Li-Ion oder Ni-MH Akkupacks: Was bringt mehr?

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Li-Ion oder Ni-MH Akkupacks: Was bringt mehr?

Akkus haben herkömmlichen Batterien gegenüber den Vorteil, dass man sie wieder aufladen kann. Das ist auf die Dauer günstiger, auch wenn der Anschaffungspreis zunächst etwas höher ist. Außerdem schont es die Umwelt.

Unterschiedliche Akku-Technologien machen die Wahl des richtigen Akkupacks unter Umständen recht schwer. Es ist also wichtig, sich vor dem Kauf darüber zu informieren, welche Akkupacks die besten Leistungen erbringen, und wie sie zu handhaben sind.

Einsatzbereiche von Akkupacks

Moderne elektronische Geräte benötigen Strom. Wenn es sich um portable Elektronik handelt, sind Akkupacks auf Dauer die günstigste Möglichkeit, die Energieversorgung sicherzustellen. Ob einzelne Akkus in Batterieform oder kompakte Akkus verwendet werden müssen, liegt an der Bauweise der einzelnen Geräte. Akkupacks kommen häufig zur Anwendung bei

Auch in schnurlosen DECT-Telefonen im Haus sind Akkupacks für die Stromversorgung der Handgeräte zuständig. Normalerweise sind alle elektronischen Geräte, die mit solchen Kompaktakkus versehen sind, mit einer Ladestation ausgestattet. Alternativ dazu gibt es auch Netzteile, die für die Aufladung der Akkus sorgen.

Welcher Akku passt zu welchem Gerät?

Geräte, die kurzfristig eine hohe Energieleistung benötigen, stellen natürlich ganz andere Anforderungen an die Akkupacks. Hier müssen die Akkus eine hohe Leistungskapazität vorweisen. Wie lange sie durchhalten, wenn sie nicht gebraucht werden, ist dabei eher zweitrangig, weil man diese Hochleistungsakkus ohnehin vor jedem Gebrauch aufladen sollte.

Andere Geräte, die langfristig im Dauerbetrieb sind, wie zum Beispiel Uhren oder Fernbedienungen, benötigen Akkus, die langfristig ausreichend Energie zur Verfügung stellen. Hier ist vor allen Dingen wichtig, dass sich die Akkupacks nicht zu schnell entladen. Ein kräftiger Energiespeicher ist deshalb hier in der Regel überflüssig.

Dann gibt es aber auch Verbrauchsgeräte, die beides benötigen: Leistung und Ausdauer. Dazu zählen unter anderem Geräte, die mit Funktechnik arbeiten und ständig benutzt werden, wie zum Beispiel

  • Computermäuse,
  • Tastaturen oder
  • Türklingeln.

Hier ist außerdem zu beachten, dass der Strombedarf mit der Entfernung zwischen Sende- und Empfangseinheit steigt.
Tipp: Wenn Sie nicht sicher sind, welche Akkupacks für Ihre tragbaren Geräte die Richtigen sind, informieren Sie sich anhand des Handbuches oder schauen Sie einfach in die Technischen Datenblätter auf der Webseite des Geräteherstellers.

Die Temperatur spielt bei der Akku-Leistung eine große Rolle 

Viele Akkus reagieren empfindlich auf Temperaturschwankungen oder lassen sich bei Minustemperaturen überhaupt nicht einsetzen. Das ist zum Beispiel wichtig, wenn tragbare Geräte im Winter auch draußen benutzt werden sollen. Ebenfalls kontraproduktiv kann bei manchen Akkupacks die zu hohe Temperatur sein.

Die Eigenschaften des Speicherstoffs sind ausschlaggebend dafür, mit welchen Akkupacks man an unterschiedlichen Einsatzorten die besten Ergebnisse erzielen kann. Akkus haben mit durchschnittlich 1,2 Volt eine etwas geringere Leistung als normale Einzelbatterien. Darauf reagieren manche Geräte sehr empfindlich.

Ni-MH-Akkus

Ni-MH-Akkus (Nickel-Metall-Hybrid) gehören zu den gebräuchlichsten Akkutypen. Sie liefern eine hohe Stromleistung und sind deshalb auch für den Einsatz in Geräten geeignet, die einen hohen Energiebedarf haben.

Achtung: Für Digitalkameras zum Beispiel sollten Ni-MH-Akkupacks eine Mindestleistung von 2.000 Milliamperestunden (mAh) Strom zur Verfügung stellen können.

Einer der größten Vorteile von NiMH-Akkus ist das Fehlen des sogenannten Memory-Effekts. Auch wenn ein Akku nur teilweise entladen war, verliert er seine Kapazität durch ständiges Neuaufladen nicht.

