Leichte und stabile Brustpanzer aus Kunststoff gehören zur Schutzkleidung bei Moto Cross und Trial

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Warum leichte und stabile Brustpanzer aus Kunststoff zur Schutzkleidung bei Moto Cross und Trial gehören

Manche Sportarten sind gefährlicher als andere. Beim Billard hat es noch selten Knochenbrüche gegeben, wenn allerdings jemand mit dem Motorrad oder dem Fahrrad ins Gelände geht, sieht das schon ganz anders aus. Bei risikoreichen Querfeldeinfahrten ist eine möglichst hochwertige und komplette Schutzausrüstung kein Zeichen für mangelnden Mut, sondern signalisiert einen Fahrer oder eine Fahrerin, die verantwortungsvoll mit ihrer Gesundheit umgehen. Alles andere ist sträflicher Leichtsinn und weder cool noch klug.

Es gibt auch ein juristisches Risiko

Wussten Sie das schon: Krankenkassen zahlen nicht mehr für Unfallfolgen, die zustande gekommen sind, weil jemand beispielsweise einen Reithelm nicht tragen wollte; erste Urteile sprechen Radfahrern eine Teilschuld zu, wenn sie ohne Helm im Straßenverkehr Kopfverletzungen infolge des Fehlverhaltens anderer davongetragen haben. Beim Motorradfahren dagegen ist die Helmfrage seit Jahren eindeutig geklärt: Einen Motorradhelm zu tragen ist Pflicht. Alle anderen Sicherheitsmaßnahmen, die mit entsprechend ausgestatteter Kleidung getroffen werden können, sind freiwillig – und doch auch wieder nicht, da juristisch hier eine Grauzone beginnt.

Eigenverantwortung in Sachen Sicherheitsausstattung

Die Rechtsprechung geht immer mehr davon aus, dass eine gewisse Eigenverantwortung besteht, was die persönliche Sicherheitsausstattung betrifft. Selbst spezielle Unfallversicherungen erkundigen sich mittlerweile sehr genau, welche Risikosportarten ihre Versicherten treiben – und nach einem Unglück wird von Versicherungsseite oft genug akribisch nachgeforscht, welche Maßnahmen vom Versicherungsnehmer getroffen wurden, um Unfallfolgen zu vermeiden oder zu vermindern.

Wenn Sie in mehr als einer Hinsicht auf der sicheren Seite stehen wollen, dann rüsten Sie ausstattungstechnisch auf, auch wenn Sie mit Enduro oder Mountainbike im Gelände unterwegs sind und deshalb streng genommen nicht am Straßenverkehr teilnehmen.

Was Sie generell tun können

Übung macht den Meister - setzen Sie realistische Ziele

Wenn Sie eine Risikosportart betreiben – zu denen Trial und Moto Cross eindeutig gehören –, dann ist es wichtig, dass Sie sich zunächst einmal gründlich schulen lassen. Stürzen Sie sich keinesfalls ohne Trainer oder Lehrer auf eine Strecke, die Sie am Ende überfordert. Je höhere Ansprüche eine sportliche Disziplin an Sie stellt, umso wichtiger ist es, dass Sie sich vernünftig ausbilden lassen, und zwar immer, bevor Sie auf eigene Faust loslegen.

Es gibt für Moto Cross und Trial Strecken oder Parcours mit unterschiedlich hohen Anforderungen. Bremsen Sie ihren Ehrgeiz und beginnen Sie wirklich auf der Schwierigkeitsskala ganz weit unten – steigern können Sie sich dann immer noch.

Achten Sie immer auf Ihren Gesundheitszustand

Treiben Sie eine Sportart, die hohe Risiken birgt und dazu enorme Anforderungen an Ihren Körper stellt, nur dann, wenn Sie tatsächlich zu 100 Prozent fit sind. Eine ärztliche Untersuchung kann Ihnen da die nötige Sicherheit geben und zeigen, wo Ihre persönlichen Grenzen liegen. Wenn Sie regelmäßig trainieren, dann sehen Sie zu, dass dabei Ihr ganzer Körper eingebunden wird: Sowohl Moto Cross wie auch Trial fordern eine generelle Beweglichkeit, dazu Kraft, ein gutes Balancegefühl, ein ausgezeichnetes Koordinations- und Reaktionsvermögen. Um diese Sportarten ausüben zu können, benötigen Sie also sowohl geistige wie auch körperliche Kompetenzen in vielen Bereichen. Total abgespannt, müde oder nach einem Infekt, ja selbst, wenn Sie eine längere Trainingspause gemacht haben, müssen Sie vorsichtig sein und vor allem langsam wieder einsteigen.

