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Lenovo ThinkCentre M55 als HTPC

ccs_joe
Von Veröffentlicht von

Wie aus einem Lenovo ThinkCentre M55 ein HTPC wird...


1   Die Qwahl der Wahl

Meine Wahl fiel nach reichlich Recherchen auf den Lenovo ThinkCentre M55, da dieser hier bei eBay zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis ersteigert werden kann und über ausreichend Leistung verfügt, um mit Multimediainhalten jeglicher Art fertig zu werden. Das Gehäuse des M55 wurde in der für IBM typischen Qualität gefertigt, was sich insbesondere im Gewicht niederschlägt. Die Basis-Hardwarekomponenten weisen durchweg eine solide Qualität auf, weshalb der M55 ja u. a. vor einigen Jahren mit einem 3-Jahre-vor-Ort-Service angeboten wurde. Erwischt man also einen gebrauchten Industrie-M55, dann ist davon auszugehen, dass das Mainboard und der Prozessor keine stundenlange Höchstleistung etwa als Gaming-PC liefern mussten. Solche PCs und deren Komponenten sollte man auf eBay nur mit Vorsicht und Risikobereitschaft ersteigern. Der M55 zeichnet sich durch eine extreme Laufruhe aus und wurde überwiegend im Officebereich eingesetzt.

Ersteigert habe ich beispielsweise für mein Vorhaben einen M55 mit einem Intel Pentium D 915er Prozessor (2 x 2.8 GHz), 3 GB RAM, 40 GB Festplatte, ohne Laufwerk (ab ca. € 90). Der Prozessor ist bei weitem stark genug, um selbst die Wiedergabe von HD-Inhalten mühelos und insbesondere so gut wie lautlos zu bewältigen. Wer hier mehr Rechenpower haben will, wird vermutlich separat einen leistungsstärkeren Prozessor (ab € 50 aufwärts) ersteigern müssen. Die Officeversion wurde nun mal in vielen Firmen in der günstigsten Konfiguration eingesetzt, da mehr Rechenleistung im Officebereich auch heute noch Unsinn ist. Die On-Board Komponenten für Sound und Grafik sind ebenfalls nur für den Officebereich gedacht. Es muss also hinsichtlich Speicherplatz, Grafik und Sound aufgerüstet werden.

2   Erweiterung der Hardwarekomponenten

Festplattenspeicher

Was den Speicherplatz anbelangt, so verfügt der M55 über drei S-ATA 300 Kanäle. Diese wurden voll ausgenutzt indem 1x1TB und 2x2TB Niedrigenergiefestplatten (Summe € 200) eingebaut wurden. Die 40GB Festplatte wurde in einen Home- und Printserver eingebaut, wodurch dieser in Raid 1 Konfiguration betrieben werden kann (und damit bis zum "Lebensende" einer der beiden alten 40 GB-Festplatten...). Der M55 verfügt über zwei 3.5" Einschübe und einen 5.25" Schacht (für ein CD/DVD-Laufwerk gedacht). Der 5.25" Schacht wurde mit einem Gitter-Soltblende verblendet, dahinter befinden sich 3 regelbare Lüfter und ein 5.25"/3.5" Trägergestell für die dritte Festplatte.

Grafikkarte

Die Grafikanforderungen bei einem HTPC sind insbesondere wenn man mit HD-Filmen leben will recht hoch. Meine Wahl fiel auf eine passiv gekühlte 8400 GS Grafikkarte mit 512 MB DDR2-Speicher von Nvidia im low-profile-Format. Deren Grafikleistung ist ausreichend, um HD-Filme abspielen und auch Videomaterial rendern bzw. deinterlacen zu können. Im Netz sind zahlreiche einschlägige Testberichte zu dieser vergleichsweise leistungsschwachen günstigen Nvidia-Karte der 8er-Serie zu finden. Auf eBay bekommt man solch ein Teil neu für ca. € 35.

Soundkarte

Der Sound sollte auf jedenfall von hoher Qualität sein, da ich auf dieser Schiene recht empfindlich bin. Also keine Billigkarte mit verzerrten Höhen und Tiefen. Ich habe mich für eine externe Lösung entschieden, da ich als Hobbymusiker u. a. auch mal gerne kleinere Aufnahmen mit diesem HTPC erstellen möchte. Meine Wahl fiel hier auf den Creative Soundblaster X-FI Sourround 5.1 Pro (Neupreis ca. €60). Achtung: auf eBay nicht Sofort-Kaufen wählen, denn da wird dieser Soundblaster zum gegenwärtigen Zeitpunkt überteuert angeboten! DolbyDigital Audiospuren werden von diesem Soundblaster in hervorragender Qualität über den optischen Toslink ausgegeben und können dann vom 5.1-Heimkinosystem decodiert und verstärkt werden. Da allerdings die Qualität des Sounds insbesondere von Hardwaredecoder der Heimkinoanlage und der verwendeten 5.1 Lautsprecherkonfiguration abhängt, werde ich das hier nicht näher erleutern, da dies eine sehr individuelle Fragestellung ist. Die Finger sollte man auf jeden Fall weglassen von solchen Karten, die das 5.1-Signal analog an den Verstärker der Heimkinoanlage ausgeben. Diese Billigkarten sind für den Gaming-Bereich gedacht und haben im Wohnzimmer nichts verloren. Der Qualitätsverlust ist unabhängig vom System bei diesen Karten, selbst bei Verwendung von Goldkontakten, immens groß.