Wichtig: Damit der Memory-Effekt auf Dauer ausgeschaltet bleibt, müssen Ni-MH-Akkupacks mindestens alle sechs Monate einmal komplett entladen werden. Dazwischen sollte ein komplettes Leerlaufen der Akkus möglichst vermieden werden, weil sie dadurch Schaden nehmen könnten. Bemerkbar macht sich das durch die Verringerung der möglichen Ladezyklen und eine abnehmende Kapazität.

Einer der Nachteile von Ni-MH-Akkupacks ist die rasche Entladung. Etwa zehn Prozent ihrer Leistungsfähigkeit verlieren sie pro Woche, bei älteren Modellen kann es sogar vorkommen, dass sie nur etwa einen Monat lang halten, bevor sie wieder aufgeladen werden müssen. Vorteilhaft dabei ist aber, dass NiMH-Akkus sehr schnell aufladbar sind.

Hinweis: Ni-MH-Akkupacks sind nur sehr bedingt für den Einsatz in einer kalten Umgebung geeignet. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt verweigern sie häufig ihren Dienst. Wenn Sie also tragbare Geräte mit Ni-MH-Akkupacks mit in den Winterurlaub nehmen, sollten Sie die Geräte vor Kälte schützen, indem Sie sie in der Jackeninnentasche aufbewahren.

Eneloop-Akkus

Zunächst ein Hinweis vorab: Die Bezeichnung Eneloop hat sich zwar durchgesetzt, ist aber im Grunde ein Markenname der Firma Sanyo, die als erstes Unternehmen mit der Weiterentwicklung der Ni-MH-Akkus auf den Markt kam. Weitere gängige Bezeichnungen für diese Akkus sind unter anderem:

  • Ready2Use,
  • EnergyOn,
  • AccuLoop,
  • Infinium,
  • maxE,
  • Hybrio,
  • ReCyko oder
  • Enduro.

Eneloop-Akkus haben einen sehr großen Vorteil: Sie weisen nur eine sehr geringe Selbstentladung auf. Im Laufe eines Jahres soll der Kapazitätsverlust nur zwischen 10 und 20 Prozent liegen. Das ist allerdings nach Herstellerangaben nur erreichbar, wenn die Akkus bei Zimmertemperatur gelagert werden.

Auch das Aufladen von Eneloop-Akkus geht schneller als bei herkömmlichen Ni-MH-Akkupacks.

Tipp: Laden Sie Akkus und Akkupacks immer schonend und langsam auf. Einige Modelle werben zwar ausdrücklich mit ihrer Schnellladefunktion. Wenn Sie aber Wert auf eine lange Lebensdauer bei möglichst gleichbleibender Kapazität legen, sollten man schnelles Laden nur im Ausnahmefall anwenden.

Bisher sind Eneloops nur mit einer relativ eingeschränkten Kapazität auf dem Markt. Außerdem haben sie häufig eine niedrigere Ausgangsspannung als Ni-MH-Akkus. Deshalb sind diese Akkutypen für Großverbraucher, wie zum Beispiel Digitalkameras, eher ungeeignet. Sie leisten ihre beste Dienste, wenn sie in Geräten verwendet werden, die langfristig einen niedrigen Energiebedarf haben. Einen Vorteil sollte man aber nicht unerwähnt lassen: Eneloops arbeiten zuverlässig auch bei Minustemperaturen.

Li-Ion-Akkus

Nur relativ selten findet man Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion) in der herkömmlichen Batterieform. Zum Einsatz kommen sie in dieser Form meist bei digitalen Fotoapparaten. Ansonsten ist eher die Spezialbauweise von Kompaktakkus bekannt, wie sie in Notebooks, Handys, Videokameras und ähnlichen elektronischen Geräten verwendet werden.

Li-Ion-Akkupacks haben viele Vorteile. Sie bieten zum Beispiel ein sehr hohes Speichervermögen und weisen trotzdem ein sehr geringes Gewicht auf. Außerdem gibt es keinen Memory-Effekt. Li-Ion-Akkupacks können deshalb jederzeit neu aufgeladen werden, auch wenn der Akku eigentlich noch leistungsfähig ist.

Ein Li-Ion-Akkupack sollte niemals komplett entladen werden. Das beschädigt den Akku und führt zu gravierenden Kapazitätsverlusten.

Achtung: Normale Ladegeräte kommen häufig mit Li-Ion-Akkus nicht zurecht. Hier sollte auf jeden Fall ein passendes Ladegerät speziell für die Lithium-Ionen-Technologie angeschafft werden.

