LCD-TV versus LED-TV: Jede Technik hat ihre Vor- und Nachteile

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LCD-TV versus LED-TV: Jede Technik hat ihre Vor- und Nachteile

Die Branche der TV-Geräte verzeichnet rasante Fortschritte. Moderne Fernseher punkten – neben immer größeren Bildschirmdiagonalen – mit weiteren Funktionalitäten. Full HD verspricht qualitativ hochauflösende Bilder mit beeindruckenden 1.920 x 1.080 Bildpunkten. Sie erkennen jedes noch so kleine Detail. Daneben erobern Smart TVs oder Streaming Mediaplayer wie der Google Chromecast die Wohnzimmer. Auch das Konkurrenzprodukt Apple TV kaufen viele Leute für ihr Wohnzimmer. Die Fernsehgeräte sind über Ihr Heimnetzwerk mit dem Internet verbunden. Sie haben – neben dem herkömmlichen TV-Programm – Zugriff auf zahlreiche Onlineangebote. Zu erwähnen sind ferner 3-D-TVs, die Ihnen Bilder mit faszinierendem räumlichen Tiefeneindruck versprechen und Ihr Home Entertainment System komplett machen. 

Die Suche nach der richtigen Displaygröße und die Frage, ob Netzwerk- sowie 3-D-Funktionen notwendig sind, erschweren die Auswahl eines neuen TV-Gerätes. Zumal altbekannte Probleme beim Fernsehkauf bleiben. Noch immer existieren hinsichtlich der Bilderzeugung konkurrierende Möglichkeiten. Die Hersteller setzen auf Plasma oder LCD. Sie müssen sich für eine Alternative entscheiden. Hinsichtlich LCD ist nochmals zu differenzieren: in reine LCD-Geräte und Fernseher, die mit LEDs auf Basis der LCD-Technologie arbeiten. Besagter Unterscheidung zwischen LCD- und LED-TV-Geräte widmet sich dieser Ratgeber. Sie erhalten ausführliche Informationen zu den Funktionsweisen dieser beiden Optionen. Anschließend erwarten Sie Erläuterungen zu den Stärken und Schwächen von LCD- und LED-TVs.

LCD-TVs – so funktionieren die Fernseher mit Flüssigkristallen

Die Abkürzung "LCD" steht für Liquid Crystal Display. Alternativ etablierte sich die Bezeichnung Flüssigkristallanzeige. Flüssigkristalle sind aus Kohlenstoff, Wasser und Sauerstoff bestehende chemische Verbindungen. LCDs kommen bei TV-Geräten in Kombination mit einem Dünnschichttransistor zum Einsatz. Von dessen englischem Namen "thin-film transistor" stammt die Abkürzung "TFT"-Display. Die Flüssigkristalle befinden sich bei einem LCD-Fernseher zwischen zwei Glasscheiben. Die Transistoren sind für die aktuelle Position der flüssigen Kristalle verantwortlich. Abhängig von der jeweiligen Lage lassen die Kristalle Licht einer bestimmten Wellenlänge durch. Durch gezieltes Ansteuern der Kristalle mithilfe der Transistoren ist somit die Erzeugung des gewünschten Gesamtbildes möglich. Dabei arbeitet die LCD-Technik nach dem Prinzip der Grundfarben. Für jedes Pixel des Bildschirms stehen Filter in den Grundfarben Grün, Blau und Rot zur Verfügung. Sämtliche weitere Farben entstehen durch Mischen der drei Grundfarben. Als Lichtquelle sind in einem LCD-TV Leuchtstoffröhren verbaut. Die Röhren befinden sich am Bildschirmrand.

LED-Fernseher sind eine Weiterentwicklung der LCD-Technologie

LED-TVs basieren auf keiner grundlegend neuen Technologie. Vielmehr kommt eine Weiterentwicklung der ursprünglichen LCD-Fernseher zum Einsatz. Anstelle der angesprochenen Leuchtstoffröhre sind kleine, das Licht emittierende Dioden (kurz LEDs) für die Bilderzeugung verantwortlich. Deshalb handelt es sich nicht um eine neue TV-Gattung. Vielmehr zählen LED-Geräte ebenfalls zur Kategorie der LCD-Fernsehgeräte. Einziger Unterschied zwischen reinen LCD- und LED-TVs ist die angesprochene Art der Lichterzeugung. Die Darstellung des Bildes erfolgt in beiden Fällen über Flüssigkristalle.

Positionierung der Leuchtdioden entscheidet zwischen Edge-LED und Full LED

Es ist bei der LED-Beleuchtung erneut in zwei Varianten zu differenzieren. Die Hersteller unterscheiden zwischen Edge-LED- und Full-LED-Geräten. Edge-LED ist die einfachere Technik. Hierbei sind die LEDs am Bildschirmrand platziert. Von dort aus strahlen die kleinen Lichtquellen bis zur Mitte des Displays. Bei Full-LED-Geräten sind die Leuchtdioden unmittelbar hinter dem Bildschirm angebracht. Das Display ist in gleichgroße Bereiche unterteilt. In jedem Sektor findet sich eine bestimmte Anzahl an LEDs. Dadurch lassen sich einzelne Bereiche direkt ansteuern oder komplett ausschalten. Als alternative Bezeichnung für "Full LED" finden Sie bei manchen Modellen den Begriff "Direct LED".

