Liebhaberstücke: besondere Zahlungsmittel aus der Zeit der Weimarer Republik

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Liebhaberstücke: besondere Zahlungsmittel von der Inflation bis zur Weimarer Republik

In der Zeit von 1914 bis 1923 herrschte in Deutschland eine verheerende Inflation, die dafür sorgte, dass die Zahlungsmittel sowie das Vermögen des Landes keinerlei Wert mehr hatten. Der Grund für diese Inflation, die als Hyperinflation in die Geschichte einging, waren die enormen Kosten, die der Erste Weltkrieg verursachte. Bei Beendigung des Ersten Weltkrieges lag die Mark nur noch bei 50 Prozent ihres ursprünglichen Wertes. Mit dem Beginn der Weimarer Republik wurden zu viele Banknoten zur Begleichung der Schulden des Staates gedruckt. Auch dieser Umstand war ein Mitauslöser für die große Inflation.
Von 1922 bis 1923 spitzte sich die finazielle Situation extrem zu. Am 01. Juli 1914 besaß 1 Goldmark eine Wertigkeit von 1 Papiermark. Am 31. Januar 1921 war 1 Goldmark dann 30-Papiermark wert. Was danach folgte, ist heute kaum noch vorstellbar. Am 31. Januar 1922 war die 1 Goldmark 200 Papiermark, am 31. Januar 1923 10.000 Papiermark und sie verlor weiter an Wert bis sie am Ende der Inflation am 15. November 1923 sogar 1.000.000.000.000 Papiermark wert war. Mit Datum vom 15. November 1923 wurde schließlich die Rentenmark eingeführt. Der offizielle Kurswert zum Tauschen der Papiermark lag bei 1 Rentenmark zu 1 Billion Papiermark. Damit waren die Geldrücklagen der Bürger wertlos geworden und die gesamte Wirtschaft kam zum Stillstand.

Die Nennwerte der Papiermark während der Zeit der Inflation

Als Papiermark wird die offizielle Währung der Weimarer Republik während der Inflationsphase bezeichnet, um dieses Inflationszahlungsmittel von der vor 1914 gültigen Vorkriegs-Goldmark zu differenzieren. Die Inflation schritt so schnell voran, dass das deutsche Zahlungsmittel enorm an Wertigkeit verlor. Als „Papiergeld“ wurden Geldscheine bezeichnet, die Beträge in Milliarden und Billionen trugen, welche über einen langen Zeitraum als alleinige Währung galten. Deutschland verfügte nicht über die erforderlichen technischen Voraussetzungen, um im gleichen Tempo des Voranschreitens der herrschenden Inflation, frisches Münzgeld zu fertigen. Die Herstellung von ständig neuen Münzen in benötigter Auflage wäre ein zu kostenintensives Unterfangen gewesen. Trotz allem gab es für kurze Zeit vier verschiedene Münzen. Sie hatten die Nennwerte 50 Pfennig, 3 Mark, 200 Mark und 500 Mark. Die Nennwerte der Papiermark-Banknoten waren beispielsweise 10 Mark, 100 Mark, 1000 Mark, 10.000 Mark, 100.000 Mark, 20-Millionen-Mark, 100-Millionen-Mark, 5-Milliarden-Mark und 5-Billionen-Mark.

Bedeutung der Rentenmark in der Zeit der Weimarer Republik

Am 15. Oktober 1923 wurde in der Weimarer Republik die Rentenbank gegründet. Sie war mit dafür verantwortlich, dass sich die Wirtschaft in Deutschland beruhigte und stabilisierte. Die Rentenbank veröffentliche vom 1. November bis zum 20. November 1923 die ersten neuen Banknoten. Die neue Rentenmark galt nicht als Zahlungsmittel im Sinne des Gesetzes, weshalb niemand gezwungen war, diese Währung als solche zu akzeptieren.

