Lagerfeuerromatik für Ihr Zuhause

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So finden Sie den passenden Kamin für Ihr Zuhause

Welcher Kamin passt zu Ihnen?

Feuer hat die Menschen schon immer fasziniert. Bis heute steht bei Kindern und Erwachsenen die Lagerfeuerromantik nicht nur im Urlaub hoch im Kurs. Natürlich möchte niemand mehr die Vorteile einer Zentralheizung für die eigenen vier Wände missen. Um ein bisschen von der Lagerfeuerromantik ins Haus zu holen, bietet sich der Einbau eines Kamins an. Doch nicht jeder Kamin kann in jede Wohnung oder jedes Haus eingebaut werden. Welcher Kamin zu Ihrem Zuhause passt und was Sie beim Kaminbetrieb alles beachten müssen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Rechtliche Vorgaben für den Einbau eines Kamins

Bevor man sich Gedanken über die richtige Kaminvariante für das eigene Zuhause machen kann, müssen zunächst rechtliche Vorschriften beachtet werden. So gibt es in Deutschland unter anderem eine DIN-Vorschrift, wonach Kamine, Kaminöfen, Kachelöfen oder andere Heizgeräte an einen entsprechenden Kamin-Schornstein angeschlossen werden müssen. Darüber hinaus ist in den DIN-Vorschriften genau festgelegt, welche Maße ein solcher Schornstein haben muss, also wie hoch und wie breit er sein muss. Grund für diese Festlegung ist, dass die Kaminabgase sicher aus dem Haus oder aus der Wohnung geleitet werden müssen. Die Maße des Schornsteins hängen also direkt mit den Abmessungen des Kamins zusammen. Ist der Schornstein beispielsweise zu klein oder zu kurz, entsteht nicht genug „Zug“. Dieser ist aber unbedingt notwendig, um die Abgase auszuleiten.

Vor dem Einbau den Schornstein überprüfen

Soll der neue Kamin an einen bereits vorhandenen Schornstein angeschlossen werden, müssen auch dessen Maße überprüft werden. Um den Durchmesser eines vorhandenen Kamins zu vergrößern oder zu verkleinern, werden dazu passende Rohre in den vorhandenen Schornstein eingebaut. Um zu verhindern, dass von oben Regenwasser in den Kamin eindringt, werden in vielen Fällen so genannte „Wellen“ auf dem Schornstein installiert. Dabei handelt es sich um ein Stück Blech, das die Form einer Welle hat und in einigem Abstand zur Kaminöffnung unmittelbar auf dem Kaminschacht montiert wird. So kann das Regenwasser nicht eindringen, der Rauch aber gleichzeitig ungehindert abziehen.

Und auch bei der Bauhöhe gibt es Vorschriften für den Kaminschacht. So muss die Höhe des Kaminschachtes über dem Dach, gemessen im rechten Winkel, bei mindestens einem Meter liegen. Der Grund für diese Vorschrift sind so genannte „Fallwinde“, die im Einzelfall dazu führen können, dass die Abluft nicht nach oben abgeleitet, sondern wieder in den Kaminschacht gedrückt wird.

Schornsteinfeger helfen mit wichtigen Tipps und Hinweisen

Damit bereits im Vorfeld sämtliche Vorschriften beachtet werden, ist es ratsam, bereits möglichst früh einen Experten hinzuzuziehen. Am besten wenden Sie sich dafür an einen Schornsteinfeger, denn er muss sowohl den Kamin als auch den Schornstein abnehmen und kann schon im Vorfeld wichtige Tipps und Hinweise geben. Der Schornsteinfeger ist auch die beste Adresse, wenn es darum geht, den neuen Kamin an den Schornstein anzuschließen. Denn dieser Vorgang ist nicht ganz ohne Tücken.

Offener oder geschlossener Kamin?

