Lauf dich fit: Worauf es beim Kauf von Laufschuhen ankommt

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Lauf dich fit: Worauf es beim Kauf von Laufschuhen ankommt

Wer gerne joggt, oder mit dem Joggen beginnen möchte, braucht Laufschuhe. Der Laufschuh, oder auch Joggingschuhe genannt, ist die direkte Verbindung des Körpers zum Untergrund. Er muss den Fuß viele Hunderte Kilometer lang schützen und daher perfekt verarbeitet sein. Die Geschichte des Laufschuhs ist übrigens noch gar nicht sehr alt. Erst gegen Ende der 1960er Jahre tat sich der deutsche Schuhmacher Eugen Brütting mit dem neuseeländischen Leichtathletiktrainer Arthur Lydiard zusammen und konzipierte den ersten richtigen, speziell auf das Laufen ausgelegten Schuh, den „Roadrunner". Dieser kam in den 1970er Jahren auf den Markt und wurde gerade bei Spitzensportlern sehr beliebt, was Hersteller wie Adidas und Asics dazu beflügelte, eigene Laufschuhe herzustellen. Später kamen weitere Hersteller dazu, beispielsweise Nike, Puma, Reebok, Brooks und andere. Aber auch Fitnesstracker, zum Beispiel das Jawbone Fitness Armband, können sehr nützlich beim Joggen sein. Damit haben Sie nämlich immer den perfekten Überblick über Kalorien, Schritte und Puls! 

Dieser Ratgeber möchte Ihnen einen ersten Überblick zum Thema Laufschuhe geben. Das man einen Laufschuh nicht einfach so kauft, sondern ihn speziell auf eigenen Bedingungen anpassen sollte, ist wahrscheinlich bekannt. Welche Bedingungen das sind, wie der Laufschuh aufgebaut ist und was man sonst noch vor dem Kauf beachten kann, wird Ihnen dieser Ratgeber näherbringen.

Den richtigen Laufschuh finden

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass man einige Dinge beachten sollte, bevor man ein Paar Laufschuhe kauft. Die schiere Anzahl an verschiedenen Modellen am Markt lässt in diesem Zusammenhang bei dem einen oder anderen ein Gefühl von Unsicherheit entstehen. Dies kann unter Umständen zu Fehlkäufen führen. Ein falscher Schuh am Fuß kann dann sehr unangenehme Folgen zeitigen. Um das zu verhindern, sollte man sich im Vorfeld des Kaufs einige Fragen stellen, z. B.:

  • Welchen Fußtyp besitze ich?
  • Welche Beinstellung zeichnet sich ab?
  • Wie hoch ist das eigene Körpergewicht?
  • Welcher Laufuntergrund wird genutzt?
  • Wie viele Kilometer werden in der Woche zurückgelegt?
  • Wie sieht die Hüftstellung beim Laufen aus?

Um diese Fragen zu beantworten, ist es in der Regel gut, vor dem Kauf eine Video-Laufbandanalyse durchführen  zu lassen und ihren individuellen Stil genau untersuchen. Dass der Laufschuh eine kleine Wissenschaft für sich darstellt, hängt auch damit zusammen, dass er ein sehr komplexer Schuh ist, der aus vielen verschiedenen Einzelteilen gefertigt wird.

Aufbau und besondere Eigenschaften des Laufschuhs

Ein hochqualitativer Laufschuh besteht aus ungefähr 30 bis 38 verschiedenen Teilen, die miteinander vernäht, gestanzt oder verschäumt werden müssen. Der Herstellungsprozess ist demnach nicht trivial. Preisgünstigere Joggingschuhe bestehen aus weit weniger Einzelteilen, zwischen 16 und 20 Teilen. Dort wird dann auch an den Rohmaterialien gespart, sodass die Gesamtkosten sinken.

Laufschuhe werden, wie andere Schuhe auch, über einen Leisten angefertigt. Dieser Leisten hat die schematische Form eines menschlichen Fußes. In dieser Hinsicht ist die Größe des Leisten entscheidend für die spätere Passform. Damenleisten sind beispielsweise schmaler als Herrenleisten, für Asiaten werden andere Leisten verwendet als für Europäer usw. Der leicht gebogene Leisten besitzt in der Regel eine Biegung von 6 Grad. Für Menschen, die einen Spreiz- oder Senkfuß besitzen oder für Läufer mit Pronation (Einwärtsdrehung der Gliedmaßen) sind gerade Leisten zu empfehlen. Die gebogene Leistenform ist für Läufer mit Supination (Auswärtsdrehung) und/oder hohen Füßen die Geeignetste.