Die Rentenmark und deren Auswirkungen in der Zeit der Weimarer Republik

Die Rentenmark, die ohne deutsche Hoheitssymbole herausgegeben wurde, durfte nur innerhalb Deutschlands als Zahlungsmittel  verwendet werden. Was keiner vorhersehen konnte, war, dass die Währung sofort vom Volk angenommen wurde. Die Rentenbank gab die Rentenmark in der Zeit vom 01. November bis zum 20. November 1923 heraus und stoppte, durch das Vertrauen der Menschen in diese neue Währung, dadurch sofort die herrschende Inflation. Nicht zuletzt auch, weil die überdimensionalen Währungseinheiten beispielsweise Milliarden und Billionen nun wieder verschwanden. Mit Einführung der Rentenmark wurden auch wieder Münzen in Umlauf gebracht. Die Nennwerte der Münzen betrugen 1 Rentenpfennig, 2 Rentenpfennig, 5 Rentenpfennig, 10 Rentenpfennig, 50 Rentenpfennig, 1 Rentenmark und 3 Rentenmark. Die Rentenmark-Banknoten hatten die Nennwerte 1 Rentenmark, 2 Rentenmark, 5 Rentenmark, 10 Rentenmark, 100 Rentenmark und 1000 Rentenmark. Die Auflagen der Münzen und Banknoten waren gegenüber der Papiermark sehr gering. Der Staat beabsichtigte durch die Geringhaltung des Geldes, die deutsche Währung werthaltig und stabil zu machen.

Zusätzlich wurde eine geringe Auflage wertbeständiger Notgeldbanknoten herausgegeben. Notgeld bezeichnet fehlende gesetzliche Zahlungsmittel, welche zum Beispiel vom Staat oder der Gemeinde herausgegeben wurden. Durch diese Maßnahme beruhigte sich die Wirtschaft wieder und die Inflation konnte gestoppt werden. Auch die neuen Rentenpfennig-Münzen ließen die Menschen wieder an eine normale Währung glauben. Die Wirtschaft stieg wieder kontinuierlich an und das Leben normalisierte sich mit der Rentenmark.

Die Einführung der Reichsmark im Jahr 1924 in Deutschland

Am 30. August 1924 wurde die Reichsmark parallel zur Rentenmark herausgegeben und im gleichen Wertverhältnis eingestuft. Die Reichsmark diente dazu, die wertlos gewordene Papiermark zu ersetzen. Es konnte von dem Tag an mit beiden Währungen in der Weimarer Republik gezahlt werden. Die Deckung dieser beiden Währungen unterschied sich dahin gehend, dass Rentenmark durch Grundschuld und Reichsmark durch Staatsgüter materieller Art gesichert wurde. Die Bevölkerung sollte nicht wieder in Unruhe versetzt werden, da die Inflation der Jahre 1922 und 1923 noch intensiv in Erinnerung war.

Die Reichsmark als offizielle Währung - ihre Nennwerte sowie Prägeorte

Als offizielles und alleiniges Zahlungsmittel in Deutschland galt ab dem jahr 1924 die Reichsmark, obwohl sie in der Weimarer Republik zusammen mit der Rentenmark Gültigkeit besaß. Die Reichsmark war sehr stabil und hatte Gültigkeit bis ins Jahr 1948. Die Nennwerte der Münzen betrugen 1 Rpf, 2 Rpf, 4 Rpf, 5 Rpf, 10 Rpf, 50 Rpf, 1 RM, 2 RM und 5 RM. Bei eBay finden Sie einige dieser Exemplare. Die Nennwerte der Reichsmark-Banknoten waren 10 RM, 20 RM, 50 RM, 100 RM und 1000 RM. Die Prägung der Reichsmark fand an verschiedenen Standorten statt. Buchstaben auf den Münzen kennzeichneten die einzelnen Orte. A stand für die Staatliche Münze Berlin, B für Wien, D erhielt das Bayerische Hauptmünzamt, E war für Muldenhütten, F deutete auf die Staatliche Münze Stuttgart hin, G stand für Staatliche Münze Karlsruhe und J verwies auf die Hamburger Münze.