Sind die rechtlichen Anforderungen für einen klassischen Kamin erfüllt, muss man sich für einen offenen oder einen geschlossenen Kamin entscheiden. Hierbei gibt es große Unterschiede:

Der offene Kamin

Der Klassiker und eignet sich vor allem für Menschen, die eher das romantische Kamingefühl als die Heizleistung eines Kamins schätzen. Ein offener Kamin hat keine Glasscheibe, so dass Holz mit Hilfe des Luftstroms ungezügelt verbrennen kann. Aus diesem Grund ist es bei einem offenen Kamin besonders wichtig, dass der Raum über ausreichend Verbrennungsluft verfügt, also vergleichsweise groß ist. Um den Wärmewirkungsgrad eines offenen Kamins zu erhöhen, wird innerhalb des Kamins oft ein Einsatz aus Eisen installiert. Die Eisenwand sorgt dann dafür, dass sich die umgebende Luft besser erwärmen kann als bei einem offenen Feuer. Besonders wichtig ist bei einem offenen Kamin der Schutz gegen Funkenflug. Im Fachhandel gibt es dafür Vorrichtungen, die vor dem Kamin aufgestellt werden und die Funken abfangen. Allerdings sind diese Objekte nicht immer ein optisches Highlight.

Der geschlossene Kamin

Er ist die erste Wahl, wenn man Romantik und Heizleistung miteinander verbinden will. Bei einem geschlossenen Kamin stellt der Funkenflug eine deutlich geringere Gefahr dar als bei der offenen Kaminvariante. Er ist damit auch deutlich kindersicherer. Anders als bei einem offenen Kamin, ist die Flamme in einem geschlossenen Kamin keinem unkontrolliertem Luftstrom ausgesetzt. Konkret bedeutet dies, dass bei einem geschlossenen Kamin nicht nur der Abbrand, sondern auch der Luftstrom vergleichsweise fein reguliert werden kann. Dadurch ist ein geschlossener Kamin bei der Heizleistung deutlich effizienter als ein offener Kamin. Der Wärmeverlust, der bei einem geschlossenen Kamin durch die vorgesetzte Glasscheibe entsteht, ist äußerst gering und fällt kaum ins Gewicht. Gleichzeitig hat die Glasscheibe den Vorteil, dass man auch bei der geschlossenen Kaminvariante nicht auf ein romantisches Flammenspiel verzichten muss. Ist das Haus nach den neuesten Vorschriften gedämmt, sollte die Glasscheibe aus sehr dünn beschichteter Glaskeramik bestehen. Sie reflektiert die Wärme und sorgt so dafür, dass die Umgebungsluft langsam und gleichmäßig auf eine angenehme Temperatur aufgeheizt wird.

Einbauvarianten für den klassischen Holzkamin

Hat man sich für die offene oder geschlossene Variante eines Kamins entschieden, gibt es verschiedene Einbauvarianten. Schließlich soll der Kamin ja zum Design des Hauses oder zumindest des entsprechenden Zimmers passen. Die Auswahl an geschlossenen Kaminen ist dabei etwas größer als die der offenen Kamine, da sich bei geschlossenen Kaminen unter anderem durch die eingesetzte Glasscheibe deutlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten ergeben.

Zu den beliebtesten Varianten gehören so genannte Kompakt-Kamine, die in der Regel als Speicherkamine eingesetzt werden. Ein solcher Kamin erzeugt langanhaltende Strahlungswärme und verbindet das romantische Erlebnis mit schneller und vor allem nachhaltiger Wärmeabgabe. Da Kamine dieser Art in unterschiedlichen Größen und mit unterschiedlichen Glasscheiben gebaut werden, lassen sie sich optimal an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Panorama und "schwebende" Kamine

Einen ganz besonderen Blickfang bieten die so genannten Panoramakamine. Hier kommt nicht nur eine einzige Glasscheibe zum Einsatz, wie sie bei den Standardvarianten eines geschlossenen Kamins üblich ist. Ein Panoramakamin verfügt an drei Seiten über Glasscheiben, so dass das Feuer von nahezu jeder Stelle im Raum aus betrachtet werden kann. Einen mindestens ebenso guten Blick auf die Flammen hat man mit einem so genannten Architektur-Kamin, der über sehr großräumige Scheibenformate verfügt und damit das Feuer zu einem Blickfang macht.

Eine ganz besondere Variante ist der so genannte schwebende Kamin, der von einer Gruppe österreichischer und deutscher Ofensetzer entwickelt wurde. Während herkömmliche Kamine am Boden aufgebaut werden, schweben die neuartigen Kamine sozusagen im Raum, was zu überaus interessanten Effekten führt und den Kamin in den eigenen vier Wänden zu einem echten Hingucker macht.

Kamine ohne Holz und Rauch

Während die meisten Menschen das Wort „Kamin“ bis heute mit Holz und Rauch verbinden, gibt es längst auch Kamine auf dem Markt, die ohne Rauchzeichen auskommen. Damit kann man auch dann die Romantik und die Wärme eines Kaminfeuers genießen, wenn die Miet- oder Eigentumswohnung nicht die notwendigen Voraussetzungen für einen Kamineinbau hat. Für diese modernen Kaminvarianten ist ein Schornstein nicht notwendig. Auch die Erlaubnis des Vermieters muss nicht eingeholt werden. Befeuert werden Kamine dieser Art elektrisch oder mit Bio-Ethanol. Auch so genannte Gaskamine sind mittlerweile im Einsatz.

Der Gaskamin

Am wenigsten verbreitet ist in Deutschland nach wie vor der Gaskamin, obwohl dieser dieselbe Heizleistung erbringen kann wie ein herkömmlicher Holzkamin. Je nach Modell liegt diese auch beim Gaskamin zwischen 3 und 8 kW. Um die Feueroptik zu erhalten, werden hitzebeständige Holzscheite genutzt, an denen die Gasflamme, die mit Erd- oder Flüssiggas betrieben wird, züngeln kann. Eine elf Kilogramm schwere Gasflasche reicht dabei für den 25-Stunden-Betrieb eines solchen Gaskamins aus. Ein weiterer Vorteil: Gaskamine sondern keinen Feinstaub ab. Auch bei einer Verschärfung gesetzlicher Vorschriften müssen sie also nicht nachgerüstet werden.

Der Bio-Ethanol-Kamin

Weiter verbreitet als Gaskamine sind so genannte Bio-Ethanol-Kamine. Das Ethanol, mit dem ein solcher Kamin befeuert wird, besteht aus Alkohol sowie nachwachsenden Rohstoffen. Wer sich für einen solchen Kamin entscheidet, sollte beim Kauf darauf achten, dass der Verbrauch nicht mehr als einen halben Liter Brennstoff pro Stunde beträgt. Darüber hinaus sollten brennbare Materialien immer mindestens 50 Zentimeter vom Kamin entfernt sein. Ähnlich wie bei einem traditionellen Holzkamin, entsteht auch bei einem Bio-Ethanol-Kamin Kohlenstoffdioxid und zusätzlich Wasser. Wie bei einem herkömmlichen Kamin auch, sollten Sie die Räume nach dem Betrieb des Kamins also regelmäßig lüften. Ein weiterer wichtiger Hinweis: Das Bio-Ethanol sollte nicht nachgefüllt werden, so lange der Kamin brennt. Ein Nachfüllen ist erst dann gefahrlos möglich, wenn der Kamin restlos abgekühlt ist. Ähnlich wie Gas- oder Elektrokamine sind sie bei der Aufstellung vergleichsweise flexibel. Sogar Wandhängungen sind bei solchen Kamine möglich. Darüber hinaus sind Bio-Ethanol-Kamine in Anschaffung und Betrieb etwas günstiger als die traditionellen Kamine, die mit Holz befeuert werden.

Der Elektrokamin

Die dritte Variante der modernen Kamine sind Elektrokamine, für deren Betrieb lediglich eine Steckdose notwendig ist. Elektrokamine ersetzen – genau wie die meisten anderen Kaminvarianten – selbstverständlich kein komplettes Heizsystem für eine Wohnung oder ein Haus. Mittlerweile verfügen viele Elektrokamine zusätzlich über eine Heizfunktion, die temporär zugeschaltet werden kann. Dieses Feature eignet sich besonders für kühlere Sommerabende, an denen das Hochfahren der kompletten Heizungsanlage nicht lohnt, aber trotzdem ein wenig Wärme in einem bestimmten Bereich erzeugt werden soll. Die Zuschaltung dieser Heizfunktion bedeutet dann natürlich auch einen erhöhten Energiebedarf, dessen Kosten sich allerdings in einem überschaubaren Rahmen halten. Besonders komfortabel sind bei Elektrokaminen Geräte, die sich per Fernsteuerung bedienen lassen. Ein weiterer Vorteil: Anders als die anderen Kaminvarianten, kann ein Elektrokamin durchaus auch einmal unbeaufsichtigt brennen.

Fazit

Für welche Kaminvariante man sich letztlich entscheidet: Romantik und ein behagliches Gefühl zaubern sie alle. Wichtig ist lediglich, dass man sich im Vorfeld von einem Fachmann beraten lässt, um sicher zu gehen, dass der Traumkamin auch tatsächlich problemlos in den eigenen vier Wänden genutzt werden kann.

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