Lautsprecher & Subwoofer umbauen

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Lautsprecher & Subwoofer umbauen

Die eigenen Lautsprecher leisten nicht das, was Sie von Ihnen erwarten? Der Subwoofer bringt nicht die kräftigen Bässe, die Sie sich wünschen? Oder die großen Standlautsprecher passen nicht in das kleinere Musikzimmer?

Natürlich gibt es hier die Möglichkeit, neue Lautsprecher zu erwerben und die alten auszutauschen. Doch gerade derjenige, der einmal viel Geld in ein Lautsprechersystem gesteckt hat, wird sich kein neues System kaufen wollen. Genauso verhält es sich bei Lautsprechern der Marke Eigenbau, in die neben Geld auch viel Herzblut geflossen ist.

Gewusst, wie: Lautsprecher selbst umbauen

Durch den Umbau von Lautsprechern gibt es viele Möglichkeiten, den Klang und die Optik der Lautsprecher zu modifizieren. Die Elektronik der Lautsprecher ist in der Regel feinelektronisch aufeinander abgestimmt, weshalb hier nur von wirklichen Kennern Änderungen vorgenommen werden sollten. Die Elektronik besteht aus den eigentlichen Lautsprechern, den Chassis, und den dazugehörigen Frequenzweichen. Das Chassis und die Frequenzweiche müssen reibungslos miteinander arbeiten. Diese Elemente zu manipulieren, sollten Sie Fachkräften überlassen, um die Lautsprecher nicht zu schädigen. Jedoch können Sie beim Umbau des Lautsprechers verschiedene Chassis nach Belieben miteinander kombinieren.

Den größten Handlungsspielraum bietet das Gehäuse des Lautsprechers. Hier können die Größe und der Aufbau einen großen Einfluss auf den Klang ausmachen. Auch optisch lassen sich Subwoofer und Lautsprecher so nach Ihren Vorstellungen umbauen und ändern. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, welche Umbauvarianten es gibt und worauf Sie beim Modifizieren der Lautsprecher achten müssen. Außerdem erfahren Sie, welche Materialien und Werkzeuge Sie hierfür benötigen.

Grundlegendes zu Beginn: So sind Lautsprecher aufgebaut

Ein Lautsprecher besteht in der Regel aus drei Grundkomponenten. Äußerlich sichtbar sind das Gehäuse und eine oder mehrere Lautsprechermembranen. Im Inneren befindet sich die Elektronik, die zum Großteil innerhalb des Chassis verborgen liegt. Das Chassis besteht aus der Elektronik, die die Signale des Verstärkers auf die Membran überträgt. Die Membran ist ebenfalls ein Teil des Chassis . Das Chassis bildet das Zentrum des Lautsprechers. Verschiedene Bauweisen machen ein Chassis entweder für hohe oder für tiefe Frequenzen besonders geeignet.

Generell gilt, dass größere Membranen sich für tiefe Frequenzen eignen. Das liegt an der Beschaffenheit des Klanges. Tiefe Töne haben eine sehr niedrige Frequenz, also eine lange Wellenlänge. Um diese Schallwellen in einer angemessenen Lautstärke zu produzieren, wird eine dementsprechend große Membran zur Verdrängung der Luft benötigt. Kleinere Chassis mit kleineren Membranen sind hingegen für die Wiedergabe von Hochtönen optimal. Ihre Membranen können schneller schwingen und hohe Töne so präziser und klarer wiedergeben als große.

Um das ganze Frequenzspektrum möglichst klar und fehlerfrei wiederzugeben, wird das Signal des Verstärkers auf verschiedene Chassis aufgeteilt. Hierfür werden Frequenzweichen genutzt, die in der Regel ebenfalls im Gehäuse des Lautsprechers eingebaut sind. Sie werden vor die Elektronik des Chassis in den Signalkreis integriert.

Meistens sind in Lautsprechern Mitteltöner und Hochtöner in einem Gehäuse miteinander kombiniert. Man spricht dann von sogenannten 2-Wege-Lautsprechern. Es gibt Lautsprechersysteme, beidenen daneben noch ein Tieftöner integriert wurde. Da Tieftöner jedoch einen gewissen Resonanzraum benötigen, um kraftvolle Bässe zu produzieren, müssen diese Lautsprecher dann relativ groß gebaut sein. Regallautsprecher mit Tieftönern würden daher keinen guten Ton produzieren.
Bei hohen Frequenzen genügen kleine Gehäuse. Um die Mittel- und Hochtöner möglichst klein und kompakt zu halten, wird der Subwoofer bzw. Tieftöner häufig in einem eigenen, größeren Gehäuse verbaut.

