Leinwände & Keilrahmen für Hobbykünstler und Maler: So kommt Ihr Bild gut zur Geltung

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Leinwände & Keilrahmen für Hobbykünstler und Maler: So wählen Sie den passenden Rahmen für Ihr Bild aus

Eine Leinwand ist der am häufigsten gewählte Untergrund in der Malerei. Ob Ölfarbe oder Acrylfarbe – auf diesem Stoff und mit einem passenden Rahmen kommt Ihr Kunstwerk besonders zur Geltung. Vor allem für großformatige Bilder kommen Leinwände und Keilrahmen zum Einsatz. Es geht dabei nicht zwingend nur um optische Komponenten. Eine Leinwand überzeugt mit einem besonders geringen Gewicht, sodass sich selbst größere Kunstwerke problemlos transportieren und an der Wand aufhängen lassen. Bei kleineren Stößen gibt die Oberfläche nach und vermeidet somit kleinste Risse in der Farbschicht. Doch das Material kann noch viel mehr. In Bezug auf Temperaturschwankungen reagiert die Leinwand ähnlich der darauf aufgebrachten Farbschichten. Somit erhält Ihr Kunstwerk eine gute Flexibilität und bleibt möglichst lange erhalten.

Leinwände gibt es in unterschiedlichen Materialien, Größen und Stärken. Sämtliche Eigenschaften wirken sich auf die Verwendung der Leinwand im Künstlerbedarf aus. Sie haben die Wahl zwischen bereits fertig aufgezogenen Leinwänden und Stoffen, die erst auf einen Keilrahmen gebracht werden müssen. Ohne Rahmen lässt sich die Leinwand nur sehr schlecht bemalen und später nicht mehr spannen. Die Farbe würde reißen. Grundsätzlich unterscheiden sich die verfügbaren Leinwände auch in Bezug auf die Qualität. Die nachfolgenden Abschnitte sollen Ihnen einen guten Überblick über die verschiedenen Leinwände geben.

Eigenschaften und Klassifizierung von Leinwänden im Künstlerbedarf

Bei der Wahl von Leinwänden sollte auf unterschiedliche Faktoren geachtet werden. Dabei spielt auch die spätere Verwendung eine wichtige Rolle. Für Acrylfarben und Ölfarben gibt die Leinwand dem Bild später einen besonderen Look. Zunächst stellt sich die Frage nach dem Gewebe. Die Struktur des Gewebes schimmert später im Gemälde durch und verleiht ihm ein charakteristisches Aussehen. Während Hanffasern für ihre Robustheit bekannt sind, greifen Hobbykünstler gerne auf Leinen- oder Baumwollstoffe zurück. Sie sind deutlich feiner in ihrer Struktur, wobei die handgewebten Hanffasern auch als Gestaltungsmittel in der Kunst zum Einsatz kommen können. Neben der Struktur ist auch die Dichte der Leinwand entscheidend. Sie beträgt zwischen 200 und 400 Gramm pro Quadratmeter. Wichtig ist eine gleichmäßige Herstellung und damit eine solche Struktur und Dichte des Materials. Andernfalls ist eine gleichmäßige Farbverteilung stark eingeschränkt oder nicht möglich.

Eine hochwertige Leinwand zum Malen ist gleichmäßig aus einem Gewebe hergestellt. Werden zwei Gewebe gemischt, kann auch dies den späteren Farbauftrag beeinflussen. Bestenfalls sind die Fäden kreuzförmig miteinander verwoben. Dies trägt nicht nur zu einer gleichmäßigen Oberfläche bei. Mit diesem Qualitätsanspruch bleibt die Leinwand auch bei Temperaturunterschieden intakt und verzieht sich nicht so schnell. Webfehler ziehen in diesem Bereich fatale Folgen mit sich. Die gute Qualität der Leinwand lässt sich erfühlen. Die Oberflächen sind geschmeidig und weisen keine Unebenheiten auf. Gegenüber richtigen Leinenstoffen hat Baumwolle einen entscheidenden Nachteil: Der Stoff könnte schneller reißen. Allerdings ist Baumwolle deutlich flexibler und preislich günstiger zu haben.

