LCD-, LED- oder Plasma-TV – Unterschiede zwischen den Bildschirmarten

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LCD-, LED- oder Plasma-TV – Unterschiede zwischen den Bildschirmarten

Es ist gar nicht so lange her, da waren Fernseher mit der bewährten Bildröhre in deutschen Wohnzimmern weitverbreitet und das Nonplusultra. Wenn Sie heute gezielt nach Fernsehgeräten suchen, dann werden Sie feststellen, dass die Röhrengeräte komplett aus dem Handel verschwunden sind, ebenso wie die alten Computer-Monitore. Nur noch vereinzelt tun die guten, alten Röhrenfernseher ihren Dienst und auch die letzten Exemplare werden sukzessive abgelöst. Dies liegt zum einen an der veralteten Technologie – der technische Fortschritt ist unaufhaltsam. Zum anderen ist selbstverständlich die Größe ein prägendes Merkmal und damit verbunden das Gewicht eines stattlichen Fernsehers. Nur noch die absolute Minderheit möchte sich damit herumschlagen, weil beide Aspekte die potenzielle Verwendbarkeit beeinträchtigen – hinsichtlich der Tragkraft des Unterstands und weil nicht immer entsprechend neu eingerichtete Standpunkte die passenden Abmessungen aufweisen. Doch auf welche Technik sollten Sie stattdessen setzen? LCD, LED und Plasma sind die technischen Bezeichnungen, die Sie heute beim Fernseherkauf erkennen und verstehen müssen. Was verbirgt sich dahinter und was sind die Vor- und Nachteile? Worauf müssen Sie achten? Dieser Ratgeber hilft Ihnen dabei, sich grob anhand der unterschiedlichen Möglichkeiten zu orientieren und das für Sie passende Produkt herauszusuchen.

Begriffsdefinition: LCD, LED und Plasma

Die Abkürzung LCD ist der englischen Sprache entlehnt und steht für „Liquid Crystal Display". Übersetzt bedeutet dies „Flüssigkristallanzeige". Auch bei den LED-Fernsehern ist die Abkürzung in den alltäglichen Sprachgebrauch eingegangen. „Light Emitting Diode", ebenfalls aus dem Englischen übersetzt – also „Licht emittierende Diode"–, ist der sprachliche Ursprung. Einzig bei den Plasma-Bildschirmen wird sich nicht einer Abkürzung bedient. Als Plasma wird physikalisch ein Gas beschrieben, das in Ionen und Elektronen aufgeteilt ist und das die Eigenschaft besitzt, sogenannte freie Ladungsträger zu beinhalten. Das Plasma ist also als solches elektrisch aufladbar und unterscheidet sich somit grundlegend.

Die Technik hinter den Flachbildfernsehern

Nachdem kurz beleuchtet wurde, was hinter den einzelnen Begriffen steht, ist es gut zu wissen, was technisch in den einzelnen Technologien steckt. Bei Flüssigkristallanzeigen, die in den LCD-TVs benutzt werden, kann durch elektrische Spannung die Ausrichtung der einzelnen, flüssigen Kristalle beeinflusst werden. Dies allein lässt aber noch kein Fernsehbild entstehen. Dazu ist eine Hintergrundbeleuchtung notwendig. Diese Beleuchtung strahlt von hinten die einzelnen Zellen der Flüssigkristalle an. Wird nun die elektrische Spannung verändert, so richten sich die Zellen aus und lassen mehr oder weniger Licht durch. Üblicherweise wird die Hintergrundbeleuchtung durch Leuchtstoffröhren erzeugt. In einigen Fällen werden jedoch auch LEDs benutzt. Dies führt bei vielen potenziellen Käufern, die sich mit der Technik befassen, oft zu Verwirrung. Lassen Sie sich nicht in die Irre führen. Viele Anbieter bezeichnen LCD-TVs auch als LED-TV, weil die Hintergrundbeleuchtung eben durch Leuchtdioden erfolgt. Ein „echtes" LED-Display ist ein Gerät, bei dem das Bild nicht mehr durch LCDs, sondern wirklich durch LEDs erfolgt. Erste echte LED-TVs wurden zwar im Jahr 2012 von Herstellern wie Sony vorgestellt, sind aber noch nicht in Serienreife am Markt erhältlich. Diese echten LED-Fernsehgeräte arbeiten mit organischen Leuchtdioden (OLED), die eigenständig leuchten und somit kein anderes Material wie etwa Flüssigkristalle benötigen. Die Bilderzeugung bei Plasma-Fernsehern erfolgt, vereinfacht gesagt, durch Gas, wobei jeder einzelne Bildpunkt in drei voneinander getrennte Kammern aufgeteilt ist. Pro Bildpunkt stehen damit die Farben Rot, Grün und Blau zur Verfügung. Durch die entsprechende Mischung kann in jedem einzelnen Segment die gewünschte Farbe dargestellt werden. Verschiedene elektrische Spannungen erzeugen dann Gasentladungen, die das Leuchtmittel in diesen Fernsehgeräten zum Leuchten bringen. Dabei sollten Sie wissen, dass die Plasma-Technologie keine Hintergrundbeleuchtung mehr benötigt, da das Gas selbst Helligkeit abgibt.