Stärken und Schwächen herkömmlicher LCD-TVs im Vergleich mit Plasmageräten

Reine LCD-, Edge-LED- und Full-LED-Fernseher haben alle ihre Vor- und Nachteile. Ehe die Hersteller die LED-Technik einführten, mussten sich die LCD-Geräte gegen die Plasmamodelle behaupten. Plasma-TVs besitzen kleine Leuchtzellen. Deren Inhalt besteht aus Edelgas oder einem Edelgasgemisch. Die Zellen sind mit Phosphor in den Grundfarben Rot, Grün oder Blau beschichtet. Eine Zelle mit einer Farbe gilt als Subpixel. Je drei Subpixel ergeben einen Bildpunkt. Über eine Elektrodenmatrix ist das gezielte Ansprechen einzelner Zellen möglich. Aktiviert die Matrix eine Zelle, ionisiert das darin enthaltene Gas. Das transportiert freie Elektronen auf ein höheres Energieniveau. Besagter Vorgang gibt Energie in Form von UV-Licht frei. Das UV-Licht trifft auf die Phosphorschicht, die in der jeweiligen Farbe zu leuchten beginnt.

Gegenüber Plasmageräten punkten LCD-TVs mit ihrer hohen Helligkeit. Insbesondere in hellen Räumen kommt die LCD-Technik sehr gut zur Geltung. Plasmamodelle sind deutlich unterlegen. Ferner sind die LCD-Geräte in der Regel stromsparender. Es sei jedoch angemerkt: Die Hersteller von Plasma-TVs haben aufgeholt. Bei modernen Geräten fällt der Strombedarf geringer aus. Probleme haben LCD-Fernseher bei der Wiedergabe von echtem Schwarz. Der Grund: Schwarz ist keine echte Farbe. Vielmehr handelt es sich hierbei um das Fehlen von Licht. Bei LCD-Geräten arbeitet eine helle Leuchtstoffröhre im Hintergrund. Die Lichtquelle leuchtet das Display großflächig aus. Dazu ist der Bildschirm sehr dünn. Es ist somit beinahe unmöglich, das Durchdringen von Licht komplett zu verhindern. Deshalb wirkt Schwarz bei LCDs leicht Grau. Die Darstellung von echtem Schwarz gelingt Plasmamodellen deutlich besser. Deshalb gilt die Technik als kontrastreicher. Insbesondere bei der Wiedergabe von Spielfilmen sind Plasma-TVs somit überlegen. Dafür sind in Plasmageräten oftmals sehr laute Lüfter verbaut. Das stört den Filmgenuss. LCD-Modelle kommen ohne Lüfter aus.

Ein weiterer Nachteil der LCD-Technik: die Blickwinkelabhängigkeit

Betrachten Sie den Fernseher seitlich, besteht die Gefahr von Bildverfälschungen. Zudem nehmen Sie einen Kontrastverlust wahr. Derartige Qualitätsminderungen lassen sich nur mit kostspieligen IPS-Panels reduzieren. Das erhöht den Kaufpreis – und löst das Problem dennoch nicht vollständig. Die Abhängigkeit vom Betrachtungswinkel besteht bei Plasmageräten nicht. Tipp: Sie finden in den technischen Daten eines LCD-TVs Angaben zum maximalen Betrachtungswinkel. Empfehlenswert sind Modelle, deren Wert so nahe wie möglich an 180 Grad kommt. Bei diesen Geräten erkennen Sie auch bei schräger Sicht auf den Fernseher ein gutes Bild.

Zusammengefasst eignen sich LCD-Fernseher vor allem für helle Räume und für das tägliche Fernsehprogramm. Im abgedunkelten Heimkino hat dagegen die Plasmatechnologie die Nase vorn.

TVs mit LED-Beleuchtung reduzieren die Schwächen der LCD-Technologie

Die LED-Beleuchtung ist eine Weiterentwicklung der LCD-Fernseher. Ziel der Hersteller ist es, Nachteile der reinen LCD-Technik zu beseitigen. Ein Vergleich zwischen LCD- und LED-TV ist deshalb nur eingeschränkt möglich. Schließlich handelt es sich um keine konkurrierenden Alternativen, sondern um Fortschritte in derselben Gerätegattung. Mit LEDs beleuchtete Geräte sind überlegen. Folglich ist es nicht weiter verwunderlich: Reine LCD-Fernseher verschwinden langsam vom Markt.