Daran erkennen Sie eine Leinwand von guter Qualität

  • Eine fertig gespannte Leinwand muss immer gerade sein und so auch gelagert worden sein. Sobald der Rahmen verzogen ist, erhalten Sie keine exakte Ebene mehr und das Bild lässt sich nicht perfekt an die Wand anbringen. Andernfalls steht eine Ecke störend in den Raum hinein. Eine verzogene Leinwand lässt sich später nicht mehr ausgleichen.
  • Bei einer geraden Leinwand verläuft die obere und untere Kante in der Draufsicht exakt parallel. Kleine Fehler können maximal durch ein Ziehen über die Diagonale ausgeglichen werden.
  • Eine Leinwand auf Keilrahmen sollte immer eine gewisse Lagerzeit hinter sich haben. Dann riecht das Holz nicht mehr stark. Ein Qualitätsmerkmal ist hier verleimtes Holz.
  • Bei einer hochwertigen Leinwand liegt die Spannung im mittleren Bereich. Allerdings darf sie nicht so fest gespannt sein wie eine Trommel. Die Spannung erkennen Sie hier in allen Ecken.
  • Achten Sie beim Kauf auf die Art des verwendeten Leinwandstoffs und auf die Angaben zur Grundierung. Gute Modelle bestehen nie aus Mischgewebe. Sie reagiert dann deutlich empfindlicher auf Schwankungen in der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit. Das ist im Verhalten der beiden verschiedenen Materialien begründet.
  • Ein gutes Leinwandmuster ist die kreuzförmige Bindung. Nur mit dieser Webtechnik bekommt die Leinwand eine gleichmäßige Spannung auf dem Rahmen.
  • Fahren Sie mit der Hand über die Leinwand. Sie darf sich weder zu hart noch zu spröde anfühlen. Sie erkennen schnell, wenn die Grundierung zu dick aufgetragen wurde. Machen Sie den Fingertest und reiben Sie mit ihrem Finger über die Leinwand. Färbt er sich ein, befindet sich zu viel Grundierung auf dem Finger.
  • Gleichzeitig muss die Grundierung gleichmäßig sein. Dies erkennen Sie mit einem Blick gegen das Licht. Am besten nutzen Sie dafür Tageslicht. Zeigt die Leinwand Flecken oder eine Ungleichheit in der Grundierung, zeugt sie von minderer Qualität.

Was es beim Kauf der Leinwand noch zu beachten gibt

Die Struktur der Leinwand sollte bestenfalls an die Art der Malerei angepasst sein. Besitzt das Gewebe beispielsweise eine sehr grobe Struktur, eignet es sich für sehr dicke und grobe Farbschichten. Für eine Lasurtechnik sollten Sie auf ein feines Leinentuch zurückgreifen. Ein Vorteil der groben Struktur ist jedoch, dass Fehler und Pinselstriche nicht so exakt sichtbar sind. Anfänger sollten sich zunächst an die gröbere Struktur gewöhnen. Als Nächstes sollten Sie überlegen, ob die Leinwand bereits aufgezogen ist oder von Ihnen auf einen Rahmen aufgezogen wird. Viele Hobbykünstler grundieren ihre Leinwand lieber selbst, um über Dicke und Art der Grundierung entscheiden zu können. Daneben spielt der Preis eine tragende Rolle. Nicht grundierte Leinwände ohne Rahmen sind deutlich günstiger. Ziehen Sie die Leinwand korrekt auf den Rahmen auf, ist eine selbst grundierte Variante verzugsfreier und beständiger in Bezug auf die Alterung. Aber auch vorgefertigte Leinwände besitzen eine gute Qualität. Sehr günstige Leinwände besitzen wohlmöglich eine Kunststoffbespannung. Diese entlarven Sie mit einem Griff an die Rückseite. Sie fühlt sich deutlich glatter und beschichtet an im Vergleich zu normalen Leinwänden. Haben Sie sich für eine bereits bespannte Leinwand entschieden, transportieren Sie diese nicht schief nach Hause. Außerdem muss das Gewebe vor dem Druck anderer Gegenstände geschützt werden. Bestenfalls entscheiden Sie sich gleich für zwei Leinwände und lagern diese mit der Oberfläche zueinander.

Was ist der beste Rahmen für die Leinwand?