Eine allgemeingültige Aussage über die Vor- und Nachteile von Li-Ion-Akkupacks zu machen, ist relativ schwierig. Sie werden in unterschiedlichen Versionen für verschiedene Einsatzmöglichkeiten optimiert und unterscheiden sich deshalb häufig sehr deutlich voneinander. Das liegt unter anderem daran, dass die einzelnen Hersteller für Anode, Kathode und Separator durchaus unterschiedliche Materialien verwenden.

Die ideale Einsatztemperatur für Li-Ion-Akkupacks liegt zwischen 18 und 25 Grad Celsius. Bei Minustemperaturen kommt es zu starken Leistungsverlusten. Hier sollte genau auf die Herstellerangaben geachtet werden, in welchem Temperaturbereich die jeweiligen Akkupacks eingesetzt werden können.

Ähnlich wie die Eneloop-Akkus eine Weiterentwicklung der Ni-MH-Akkus darstellen, gibt es auch bei der Lithium-Ionen-Technologie Neues zu berichten. Lithium-Polymer-Akkus können trotz ihrer kleineren Abmessungen mehr Energie speichern. Sogar ungewöhnliche Formen wie zum Beispiel runde Akkus lassen sich so herstellen. Das erweitert den Einsatzbereich auch auf sehr kleine Verbrauchsgeräte mit speziellen Bauformen.

Lebensdauer von Akkupacks

Sowohl bei Ni-MH- als auch bei Li-Ion-Akkupacks wird die Lebensdauer anhand der möglichen Ladezyklen bestimmt. Diese liegen bei Ni-MH-Akkupacks in der Regel zwischen 500 und 600 Ladezyklen, bei Li-Ion-Akkus können es sogar bis zu tausend Ladezyklen sein.

Das sind allerdings die Angaben, die die Hersteller dazu machen. Abhängig vom Umgang mit den Akkupacks kann die tatsächliche Lebensdauer deutlich geringer ausfallen. Die höchste Lebenserwartung haben sowohl Ni-MH-Akkupacks als auch Li-Ion-Akkupacks, wenn man sie regelmäßig in einem Ladezustand zwischen 40 und 95 Prozent hält. Dadurch lassen sich oft sogar mehr Ladezyklen ausführen, als vom Hersteller ursprünglich angegeben.

Das passende Ladegerät

Es ist immer besser, ein passendes Ladegerät für jeden Akku-Typ zu besitzen. Speziell auf die Akkupacks abgestimmte Ladegeräte verhindern ein Überladen. Ein solches Ladegerät erkennt außerdem, wenn der Akku aufgeladen ist, und schaltet sich automatisch ab.

Hinweis: Achten Sie darauf, dass Sie das Ladegerät auf eine bestimmte Leistung begrenzen können. Ni-MH- und Li-Ion-Akkupacks sollten nur bis zu 95 Prozent aufgeladen werden. Bei einer vollständigen Ladung auf 100 Prozent erhöht sich automatisch die Spannung in den Speicherzellen. Das beschleunigt den Alterungsprozess der Akkupacks.

Was bei der Verwendung von Akku-Packs zu beachten ist

Neue Akkupacks sollte man niemals sofort in das Verbrauchsgerät einsetzen, sondern zunächst mit dem passenden Ladegerät aufladen. Der Grund dafür ist, dass die Akkupacks vermutlich durch die Lagerung entladen wurden. Versucht das Gerät nun, Strom zu entnehmen, kann das zu Beschädigungen der Akkupacks führen.

Es gibt aber eine Ausnahme, nämlich die Eneloop-Akkus. Sie können sofort ins Gerät eingesetzt werden, weil sie nur über sehr geringe Ladeverluste bei der Lagerung verfügen.

Wichtig ist auch, dass Sie in ein und demselben Gerät nur Akkus verwenden, die den gleichen Ladezustand und eine identische Leistungsfähigkeit aufweisen. Ansonsten wird der schwächere Akku überstrapaziert, weil das Verbrauchsgerät auf alle Akkus gleichermaßen zugreift.

Übrigens: Ganz neue Akkupacks erreichen – unabhängig von der Technologie – ihre volle Leistungsfähigkeit erst nach mehreren Ladezyklen.

Fazit

Für welche Akkupacks Sie sich entscheiden, hängt also von unterschiedlichen Faktoren ab. Ausschlaggebend sollte aber immer sein, mit welchen Energiespendern das jeweilige Verbrauchsgerät am besten zurechtkommt. Hinweise dazu finden Sie sowohl im Bedienungshandbuch als auch mithilfe der Technischen Datenblätter, die Sie auf jeder Herstellerwebseite in der Regel einsehen können.

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