Laguiole und Fälschung

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UM DEN UNFUG VON "LAGUIOLE-FÄLSCHUNGEN" ZU BEENDEN !!

Das Laguiole ist ein Taschenmesser in einem traditionellen französischen Design, 
welches zuerst in Laguiole, in der Region Aveyron in Südfrankreich von verschiedenen Messerschmieden
hergestellt wurde. Das Design stammt aus dem 19. Jahrhundert. Schon nach wenigen Jahrzehnten, im Rahmen
der beginnenden Industrialisierung versiegte jedoch die Produktion dieser Messer in diesem Gebiet fast
vollständig. Im Umfeld der Stahlstandorte um Thiers entstanden die ersten Fabriken in denen Messer
in diesem Design als Massenprodukt hergestellt wurden. Lange Zeit verging, bis einige Kleinbetriebe und mittelständische
Messerschmieden wieder damit begannen sehr hochwertige Laguiole-Messer zu produzieren.
Das Laguiole-Messer beschreibt also weder den Namen eines bestimmten Herstellers, noch gibt es
Aufschluss über das Land oder die Region, in der es produziert wurde. Die inzwischen eingetretene Globalisierung
der Märkte hat dazu geführt, dass heute Schneidwaren, die sich zu Recht als Laguiole bezeichnen dürfen, in vielen Ländern
gefertigt werden und auch ein Großteil der verbliebenen französischen Hersteller Fertigteile und Klingen Ihrer Produkte
auf dem Weltmarkt herstellen lassen oder zukaufen. Entscheidend, ob ein Laguiole-Messer als solches bezeichnet werden darf,
ist also nicht Hersteller oder Herkunft, sondern ausschließlich das Design. Daher ist dem Irrglauben an echte und gefälschte
Laguiole entgegen zu halten, dass es solche nicht gibt, sehr wohl aber Laguiole mit großen Qualitätsunterschieden.
Die hochwertigsten Laguiole-Messer werden auch heute noch von einigen , überwiegend kleinen Kunstschmieden in
aufwändiger Handarbeit gefertigt. Ein solches Messer ist fast ein Kunstwerk und kostet einen entsprechenden Preis.
Messer dieser Hersteller werden unter dem Herkunftssiegel „LAGUIOLE ORIGINE GARANTIE “ verkauft,
welches verbürgt, dass sie ausschließlich in der Region „Laguiole“ hergestellt wurden. 
Die Biene auf dem Messerrücken (Ressort, frz. Feder) gilt als ein Markenzeichen, ist aber traditionell nicht das einzige Motiv,
sondern es gibt auch solche mit Stierköpfen oder Jakobsmuscheln usw. Sie dient nicht, wie häufig angenommen, der Verriegelung
der Klinge, sondern nur der Zierde. Weitere typische Kennzeichen sind die individuelle Verzierung des Federrückens und
der Klinge mit eingeschliffenen Kerben sowie ein Kreuz, das durch Nägel gebildet wird, die um den mittleren Niet ins Heft
eingeschlagen sind. Es wird erzählt, dass Hirten das Messer nachts in die Erde gesteckt haben sollen, um so vor dem Kreuz
zu beten. Ein Laguiole soll man nicht zuschnappen lassen, da die Klinge dann auf der Innenseite der
Feder aufschlägt, sondern langsam schließen (frz.: „Ressort silencieux vivra vieux“, d. h. „Leise geschlossen lebt es länger“).
Das Design ist sehr grazil und elegant, jedoch wird großer Wert auf die Funktionalität gelegt.
Laguiole-Messer sind sehr beliebte Sammlerobjekte, da es sie in vielen verschiedenen Ausführungen gibt, von Billig bis sehr Teuer. Verschiedenste Griffschalenbeschläge wie zum Beispiel Edelhölzer, Horn oder andere – zum Teil sehr teure – Materialien werden verwendet.
Des weiteren werden auch Essbestecke, mit Messern, Gabel, Löffeln und Teelöffeln im typischen Laguiole-Design mit der Biene, angeboten. Salatbestecke, größere Messer und Käse-Sets runden das Sortiment ab.

 

Schlagwörter:

Laguiole

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