Es gibt verschiedene Systeme zum Spannen einer Leinwand. Damit ist ein Rahmen für das Kunstwerk unnötig. Die meisten Leinwände harmonieren am besten mit einem Keilrahmen. Der Rahmen selbst besteht meist aus dem Holz eines Nadelbaums. Kiefern, Tannen oder Fichten besitzen ein besonders weiches Holz und müssen für einen solchen Rahmen von hochwertiger Qualität sein. Ausreichende Stabilität ist gefordert, damit der Rahmen unter der Spannung der Leinwand nicht zerbricht. Der Nachteil bei einem Holzkeilrahmen: Er kann sich im Laufe der Jahre verziehen. Auch das Holz arbeitet und reagiert auf Feuchtigkeit und Temperatur. Viele Leinwandrahmen kommen nach einiger Zeit zum Nachspannen. Beim Straffen der Leinwand müssen Sie allerdings darauf achten, dass die Farbschichten nicht einreißen.

Qualitäts-Keilrahmen erhalten Sie noch heute in Handarbeit. Dabei gibt es Modelle, bei denen das Holz grundiert oder natürlich belassen wurde. Wollen Sie sich Ihr Leinwand-Set selbst zusammenbauen, gibt es entsprechende Bausätze. Hierfür sind Können und Geschick gefragt, da sich das Zusammensetzen nicht als einfach gestaltet. Die Details und der genaue Aufbau sind wichtig, damit Sie später die Leinwand perfekt gerade auf den Rahmen aufziehen können.

Eine letzte Möglichkeit bieten die Kunststoffrahmen. Auf derartige Konstrukte lassen sich XXL Leinwände mit einer Länge von bis zu sechs Metern aufziehen. Sie kommen hauptsächlich im gewerblichen Bereich zum Einsatz.

So prüfen Sie die Qualität bei einem Keilrahmen

  • Die Leinwand muss fest hinter dem Keilrahmen verklemmt sein. Bei sehr günstigen Modellen ist der Stoff noch zusätzlich an der Seite fixiert. Damit haben Sie allerdings nicht mehr die Möglichkeit, den Rahmen an der Seite mitzugestalten und zum Kunstwerk zu wählen. Achten Sie also auf unbeschädigte Kanten des Rahmens.
  • Der Keilrahmen muss die Leinwand gleichmäßig straffen und keine Beulen aufweisen. Werfen Sie einen genaueren Blick auf die Ecken. Hier darf der Stoff keine Falten werfen, sondern muss fest um den Rahmen geschlagen sein.
  • Das Holz darf weder zu stark nach Holz noch nach Leim riechen. Andernfalls lassen Sie es noch etwas auslüften und lagern. Ist das Holz zu frisch für den Keilrahmen, kann er sich beim Trocknen später noch verziehen.
  • Die Leisten selbst müssen schon vor dem Zusammenbauen gerade sein. Dabei spielt die Lagerung der Leisten eine wichtige Rolle.
  • Leimholz ist generell stabiler und verzieht sich nicht so schnell. Hierbei handelt es sich um kleine Holzleisten, die untereinander verleimt sind.

Tipps und Tricks beim Keilrahmen zusammenbauen

Die Keilrahmenleisten sind optimal zugeschnitten, sodass beim Zusammenfügen ein rechter Winkel entsteht. Fügen Sie deshalb die einzelnen Leisten so eng wie möglich zusammen. Nur dann wird der Rahmen auch rechtwinklig. Die meisten Rahmen müssen leicht mit einem Hammer zusammengeklopft werden. Legen Sie dabei grundsätzlich ein kleines Stück Holz zwischen den Hammer und den Rahmen. So verhindern Sie das Ausschlagen von Dellen. Selbst kleine Beschädigungen können hier später auf der Leinwand und somit auf der Oberfläche Ihres Gemäldes sichtbar sein. Prüfen Sie nach dem Zusammenbauen noch einmal die Rechtwinkligkeit des Rahmens. Hier gibt es einen einfachen Trick. Messen Sie nicht die Winkel, sondern die Diagonalen des Rahmens. Sie müssen die gleiche Länge betragen. Erst im rechten Winkel wird der Keilrahmen perfekt und erfüllt seinen tadellosen Zweck für Ihr Kunstwerk.

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