Lambo Style Door - So bauen Sie Flügeltüren in Ihr Fahrzeug ein

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So bauen Sie eine Flügeltür/ ein Lambo Style Door in Ihr Fahrzeug ein

Flügeltüren sind seit jeher eine imposante Erscheinung. Nicht nur bei Oldtimern sehr beliebt, wollen viele Autobegeisterte eine solche Tür für sich beanspruchen. Vor allem Sportflitzer sieht man häufig mit den aufwendigen Konstruktionen. Diese müssen nicht immer von Werk in den PKW eingebaut worden sein. Viele Bastler können sich vorstellen, eine extravagante Flügeltür durch eigene Handarbeit in ihr Fahrzeug einzusetzen. Es stellt sich hierbei die Frage, ob das für jedes Fahrzeug möglich ist. Auch, wo man diese Türen kaufen kann und worauf bei einem Einsetzen zu achten ist, ist nicht unerheblich.

Die Flügeltür ist eine Traumvorstellung für Autofahrer, weil sie praktisch ist

Eine Flügeltür begeistert, seit man sie in alten Filme gesehen hat. Ein Deutscher, Hanns Trippels, hat diese Form der Öffnung erfunden. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Sie übermitteln Luxus und Stil. Wenn die Türen wie „Flügel“ lautlos aufschweben, erzeugt dies oft einen mondänen Eindruck auf andere Personen.
  • Die Flügeltür ist komfortabel. Da beim Öffnen gleichzeitig auch ein Teil des Fahrzeugdaches geöffnet wird, ist viel Platz vorhanden. Auch bei beengten Parklücken ist eine solche Tür hilfreich, da man nicht gegen Hindernisse stößt.
  • Wenn es regnet oder schneit, ist man beim Be- und Entladen geschützt.
  • Das Einladen von großen Gegenständen wird erleichtert.

Der kleine Unterschied zwischen den beiden Arten, der nur selten gemacht wird

In den 80er Jahren hat sich die Tuningszene für Flügeltüren enorm schnell ausgebreitet. Aber auch heute noch ist die Faszination spürbar, selbst wenn immer weniger Wagen mit diesem Extra auf den Straßen gesehen werden.

Allerdings sind Flügeltüren von den sogenannten „Lambo style doors“ zu unterscheiden. Der Name der zuletzt genannten Sorte leitet sich vom Luxuswagen Lamborghini ab. Diese Modelle besitzen Scherentüren, die den Flügeltüren in Funktion und Aussehen ähneln. Sie werden von Fahrwerktunern zur Nachrüstung angeboten. Ein Einbau kann nicht nur für Lamborghinis erfolgen.

Flügeltüren können Sie nach oben hin aufmachen. So ist nahezu die komplette Mittelkonsole des Autos geöffnet. Die Scherentüren gehen nach oben vorn auf.

Der Einbau einer Lambo Style Door erfordert viel Kenntnis über den Wagen und die Technik

Wenn Sie vorhaben und es sich zutrauen, diese Art der Türöffnung in Ihr Auto einzubauen, ist es von Vorteil, wenn nicht sogar Voraussetzung, einige Dinge im Vorfeld genau abzufragen.

  • Sind Sie technisch begabt und können mit Werkzeug jeglicher Art gut umgehen?
  • Vertrauen Sie auf Ihr Grundverständnis von Fahrwerk und handwerklichem Geschick?
  • Sind Sie innovativ und kreativ, was das Lösen von Probleme angeht? Diese können mitunter vorkommen und sollten dann in kurzer Zeit gelöst werden.
  • Haben Sie genug Kraft, um die Türen zu heben?
  • Da jedes Auto anders ist und es viele Eigenheiten gibt- haben Sie sich bereits an den Hersteller gewandt, der Ihnen die wichtigsten Grundinformationen zu Ihrem Fahrzeug gibt?
  • Sind Sie sich der Kosten bewusst? 

Heutzutage setzt man nahezu nur noch „Lambo Style Doors“ ein. Die älteren Flügeltüren werden äußerst selten an neue Wagen montiert.

