Leitfaden für die Suche nach einem Amateurfunk-Sender

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Leitfaden für die Suche nach einem Amateurfunk-Sender

Seit über einem Jahrhundert fasziniert die Funktechnik schon Menschen auf der ganzen Welt und seit vielen Jahrzehnten ist der Amateurfunk ein beliebtes Hobby, in dem, wie bei einer Sportart, Meisterschaften und Wettbewerbe ausgetragen werden. Es bietet, neben der Möglichkeit, Kontakt mir Funkern auf der ganzen Welt aufzunehmen, auf verschiedenen anderen Gebieten Herausforderungen, beispielsweise im technischen Bereich. Funkamateure – und nicht „Amateurfunker“, darauf bestehen Anhänger dieser Freizeitbeschäftigung – sind oft zugleich auch Bastler, die ihre gesamte Funkanlage, das sogenannte „Rig“, in Eigenregie herstellen. Natürlich ist aber nicht jeder Funkamateur dazu in der Lage und so gibt es mehrere Firmen, die funktechnische Ausrüstung herstellen und anbieten. Ein besonders wichtiger Bestandteil jedes Rigs ist der Sender, um den es in diesem Ratgeber gehen soll. Wir zeigen nicht nur, wie ein Funksender funktioniert, sondern geben auch wertvolle Hinweise zur Auswahl des richtigen Modells.

Was ist ein Sender und wie funktioniert er?

Zwar werden inzwischen in der Funktechnik in der Regel sogenannte Sendeempfänger verwendet – ein Kombigerät aus Sender und Empfänger, das auch Transceiver genannt wird, ein Kofferwort aus den englischen Begriffen „transmitter“ und „receiver“ – aber zu Beginn der Funktechnik waren Sender und Empfänger noch getrennte und zudem recht voluminöse Geräte. Viele begeisterte Funkamateure setzen auch heute noch auf die Kombination aus eigenem Sender und getrenntem Empfänger – teils aus nostalgischen Gründen, teils aus der Tatsache heraus, dass sich zwei getrennte Geräte leichter warten und aufrüsten lassen. Auch bei Bastlern, die ihre Funkanlage selbst bauen, ist diese Variante weit verbreitet, da der Bau zwei einzelner Geräte wesentlich unkomplizierter ist.

Ein Sender besteht aus einem funktechnischen Oszillator, dem mehrere Verstärker nachgeschaltet sind, um seine Leistung auf ein für Funkübertragungen erforderliches Niveau zu bringen. Der Oszillator erzeugt das sogenannte Trägersignal, auf dem später das Nutzsignal – bei der Funktechnik ist das meist eine Sprachübertragung – „mitreiten“ kann. Das Nutzsignal wird mit Hilfe eines Modulators auf das Trägersignal „aufgeschaltet“. Dazu verändert der Modulator Amplitude, Frequenz und/oder Phase der Trägerwelle.

Am Empfänger wird das Nutzsignal dann per Demodulation aus dem Trägersignal gelöst und kann durch elektronische Schaltungen in ein hörbares Signal umgewandelt werden.

Damit ist unser kleiner Exkurs in die Funktechnik beendet und wir können uns dem anderen Thema dieses Ratgebers zuwenden: der Auswahl eines passenden Senders.

Welche Art von Sender wird benötigt?

Bevor man sich zu den technischen Aspekten des Senders Gedanken macht, muss man sich überlegen, welche Art von Sender man benötigt. Das ist vor allem davon abhängig, wo und auf welche Weise der Sender vornehmlich eingesetzt werden soll.

Sendet man ausschließlich aus dem heimischen Funkraum – unter Funkamateuren auch „Shack“ genannt – sollte man sich für eine Basisstation entscheiden. Diese wird entweder fest verbaut oder ist zumindest so groß und schwer, dass sie nicht ohne größere Anstrengungen zu transportieren ist. Dafür besitzt sie in der Regel eine sehr hohe Sendeleistung und zahlreiche Zusatzfunktionen, zudem kann sie meist auf mehreren verschiedenen Frequenzbändern senden.

Ist man dagegen viel unterwegs und möchte dennoch nicht auf das Funken verzichten, sind Handgeräte die sinnvollste Variante. Sie haben eine deutlich geringere Sendeleistung als Basisstationen, was sie zwar teilweise durch die Möglichkeit, von erhöhten Positionen aus funken zu können, wieder wettmachen, an die Reichweite eines guten stationären Senders kommen sie aber nicht heran. Aufgrund der Tatsache, dass für das Funken noch ein separater Empfänger mitgeführt werden muss, sind Handgeräte-Sender inzwischen fast vollständig aus der Amateurfunktechnik verschwunden. Solche Geräte werden heutzutage vor allem als Peilsender eingesetzt, beispielsweise beim Militär.

Als dritte Variante gibt es sogenannte Mobilgeräte, die für den Einbau in Fahrzeugen vorgesehen sind. Oft haben sie passende Abmessungen für den Einbau in den Autoradioschacht, ansonsten werden sie meist auf der Beifahrerseite unter dem Armaturenbrett montiert. Da diese Sender über den Stromkreislauf des Autos mit Energie versorgt werden, haben sie normalerweise eine recht hohe Sendeleistung, die sich mit einer entsprechend hochwertigen Antenne in eine große Sendereichweite umsetzen lässt, die durchaus mit der Reichweite einer Basisstation vergleichbar ist. Das Problem der zwei mitzuführenden Geräte ist hier zwar nicht ganz so gravierend wie bei den Handgeräten, dennoch sind Kombinationen aus getrennten Sender- und Empfängermodulen auch bei den Mobilgeräten inzwischen selten. Da funktechnische Sender, genau wie Autoradios, Diebe dazu verleiten können, in den Wagen einzubrechen, sollte man beim Kauf darauf achten, dass das Gerät ein abnehmbares Bedienteil besitzt.

Welche Frequenzbänder werden für den Funkbetrieb benötigt?

Funkamateure dürfen in Deutschland auf zahlreichen Frequenzen senden, wobei sie viele Frequenzbereiche nur als sekundäre Teilnehmer nutzen dürfen. Das bedeutet, dass sie mit ihrem Sendebetrieb keinen primären Teilnehmer, wie beispielsweise die Funker des Schifffahrtsverkehrs, stören dürfen. Das wird entweder durch die Nutzung nicht belegter Frequenzen oder eine sehr geringe Sendeleistung erreicht. Bei der Auswahl eines Senders ist es daher sehr wichtig, welche Frequenzbereiche er abdeckt. Funkamateure nutzen vornehmlich den Hochfrequenzbereich zwischen 3 und 30 MHz sowie den VHF-Bereich zwischen 30 und 300 MHz zur Übertragung ihrer Signale, ein Sender sollte daher zumindest einen dieser Frequenzbereiche unterstützen – besser ist es aber selbstverständlich, wenn beide Frequenzbänder abgedeckt werden. Aufgrund der recht geringen Reichweite von Signalen im VHF-Bereich sollte man sich im Zweifelsfall für ein Gerät entscheiden, das im Hochfrequenzbereich sendet.

Zusätzlich zu den beiden oben genannten Frequenzbereichen gibt es noch einen dritten, der häufig von Funkamateuren genutzt wird: den UHF-Bereich. Zwar dürfen die Funkamateure hier nur als sekundärer Teilnehmer funken, das hat der Beliebtheit des Frequenzbands aber keinen Abbruch getan. Es ist daher durchaus sinnvoll, darauf zu achten, dass der Sender einen großen Frequenzbereich abdecken kann, denn das erleichtert es, Kontakt zu anderen Funkern aufzubauen. Absolut notwendig ist es jedoch nicht, denn auch innerhalb eines Frequenzbereichs bieten sich einem Funkamateur schon viele Möglichkeiten, mit anderen Funkern in Kontakt zu kommen.

