Leitungswasser-Iontophorese gegen starkes Schwitzen

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Saalio® Iontophorese-Set (Hersteller: Saalmann medical GmbH)
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Saalio® Iontophorese-Set (Hersteller: Saalmann medical GmbH)
Manchmal im Leben ist es so, dass man über ein kleines Stückchen Glück stolpert, es aufhebt und für immer festhalten will.

Genau so (wenn auch ein bisschen weniger romantisch), ging es mir mit dem Saalio®, das erst vor wenigen Wochen in mein Leben gepurzelt ist. Und dennoch, es schien wie Liebe auf den ersten Blick ...

Kurzbewertung:

Das Saalio® ist wunderbar designt und muss sich wirklich nicht verstecken. Es ist äußerst bequem in der Anwendung und wirkt insgesamt gesehen einfach wie ein unglaublich durchdachtes Produkt.

Doch Schönheit ist nicht alles, denn auf die inneren Werte kommt es bekanntlich ebenso an. Deshalb nehmen wir in unseren Shop auch keine Produkte auf, ohne dass ich diese vorher getestet habe:

Meine ersten 3 Selbsttests mit Pulsstrom blieben nahezu ergebnislos.

Ein Umschalten und 2 weitere Versuche mit Gleichstrom brachten dagegen eine deutlich spürbare Schweißreduktion – und dies sogar bei geringerer Stromstärke.
Nach 3 weiteren Anwendungen (nun bereits mit um ca. 70 % reduziertem Schweißfluss) konnte ich zur angenehmeren "Haltetherapie" mit Pulsstrom wechseln, die ich zum Aufrechterhalten der Wirkung 2 - 3 mal pro Woche einsetze.
 
Auffällig ist, dass Wirkung und Anwendungsintervalle mit der Anwendung eines Antitranspirants vergleichbar sind und die Iontophorese ebenfalls seit Jahrzehnten erforscht ist.

Anwendung und Ergebnis der Saalio-Iontophorese sind also kein Zauberwerk, sondern das Ergebnis jahrelanger Forschung sowie eines dermatologisch bestätigten Wirkungsprinzips, das perfekt gegen stark schwitzende Hände oder Füße eingesetzt werden kann.
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Mein erstes Fazit:


Das Saalio® ist eine wunderbare Alternative für Vielschwitzer, die keine Antitranspirante benutzen wollen (oder können) und für die Botulinumtoxin-Spritzen oder Sympathikus-Operationen nicht in Frage kommen.

Das Saalio® Iontophorese-Set eignet sich sehr gut für eine Anwendung gegen Schweißhände und Schweißfüße, kann mit dem zusätzlich erhältlichen Achsel-Set aber auch bequem gegen Achselschweiß eingesetzt werden*.

Der Preis des Saalio erscheint auf den ersten Blick natürlich hoch. Wenn man jedoch bedenkt, wie viel Geld und Aufwand man für andere Therapieformen auf sich nehmen muss erscheinen die 649 Euro für die einmalige Anschaffung des Saalio in einer deutlich positiveren Relation.

Ob ein Produkt seinen Preis wert ist, muss jeder selbst entscheiden. Ich denke jedoch, dass ein Preis immer in Relation zum individuellen Wert ("Verbessert das Produkt mein Leben?") sowie der Nutzungsdauer eines Produkts betrachtet werden sollte ("Wie lang kann ich das Produkt ohne Leistungseinschränkungen nutzen?").

Viele Geräte der Unterhaltungs- oder Kommunikationselektronik schneiden dabei schlechter ab als ein hochwertiges Iontophoresegerät.
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* Hinweis:

 Behandlung der Achseln nur mit zusätzlich erhältlichen Saalio® Achselpads (2 x Achselschwämme inkl. Silikon-Achselelektroden) möglich. Applikatoren für weitere Anwendungsbereiche befinden sich in Planung.

