Lautsprechertuning durch Bauteilewechsel

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In verschiedenen Foren wird einiges über Optimierung von Hifi-Komponenten gesagt; so auch die Verbesserung von Lautsprechern durch Wechseln von Frequenzweichenbauteilen gegen höherwertige Ausführungen. Hier erst einmal einige grundlegende Tips + Hinweise:

1. Die Garantie ist meistens futsch nach solch einem Eingriff, das sollte schon mal mit einkalkuliert werden.

2. zuerst empfiehlt sich die Bestandsaufnahme bei einer! Box. Lautsprecheranschlußfeld ggf. entfernen und Frequenzweiche suchen (..immer den Kabeln nach.) Die Lage und Menge von Dämmwatte notieren oder per Kamera festhalten.

3.Wenn der Zugriff zur Frequenzweiche eine Lautsprecherdemontage bedingt, dann möglichst den Lautsprecher ablöten !- da ist schnell was dran gekommen - Zur Demontage nur exakt passende Werkzeuge ! nehmen - sonst scheint sehr schnell die untergehende Sonne durch den bis dahin neuwertigen Tieftöner... Bei Hochtönern gibt;s noch eine Besonderheit: der mitunter recht starke Magnet dieser Systeme zieht auch spitze Schraubendreher überraschend Richtung Zentrum - und da saß dann die ehemals unverbeulte Kalotte..

4. Wenn Frequenzweiche dann zugänglich ist kommt der unterhaltsame Schritt der Schaltplanerstellung (..wenn nicht im Netz zu finden...). Wer viel Zeit und Geschick hat, malt sich die Vorder- und die Rückseite maßstabgerecht ab und legt die Papiere dann passend übereinander. (Wichtig: immer die sichtbaren Lötpunkte hervorheben !) - so kommt man an das Layout der Platine.

Eine weitere Methode ist auch, das Ganze digital (Vorder-und Rückseite) zu knipsen und entsprechend übereinander abzubilden. Ich als Computer-Nobody habe die Fotos direkt auf !! dem Bildschirm auf klare Folie übertragen...zum Glück hat mich dabei keiner gesehen...)

5.Nun kann man versuchen, die ganze Sache als Schaltbild zu zeichnen (so wie das z.B. bei Visaton in den Katalogen so gut abgebildet ist) dieses Schaltbild gibt die prinzipielle Funktion der Weiche sehr gut wieder.Auf diese Weise findet man die ersten "Bauteileopfer".. Für den Anfang würde ich die Widerstände durch höherwertige Modelle (MOX-Metalloxid-) Exemplare ersetzen; die benutzen recht viele Hersteller in ihren audiophilen Konzepten; meiner Erfahrung nach bleibt die Grundstimmung der Boxen damit auch erhalten; einzig die Transparenz (das "Rüberbringen" von kleinsten Musikdetails) wird etwas besser.

6.Da wir also nur eine!! Box in der "Optimierung" haben, können wir jetzt einen A-B-Vergleich vornehmen (Verstärker auf MONO stellen) und wechselweise die dicht zusammenstehenden Lautsprecher anhören ! - Kurzer Hörabstand (möglichst unter 2 Meter) Wenn's geht die Boxen auch aus möglichen Raumecken herausziehen und eher vor einem "freien" Wandstück platzieren.

7.Immer nur eine! Änderung durchführen und dann alles erst einmal vergleichen !! - Das ist jetzt nämlich besonders wichtig: wir wechseln Kondensatoren im Signalweg !! aus: Das sind die Bauteile, die auf dem direkten!! Weg von Boxenklemme zum jeweiligen Lautsprecher liegen. (die anderen Bauteile "umgehen" den eigentlichen Lautsprecher und stellen eine direkte Verbindung zwischen Plus und Minus der Anschlüsse her. Diese Bauteile sind recht kritisch im Zusammenspiel und sollten meines Erachtens nicht "so einfach" verändert werden.)

Bei Kondensatoren gibt es viele Modelle: Elko,MKT, MKP, Zinnfolie, Papier-Öl-Modelle usw. Die verlangten Preise zeigen grob die jeweilige Qualitätsstufe an. Es werden bei den Datenblättern der Kondensatoren immer deutlich günstigere Verlustverhalten herausgestellt; aber das alleine scheint es nicht nur zu sein. Diese Bauteile neigen auch zu Mikrofonie - sie nehmen mechanische Schwankungen (Schalldruck,Vibrationen) auf und erzeugen daraus elektrische Schwankungen=Störungen .

Interessant: dieses System geht auch anders herum: auch Bauteile machen "Musik", wenn man sie kräftig unter Strom setzt !

Kondensatoren haben eine (akustisch?) interessante Eigenschaft: wenn man sie schnell umlädt, wie es z.B. bei Musik passiert, werden sie quasi nicht ganz "leer"; sie behalten etwas Ladung (fast wie der Memory-Effekt bei Akkus) , und das wirkt sich natürlich auf die dann folgende Auflladung  aus. Hierbei schneiden verschiedene Kondensatorentypen unterschiedlich gut ab, können also unterschiedlich weit "geleert" werden.

 Ich habe es maximal bis "Zinnfolie" probiert. Mit folgendem Ergebnis: Der Lautsprecher klingt meistens "frischer" - also mit mehr Mitten und Höhen - Dadurch kommen auch mehr Details ans Ohr. Das klingt beim Hochtöner z.B. nicht mal unangenehm. Bei Mitteltönern führt das aber leicht in eine etwas! voluminös - hohle Wiedergabe; speziell männliche Stimmen klingen dann schwach nach "Treppenhaus". - Aber wie gesagt, das hängt sehr vom Ausgangslautsprecher ab ! - Ich habe z.B. ein Paar KEF - Calinda auf diese Weise richtig wohnzimmertauglich bekommen (sie sind von Haus aus eher dunkel klingend - prima für Chor und große Orchester)

8. Also erst mal beim Hochtöner anfangen (da sind meistens die kleinsten Kapazitäten; und, wenn schon,denn schon: direkt die "besten" Bauteile kaufen die im Budget drin sind; dann weiß man auf jeden Fall erst einmal, was sich maximal tut.) - Von den Spulen empfehle ich erst mal die Finger zu lassen; die passenden Werte sind meistens sehr schwer in Erfahrung zu bringen und Spulen reichlich teuer)

9.Abschlußbetrachtung: Umbau Macht Spaß ! - Das Ergebnis ist erhörbar ! - Wer sorgfältig arbeitet hat auch keine Probleme mit einer möglichen  "Rückrüstung", wenn nötig. UND: Manchmal lohnt es sich schon, auch einfach etwas hochwertigere Kabel innerhalb der Box zu verlegen und die Übergänge Stecker / Innenverkabelung mit einem Lötpunkt zu "sichern" -  Das kann man dann bei allen gefundenen Steckverbindungen so machen (Vorsicht beim Hochtöner: Lötkolben 50 Watt = Kabel zur Schwingspule kaputt !) - Und wenn man schon so schön dran ist: Gleich die ganzen Stecker / Buchsen der Hifi-Anlage putzen und pflegen; das hilft immer ! - Und: Lautsprecherkabel möglichst NICHT an den Enden verzinnen (wer kann, crimpen !) das kann sonst auf Dauer zu sehr unschönen Effekten führen...

 

 

 

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