Filtern. Diese können Reflexionsverhalten, Werte für die Berechnung der benötigten Beleuchtungsstärke und Angaben über die Feuerbeständigkeit der Folien sein. Dem beschriebenen Brandverhalten der Folien sollte man nur Glauben schenken, wenn ein entsprechendes Zertifikat vorhanden ist.

Farbfolien werden nicht nur einzeln, sondern auch in Sets angeboten. Durch das Erstehen eines solchen Sets haben Sie den Vorteil einer größeren Auswahl. Vor allem, wenn Sie noch ausprobieren möchten, welche Farben und Effekte Ihren Vorstellungen am Besten entsprechen, lohnt sich die Anschaffung eines ganzen Sets. Die Filter in solchen Farbfolien-Sets sind in der Regel jedoch eher klein bemessen. Das mag für manche Scheinwerfer nicht ausreichend sein. Für ein Ausprobieren sind sie meist dennoch geeignet.

Einige Beispiele für Effektfilter

Effektfilter gibt es nahezu in unendlicher Auswahl. Durch Farbvermischung, Winkelverzerrung und dem Einsetzen von lichtundurchlässigem Material gibt es vor allem für Bastler und Heimwerker keine Grenzen. Wenn Effektfilter für eine Lichtshow eingesetzt werden, müssen sie zumindest zum Teil lichtdurchlässig sein. Effektfolien etwa im Metallic-Look sind nicht dafür geeignet, vor einen Scheinwerfer gesetzt zu werden. Sie blockieren das Licht lediglich. Doch ebenso wie eine Spiegel- oder Discokugel reflektieren sie auftreffendes Licht reizvoll in verschiedenste Richtungen, wenn sie angestrahlt werden. Kosmetikfilter nehmen weichem Licht seine Helligkeit und Härte. Zudem diffuseren sie das Licht etwas und lassen harte Konturen weich aussehen.

Viele bekannte Filter wie die Stern- oder Prismenfilter eignen sich nur für den Fotografie Bereich, nicht aber für den Einsatz in einer Lichtshow. In Kombination mit lichtreflektierenden Objekten, wie einer Spiegelkugel oder kunstvoll angebrachter Metallic- oder 3D Folie, eignen sich Farbfilter am Meisten für den Einsatz in einer Lichtshow. Farbfilter müssen nicht unbedingt einfarbig sein. Auch mehrere Farben können auf ein Trägermaterial aufgebracht werden und beispielsweise vor dem Scheinwerfer rotieren.

Die Montage der Filter vor dem Scheinwerfer

Um eine einfache und sichere Montage der Filter zu ermöglichen, werden sie in eigens dafür entwickelte Filterrahmen eingesetzt. Da PAR-Scheinwerfer zu jeder Lightshow dazugehören, wird bei den Filterrahmen auch angegeben, für welchen PAR Scheinwerfer sie geeignet sind. Andere wichtige Angaben sind die Rahmengröße und der Durchmesser der Lichtöffnung.

Scheinwerfer, die mit der LED-Technik ausgestattet sind, produzieren weit weniger Wärme als herkömmliche Scheinwerfer. Effektfolien, die vor einen LED-Scheinwerfer gesetzt werden, haben daher eine sehr viel längere Lebensdauer.

Manche Filterrahmen werden mit einem Gitter gebaut. Dieses Gitter dient dem Splitterschutz vor allem bei Kopfüber-Montagen. Bei einer Explosion verhindert es, dass die Einzelteile durch die Luft fliegen. Das Gitter hat beim Einsatz von Filtern den Nachteil, dass es selbst stark erhitzt. Folien, die nicht besonders hitzeresistent sind, schmelzen dadurch besonders schnell. Die Rahmen kleinerer Spotlights werden für gewöhnlich ohne Gitter angefertigt.

Auf diese Punkte sollten Sie beim Einsatz von Rollenfarbwechslern achten

Rollenfarbwechsler sind für den Einsatz von aufgerollten Farbfolien gedacht. Sie ermöglichen ein elektronisches Wechseln der Folien.

Wenn Sie beschichtete Folien verwenden, kann es passieren, dass Farbpigmente sich lösen und auf dem Wechselgerät haften bleiben. Geschieht dies öfter und mit Farbfolien unterschiedlicher Hersteller, so können sich die Pigmente überlagern, miteinander verkleben oder auf andere Weise chemisch reagieren. Wenn möglich, sollten Sie beim Einsatz eines Rollenfarbwechslers auf eindiffundierte Folien zurückgreifen. Ein solches Verkleben ruiniert nicht nur die Folie, sondern kann auch einen Ausfall des Wechselgeräts verursachen.

Womit Sie die Lichteffekte Ihrer Show noch besser sichtbar machen

Dunkelheit alleine reicht manchmal nicht aus, damit eine gute Lightshow ihre volle Wirkung entfalten kann. Ein wichtiges Zubehörutensil ist daher eine Nebelmaschine. Durch das am Nebel brechende und reflektierende Licht werden Farben und Effekte noch zusätzlich hervorgehoben.

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