Von geschlossenen Gehäusen, Bassreflexboxen und Bassreflexröhren: Diese Gehäusearten gibt es

Die Bauart des Gehäuses hat einen großen Einfluss auf den Klang. Es gibt daher verschiedene Möglichkeiten, Lautsprechergehäuse zu gestalten. Wir können in diesem allgemeinen Ratgeber keine detaillierten Angaben zum Zusammenbau der einzelnen Bauarten machen. Wir bieten Ihnen mit unserer Vorstellung aber die Möglichkeit, das passende Gehäuse für sich zu finden. Die Größe des Gehäuses ergibt sich durch die verwendeten Chassis.

Doch wozu benötigt man ein Lautsprechergehäuse überhaupt? Der Grund dafür ist ein physikalisches Phänomen, der sogenannte akustische Kurzschluss, den es zu vermeiden gilt. Benutzt man einen Lautsprecher ohne Gehäuse, wird der Ton von beiden Seiten des Chassis abgestrahlt. Die von beiden Seiten ausgehenden Schallwellen können sich dabei so überlagern, dass sie sich gegenseitig auslöschen.
Um diesen Effekt zu vermeiden, kann man das Chassis in eine Trennwand einlassen. Diese Trennwand müsste, um eine Auslöschung bei einem Basston mit 50 Hertz zu verhindern, jedoch einen Durchmesser von drei Metern haben. Platzsparende Lösungen für dieses Problem bieten die bereits erwähnten Gehäuse. Wir möchten Ihnen die drei gängigsten Gehäuseformen vorstellen.

Geschlossene Gehäuse verhindern den akustischen Kurzschluss

Die einfachste Konstruktion für ein Lautsprechergehäuse bildet das sogenannte geschlossene Gehäuse (closed enclosure). Durch einen geschlossenen Hohlraum wird verhindert, dass die Schallwellen der Rückseite des Lautsprechers mit den vorderen interferieren.

Die rückseitigen Abstrahlungen des Chassis bleiben im Gehäuse und der nach vorne abgestrahlte Ton wird nicht gestört. Der Nachteil dieser Gehäuse für den Nachbau liegt vor allem darin, dass das Gehäuse komplett dicht gestaltet werden muss. Auch kleinere klangliche Einbußen muss man bei dieser simplen Konstruktion hinnehmen. Besonders in den Tiefen bieten sich hier einige Nachteile.

So wird der rückwertig abgestrahlte Ton nicht genutzt, was gerade bei tiefen Tönen wünschenswert ist. Außerdem wirkt die in dem Gehäuse eingeschlossene Luft wie ein Dämpfer auf die Membran. Gerade zur Abstrahlung tiefer Frequenzen muss sich die Membran relativ weit bewegen können, um den nötigen Schalldruck für lange Schallwellen zu erzeugen. Dabei bremst die Luft im Gehäuse die Schwingung der Membran merklich ab. Der Vorteil dieser Bauweise liegt in der einfachen Konstruktion und in dem hervorragenden Impulsverhalten.

Nutzt auch den Rückschall optimal: Der Bassreflexlautsprecher

Anders als das geschlossene Gehäuse nutzt der Bassreflexlautsprecher den rückwärtig abgestrahlten Schall mit. Das Gehäuse ist von der Grundform wie eine geschlossene Box aufgebaut. Sie enthält jedoch an der Vorderseite eine Öffnung, die mit einem Rohr ins Innere des Lautsprechers reicht. Durch diese Öffnung strömen die Schallwellen nicht einfach nach draußen, sondern schwingen in dem Bassreflexrohr mit. So wird dieses Rohr als zusätzliche Schallquelle genutzt, die den Schall phasenverschoben wiedergibt.

Sind Chassis, Gehäusegröße und Bassrohr optimal aufeinander abgestimmt, strahlt das Bassreflexrohr auch in den Bereichen noch tiefe Frequenzen ab, in denen die Schallabstrahlung der Membran bereits abnimmt. Bei falschen Größen hingegen kann es zu störenden Strömungsgeräuschen führen.

Möchten Sie also eine normale geschlossene Box mit einem Bassreflexrohr aufwerten, müssen auch hier Berechnungen zur Länge und zum Durchmesser des Rohrs angefertigt werden.