Das gilt erst recht, wenn Sie sich eine Winterpause gönnen wollen: Am Ende des Winters beginnen Sie zu trainieren, und erst, wenn Sie wieder voll fit sind, sollten Sie in die nächste Saison starten. Ein ausgewogenes und vollwertiges Fitnesstraining und Krafttraining können Sie auch daheim betreiben; dazu ist kein großer Aufwand nötig. Schon mit einer Gymnastikmatte, einem Crosstrainer oder auch nur einem Springseil, einigen Hanteln und ein paar Fitnessbändern lässt sich viel erreichen. Übrigens: Stetig fit zu bleiben ist leichter, als immer wieder neu ins Training einsteigen zu müssen, weil Sie den inneren Schweinehund vielleicht eine Zeit lang haben gewinnen lassen und auf der faulen Haut gelegen haben.

Warum Brustpanzer?

Sogenannte Panzer – egal, wo am Körper sie sich befinden – fasst man im Sport unter dem Begriff Protektoren zusammen. Das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet schlicht und einfach Schützer.

Da Druck eine Funktion aus Gewicht und Fläche ist, haben alle Protektoren denselben Job: Sie nehmen Druck in Form punktueller Schläge und Stöße auf und verteilen die dabei auftretenden hohen Kräfte auf eine größere Fläche. Die Folge ist, dass so pro Flächeneinheit wesentlich weniger Kraft einwirkt. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, wie Ihr Brustbein beim Moto Cross ungebremst auf die Lenkstange vor Ihnen knallt, weil sie mit den Armen eine Vollbremsung einfach nicht abfangen konnten und auch nicht über den Lenker geflogen sind. Der Protektor verteilt dann die Kraft am Einschlagpunkt, die genau dort bei mehreren Hundert Kilo liegen kann und Ihnen den Brustkorb eindrücken würde, auf den ganzen vorderen Oberkörper, sodass Sie zwar immer noch einen gewaltigen Stoß verspüren werden, aber das Knochengerüst hält wegen der gleichmäßigen und geringeren Belastung pro Flächeneinheit insgesamt stand.

Solche Schutzausrüstungen können Sie als Rückenprotektoren tragen, an der Hüfte, vor Unter- sowie Oberarm, am Ober- und Unterschenkel oder vor der Brust. Da es beim Motocross oder Trial auf gute Beweglichkeit ankommt, dürfen Sie sich natürlich nicht so stark einpacken, dass Ihre Mobilität am Ende eingeschränkt ist.

Brustpanzer – woraus sind die eigentlich gefertigt?

Natürlich haben Protektoren sich seit der Ritterzeit enorm weiterentwickelt, obwohl das Schutzprinzip eigentlich dasselbe wie damals ist. Es gibt heutzutage zum Glück extrem leichte und dabei enorm stabile Materialien. Bruchsicher müssen die verwendeten Stoffe bei Schlägen, Stößen und Verwindung sein. Das trifft beispielsweise auf die Kunststoffe Polyamid, Polypropylen und Polyurethan zu. Die Außenfläche eines Protektors stellt seine harte Seite dar. Geschäumte Materialien auf der Innenseite sorgen dafür, dass sich der Panzer wirklich gut an den Körper darunter anschmiegt und Druck so effektiv gleichmäßig verteilt wird. Stoff ganz innen kann die Trageeigenschaften eines Protektors verbessern. Die Panzer sind oft gelocht, damit eine gewisse Luftzirkulation möglich ist und Sie darunter nicht furchtbar schwitzen.

Die Passform eines Brustpanzers

Eigentlich muss es nicht besonders erklärt werden, denn der Grund ist offensichtlich, aber der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt: Brustpanzer für Männer und Frauen sehen unterschiedlich aus.

Häufig sind diese Armierungen auch in Kleidungsstücke integriert. Es gibt beispielsweise Unterwäsche mit eingearbeitetem Brustprotektor. Ein Unterhemd, das so ausgestattet ist, sitzt günstigstenfalls hauteng. Das hat den Vorteil, dass der Brustpanzer nicht verrutscht und sich immer in einer optimalen Lage befindet. Vielleicht wollen Sie aber lieber nicht gleich die steife Panzerung direkt auf der Haut spüren oder auch, je nach Wetterlage, entscheiden, ob Sie lieber auf warme Unterwäsche setzen oder nicht.

