Kurzweil PC3, PC3x, PC3LE

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Hallo Leute!

der Kurzweil PC3 ist einfach die ultimative Maschine für Cover- oder Tribute Bands, die Musik der 60er bis 90er spielen wollen. Ich habe ihn mir für eine Pink Floyd Tribute Band gekauft und muss sagen: WOW! Authentischer sind die Sounds nicht hin zu bringen. Naja, Pink Floyd hat selbst ja auch schon Kurzweil-Keyboards verwendet, da liegt das ja auch auf der Hand.  Erstaunlicherweise besteht das Wave Rom des PC3 aus teilweise schon 20 Jahre alten Samples, die auch schon im K2000 vorhanden waren, aber auch jede Menge aktuelles Material ist vorhanden. Bei Kurzweil wurde hier sehr erfolgreich Wert auf Qualität, nicht Quantität gelegt. Trotz des hohen Alters mancher Samples ist die Qualität derselben noch immer atemberaubend. Hervorragende Flügel, E-Pianos, Streicher, sogar Mellotron Sounds und ein Arp Solina Sample ist vorhanden. Mit dem KB3-Modus hat man eine recht brauchbeare Hammond B3 Emulation. Ich muss sagen, dass die Qualität dieser B3 Emulation mich etwas entäuscht hat, die Roland VK-8 klingt da um Welten besser. Hier ist weitgehend das Problem bei den Amp- und Leslie-Emulationen. Eine "cleane" B3 kann man mit dem PC3 prima bauen. Auch Synthiesounds sind prima möglich, da der PC3 jetzt auch VA.Synthese hat. Dabei arbeitet er nicht mit Samples, sondern die üblichen Wellenformen Sinus, Sägezahn etc. werden vom DSP in Echtzeit errechnet. Ich würde mit einem PC3 nicht gerade versuchen, Techno oder House zu machen, aber alles was rockt, braucht den PC3.

Die Tastatur des PC3 ist atemberaubend, ich habe noch nirgends eine bessere Tastatur erlebt. Summa Summarum ist der PC3 ein sehr wertiges und wertvolles Instrument, welches dem Ruf seiner Vorgänger mehr als nur gerecht wird.

Die V.A.S.T Synthese von Kurzweil ist einzigartig. Eigentlich gibt es nichts, was nicht geht. Allerdings ist es auch sehr aufwendig, damit einen komplett neuen Sound zu bauen. Ich empfehle hier unbedingt zu Beginn sehr viel Zeit mitzubringen um sich da rein zu arbeiten.

Jetzt komme ich zu den Nachteilen:
Der PC3 hat keinen eingebauten Sampler!!! Der PC3 hat ein Display, das man eher aus dem Mittelalter kennt. Winzig, grobpixelig, monochrom, weiße Schrift auf blauem Grund... grässlich. Auf einem PC3 einen eigenen Sound zu bauen, erfordert viel, viel, viel Zeit, weil V.A.S.T eben so extrem aufwendig ist. Man klickt sich durch mehrere Bildschirmchen über Soft-Buttons in irgendein Menü und nimmt dort Änderungen vor. Deshalb gibt es einen kostenlosen PC-Editor für den PC3, der die Programmierung nicht wirklich einfacher, aber doch wesentlich übersichtlicher macht. Leider kann ich vor der Verwendung des PC-Editors für den PC3 nur dringend warnen!!! Der PC-Editor hat es geschafft, meinen PC3 platt zu machen. Selbst das komplett neue aufspielen des Betriebssystemes konnte ihn nicht retten. Erst durch ein spezielles Tool, das mir der Kurzweil-Support schickte, war eine Low-Level Formatierung des Flash-Speichers möglich und danach konnte wieder ein neues, funktionierendes OS aufgespielt werden. Das war aber nicht die Schuld des PC3, es lag am PC-Editor.
Die Bedienungsanleitung ist lächerlich. Man könnte einen Zettel beilegen auf dem steht: Einschalten und rumprobieren und Manual drauf schreiben, hätte fast den selben Effekt. Das ist sehr schade, denn der PC3 hat sowas von irre viele Möglichkeiten die beim Sound bauen auch ganz schnell wichtig werden, dass man hier wirklich genauere Anleitungen hätte schreiben müssen. Nutzt auf jeden Fall die einschlägigen Foren und lasst Euch beim Programmieren von anderen Usern helfen.

Fazit:
Der PC3 ist in jeder Version sein Geld absolut wert (Mein PC3 in der 76 Tasten Version kostete neu im Dezember 2009 bei einem größen Frankfurter Händler 1799 Euro). Er ist stabil, wertig gebaut, klingt definitiv besser als alles was am Markt ist und die Tastaturen von Kurzweil sind einfach ein Traum. Jeder Keyboarder einer Oldieband sollte so eine Maschine haben. Aber wer eigene Sounds programmieren will, muss sich viel Zeit nehmen. Schnell mal im Proberaum oder auf der Bühne eine Änderung am Sound bauen, ist mit dem eingebauten Display nur möglich, wenn man das Instrument wirklich im Schlaf auswendig kennt. Sounds also am Besten daheim in Ruhe vorbereiten. Dann macht der PC3 einfach nur Spaß und die bewundernden Blicke anderer Keyboarder fühlen sich einfach gut an :-)

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