LCD-TVs – bewährte Technik

Früher hatten LCD-Geräte noch den Ruf, dass das Bild für den Konsumenten nicht mehr gut zu erkennen war, wenn dieser sich zu weit seitlich vom Fernseher befand. Dies müssen Sie bei den aktuellen Geräten nicht mehr befürchten. Denn mit Betrachtungswinkeln von 160 bis 175 Grad besteht kaum noch ein spürbarer Unterschied zu den seinerzeit in diesem Bereich noch überlegenen Plasma-TVs. Auch die Reaktionszeit für die Ladung und Entladung der einzelnen Flüssigkristallzellen hat sich deutlich verbessert. Für Sie bedeutet dies, dass die Zeiten, in denen einzelne Bildelemente „nachzogen", etwa bei einem Fußballspiel, vorbei sind. Nicht bis ins letzte Detail perfekt ist bei LCD-Fernsehern jedoch das Kontrastverhältnis und die Farbdarstellung. Im Alltag werden Sie dies kaum wahrnehmen und die Verkaufszahlen von LCD-Fernsehern sprechen für sich. Diese Problematik liegt in der Natur der Sache.

Dadurch, dass eine Hintergrundbeleuchtung notwendig ist, nimmt Ihr Auge im Grunde ein indirektes Licht wahr. Weil dieses aus dem Hintergrund strahlende Licht bei Betrieb natürlich ständig aktiviert ist und sich nicht verändert, wirken Schwarztöne mitunter leicht gräulich. Brillanter wird das Bild, wenn als Hintergrundbeleuchtung keine Leuchtstoffröhre, sondern Leuchtdioden benutzt werden. Diese können entweder in Full-LED oder Edge-LED-Bauweise angebracht werden. Die LEDs sind entweder in Blöcken direkt hinter dem Bildschirm oder aber an den Bildschirmrändern montiert. Bei diesen, irrtümlicherweise als LED-TVs angebotenen Geräten, haben Sie jedoch den klaren Vorteil, dass die Bautiefe geringer ist, die Stromaufnahme nicht so hoch ist wie bei Leuchtstoffröhren und Sie außerdem die einzelnen Blöcke an- und ausschalten können. In diesem Zusammenhang ist es also ratsam, von LED-beleuchteten LCD-TVs zu sprechen.

Neu, brillant und sehr kostspielig – echte LED-TVs

Im Gegensatz zu LCD-TVs, die „lediglich" über eine Hintergrundbeleuchtung aus LEDs verfügen, kommen echte LED-TVs ohne Flüssigkristalle aus, strahlen selbst Licht ab und benötigen keine weiteren assistierenden Leuchtmittel. Hier kommen die bereits erwähnten OLEDs zum Einsatz. Die Technik ist an sich nichts Neues. Denn schon die ersten Taschenrechner nutzen zur Darstellung LEDs. Dabei handelte es sich jedoch um sehr einfache, monolithische LEDs, die mit den heutigen OLEDs nicht viel zu tun haben. Noch sind diese Geräte keine Konkurrenz zu den massenhaft erhältlichen LCD- und Plasma-Fernsehern. Die Stromaufnahme ist potenziell deutlich geringer als bei anderen Techniken. Diesen Effekt spüren Sie schon erfreulich an Ihren Stromkosten, wenn Sie sich bei LCD-Fernsehern für eine LED-Beleuchtung entscheiden. Auch werden die Brillanz, der Kontrast und die kürzere elektro-optische Ansprechzeit zu überzeugen wissen. Zudem können die OLEDs selbst in verschiedenen Farben leuchten und benötigen keine Farbfilter mehr.

Plasma-TVs – die bessere Wahl?