So bauen Sie das Gehäuse eines Lautsprechers oder eines Subwoofers um

Ist ein Lautsprechergehäuse beschädigt, gefällt es Ihnen nicht mehr oder passt es einfach räumlich nicht mehr, ist es möglich, ein neues Gehäuse zu bauen. Dies ist auch dann anzuraten, wenn Sie mit dem Klang der ursprünglichen Box nicht zufrieden sind. Es ist ebenfalls möglich, verschiedene Chassis in ein Gehäuse einzubauen.
Hier sollten Sie jedoch mit einem Fachmann über die richtige Größe des Gehäuses für die Zusammenstellung der ausgewählten Chassis sprechen. Wer sich diesen Schritt sparen möchte, kann sich bei verschiedenen Softwares zur Errechnung des richtigen Boxenvolumens Hilfe suchen.

Wenn Sie das passende Volumen berechnet haben, können Sie entweder einen dementsprechenden Lautsprecherbausatz für das Gehäuse erwerben, oder aber sich auf eigene Faust ein Gehäuse zusammenstellen. Für die Planung der Gehäuseteile ist einiges an Konstruktionsgeschick nötig. Auch hier gibt es im Internet und mit bestimmten Softwares Möglichkeiten, den Bau des Gehäuses zu planen.
Sind alle Daten gesammelt, können Sie sich an die Materialauswahl machen. Es ist dabei ratsam, sich die einzelnen Teile von einem Schreiner zusägen zu lassen. Die Aussparungen für die verschiedenen Chassis können Sie ebenfalls im Vorfeld planen und direkt vom Fachmann einfügen lassen.

Hier wird der Klang gemacht: Diese unterschiedlichen Chassis-Typen sollten Sie kennen

Man unterscheidet bei der Bauweise von Lautsprecher-Chassis unter dynamischen und magnetostatischen Lautsprechern. Das Prinzip dieser Lautsprecher ist zunächst gleich: Ein Verstärkersignal bestehend aus Wechselstromsignalen wird über das Lautsprecherkabel zum Chassis geführt. Im Inneren des Chassis wird das Signal durch einen Wandler in Bewegung umgesetzt, die die Lautsprechermembran zum Schwingen bringt. Dadurch werden Schallwellen an die Luft weitergegeben, die in unseren Ohren als Geräusch, Ton oder Musik wahrgenommen wird.

Der Unterschied zwischen den einzelnen Chassis-Arten liegt in der Übertragung des Signals auf die Membran. Bei dynamischen Lautsprechern ist eine bewegliche Metallspule an einer Stelle der Membran befestigt. Über sie wird die Schwingung übertragen. Dynamische Schwingspulenlautsprecher finden besonders bei Tieftönern Einsatz.

Aufgrund ihrer kleineren Bauweise werden Bändchen- und Folienlautsprecher für Hochtöner benutzt. In beiden Fällen wird das Signal direkt auf die Membran übertragen. Beim Bändchenlautsprecher ist die Membran selbst aus leitfähigem, sehr dünnem Aluminium gefertigt. So kann das elektrische Signal direkt in Schwingung umgewandelt werden. Bei Folienlautsprechern hingegen besteht die Membran aus einem sehr dünnen Kunststoffmaterial, das mit Leiterbahnen durchzogen ist.

Aufgrund der direkten Übertragung der elektrischen Signale auf die Membran haben diese Lautsprecher eine ausgezeichnete Reaktionszeit und können hohe Frequenzen klar und definiert wiedergeben.

Diese Werkzeuge benötigen Sie, um Ihren Subwoofer oder Lautsprecher umzubauen

Um Lautsprecher mit einem ansprechenden Ergebnis umzubauen, wird einiges an Werkzeug verlangt. Dabei hängt es natürlich davon ab, wie viele der einzelnen Teile Sie tatsächlich selbst bearbeiten möchten. Wer sich die Holzteile passend zusägen lässt oder einen fertigen Bausatz nutzt, spart sich die Anschaffung einer hochwertige Säge.
Beachten Sie auch, dass Chassis im Idealfall bündig in das Gehäuse eingesetzt werden. Dafür benötigen Sie wiederum eine Holzfräse. Um die Nuten in die Gehäuseplatten zu fräsen, wird außerdem ein Winkelschleiferaufsatz benötigt. Der Tischler Ihres Vertrauens hat alle diese Geräte vor Ort und kann Ihre Vorgaben fachmännisch umsetzen.

Um das Gehäuse zusammenzubauen, benötigen Sie Leim und Spannzwingen, die die Konstruktion zusammenhalten. Wenn Sie sich gegen Echtholzmaterialien entschieden haben, sollten die Lautsprecher außerdem lackiert werden. Je nach Lackierart sind hier entweder Pinsel oder Sprühvorrichtungen gefragt.

Die Frequenzweichen und Chassis werden mit den passenden Schrauben befestigt. Um einen sicheren Halt zu gewährleisten und da relativ viele Schrauben benötigt werden, empfiehlt sich dafür ein Akku-Schrauber.

 

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden