Lesebegierde? Lesewut? Lesesucht?

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Der "Bücherwurm" ist ebenso wie die "Brillenschlange" ein Überbleibsel früherer Zeiten, als man im Lesen vor allem Gefahr witterte; in den braunen "Tausend Jahren" der NS-Diktatur galt Lesen ja als überflüssiger Intellektualismus, der dem arischen "Zuchtziel" im Wege stand.

Lesen ist also gefährlich, das Thema griff ja auch George Orwell in seinem Roman 1984 auf, und Pol Pot, der Steinzeitkommunist, ließ Brillenträger wegen ihrer Brille abschlachten.



Die Anfänge liegen hier:

Lesesucht

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Unter dem Schlagwort der Lesesucht wurde im ausgehenden 18. Jahrhundert die Debatte um falsche Lektüre und gefährliche Literatur geführt.


Begriff
Der Begriff Lesesucht wird zum ersten Mal in Rudolf Heinrich Zobels Briefen über die Erziehung der Frauenzimmer (1773) erwähnt. Als ein Jahr später mit dem Erscheinen des Briefromans „Die Leiden des jungen Werthers“ das Wertherfieber losbrach, setzte eine heftige Debatte um den Nutzen und Schaden von Literatur, insbesondere „schöner Literatur“ im Verdacht des Trivialen ein. Es prallten die Ansprüche der Aufklärung auf die Rezeptionshaltung der Empfindsamkeit. 1794 erklärte Johann Gottfried Hoche in seiner Schrift Vertraute Briefe über die jetzige abentheuerliche Lesesucht und über den Einfluss derselben auf die Verminderung des häuslichen und öffentlichen Glücks, die Lesesucht sei „so ansteckend wie das gelbe Fieber“.

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„Risikogruppen“
Als von der Lesesucht bedroht wurden vor allem Frauen und Jugendliche angesehen, die wankelmütiger seien als die beruflich integrierten Männer. Während Männer eher zu informativer Lektüre griffen wie Zeitungen und Zeitschriften, neigten Frauen und Jugendliche zu „schöner Literatur“ (Belletristik). Gleichzeitig seien diese von ihrem Gemüt her prädestiniert, sich in wahnhaften, unwirklichen Welten zu verlieren.

Zitate
  •  „Lesesucht, die Sucht, d. h. die unmäßige, ungeregelte auf Kosten anderer nötiger Beschäftigungen befriedigte Begierde zu lesen, sich durch Bücherlesen zu vergnügen.“
  •  „Die Lesesucht unserer Weiber.“
  •  „Den höchsten Grad dieser Begierde bezeichnet man durch Lesewut.“
        Joachim Heinrich Campe: Wörterbuch der deutschen Sprache. Bd. 3. Braunschweig, 1809

de.wikipedia.org/wiki/Lesesucht



"Eine Warnung vor den Gefahren der Lesesucht" Dokument zur Lesesucht von 1821
www.uni-giessen.de/gloning/tx/lesesuch.htm




Viel Freude beim Lesen! 

Lesen schadet nie, nützt aber fast immer.



Ich hoffe, ich konnte Euch mit diesen Hinweisen helfen!


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