Auf welche sonstigen Eigenschaften sollte man beim Sender achten?

Gerade Funkamateure, die noch einen getrennten Sender nutzen, wünschen sich oft, den Pioniergeist der Anfangsjahre der Funktechnik erleben zu können. Mit der Morsetelegrafie – kurz CW genannt – ist das ein Stück weit möglich. Als die Funktechnik noch in den Kinderschuhen steckte, gab es noch keine Modulatoren, sodass nur einfache Signale versendet werden konnten, die sich lediglich durch ihre Dauer unterschieden. Daraus entwickelte sich ein komplexer Code, mit dessen Hilfe Buchstaben und somit Informationen übermittelt werden konnten – der Morsecode, der auch heute noch gültig ist. Funkamateure, die per Morsecode senden wollen, benötigen allerdings einen speziellen Sender, der dies ermöglicht. Die Amateure sehen diese Art zu Funken meist als besondere Herausforderung an, der sie sich stellen wollen.

Moderne Sender arbeiten mittlerweile meist mit der sogenannten Einseitenbandmodulation – kurz SSB – durch die es möglich ist, ein Nutzsignal so zu modulieren, dass keine Trägerwelle mehr nötig ist. Auf diese Weise steht die volle Sendeleistung für die Übertragung des Nutzsignals zur Verfügung, sodass sich die Reichweite des Signals deutlich erhöht. Zudem wird das Signal weniger anfällig für Störungen, beispielsweise durch andere Funksignale oder die atmosphärischen Bedingungen. Man sollte daher möglichst darauf achten, einen Sender zu kaufen, der dieses Modulationsverfahren einsetzt.

Neben den oben genannten Frequenzbereichen gibt es noch einen weiteren, auf dem in der Amateurfunktechnik häufiger gesendet wird: der Mittelwellenbereich zwischen 300 und 3000 kHz. Signale mit diesen Frequenzen haben eine sehr große Reichweite, sodass sich mit Sendern, die diesen Frequenzbereich unterstützen, beachtliche Sendereichweiten ergeben.

Welche Hersteller sind zu empfehlen?

Zwar gibt es inzwischen nicht mehr allzu viele Hersteller, die noch reine Sender produzieren, da sich Sendeempfänger mehr und mehr durchsetzen, dennoch gibt es noch genug von ihnen, dass ein Blick auf die Unterschiede in der Qualität der Geräte der einzelnen Firmen lohnt. Besonders empfehlenswert sind die Sender der Unternehmen Motorola und Yaesu. Sie zeichnen sich durch eine solide Verarbeitung, eine hohe Sendeleitung, eine gute Ausstattung und eine robuste Bauweise aus.

Was man beim Kauf von Amateurfunk-Sendern bei eBay beachten sollte

Erwägt man den Kauf eines gebrauchten technischen Geräts, wie eines Senders, ist es ratsam, sich zuvor gründlich über den Zustand des Artikels zu informieren. Das kann man in der Regel mit Hilfe der Artikelbeschreibung tun, sollte sie aber nicht ganz eindeutig sein, hilft eine Anfrage beim Verkäufer weiter.

Sender werden öfter als Teil eines Produktbündels angeboten. So bekommt man beispielsweise gleich einen passenden Empfänger zum Sender, sodass man den Funkbetrieb direkt aufnehmen kann. Solche Produktbündel sind zudem meist recht günstig – und in jedem Fall günstiger als das, was die im Paket enthaltenen Teile einzeln kosten würden.

Fazit

Die Amateurfunktechnik ist ein seit vielen Jahren beliebtes Hobby, bei dem man zwingend auf einen Sender angewiesen ist. Daher sollte man bei der Auswahl des Geräts darauf achten, dass es mehrere Frequenzbereiche abdeckt, die Einseitenbandmodulation einsetzt und eine hohe Sendeleistung besitzt. Sind diese Punkte erfüllt, steht einer unbeschwerten und erfolgreichen Freizeit als Funkamateur nichts mehr im Wege.

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