Edge-LED-TVs: dünne Bauweise, geringer Stromverbrauch

Die sparsamen LEDs machen sich zunächst einmal in der Energiebilanz des Fernsehers bemerkbar. Der Strombedarf sinkt, der Anteil Ihres TVs an der jährlichen Stromrechnung nimmt bei einem LED-Gerät ab. Die Ausprägung der weiteren Vorteile der LED-Beleuchtung ist davon abhängig, ob Sie einen Fernseher mit Full LED oder Egde-LED besitzen. Letzteres verspricht sehr flache Fernseher, da die LEDs am Rahmen platziert sind. Die Fernseher sind hauchdünn. Die Maße belaufen sich auf wenige Millimeter. Dünne Fernseher sehen chic aus. Die Bauweise bedingt jedoch zwangsläufig Schwächen. Besonders flache Edge-LED-TVs sind sehr empfindlich. Beim Transport ist Vorsicht gefragt. Plötzliche Stöße verziehen das Gerät leicht. Dadurch entstehen Spannungen auf dem Panel. Die Folge sind ungleichmäßige Ausleuchtungen des Bildes. Oftmals zeigen sich am Rand des Displays helle Flecken. Besagter Defekt trägt den Namen "Taschenlampeneffekt" oder "Clouding". Reine LCD-TVs sind robuster gebaut. Die Gefahr der angesprochenen Störungen ist somit geringer.

Fernseher mit Full LED zeichnen sich dank Local Dimming durch verbesserte Kontrastwerte aus

Die Positionierung der Leuchtdioden hinter dem Bildschirm bei Full LED erhöht die Breite des Geräts. Dazu verhindert die gleichmäßige Verteilung der Leuchtdioden das Auftreten des Taschenlampeneffekts. Das gezielte An- und Ausschalten der LED-Gruppen hinter dem Display verbessert zudem die Darstellung von Schwarz: Nach dem vollständigen Ausschalten einer Gruppe scheint von hinten kein Licht durch. Ferner ermöglicht Direct LED das sogenannte "Local Dimming". Einzelne LED-Gruppen leuchten schwächer oder stärker. Das verbessert die Wiedergabe heller beziehungsweiser dunkler Bildbereiche. Full-LED-TVs zeichnen sich deshalb durch bessere Kontrastwerte aus. Somit gleicht Full LED zwei entscheidende Nachteile herkömmlicher LCD-Geräte gegenüber Plasmageräten aus. Ganz ohne Schwächen kommt Full LED dennoch nicht aus. Neben der angesprochenen größeren Bauweise birgt die Aufteilung der LEDs in einzelne Cluster die Gefahr der Bildung eines sichtbaren Rasters. Zudem verschluckt die Technik unter Umständen dunkle oder helle Details. Das ist bei kleinen, hellen Pixeln auf schwarzem Untergrund besonders häufig der Fall.

Ausblick in die Zukunft – "Echte" LED-TVs

LCD, Edge-LED, Full LED – die Vielzahl an Begriffen und Funktionsweisen erschwert den Überblick. Eine weitere Gattung steckt in den Kinderschuhen und verkompliziert künftig den Fernsehermarkt zusätzlich: die OLED- oder Crystal-LED-TVs, auch "echte" LED-Fernseher genannt. Bei den bisher vorgestellten LED-Modellen dienen die Leuchtdioden lediglich als Lichtquelle. Die Farben des dargestellten Bildes erzeugt eine Phosphorschicht. Crystal- oder OLED-TVs besitzen für jedes Pixel anorganische (Crystal) oder organische (OLED) Leuchtdioden in den Grundfarben Rot, Grün und Blau. Das Display erzeugt Licht und Farbe über die LEDs in einem Schritt. Um Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Bildpunkte) zu erreichen, sind ungefähr sechs Millionen LEDs erforderlich.

Die neue Leuchtdiodentechnik bietet einen nochmals höheren Kontrast und erweitert zudem den Blickwinkel. Sie erhalten aus allen Positionen hochauflösende, überzeugende Bilder. Damit gehören verschwommene Bilder der Vergangenheit an: Die entsprechenden Geräte bauen die Anzeige deutlich schneller auf. Ein weiterer Vorteil basiert auf der nicht mehr erforderlichen Hintergrundbeleuchtung. Trotz Platzierung der LEDs hinter dem Bildschirm sind sehr flache Geräte-Abmessungen möglich. Die Markteinführung des ersten OLED-Fernsehers in Deutschland ist auf August 2013 datiert. Es handelt sich folglich um eine sehr junge Technologie. Deshalb stellen "echte" LED-TVs für den Heimkinobereich noch keine ernsthafte Alternative dar. Die Preise sind schlichtweg zu hoch. Ehe die Anschaffungskosten auf erschwingliche Konditionen sinken, müssen Sie nicht vollständig auf OLED-Displays verzichten. Bei Smartphones erfreut sich die Technik aufgrund der kontrastreichen, scharfen und farbenfrohen Wiedergabe von Bildern bereits großer Beliebtheit.

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