Die „Lambo Style Door“ sorgt überall für großes Aufsehen

Mit einer Tür der Lamborghini-Art fallen Sie immer auf. Dafür müssen Sie kein Sportauto haben. Denn es ist nahezu bei allen Autos möglich, diese aufklappbaren Eingänge einzubauen und somit die alten Türen überflüssig zu machen. Das Scherensystem ersetzt die originalen Scharniere. Zum Öffnen ist ein Druckdämpfer an die Tür angeschlossen. Dies erzeugt zusätzlich das Gefühl, als würde die Türe fliegen, da sie hierdurch sehr leicht wird.

Die Türen müssen Sie natürlich auch in die Fahrzeugpapiere eingetragen, was im Normalfall kein Problem darstellt. Einen Nachweis sollten Sie auf jeden Fall vor der ersten Fahrt vorlegen können. Ansonsten handelt man regelwidrig.

Die „Lambo Style Doors“ anbringen hat seine Tücken, ist aber machbar

Bevor Sie nun mit dem Einbau beginnen, müssen Sie noch einige Vorbereitungen treffen:

  1. Klemmen Sie die Batterie des Wagens ab. Hierbei müssen Sie auf die richtige Reihenfolge achten, um einem Kurzschluss vorzubeugen.
  2. Anschließend entfernen Sie die vordere Stoßstange. Hier kann eine zweite Person unterstützend mithelfen.
  3. Den vorderen Kotflügel lösen Sie ebenso vom Fahrzeug.
  4. Da die Türen in der Mitte des Fahrzeugs, an der A-Säule, angebracht werden, sollten Sie jetzt die Kabelsteckverbindung zwischen der Tür und dieser Mittelsäule ausstecken.
  5. Montieren Sie jetzt das Fangband ab.
  6. Lösen Sie die Türscharniere an der A-Säule und heben Sie diese hinaus.

Jetzt kommt die Montage der Scharnierplatten an die A-Säule und an die Tür Ihres Wagens:

  1. Trennen Sie nun die Kantenteile des Kotflügels heraus.
  2. Je nach Fahrzeugmarke bzw. -modell und –typ müssen Sie ein zusätzliches Loch bohren, eine Kante wegschneiden oder ähnliche Schritte einleiten. Gleichen Sie hierfür Ihre alte Tür und den Rahmen mit der einzubauenden „Lambo Door“ ab und handeln Sie dementsprechend.
  3. Wenn Sie die Tür an Ihren Wagen angepasst haben, montieren Sie die „Lambo Style Door“ – Grundplatte an den Befestigungspunkten der Karosserie.
  4. Stellen Sie den Schwenkarm der „Door“ jetzt noch an den Befestigungspunkten der demontierten Tür fest.

Der letzte Punkt ist die Montage und die anschließende Justierung:

1. Sie können die bearbeitete Tür an den Wagen anbringen und komplett anschließen (Außenspiegel, weitere Kabel etc.)

2. Nun befestigen Sie den Schwenkarm an der Grundplatte. Stellen Sie ihn aber noch nicht endgültig sicher, sondern richten Sie ihn durch Verschieben der Tür erst aus. Für die Befestigung des Arms müssen Sie die oberen und unteren originalen Scharniere bearbeiten.

3. Ist dies geschehen, können Sie die Einstellschrauben für die Türschließung einstellen.

4. Nun müssen Sie sich noch um die Gasfeder kümmern. Diese wird in die Türe des Schwenkarms und anschließend in die Grundplatte eingehangen. Ein Sicherungsring bietet festen Halt.

5. Nun schließen Sie die Tür und lassen das Türschloss richtig einrasten. Ein Tipp: Verwenden Sie dabei den Kugelkopf der Einstellschraube als Führungspunkt. So können Sie die Frontseite der Tür in die richtige Position führen.

Befestigen Sie den Schwenkarm wieder mit Inbusschrauben an der Grundplatte. Sie können die Tür durch Verschieben ausrichten.

6. Die Einstellschrauben können den gewünschten Öffnungswinkel der Tür und auch deren Begrenzung nach Belieben festlegen. Durch vertikales Verschieben der Grundplatte kann die Türhöhe festgelegt werden.