Weiter geht´s mit Teil 2 meines Erfahrungsberichts…


Ich nutze die Iontophorese nun seit ca. 2 Monaten. Interessant könnte übrigens auch sein, dass ich mich schon viel früher einmal damit auseinandergesetzt habe. Meine ersten Erfahrungen stammen sogar bereit aus den 80er Jahren und wurden in einer Klinischen Test-Therapie gesammelt – diese verlief damals jedoch leider ergebnislos.

Aus meiner Erfahrung hat die Iontophorese in den letzten Jahren insgesamt deutliche Fortschritte gemacht und ist deshalb heute auch für problematische Fälle als "empfehlenswert" einzustufen. Auch die Preise für Geräte zur Heimtherapie sind so weit gesunken, dass ein Gegenrechnen der Kosten eines regelmässig zu erwerbenden Antitranspirants (insbesondere bei langjähriger Nutzung) Sinn machen kann.

Meine abtropfend starken Schweißhände konnte ich mit der Leitungswasser-Iontophorese jedenfalls sehr gut therapieren. Hilfreich war dabei die Initialbehandlung mit Gleichstrom ohne ein Wechseln der Stromrichtung.

Zum Aufrechterhalten des Therapieerfolgs habe ich die Iontophorese-Anwendung auf Pulsstrom umgeschaltet und diesen Wechsel mit einer (bei jeder Anwendung) wechselnden Stromrichtung unterstützt. Der positive Effekt dabei ist, dass sich meine Hände nicht so leicht an den starken aber wirkungsvollen Gleichstrom gewöhnen können - was im schlechtesten Fall eine Art Gewöhnungsprozess nach sich führen kann (das Gleichstrom-Therapiegerät kann in einem solchen Fall nutzlos werden).

Als ersten Tipp zur Auswahl eines Iontophoresegeräts kann man also festhalten, dass dieses sowohl Puls- als auch Gleichstrom anbieten sollte, ebenso wie auch einen Wechseln der Stromrichtung!

Während bei meiner ersten Iontophorese noch eine helfende Hand (klinisches Personal) vonnöten war um die Therapie zu starten oder den Strom während der Therapie nachzujustieren hat das Saalio® bereits eine Start/Stop-Automatik sowie eine Pausenfunktion. Konkret bedeutet dies, dass das Gerät automatisch startet, sobald ich die Anwendungszeit und Stromstärke in mA eingestellt habe und beide Hände in die mit Wasser gefüllten Behandlungswannen eintauche. Nehme ich die Hände (oder eine von beiden) aus dem Wasser pausiert die Anwendung, ist die Zeit abgelaufen stoppt das Gerät und fährt den Strom sanft herunter. Aber auch darüber hinaus ist die Bedienung durch ein großes und selbsterklärendes Display sehr einfach geworden und es gibt keinen einzigen Regler mehr, den man drehen müsste.

Übrigens kann ich meine Hände und Füße ebenso auch gleichzeitig behandeln (beide Hände in einer Wanne, die Füße in der anderen).

Der tatsächlich fließende Strom wird mir auf dem Display in Form eines Balkendiagramms visualisiert. Dies ist besonders dann hilfreich, wenn es einmal zu Stromschwankungen, z. B. durch Bewegungen bei zu geringem Wasserpegel kommen sollte. Auch der sogenannte "Weidezauneffekt" wird durch zuverlässige Sicherheitsfunktionen verhindert. Für die Anwendung unter den Achseln (aber auch an Händen/Füßen) nutzt das Saalio übrigens Elektroden aus Silikon. Diese sind durch die Einarbeitung leitender Materialien hochleitend konzipiert aber trotzdem sehr sicher.

Überhaupt ist der Punkt Sicherheit bei der Auswahl eines Leitungswasser-Iontophoresegerätes und dessen spezifischer Elektroden nicht gering zu schätzen!

So konstatierte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bereits im Jahr 2003, dass neben unzureichend gesicherten Steuergeräten insbesondere die Elektroden die häufigste Problemquelle von schmerzhaften Verletzungen während der Iontophorese darstellen. Hervorgehoben werden dabei besonders Defekte an den Elektroden oder deren Verbindungspunkten zu den Kabeln, die zu einem punktuellen Stromfluss führen konnten. Ich persönlich empfehle deshalb zumindest stark ummantelte Elektroden (besser noch die weiter oben beschriebenen Elektroden aus Silikon) mit gesicherten und außerhalb der mit Wasser gefüllten Behandlungwannen liegenden Kontakten!


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Langzeiterfahrungen & Erfolgsbericht

Nach ziemlich genau einem Jahr Anwendung sind meine Hände nun wirklich 100 % trocken. Inzwischen ist mir auch keine Situation mehr begegnet, in der meine Hände übermässig geschwitzt haben (weder durch Stress, noch beim Sport oder auch beim Sex).

Das bedeutet, dass ich im normalen Alltag aber auch in Stress-Situationen derzeit überhaupt nicht mehr auffallend schwitze. Eher neigen meine Hände ein wenig zu Hauttrockenheit. Dem wirke ich durch die Verwendung einer Fettcreme entgegen.

Bewertung der Wirkung der Leitungswasser-Iontophorese: Zum Saalio DE-Set kann ich sagen, dass dieses mir mindestens genauso effektiv gegen meine Schweißhände geholfen hat, wie die Anwendung mit AHC forte (hier jedoch nur in der Kombinationstherapie mit Antihydral).

Die Iontophorese zeigte jedoch leichte Vorteile, da sie ihre Wirkung etwas schneller zeigen konnte als die Anwendung mit dem Antitranspirant. Dafür ist der Aufwand einer Leitungswasser-Iontophjorese Anwendung im Vergleich natürlich deutlich höher. Es gibt jedoch Wege, die 15 Minuten, der täglichen Iontophorse-Anwendung durchaus angenehm und sinnvoll zu gestalten. Ich persönlich lese in dieser Zeit meist ein eBook und stelle den eReader auf "automatisch umblättern".

Das Saalio DE-Set, bzw. auch die weiteren Iontophorese-Sets der Saalmann medical GmbH, stellen für mich die modernsten und ausgereiftesten Iontophoresegeräte dar. Diese Iontophorese-Sets haben einige Ideen und Features, die man ansonsten vergeblich sucht. Und nicht zuletzt sind auch die Applikatoren für mich über jeden Zweifel erhaben.

Abschließendes Fazit:

  • Kann das Saalio DE-Set auch gegen extremen Handschweiß helfen: Ja
  • Macht das Saalio einen wertigen und zuverlässigen Eindruck: Ja
  • Rechtfertigt das Ergebnis die Anschaffungskosten: Ja
  • Würde ich das Saalio Iontophorese-Set weiterempfehlen: Ja
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FAQ - Fragen & Antworten zur Leitungswasser-Iontophorese

  • Kann man auch Schwitzen im Gesicht (Stirn, Wangen, Kinn, rund um Nase und Mund) behandeln ?
Ja, gegen Schwitzen im Gesicht bietet die Saalio-Iontophorese ebenfalls eine passende und besonders effektive Lösung an: http://r.ebay.com/pAP4NX

  • Wie startet man eine Leitungswasser-Iontophorese am besten ?
Schweißhände / Schweißfüße: Eine Leitungswasser-Iontophorese muss nur zu Beginn der Therapie jeden Tag angewendet werden.  Beginne am besten mit Gleichstrom und Stromstärken zwischen 8 und 15 mA an den Füßen oder 5 bis 10 mA an den Händen. Diese Stromstärken werden selbst von Kindern gut vertragen und aufgenommen ("Es kitzelt und kribbelt!").

Bei Gewöhnung und wenn Du diese Stärke gut verträgst kannst Du je nach Gerät bis auf 20, teilweise sogar bis auf 30 mA hochgehen.


Zur Haltetherapie solltest Du später dann auf Pulsstrom mit ähnlichen Stromstärken wechseln.

  • Sollte ich die Stromrichtung regelmässig wechseln ?
Es kann zu Beginn einer Therapie sinnvoll sein die Stromrichtung bewusst nicht zu wechseln!

Der Vorteil dabei ist, dass z. B. die Hand an der der Strom zuerst ankommt auch zuerst trocken wird was meist zu einer psychischen Entlastung führt (Stressreduktion), was eine weitere Verminderung des Schwitzens auch an der anderen Hand nach sich führt. Erfolge können auf diese Weise also meist schneller erreicht werden. 

  • Gibt es eine Haltetherapie zum Aufrechterhalten der Iontophorese-Wirkung ?
Nach ca. 2-8 Wochen, wenn es nur noch um die Aufrechterhaltung der Wirkung geht (Haltetherapie) kannst Du je nach Stärke des Schwitzens an den Händen problemlos auf Pulsstrom und eine Anwendung 1-3x pro Woche wechseln. 

  • Pulsstrom oder Gleichstrom - was ist besser geeignet ?
Moderne Geräte bieten wahlweise Pulsstrom und Gleichstrom an, ebenso wie einen Wechsel der Stromrichtung über das Bediengerät. Damit entfällt auch das auch heute bei vielen Geräten noch durchaus gängige Vertauschen der Kabel am Bediengerät.

  • Iontophorese wird teilweise als schmerzhaft beschrieben - stimmt das ?
Bei einem modernen Heimtherapie-Gerät zur Leitungswasser-Iontophorese hast Du mit Schmerzen normalerweise keine Probleme.

Schmerzhaft wird es eigentlich nur bei rissiger oder spröder Haut sowie bei Entzündungen des Nagelbetts. Diese kannst Du jedoch sehr gut und auf einfache Weise mit etwas Vaseline unterbinden (einfach dünn auf die betroffenen Hautregionen auftragen).

  • Woran erkennt man ein modernes und gutes Iontophoresegerät ?
Moderne Iontophoresegeräte bieten wahlweise Puls- sowie Gleichstrom, eine Start/Stopp-Automatik, ausgeklügelte Sicherheitsfunktionen (z. B. zur Vermeidung des schmerzhaften Weidezauneffekts), weiche Silikon-Elektroden und ermöglichen die Eigenbedienung. Der Anschaffungspreis für ein Heimtherapiegerät liegt um die 600 Euro die sich aber aus meiner Sicht aber wirklich lohnen!

Die oftmals veralteten Geräte, die Du über die Krankenkasse genehmigt bekommst (wenn die Genehmigung überhaupt erteilt wird) sind nicht selten wenig effektiv und es handelt sich oft auch nur um Leihgeräte, die immer wieder neu beantragt werden müssen.

  • Kann man ein Iontophoresegerät zur Heimtherapie über die Krankenkasse beantragen oder dessen Kauf erstattet bekommen ?
Wenn bei Dir eine Hyperhidrose vom Facharzt diagnostiziert wurde kannst Du in Deutschland ein Iontogerät bei der Krankenkasse beantragen. 

Das Problem aber ist, dass Du ein x-beliebiges Gerät bekommst, das dann auch überwiegend schon bereits gebraucht ist. Häufig sind das dann beige oder graue Monster-Kisten, die aussehen wie aus dem Jahr 1960.

Oder Du bekommst nur ein Leihgerät und musst es quasi immer wieder aufs Neue für die weitere Nutzung beantragen. Oder Du bekommst einGleichstromgerät zugewiesen, obwohl für Dich eigentlich ein Pulsstromgerätbesser wäre (oder gleich ein Iontophoresegerät das beides anbietet).

Ich persönlich finde, dass sich die Investition in ein eigenes, modernes Gerät auf Dauer sehr wohl lohnt. 

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