Liegt der Atari tot im Keller, war der Amiga wieder schneller: Computerklassiker im Vergleich

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Liegt der Atari tot im Keller, war der Amiga wieder schneller – Welcher Computerklassiker ist der richtige für mich?

Auch wenn die technologische Zeit der Mikrocomputer wie Atari, Amiga oder C64 abgelaufen ist, sind diese noch lange nicht unbrauchbar. Gerade der nostalgische Charme alter Computerklassiker macht den besonderen Reiz auch heutzutage noch aus. Dabei verfügen die Modelle und Serien von Atari und Commodore über ihre jeweiligen Vorzüge.

In diesem Ratgeber erfahren Sie Informatives zur Geschichte der Mikrocomputer. Darüber hinaus werden die bekannten Modelle von Commodore sowie Atari vorgestellt und miteinander verglichen, damit Sie herausfinden können, welcher Computerklassiker der Passende für Sie und Ihre Bedürfnisse ist.

Was ist ein Mikrocomputer?

Auch wenn sich die Geschichte der mechanischen Rechner und der Großcomputer schon über einen beträchtlichen Zeitabschnitt zieht, stellen die sogenannten Mikrocomputer in diesem Zusammenhang eine Ausnahme dar. Mittlerweile ist die Bezeichnung „Mikrocomputer“ weitestgehend aus dem üblichen Sprachgebrauch verschwunden. An dessen Stelle trat der Begriff „Personal Computer“ bzw. „PC“. Dementsprechend bezieht sich der Namen „Mikrocomputer“ in diesem Artikel auf die ersten Heimcomputer, die ab Ende der 1970er-Jahre auf den Markt kamen. Hierbei handelt es sich in den meisten Fällen um 8-Bit-Systeme.

Die Entwicklung der Mikrocomputer im Überblick

Scheint der Begriff „Mikrocomputer“ auch nicht mehr en vogue zu sein, so zeichnen sich diese Geräte doch durch einige Charakteristika aus, die auch noch heutzutage in modernen Computern zum Tragen kommen.

Mikroprozessoren

Damit die Computer überhaupt „mikro“ werden konnten, bedurfte es einiger Innovationen, und die Erfindung des Mikroprozessors war dabei die signifikanteste. Denn ab diesem Zeitpunkt im Jahr 1971 konnten die Rechner deutlich kleiner gebaut werden als in all den Jahrzehnten zuvor. Systeme, die alles in einem Gerät integrierten, wie der Apple II, waren die direkte Folge, genauso wie Computer wie der C64, in dem die Hauptplatine in der Tastatur verbaut war. Die Computer wurden aber nicht nur kleiner, sondern durch die Mikroprozessoren auch deutlich schneller und leistungsfähiger. Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf den Chiphersteller Intel. Mit dem Intel 4004 brachte diese Firma den ersten serienreifen 4-Bit-Mikroprozessor auf den Markt. Dies war wiederum der Startschuss für die rasante technologische Weiterentwicklung von Mikroprozessoren, die bis heute ungebrochen anhält. Intel selbst veröffentlichte in den ersten vier Jahren nach der Markteinführung des Intel 4004 noch Nachfolgechips sowohl in 4- als auch 8-Bit-Ausführung wie 4040, 8008 und 8080. Im Jahr 1976 wiederum brachte die rein auf Mikrochips spezialisierte Firma Zilog den Z80-Chip heraus. Bezeichnenderweise wurde dies durch einen ehemaligen Intel-Mitarbeiter initialisiert.

Kleine Verbundsysteme

In ihren ersten Jahren waren die meisten Mikrocomputermodelle eine Art Verbundsystem bestehend aus diversen Geräten. Komponenten wie Laufwerke oder Netzteile waren oftmals extern mit dem Computer verbunden. Hinzu kamen noch die Tastatur, mindestens ein Joystick und ein Fernseher oder bei manchen Herstellern ein spezieller Monitor. Dadurch unterschieden sie sich massiv von damaligen Bürorechnern und natürlich auch Großrechnern, die jeweils einen gewaltigen Platz einnahmen. Vorreiter dieser Entwicklung war der Xerox Alta, der im Jahr 1973 herausgebracht wurde. Im Gegensatz zu anderen Computern seiner Zeit besaß dieser Rechner bereits eine Maus, was erst zwei Jahrzehnte später zum Standard werden sollte. Des Weiteren verfügte Xerox Alta über eine grafische Benutzeroberfläche, wie es heutzutage bei jedem PC, Mac oder gar Smartphone der Fall ist. In den 1970er- und bis zu Beginn der 1990er-Jahre war dies aber die Ausnahme.

Fertig beim Kauf

In den ersten drei Jahrzehnten seit der Einführung des ersten Heim- und Bürocomputer „Simon“ im Jahr 1949 zeichneten sich die Geräte vor allem in derlei Hinsicht aus, dass sie entweder nur aus einem Bauplan bestanden oder selbst zusammengebaut werden mussten. Bei den Mikrocomputern der 70er- und 80er-Jahre war dies nicht mehr der Fall. Die jeweiligen Komponenten konnten startbereit im spezialisierten Einzelhandel sowie großen Elektronikketten erworben werden. Zuhause mussten die Geräte nur noch miteinander verbunden und an das Stromnetz angeschlossen werden.

Erweiterbarkeit

Eine weitere Neuerung der Mikrocomputer war die Möglichkeit der Erweiterung um einzelne Komponenten. Je nach Hersteller und Modell konnte dies unterschiedlich ausfallen. Während ein C64 nur um externe Geräte wie Drucker oder Zeichenmappe erweitert werden konnte, war bereits der Apple II imstande, weitere Karten wie etwa eine Soundkarte auf seiner Platine zu integrieren. Diese Erweiterbarkeit sollte für die kommenden Computergenerationen ebenfalls von Bedeutung sein.

Der richtige Computer für Ihre Bedürfnisse

Zwar gab es in den 1970er- und 1980er-Jahren eine ganze Reihe an Computerherstellern weltweit, in Deutschland waren aber vor allem Atari und Commodore bestimmend. Daher konzentriert sich der folgende Abschnitt auf diese Unternehmen und ihre Modelle.

Bei der Wahl des für Sie passenden Computers sollten Sie sich selbst fragen: Wofür möchten Sie den Computer nutzen? Wollen Sie mit ihm programmieren, spielen oder komponieren? Sind Sie noch im Besitz alter Komponenten und Daten, die Sie wieder nutzen wollen? Wenn Sie sich ein komplettes System zulegen wollen, sind Sie natürlich an nichts gebunden. Sollten Sie aber Ihren alten Computer wiedererwecken wollen, müssen Sie auch die Serien im Blick haben.

Im Folgenden erfahren Sie, was die jeweiligen Modelle von Atari und Commodore auszeichnet.

Das zeichnet Modelle von Atari aus

Im Vergleich zu den Modellen von Commodore und anderen Herstellern verfügten die Serien von Atari stets über eine schnelle und größere Rechenleistung. Dies machte die Modelle von Atari zu begehrten Bürocomputern, aber nicht ausschließlich. Denn in punkto Spielspaß konnte Atari in einigen Punkte die Konkurrenz ausstechen. Dies lag zum einen in der Vergangenheit des Unternehmens begründet, denn Atari stellte auch Spielkonsolen her und verfügte daher über einen großen Katalog an Spielen. Darüber hinaus konnten an die Computer von Atari vier Joysticks angeschlossen werden. Dies gilt im Übrigen auch generell, da an Computer von Atari deutlich mehr unterschiedliche Peripheriegeräte angeschlossen werden konnten, und zwar auch von anderen Anbietern.

Darüber hinaus beherrschten die Computer deutlich mehr Programmiersprachen als Commodore. Damit war Atari für das Programmieren eindeutig besser geeignet. Insgesamt waren die Computer von Atari aufgrund ihrer Arbeitsprogramme und der unternehmerischen Ausrichtung eher für den professionellen Heim- und Bürogebrauch gedacht.

Atari 400/800, XL und XE l

Die Serien Atari 400/800, XL und XE lösten einander jeweils ab. Neben technischen Neuerungen unterschieden sie sich in erster Linie durch ihre Konstruktion und Tastatur. Der Atari 400 besaß beispielsweise eine Folientastatur. Die Reihen wurden im Laufe der Zeit immer leistungsfähiger, und mehr Peripheriegeräte konnten angeschlossen werden. Waren zu 400er- & 800er-Zeiten noch Datasetten- und Diskettenlaufwerke, Drucker und Malgeräte die vornehmlichen Erweiterungen, so konnte an die XE-Serie ein Modem angedockt werden.

XE-Serie

Die XE-Serie war die letzte und technologisch ausgereifteste Serie. Sie baute auf dem Atari ST auf, der unter anderem für den professionellen Tonstudiogebrauch konzipiert worden war. Die MIDI-Schnittstelle entfiel bei der XE-Serie, dafür war die Modelle mit 64 kByte bzw. 128 kByte RAM die leistungsstärksten Computer von Atari. Mit der ST-Reihe wagte Atari auch den Schritt hin zu einer grafischen Benutzeroberfläche. Ansonsten wurden alle Programme über die Eingabe von Befehlen gestartet.

Das zeichnet Modelle von Commodore aus

Im Gegensatz zu allen anderen Anbietern im Markt der Mikrocomputer gelang es Commodore, sich früh vor allem in Europa auszubreiten. Das lässt sich gleich mehrfach erklären. Die Modelle C64 und Amiga waren im Gegensatz zu Atari und Apple günstiger im Erwerb. Sie waren sowohl für den Büro- als auch den Freizeitgebrauch gedacht, allerdings war dabei der Letztgenannte von großer Bedeutung – was aber auch zum Verhängnis von Commodore werden sollten. Den Ruf, Spielcomputer herzustellen, wurde das Unternehmen nicht mehr los. Nichtsdestotrotz existieren noch heute für den C64 unzählige Spiele und Arbeitsprogramme, was ihn weiterhin zu einem attraktiven Gerät macht.

Wie die meisten Computer der 1980er-Jahre kamen die Modelle von Commodore noch ohne grafische Benutzeroberfläche, wie sie heutzutage Standard ist, aus. Stattdessen mussten Befehle über die Tastatur eingegeben werden. Viele ehemalige C64-Nutzer werden sich mit Sicherheit noch an die Befehle load“*“,8,1 oder load“$“,8 oder run erinnern.

Commodore 64

Der Commodore 64 war dabei das langlebigste Modell dieser Firma und wurde in diversen Varianten aufgelegt. Dabei unterschieden diese sich vornehmlich in der Form der Tastatur. Während die Reihen C64, C64 Gold, C64G und ALDI-C64 die typische Brotkastenform besaßen, präsentierten sich Educator 64, C64C und C64CR in anderen Formen. Mit der SX64/DX64-Serie hatte Commodore sogar ein tragbares Modell im Angebot.

Als Datenspeicher wurden zuerst Datasetten, später auch 5¼-Zoll-Disketten genutzt. Dafür standen die Laufwerkstypen VC1541, VC1541c, VC1541-II zur Verfügung. Diese unterscheiden sich nur hinsichtlich ihrer Konstruktion und nicht Kompatibilität.

Zwar war der C64 der meistverkaufte Computer überhaupt, allerdings kam er auch schnell an seine Leistungsgrenzen. Aufgrund des langen Produktionszeitraums kursieren noch heutzutage unzählige C64 im Tauschhandel.

C128

Der Nachfolger C128 konnte nicht an den Erfolg des C64 anknüpfen und wurde nach vier Jahren Herstellung wieder eingestellt. Nichtsdestotrotz kann sich die Anschaffung lohnen, da über den C128 Spiele und Programme des C64 laufen.

Amiga

Mehr Erfolg war hingegen der Amiga-Serie beschieden, und zwar besonders dem Amiga 500. Dieser wurde seinerzeit als Konkurrenzmodell zum Atari ST produziert und überzeugte durch seine Multimediaqualitäten. Damit war der Amiga 500 für die damalige Zeit hervorragend für die Musikproduktion geeignet. Allerdings fand die Nutzung dieses Modells weiterhin weitestgehend im Freizeit- und Spielbereich statt. Zur Komposition von 8-Bit-Musik wird der Amiga 500 noch heutzutage verwendet.

Daneben existieren noch die Reihen Amiga 1000, 2000, 3000, 1200, 4000, 500Plus sowie 600, wirklich erfolgreich war davon aber nur die 3000er-Serie. Hinsichtlich der Kompatibilität bereiten die unterschiedlichen Serien manchmal Schwierigkeiten. Am unproblematischsten ist die Kompatibilität zwischen dem 500er und 2000er. Wenn Sie Ihre alten 500er-Spiele unter besseren Bedingungen spielen möchten, ist der Amiga 2000 eine gute Wahl.

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