7. Sie verlegen nun noch die letzten Kabel und befestigen diese mit einem Kabelbinder.

8. Der Kotflügel wird nach Beendigung der Arbeit wiederum am Fahrzeug fixiert. Testen Sie nun, ob Ihre „Lambo Style Door“ in dem von Ihnen festgelegtem Winkel nach oben schwenkt. Dabei sollte der Kotflügel genügend Platz haben. Auch bei der A-Säule und der Motorhaube ist hierauf zu achten.

  • Ein Hinweis: Der Aktivkohlefilter kann sich an der Fahrer- oder Beifahrertür befinden. Dieser ist zu entfernen und während des Ausbaus im Motorraum abzulegen.

Der Gang zum Profi lohnt sich auch in vielen Fällen

Wenn Sie Fehler oder dauerhafte Defekte durch einen unsachgemäßen Einbau vermeiden wollen, steht der Experte für Sie bereit.

  1. Der Händler gibt Ihnen Garantie auf seine Arbeit, die Sie ohne dessen Hilfe nicht hätten.
  2. Sie ersparen sich viel Zeit und Nerven. Möglicherweise rechnet sich der Profi- Einbau sogar finanziell: Folgeschäden werden durch den fachgerechten  Einbau wahrscheinlich vermieden.
  3. Er hat die passenden Werkzeuge und Gerätschaften sowie Routine im Einbau der Flügeltüren.
  4. Es gibt Werkstätten, die den Hobbytuner ausgiebig mitarbeiten lassen. So übernimmt der Fachmann die Veredelung der Türen und steht mit Rat und Tat zur Seite. Er montiert die Türscharniere vor, damit der Bastler weiterarbeiten kann. Zudem wird Montagematerial angeboten. Dies sind Kabel, Steckverbinder oder Isoliermaterial.

Was gibt es beim Gebrauch der Lambo-Türen zu beachten?

  • Die Türablagen an den Seiten sollten Sie nicht mit Gegenständen füllen. Durch das Aufschwenken nach oben hin, fallen sie hinaus und können zu gefährlichen Verletzungen führen.
  • Die Tür kann ein gewisses Gewicht tragen. Überschreiten Sie diese Zulässigkeit nicht mit schweren Gebrauchsutensilien.
  • In die Türen sollten Sie keine schweren Lautsprecher einbauen. Dies ist nur möglich, wenn Sie gleichzeitig die Haltekraft der Dämpfer erhöhen.
  • Eine Werkstatt muss in regelmäßigen Zeitabständen die Kraft der Dämpfer im Scharnier kontrollieren. Sie sollte vorsichtig sein, wenn die Tür nicht mehr richtig aufschwingt.
  • Ein Problem sind die langen Wartezeiten, um die passende Flügeltür zu bekommen. Weltweit sind für nur circa 40 Modelle Türen vorrätig.
  • Ein Fertigbausatz kann mehrere 1000 € kosten. Oftmals wird noch zusätzliches Material benötigt. Dies sollte man bedenken, wenn man die „Doors“ selbst einsetzen möchte. Es gibt jedoch gute Anleitungen, die mit Fachwissen und Enthusiasmus zu einem guten und vor allem für den Straßenverkehr sicherem Ergebnis führen.
  • Bei einem Sportwagen der Luxusklasse werden Flügeltüren standardmäßig eingebaut. Deswegen sollte man sich überlegen, ob man in seinen Mittelklassewagen tatsächlich solche Öffnungen benötigt. Es funktioniert zwar, jedoch kann es schnell übertrieben wirken.
  • Beim Verbauen der Scharniersysteme sollte ausschließlich auf Markenprodukte zurückgegriffen werden. Dies verspricht zum einen Langlebigkeit, zum anderen ist der Aspekt der Sicherheit besonders wichtig.
  • Eine selbst eingebaute Tür sollte zur Sicherheit noch einmal von einem Experten überprüft werden. Dieser kann nicht nur sagen, ob die Montage richtig durchgeführt wurde, sondern auch, ob die Veränderung zulässig ist. Das beugt bösen Überraschungen und teueren Nachjustierungen vor.
  • Da man bei einer Flügeltür den Griff nur noch schwer greifen kann, sollte ein zusätzlicher Türgriff angebracht werden, um komfortabel ein- und aussteigen zu können.
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