Dann können Sie unter zahlreichen Modellen von Brustpanzern wählen, die sich zwischen Unterwäsche und Oberbekleidung tragen lassen. Das Angebot ist wirklich groß! Der Brustpanzer kann Bestandteil einer sogenannten Sicherheitsjacke sein, in der darüber hinaus noch mehrere andere Protektoren für Schultern und Arme miteinander kombiniert sind. Oder es handelt sich lediglich um einen Thoraxprotektor, der zwischen Jacke und Unterwäsche geschoben wird. Dazwischen gibt es eine Vielzahl von Modellen, die am Körper festgeschnallt werden. In manche dieser Schutzausrüstungen schlüpft der Träger hinein, weil sie wie ein halbes Hemd gestaltet sind. Andere werden mit einer Art Hosenträgersystem verschnallt. Seien Sie froh, dass es Klettverschlüsse gibt! Die machen es möglich, ohne viel Aufwand einen Protektor absolut passgenau auf den Träger einzustellen.

Allerdings gibt es hinsichtlich der Klettverschlüsse durchaus Qualitätsunterschiede: Der beste Protektor nützt Ihnen nichts, wenn er im Falle X davonfliegt oder verrutscht. Testen Sie daher die Klettverschlüsse, indem Sie beispielsweise ordentlich daran reißen. Die Verschlüsse dürfen nicht mit der Zeit verschmutzen und müssen genug Fläche aufweisen, um eine kraftvolle Haltefunktion ausüben zu können. Deswegen ist es auch nicht sinnvoll, sich auf einen Protektor zu verlassen, der so gerade eben noch passt, nachdem Sie kräftig an Gewicht zugelegt haben.

Die meisten Hersteller bieten ihre Brustpanzer nicht nur im SML-Größensystem an, sondern auch in numerischen Konfektionsgrößen, nach denen Sie sich bei der Auswahl differenzierter orientieren können.

Prüfsiegel für Protektoren

Natürlich möchten Sie einen qualitativ guten Protektor erwerben, auf den Sie sich verlassen können. Am besten schauen Sie sich nach Erfahrungsberichten um. Es gibt zahlreiche Internetforen für Moto Cross und Trial, in denen Sie ganz gezielt zu bestimmten Modellen Fragen posten können. Oder sie verfahren umgekehrt und suchen sich das Modell aus, das insgesamt das beste Echo von Benutzern bekommen hat.

Darüber hinaus bringt die einschlägige Fachpresse immer wieder Testberichte, die Sie oft nicht nur in den Magazinen, sondern auch im Internet einsehen können. Seriöse Hersteller zeichnen diejenigen Ihrer Produkte, die in einem Test gut abgeschnitten haben, auch mit entsprechenden Labeln aus und veröffentlichen positive Prüfungsergebnisse in ihren Onlinekatalogen, sodass Sie ziemlich sicher sein dürfen, dass man Sie von Herstellerseite darauf aufmerksam macht, wenn ein Artikel in einem Test als besonders empfehlenswert abgeschnitten hat. Sehen Sie jedoch bei Ihrer Recherche zu, dass die von Ihnen gelesenen Daten möglichst nicht älteren Datums sind – gerade in der Materialforschung sind rasante Entwicklungen im Gange. Ein zu alter Test empfiehlt unter Umständen nicht mehr das Optimum, das sich inzwischen im Handel befindet.

Wichtig ist vor allem, dass Sie unabhängige Tests einsehen können, denn was nützt Ihnen ein sehr positiver Erfahrungsbericht, wenn er vom Hersteller selbst verfasst und deshalb nicht wirklich vertrauenswürdig ist? Sogar bei Presseartikeln ist nicht immer klar und deutlich ersichtlich, wer beispielsweise Hauptinserent des veröffentlichenden Blattes ist und ob es Interessenkonflikte hinsichtlich einer vollkommen unabhängigen Berichterstattung geben könnte. Wenn es um unabhängige, faire Testprotokolle geht, denen Sie bedenkenlos vertrauen können, ist nach wie vor TÜV – Nord oder Süd, das spielt keine Rolle – eine gute Adresse, ebenso die Stiftung Warentest.

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