Gedenkprägungen und spezielle Sammlerbanknoten

In der Zeit der Weimarer Republik vom Jahre 1918 bis zum Jahre 1933 gab es sehr viele Höhen und Tiefen in der Wirtschaft. Die Inflation in den Jahren 1922 und 1923 brachte der Bevölkerung große Probleme und Leid. Für Sie als Sammler bietet diese historische Zeit ein umfangreiches Repertoire an interessanten Münzen und Banknoten. Da die Billionenscheine im Verlauf des Jahres 1924 fast vollständig in die neuen Rentenmarkscheine umgewechselt wurden, sind sie heute sehr selten und erzielen oft hohe Sammlerpreise. Diese Werte beziehen sich jedoch nicht auf die Milliarden und Millionen Papiermark-Banknoten.

Fehlprägungen

Die Fehlprägungen der Papiermark-Banknoten sind für einen großen Sammlerkreis weitaus attraktivere Sammlerobjekte. Der Grund für das Entstehen von Fehlprägungen lag zum Beispiel bei Farbschwankungen und -differenzen im Druck. Druckfarbe und Nennwert der Banknote stimmten nicht überein oder es wurde die falsche Stempelung aufgedruckt. Die Zeit, die für den Druck der Papiermark-Banknoten zur Verfügung stand, war stets äußerst gering bemessen, da niemand genau darüber informiert war, welchen Wert die Banknote am nächsten Tag noch haben würde. In der Zeit von 1925 bis 1934 wurden Gedenkprägungen in 2 RM, 3 RM und 5 RM veröffentlicht.

Gedenkmünzen

Die Gedenkmünzen waren aus den Materialien Silber und Gold gefertigt. Zum 450. Geburtstag von Martin Luther sowie zum 175. Geburtstag von Friedrich Schiller wurden unter anderem Gedenkmünzen aufgelegt. In der Zeit der Weimarer Republik wurden auch einige Sonderprägungen in Silber herausgegeben. Die Sonderprägungen waren in 3 RM Münzen veröffentlicht und hatten beispielsweise die Themen 1000 Jahre Rheinland, 900 Jahre Naumburg oder 1000 Jahre Meißen. Auch Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben wie Johann Wolfgang von Goethe, Gotthold Ephraim Lessing oder Ferdinand von Zeppelin wurden auf den Sonderprägungen veröffentlicht. Generell haben solche Gedenkmünzen und Sonderprägungen nichts mit den gängigen Zahlungswährungen gemein und sind daher lediglich für die Alben von Sammlern sehr interessant.

Was Sie beim Sammeln von Münzen berücksichtigen sollten

Ganz gleich, ob Sie angehender oder bereits passionierter Sammler sind, fachliches Wissen kommt Ihnen beim Kauf von besonderen Zahlungsmitteln aus der Zeit der Inflation bis hin zur Weimarer Republik stets zugute. Dadurch können Sie sich vor im Umlauf befindlichen Fälschungen von Münzen und Banknoten aus dieser Zeit schützen. Informative Ratgeber stellen die regelmäßig aktuell herausgegebenen Sammlerkataloge dar. Sie finden hier exakte Beschreibungen einschließlich Bildern der Münzen und Banknoten aus den Jahren 1914 bis 1933.
Als weitere Informationsquelle können Sie das existierende Geld- und Währungsgesetz zurate ziehen. In diesem sind die Anforderungen an die Währung aus dieser Zeit detailliert nachzulesen. Für Sie als Sammler hat das Sammeln der Währung in Form von Banknoten und Münzen aus der Zeit der Inflation sowie der Weimarer Republik vielleicht sogar einen sehr persönlichen Aspekt. Großeltern, Eltern, Verwandte oder sogar Sie selbst haben diese Zeit erlebt oder in ausführlichen Erzählungen geschildert bekommen. Im Handel finden Sie ein breit gefächertes Sortiment an Sammelalben, in denen Sie Ihre wertvollen Münzen und Banknoten zur Aufbewahrung unterbringen können. In diesen Alben sortieren Sie Ihre Sammlung nach Serien. Durch eine professionelle Aufbewahrung schützen Sie Ihre Sammlung vor Kratzern und Beschädigungen und erhalten deren Wert.

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