Der Schaft bzw. das Obermaterial des Laufschuhs muss den Fuß umhüllen, schützen und bei der Abrollbewegung führen. Der Schuh selbst sollte eine gute Belüftung vorweisen, um den Fuß besonders im Zehenbereich ausreichend zu klimatisieren. Entstehender Schweiß muss austreten können. Im Bereich der großen Zehen müssen Verstärkungen angebracht sein, da hier sehr viel Reibung bzw. Durchscheuerung vorherrscht. Der Mittelfuß und die Ferse benötigen einen perfekten Sitz des Schuhs. Gerade hier werden die meisten Kräfte übertragen.

Die wichtigsten Komponenten und Merkmale des Laufschuhs

Einer der ersten „Werte", die für den Kauf eines perfekt abgestimmten Laufschuhs notwendig ist, ist die Schuhgröße. Man mag es kaum glauben: Viele kennen ihre eigene Schuhgröße nicht oder nicht richtig. Wichtig in dem Zusammenhang ist, dass sich die Größe eines Laufschuhs von derjenigen eines normalen Straßenschuhes unterscheidet. Der Laufschuh ist viel höheren Drücken ausgeliefert als der normale Schuh. Insofern muss der Schuh etwas größer sein als der Fuß, denn: bei der Bewegung beim Laufen rutscht der Fuß nach vorne. Daher sollten immer 0,5 bis 1,5 Zentimeter Platz sein. Zu groß darf der Schuh jedoch auch nicht sein, da sich sonst Zehen verkrampfen, um Halt zu finden. Die beste Methode, um die geeignete Größe herauszufinden, ist die Vermessung des Fußes im Fachgeschäft.

Zum Thema Dämpfung

Wesentliche Funktion des Laufschuhs ist es, den Fuß beim Laufen zu dämpfen. Hierfür ist die Sohle des Schuhs verantwortlich. Bei der Sohle kommt hier insbesondere die Zwischen- und Mittelsohle zum Tragen. Sie besteht aus EVA-Schaum. Dieser wird in verschiedenen Härtegraden hergestellt. Hierbei gibt es eine Faustregel: je höher das Körpergewicht des Läufers, desto härter sollte die Zwischensohle sein. Die Innensohle wiederum muss luftdurchlässig sein, damit Feuchtigkeit entweichen kann.

Die Brandsohle ist ein besonderes Sohlenstück. Sie sorgt für die Verbindung zwischen dem Schaft und der Zwischensohle. Sie ist eine Leistenkonstruktion. Faserartiger Kunststoff ist dabei unter der Einlegesohle mit der Zwischensohle verklebt und sorgt für mehr Stabilität.

Wenn man mehr im Wald oder auf Feldwegen läuft, also auf gut federnden Untergründen, wird keine starke Dämpfung benötigt. Auf Asphalt sieht es entsprechend anders aus. Das Profil muss selbstverständlich auch nach dem entsprechenden Untergrund ausgesucht werden. Läuft man eher auf ebenerdigen Untergründen, ist ein tiefes Profil, das man für unebene Untergründe benutzt, nicht notwendig.

Wissenswertes zum Material

Die Materialien, aus denen der Schuh gemacht ist, tragen wesentlich zu seiner Funktionalität bei. Das Obermaterial der meisten Laufschuhe besteht heute aus künstlichem Material wie Nylon und/oder Kunstleder. Häufig trifft man eine Mischung aus Kunstleder und „Mesh" an. Dieses ist ein luftdurchlässiges Textilgewebe. Trotz Luftdurchlässigkeit ist der Schuh dabei wasserdicht geschützt. Ein weiterer Vorteil der künstlichen Materialien: Sie sind viel pflegeleichter als beispielsweise echtes Leder. Die Zwischensohle besteht häufig aus Ethylenvinylacetat (EVA). Das Material dämpft besonders gut und passt sich gut an die Fußform an.