CD/DVD/BlueRay

Nun muss auf jeden Fall noch ein CD/DVD-Laufwerk her. Auf BlueRay kann ich getrost verzichten, allerdings sind die Mehrkosten bei der Hardware ehr unerheblich. Die BlueRay-Multimediainhalte dagegen aus meiner Sicht überteuert. BlueRay ist aus meiner Sicht mehr oder weniger ein Multimedia-Status, statt eine ausreichend häufig nutzbare Multimediatechnologie, die die hohen Anschaffungskosten rechtfertigen würde. Meine Wahl fiel per Zufall bei diesem Punkt auf ein gebrauchtes externes LG GP08LU Lightscribe Laufwerk (ca. €40). Das schwarze Hochglanzgehäuse passt recht gut ins Wohnzimmer und ist im Betrieb, das ist mir das wichtigste, flüsterleise. (Zudem ist es zu 100 % kompatibel mit Linux Ubuntu 10.04 LTS.)

Fernsehen per DVB-S / DVB-S2

In unserer Region (das flache weite Land, fernab der deutschen Großstädte) ist nur DVB-S/S2, also Fernsehen per Satellit, verfügbar. Ich verwende hier zwei gesplittete Antennenkabel. Als primäre Karte wird eine neue TechnoTrend (TT) S2-3600 DBV-S2 Karte (Neupreis ca. € 50) eingesetzt. Im Sofort-Kauf wird diese momentan auf eBay allerdings grandios überteuert angeboten. Als sekundäre Karte verwende ich eine ältere günstig zu ersteigernde Pinnacle Systems PCTV SAT PRO DVB-S TV Karte USB 450E (aktueller Neupreis im Netz ca. 30 €, gebraucht < 25 €). 

Anmerkung

Sicherlich kann man statt der externen Hardwarekomponenten auch alles ins Gehäuse quetschen, also jeweils interne Karten, wie beispielsweise eine Dual-DVB-S/S2-PCI-Karten, einsetzen. Dies widerspricht allerdings wiederum meinen Reisegewohnheiten. Die hier vorgestellten externen Karten kann ich im Wohnmobil mit auf Reise nehmen und problemlos per Laptop betreiben. Internen Karten waren in diesem Fall im Wohnzimmer "gefangen". Das gleiche gilt für den Soundblaster... Mobilität und Flexibilität sind für mich ein relevanter Kompromiss-Bestandteil. Alles doppelt und dreifach kaufen muss nicht sein. Zudem sei erwähnt, dass diese Technologie noch immer zu schnell veraltet. Oder anders ausgedrückt: Die Halbleitertechnologie wächst noch immer mit dem Quadrat der Zeit (Mooresches Gesetz) und das geht mit dem Wertverfall der gerade "aktuellen" Technologie einher...

3   Betriebssystem und Software

Betriebssystem

Als Kernkomponente des HTPC soll der XBox Media Centre (XBMC) eingesetzt werden. Als Betriebssystem hat man da dann die freie Wahl. Linux würde ich nehmen, wenn es auf Systemstabilität und Sicherheit ankommt. Bei einem HTPC mit den oben genannten Gerätekonfiguration ehrlich gesagt Unsinn. Wer allerdings dem Spieltrieb nachgeben will, der mag sich in einigen Tagen Konfigurationsarbeit verlieren. Windows Vista bzw. Windows 7 dagegen erspart einem jede Menge Konfigurationsarbeit und kann von unversierteren Benutzern (dem Rest der Familie) recht intutiv bedient werden. Das ist bei Linux leider etwas anders. Auf dem HTPC läuft nun Windows Vista Home Premium 32 Bit (gebraucht ab ca. €30, stark schwankender oft deutlich höherer Preis im Sofort-Kauf).

TV und Videoschnitt

Es wird der DVBViewer Pro/GE zum Fernsehen und für Aufnahmen verwendet. Für den Videoschnitt wird DVR-Studio HD 2 eingesetzt. Beide Lizenzen fallen zusammen mit € 100 zu Buche. Bei intensiver Nutzung, wie in meinem Fall, lohnt sich diese Investition allemal. Zum Abschluss ist vielleicht ein Vergleich zu den aktuellen Preisvorstellungen beispielsweise des WDR Mitschnittservice angebracht: Der WDR verlangt für einen privat nutzbaren Mitschnitt von 60 Minuten Dauer €45. Man lasse dies auf sich wirken... Alleine diese Preisvorstellungen rechtfertigen einen HTPC eigentlich in jedem Wohnzimmer.

Fazit

Für die Gesamtkosten von ca. 630 Euro liegt dieser HTPC nun im Neupreisbereich aktueller "Basic"-HTPCs. Haben sich damit die Arbeit und insbesondere die Investitionskosten gelohnt? Oder hätte ich besser ein Neugerät kaufen sollen?

Ich möchte zwei preislich vergleichbare Beispiele aus den gegenwärtigen eBay-Angeboten anführen.

1.) HTPC mit / Athlon X6 1090T mit 6x3.2 GHz, Turbo bis 3.6 GHz / 1024MB ATI Radeon HD5570 passiv / DVD-Brenner LG DL / 6 GB DDR3 RAM / USB3 1x / 1TB Festplattenspeicher.

2.) ST-Basic-2400 Media Center PC / Athlon II X2 240 mit 2x2.8 GHz 2MB L2-Cache / ATI Radeon 4200 128 MB DDR2 Shared passiv/ BlueRay all-in-one / 2 GB DDR3 RAM / 7.1 Sound Analogausgang / 1 x intern DVB-S an PCI / 500GB Festplattenspeicher.

Ihre Meinung und ergänzende Kommentare sind erwünscht! Diese hier präsentierte Zusammenfassung wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Fehler dürfen Sie für sich behalten. Dieser Text gibt meine persönliche Meinung in Anlehnung an § 55 Abs. 2 RStV wieder.
 
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