Lastenanhänger der HP Serie

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Oft werden die in der ehemaligen DDR hergestellten PKW Anhänger der HP Serie angeboten. Waren diese doch auch sehr robust und relativ einfach zu warten. Besonders die kleinen ungebremsten Anhänger HP 300 bis 400 sind begehrt. Wenige Teile welche einer Wartung bedürfen zeichnen diese aus.  Jedoch sind auch diese nicht vollkommen von Defekten befreit. Besonders die Radlager bilden einen Schwachpunkt. Bedingt durch die kleinen Räder und die starke Nutzung der Anhänger neigen die verbauten Lager zu stärkerem Verschleiß. Woran erkenne ich ein defektes Radlager? Da die Anhänger ein geringes Eigengewicht besitzen kann eine Person den Anhänger einseitig anheben und eine zweite Person versetzt das Rad in Drehbewegung. Ein leises knackendes oder malendes Geräusch verbunden mit einem leichten Stocken der Drehung verrät ein defektes Lager. Noch günstiger ist es, wenn zu dem Hänger die Aufstellstützen gehören und der Anhänger senkrecht gestellt werden kann. Wollen sie die Lager selbst wechseln oder eine Werkstatt damit beauftragen sollten Sie die Größe der verbauten Lager angeben. Außen wurde ein Wälzlager  (auch als einreihiges Rillenkugellager bezeichnet) mit der Bezeichnung 6304 eingesetzt, innen ein Wälzlager 6205. Sollen beide ersetzt werden empfehle ich innen ein Lager mit der Bezeichnung 6205 RS zu bestellen. Zwar ist dieses Innenlager zusätzlich mit einem Gummiring innen an der Radnabe geschützt, jedoch kann minimal Schmutz eindringen, da diese Zusatzabdichtung bedingt durch das Alter der meisten Anhänger seine 100 % ige Dichtwirkung verliert. (auf dem Bild hinter dem Innenlager ersichtlich)
Daher ist es sicherer hier ein beidseitig geschlossenes Lager einzusetzen, welches die Zusatzbezeichnung RS hat. Eigentlich gehören Reparaturen am Fahrwerk in eine Fachwerkstatt. Wollen wir die Lager jedoch selbst wechseln benötigen wir folgendes Werkzeug: Ringschlüssel SW 24, Dreiklauenabzieher, Wasserpumpenzange, Kombizange für den Splint. Zunächst das Rad abschrauben. Nach dem Lösen der Staubkappe, welche wir vorsichtig mit der Wasserpumpenzange leicht zusammendrücken und herausziehen wird der Splint entfernt und die Kronenmutter gelöst und die Unterlegscheibe entnommen. Nun den Abzieher  mit den Klauen hinter der Nabe ansetzen und die Nabe abziehen. Das Außenlager verbleibt in der Nabe jedoch kann das Innenlager gelegentlich auf dem Achsstumpf verbleiben, wie auf dem Bild ersichtlich. Ist nur das Innenlager defekt kann dieses in diesem Fall einfach mit einem Winkelschleifer zertrennt werden, wobei wir auf die Gummidichtung dahinter achten. Verbleibt das Innenlager in der Nabe müssen wir es nach Entfernung des Dichtringes genau wie das Außenlager  in einer Werkstatt aus- bzw. einpressen lassen, wenn wir nicht selbst über eine geeignete Presse verfügen. War nur das äußere Lager defekt, belassen wir das Innenlager auf dem Achsstumpf. Beim Zusammenbau setzen wir die Nabe hier vorsichtig auf dieses Lager und schlagen mit einem Gummihammer auf die Nabe  bis das Innenlager samt Zusatzdichtring in der Nabe verschwinden. Dabei ist ein kleiner tropfen Öl auf dem Lageräußeren hilfreich. Sind beide Lager erneuert worden beim Einbau nicht den Dichtring vergessen! Nun die Unterlegscheibe aufsetzen und die Kronenmutter andrehen. Dabei ist darauf zu achten, das sich nicht die gesamte Nabe auf dem Achsstumpf bis an den Federarm des Hängers verschiebt. Neu versplinten  (bitte einen neuen Splint verwenden) und die Staubkappe mit einem leichten Hammerschlag (Gummihammer) befestigen.
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