Bei Laufschuhen herrschen drei verschiedene Macharten vor

  • Kombinierte Machart: Die kombinierte Machart ist bei den meisten Laufschuhen zu finden. Dabei wird im hinteren Rückenfußbereich eine halbe Brandsohle mit dem Schaft vernäht. Ebenso wird im Vorfußbereich der Schaft zusammengenäht. Durch diese Kombination soll dem Fußrücken mehr Stabilität und dem Vorfuß mehr Flexibilität verliehen werden.
  • Strobel: Bei der Strobelmachart des Laufschuhs wird ebenfalls die Brandsohle mit dem Schaft vernäht. Das sehr strapazierbare Gewebe wird dabei durch die sogenannte Strobelnaht vernäht. Die Brandsohle gewährleistet so die Stabilität des Laufschuhs.
  • Mokassin: Bei der Mokassinmachart wird anders als bei der Strobelmachart der Schaft ohne Brandsohle an der Unterseite unterhalb der Einlegesohle zusammengenäht und mit der Zwischensohle verklebt. Vorteil: Der Schuh ist dadurch sehr leicht und flexibel.

Fersenkappe und Mittelfußbrücke

Eine weitere wichtige Komponente des Laufschuhs ist die Fersenkappe. Diese muss den Fuß von hinten sicher umschließen und sehr stabil ausgeführt sein. Sie ist meist aus Kunststoff gefertigt und stützt den Hinterfuß. Mithilfe der Fersenkappenjustierung lassen sich Fußfehlstellungen ein wenig korrigieren. Moderne Laufschuhe verfügen weiterhin über eine sogenannte Mittelfußbrücke. Diese sorgt für eine kontrollierte Bewegung des Mittefußes. Sie liegt zwischen dem Vor- und Rückfußbereich und stellt eine Kerbe in Kombination mit einem Plastikelement dar. Dieses soll die natürliche Verdrehung des vorderen Schuhteils unabhängig vom hinteren Schuhteil ermöglichen.

Gewicht des Schuhs

Ein wichtiges Merkmal, auf das bis jetzt noch nicht eingegangen wurde, ist das Schuhgewicht. Hier lässt sich wiederum eine Faustregel anbringen: Je größer das Gewicht, desto mehr Dämpfungsleistung und Stabilität. Benutzt man den Laufschuh nicht zum Spitzensport, ist das Gewicht heutzutage eher relativ zu sehen. Die heutigen Materialien sind heute in der Regel sehr leicht. Auch bei „normalen" Laufschuhen ist ein zu hohes Gewicht zumeist nicht gegeben, insofern dieses das Laufen behindern würde. Schuhe für Freizeitläufer sind meistens etwas schwerer, Laufschuhe für Profis und Wettkämpfe oft leichter, daher aber auch kaum gedämpft und weniger stabil.

Wichtig: die Schnürung

Wie bei anderen Schuhen auch, verfügt der Laufschuhe über eine Zunge. Diese Lasche kann mal mehr, mal weniger gepolstert sein. Sie liegt auf dem Fußrücken und sorgt dafür, den Druck der Schnürsenkel zu reduzieren. Die richtige Schnürung für den Schuh ist ein Thema für sich. Durch eine gute Schnürung gewinnt der Fuß an Stabilität, sodass er beim Laufen nicht umherrutschen kann. Wenn man die Schnürsenkel nach dem Kauf anders binden möchte, sollte man auf folgende Grundregel achten. Besitzen Sie eher schmale Füße, sollten Sie die Schnürsenkel durch die Schuhoberseite durch die Löcher führen. Bei breiten Füßen sollte man genau anders herum verfahren. Achten Sie auch darauf, dass die Schuhe nicht zu fest geschnürt sind.

Laufschuhe wollen gepflegt werden

Nach jeder Benutzung sollte man den Schuhen Gelegenheit bieten, sich zu „erholen", indem man Sie auslüftet. Bewahren Sie Ihre Laufschuhe daher an einen trockenen, im Winter warmen Ort auf. Dabei sollten Sie jedoch darauf achten, dass der Schuh nicht in direkten Kontakt mit Heizkörpern gerät, da er sonst spröde wird. Entfernen Sie die Einlegesohlen und stopfen Sie den Innenschuh mit Papier aus, wenn Feuchtigkeit eingedrungen ist. Sind die Schuhe beispielsweise stark verdreckt, sollten Sie eine umfassende Reinigung mit einem nassen Schwamm vornehmen. Waschmittel sind in der Regel zu scharf für das Material des Laufschuhs. Möchten Sie Ihre Schuhe in der Waschmaschine waschen, dürfen Sie die Temperatur von 30 Grad nicht überschreiten.

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