Laterndeluhren, Monatsläufer, Wiener Regulatoren: FAKES

Aufrufe 17 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Es ist wirklich erbärmlich, was von Verkäufern wie pe.it_no..l als angeblich Originale Biedermeieruhren verkauft wird: im Oktober 2008 gibt es mal wieder ein paar besonders schlecht gemachte Nachbauten von solchen hochkarätigen Stücken der Wiener Uhrmacherkunst zu besichtigen: Artikelnummer 160269012393 und 160291940929  zeigen zwei Komplettfälschungen, die sogar von besonders armseliger Qualität sind.

Zum Konzept der Täuschung gehört, dass die Fotos der Uhren sehr klein und auch noch unscharf aufgenommen sind, zumindest wenn es um das Holzgehäuse der Uhren geht: so etwas lässt sich nur sehr schwer fälschen, da eine in 150 - 200 Jahren gewachsene Patina von keinem Fälscher imitiert werden kann. Die Bilder zu den besagten Uhren sind absichtlich so schlecht, dass sich damit eigentlich mehr verbergen als zeigen lässt. Die Uhrwerke sind in aller Regel nur ca. 100 Jahre alt und völlig umgebastelt. Zifferbaltt, Pendel und Pendellinse sind dagegen völlig neu.

Es sind sehr laienhaft gemachte und nicht einmal mit Holz aus der Zeit gemachte Nachbauten, die hier für immerhin 3.500 -5000 € verkauft werden sollen..

Billiges gemessertes Khaya-Mahagoni aus Afrika wird da auf bestenfalls 100 Jahre altes Gründerzeit-Weichholz gepappt, während zur Zeit der angeblichen Entstehung dieser Uhren noch echtes Mahagoni aus der Karibik (Kuba-Mahagoni) in Gebrauch war, das völlig anders aussieht! Das hier verwendete Khaya-Mahagoni kam erst um 1920 in Europa in Gebrauch, weil das echte Kuba-M. abgeholzt war und bis heute nicht mehr zu finden ist.

Die schlechte Handwerkliche Arbeit (der mit dem handwerklichen Geschick eines Grobmotorikers agierende Fälscher hatte seine Probleme mit dem Aufleimen des hauchdünnen Furnier) wird dann auch noch offenbar versucht als Altersspur darzustellen: diese beiden Bilder zeigen deutlich Spuren einer vergeigten Arbeit, nicht Altersspuren- solche Risse und Flicken passieren, wenn jemand nicht mit dem unter der Feuchtigkeit des Leims aufquellenden 0,5 mm dicken Furnier umgehen kann.

      

Auch die Rückwand ist zwar aus altem Holz gemacht, aber von der Güte eines alten Schuppenbrettes, das niemals an einer anspruchsvollen Wiener Uhr zu finden gewesen wäre. Riesige Äste und wie mit einem stumpfen Hobel bearbeitete, ausgerissene Flächen wie an dieser Rückwand hier gab es niemals an einer feinen Wiener Uhr:



Ebenfalls sehr verräterisch sieht die Rückseite der Tür aus, hier ist wirklich der Qualitätsgrad einer schlechten Zimmermannsarbeit erreicht: so mies, ungekonnt und schlampig hätte ein Wiener Tischler im 19. Jhdt. nie gearbeitet, auch hätte er die Innenseite des Nadelholzes nicht mit einer an Unterbodenschutz erinnernde Pampe zuschmieren müssen: hier war bei teuren Uhren wie Laterndeluhren in der Regel feinst furniert oder aber schön gealtertes Nadelholz wäre sichtbar: nur deshalb gibts hier die Schmiere auf dem Holz.



Lassen Sie also die Finger von diesen laienhaft gemachten Fälschungen, nur wer dumm genug ist, auf solchen Müll hereinzufallen, bietet auf solch armseligen, stümperhaft zusammengebastelten Mist!


Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber