LTE vs. UMTS: Welches System für welchen Nutzer?

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Das Internet wird immer schneller – auch für Mobilgeräte. Nach UMTS ist nun LTE  der Fixstern am Himmel der Mobilsurfer. Doch die Highspeed-Technologie bringt nicht nur Vorteile. Die Pros und Cons von LTE gegenüber UMTS auf einen Blick.

 

LTE vs. UMTS: Welches System für welchen Nutzer?LTE-Smartphones bieten ultraschnelles Surfvergnügen. (Copyright: Samsung)

Vorteile von LTE auf einen Blick

  • Höhere Geschwindigkeit
  • Bessere Reaktionszeiten
  • Je nach Frequenz bessere Netzabdeckung

 

Basiswissen: Niedrigere Frequenzen – bessere Ausbreitung

Höhere Frequenzen (also kürzere Wellenlängen) haben in gewissen Sinne mehr "Power" als niedrigere Frequenzen (größere Wellenlängen) und liefern eine bessere Tonqualität und schnelleres Surfen.

Andererseits gilt: Je höher die Frequenz, desto schlechter durchdringen die Funkwellen Hindernisse wie etwa Gebäudemauern. Das kennen Sie auch vom Radio: UKW-Sender klingen besser, dafür sind Langwellen-Sender über große Strecken hinweg empfangbar.

 

LTE- und UMTS-Frequenzen

Die UMTS-Netze in Deutschland nutzen die Frequenzen 1920 bis 1980 MHz sowie von 2110 bis 2170 MHz. Die LTE ("Long Term Evolution")-Mobilfunknetze senden in den Bereichen 800 MHz, 1,8 GHz, 2 GHz und 2,6 GHz. Je nach Frequenzband kann es also wie oben beschrieben passieren, dass Sie in einem Gebäude über LTE noch Empfang haben, während UMTS lahmt. Damit eignet sich der LTE 800-MHz-Bereich zudem in ländlichen Gebieten als DSL-Ersatz. LTE wird tatsächlich auch von den Betreibern eingesetzt, um Lücken zwischen UMTS-Netzbereichen zu überbrücken.

Tipp: Nicht alle in Deutschland erhältlichen Smartphones mit LTE können mit sämtlichen LTE-Bändern umgehen. Achten Sie darauf beim Smartphone-Kauf – wenn das Gerät beispielsweise nur im 1,8 GHz-Band funkt, können Sie es unter Umständen mit Ihrem Provider gar nicht ausnutzen, wenn der nicht in diesem Band sendet.

 

LTE bietet deutlich mehr Speed

Mit LTE-Surfsticks kann man auch mobil durchs Internet sausen. (Copyright: Deutsche Telekom) LTE ist schneller als DLS  - das ist für die meisten der größte Vorteil. Die höhere Datenübertragungs-Geschwindigkeit hängt aber auch von der Frequenz ab. So ist zum Beispiel mit 1800 MHz bis zu 100 MBit/s Download-Geschwindigkeit möglich, mit 800 MHz etwa 50 MBit/s.

Die Zukunft verspricht sogar noch mehr: Mit "LTE-Advanced" sollen 1000 Mbit/s und mehr erreicht werden. Zu beachten ist allerdings, dass all diese Angaben theoretische Maximal-Geschwindigkeiten unter optimalen Bedingungen sind. In der Realität werden sie meist nicht erreicht.

 

Schnelle Latenzzeiten (Pingzeiten)

Dieser Punkt ist hauptsächlich interessant für Online-Spieler und Fans von Online-TV und Videotelefonie. Zur Erklärung: Bei einem HSPA-Handy kann es bis zu einer Sekunde dauern, bis das Gerät nach einer Aktion die nächste Datenanfrage ("Ping") an das Netz versendet. Beim Aufruf von Internetseiten ist das kein Problem – sehr wohl aber bei intensiven Datenströmen wie Videos sowie bei Action-Spielen, in denen schnelle Reaktion gefragt ist: Hier entscheiden Sekundenbruchteile über digitales Leben und Tod, deshalb freuen sich LTE-Gamer über kurze Pingzeiten um 60 Millisekunden.

 

Nachteile von LTE auf einen Blick

  • Hoher Preis
  • Hoher Akkuverbrauch
  • Geschwindigkeits-Drosselung
  • Geringeres Angebot

 

Preis / Leistung

LTE-Tarife liegen immer noch deutlich über den Standard-Tarifen mit HSPA / UMTS. Diese Mehrausgaben können Sie sich sparen, wenn Sie mit dem Handy hauptsächlich telefonieren und nur wenig surfen möchten.

 

Hoher Akkuverbrauch im LTE-Netz

Wenn Ihr Smartphone mit dem LTE-Netz verbunden ist, hält es zum UMTS- bzw. GSM-Netz eine zusätzliche Verbindung. Dies ist zur Absicherung der Verbindung nötig: Falls die LTE-Verbindung abbricht, wird automatisch auf UMTS oder GSM "zurückgeschaltet".

Sie können also überlegen, zugunsten der Akkulaufzeit das LTE abzuschalten, wenn sie gerade nicht auf High-Speed-Surfen oder schnelle Downloads angewiesen sind. Gleiches gilt, wenn Ihr Tarif überhaupt kein LTE beinhaltet: Ihr Gerät wird ständig das Netz suchen, ohne sich verbinden zu können.

 

Drosselung bei den Anbietern

Häufig sind LTE-Tarife im Datenvolumen limitiert, zum Beispiel bis 10 oder 30 GByte. Sind diese aufgebraucht, geht es nur noch im Schneckentempo weiter. Das LTE-Datenvolumen reicht nur für wenige Stunden Videoschauen oder Online-Gaming. Wer also gerne Online-TV sieht, Videotelefonie nutzt und online spielt, stößt schnell an Grenzen.

 

Fazit: Höhere Flächendeckung und bessere Performance

Der Speedport LTE mini kann sowohl stationär als auch mobil eingesetzt werden. (Copyright: Deutsche Telekom) Mobiles Surfen mit Über-DSL-Geschwindigkeit, Video in HD-Auflösung ist mit Sicherheit ein großer Anreiz und Spaßfaktor. Der Netzausbau schreitet langsam voran und nicht alle Anbieter haben auch LTE im Angebot.

Unter Umständen wäre also ein Providerwechsel nötig. Wer also das Internet nur als Nachschlagewerk oder für Nachrichten und E-Mails benutzt, kann auf LTE verzichten. Beim Telefonieren wird es ohnehin nicht aktiv. Falls Sie sich für ein LTE-Smartphone entscheiden, achten Sie beim Kauf auf die unterstützten Bänder. Bei der Auswahl des Providers ist vor allem die Netzabdeckung in Ihrer Wohn- und Arbeitsgegend entscheidend. Zu guter Letzt ist da noch der Preis: Ob Ihnen der schnelle Spaß die Mehrkosten wert ist, bleibt Ihre Entscheidung.

 

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