Nicht zu leugnen ist die Tatsache, dass Sie gute LCD-Fernseher auch mit LED-Hintergrundbeleuchtung günstig und in großer Auswahl bekommen. LCD-Geräte sind mittlerweile mit großen Bildschirmdiagonalen erhältlich, sodass die Faustformel „je größer desto eher ein Plasma" nicht mehr uneingeschränkt gilt. Trotzdem ist es so, dass Plasma-Bildschirme im Großformat ausgezeichnete und natürliche Bilder liefern, die der Realität unseres menschlichen Sehens sehr nahe kommen. Im Übrigen wissen die Plasma-Geräte im Vergleich zu LCD-Fernsehern mit einigen weiteren Merkmalen zu überzeugen.

Die Leuchtkraft ist durchaus intensiver, leuchtet doch das Gas direkt und Ihr Auge nimmt die indirekte Hintergrundbeleuchtung auf – diese ist nämlich überflüssig. Gute Plasma-Fernseher erreichen eine höhere Lichtstärke pro Quadratmeter als LCDs. Diese Einheit wird in Candela (cl) gemessen. Selbst wenn LCDs-Displays aufholen, so liegen Plasmas mit 800-1200 cl/m² im Vergleich zu ca. 400 bis 800 cl/m² bei LCDs deutlich vorn. Getrost vernachlässigen können Sie in diesem Zusammenhang den Betrachtungswinkel, den Sie gleichermaßen allerdings nie unterschätzen sollten. Bei frühen LCD-Geräten hinkte dieser den Plasma-TVs noch deutlich hinterher. Mit bis zu 178 Grad bieten Plasma-Fernseher zwar extrem gute Werte, doch LCD-Fernseher stehen dem mit ihren bis zu 175 Grad kaum noch nach. Damit dürften die größten Vorteile von Plasma-TVs gegenüber der Konkurrenz aus dem LCD-Segment wohl die Farbbrillanz, die korrekteren Schwarztöne, ein leicht verbesserter Kontrast sowie die geringere Stromaufnahme sein.

LCD versus Plasma – eine Glaubensfrage?

Bevor Sie sich nun für die eine oder die andere Fraktion entscheiden, bedenken Sie bitte, dass sich sowohl die LCD-TVs als auch die Plasma-TVs fortlaufend verbessert haben und die Unterschiede zwischen vergleichbar großen Modellen oft nur marginal sind. Deshalb ist es nicht selten eine Glaubensfrage und je nachdem, welchen Experten Sie fragen, wird die Antwort womöglich unterschiedlich ausfallen. Oft sind die Unterschiede gar nicht so groß, denn auch bei wirklich großen Bildschirmdiagonalen haben die LCD-Fernseher mächtig aufgeholt. Sie benötigen bei den marginalen Unterschieden schon ein extrem geschultes Auge, um diese festzustellen. Wenn Sie sich für einen LCD-Fernseher entscheiden, dann können Sie durch die Wahl einer LED-Hintergrundbeleuchtung weitaus bessere Bildergebnisse erzielen.

Übrigens: Das oft beschriebene Einbrennen des Bildes durch den Memory-Effekt ist bei LCD-Geräten mittlerweile so gut wie ausgeschlossen. Ärgerlicherweise neigen einige Plasma-Bildschirme aber trotz verbesserter Technik noch immer zu diesem Phänomen. Wenn dies auch sehr selten geworden ist und kaum als Entscheidungsargument dienen kann, ist es ratsam, darauf zu achten, ein Standbild nicht zu lange auf dem Schirm zu lassen und von Zeit zu Zeit umzuschalten, damit sich das Senderlogo nicht verewigt. Ist es also wirklich nur eine Glaubensfrage? Fast – denn es gibt klare Argumente, die für einen Plasma sprechen – und andere, die für ein LCD-Gerät sprechen. Es hängt von Ihrem individuellen Fernsehverhalten ab. Die teuersten Geräte sind Plasma-TVs und wenn Sie hauptsächlich in dunklen Räumen in heimischer Kino-Atmosphäre fernsehen oder DVDs betrachten, dann sollten Sie hier an passender Stelle zugreifen. LED-beleuchtete LCD-TVs bilden den berühmten goldenen Mittelweg. Eine moderate Stromaufnahme und sehr gute Bildqualität sprechen für diesen leistungsstarken Kompromiss. Für den alltäglichen Gebrauch sind sicherlich LCD-TVs mit Hintergrundbeleuchtung über eine Leuchtröhre absolut in Ordnung und zudem durch die große Masse auch noch am günstigsten.

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