Kurzurlaub + Hotelgutscheine: Euphorie nicht angebracht

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Nachdem ich selbst und auch meine Partnerin jetzt mehrfach Kurzurlaube und Hotel-Gutscheine ersteigert haben, denke ich, dass ich die gesammelten Erfahrungen einmal weiter geben sollte. Denn Positives, wie Negatives halten sich leider nur ansatzweise die Waage.

Das Positive vorweg: Ja, man kann durchaus "Schnäppchen" machen. Wir haben schon in Luxushotels gewohnt, die wir uns sonst nicht geleistet hätten. Man kann dabei sicherlich viel Geld sparen und einfach einmal etwas ganz besonderes erleben und geniessen. Es gibt -und das ist eben Grundvoraussetzung- eben Hotels, die es einen "Ebay-Kunden" nicht merken lassen, dass er nur ein Drittel oder die Hälfte des Normalpreises bezahlt hat. Tolles Beispiel in diesem Sinne: Das "Raffles" direkt am Genfer See. Gehört zu den "leading hotels of the world" und ist gerade wegen des "old-fashioned" Ambiente ein Hotel, in dem wir sonst sicher nicht absteigen würden - wo es aber einen absoluten Top-Service gibt und -so ganz nebenbei- ein fantastisches Frühstücksbuffet, wie ich es noch nirgendwo auf der Welt erlebt habe (das Frühstück kann man auch buchen, wenn man nicht Hotelgast ist, es kostet dann rund 85 Euro p.P.)

Aber: Und das ist gleichzeitig auch der Grund und die Ursache für eine Reihe "böser Überraschungen" und negativer Erlebnisse: So ist es eben nicht in jedem Hotel. Und wie man begrüsst, behandelt und betreut wird, das steht nirgendwo in den Auktionsbeschreibungen.

Ganz übel natürlich, wenn man blitzschnell merkt, dass man ganz einfach über den Tisch gezogen wird. So in einem Luxus-Landhotel in Südfrankreich (den Namen brauche ich nicht zu nennen, nach meiner Beurteilung und einer geharnischten Beschwerde beim deutschen Vermittler Cultuzz wurden nie mehr Auktionen eingestellt). Dort erhielt ich ein Zimmer aus der niedrigsten Kategorie -im Souterrain!- dessen Preis überhaupt nicht mit dem angegebenen Normalpreis aus der Auktionsbeschreibung übereinstimmte. Man wurde sozusagen "downgegradet", die Ebay-Beschreibung war denen schlicht egal. Der überhebliche und arrogante Service, eine mehrstündige Wartezeit vor dem Belegen des Zimmers uvm. machten den Kurzaufenthalt dort zum reinen Ärgernis.

"Selber schuld" musste ich mir sagen bei der Buchung eines Hotels in der Eifel: Ich hätte die Karte zu rate ziehen sollen, wo der Standort ist, bevor ich gebucht habe. Die "Lage an der Mosel" wurde nur so erreicht, wenn man eine längere Anfahrt über enge Strässchen hinter sich gebracht hatte. Nichts daran ändern konnte ich allerdings daran, dass das Haus von jungen Russen geführt wird, die ausgerechnet an dem Wochenende eine Hochzeit von Landsleuten ausrichteten - und die Russen verstehen es schon zu feiern...

Im Augenblick ist es gerade wieder so richtig unangenehm und wird wohl sogar auf einen Rechtsstreit hinauslaufen: Gutschein im "Millenium Opera" in Paris ersteigert. Der Vermittler ist (wie seinerzeit in Südfrankreich): CULTUZZ. Im Reservierungssystem ist eine Buchung möglich und wird auch prompt bestätigt. Ignoriert wird jedoch mein Hinweis auf den vorhandenen ebay-Gutschein. Nach meiner Bitte per mail, diesen Voucher ebenfalls zu bestätigen und damit die erfolgte Zahlung, wird die Reservierungsbestätigung vom Hotel zurück genommen !

Anschliessend weigert das Hotel sich schlicht, die Buchung erneut über die auf dem Gutschein angegebene Reservierungs-email-Adresse erneut anzunehmen und antwortet schliesslich auf überhaupt keine mail mehr !

Der grösste Witz bei dieser Angelegenheit: Die CULTUZZ AG, Schweiz (die Cultuzz-Zentrale), die ihre Hilfe angeboten hat, schafft es selbst nicht, eine Buchung vorzunehmen - trotz zahlreicher Versuche über Wochen hinweg. Die 2 Tage Aufenthalt im Millenium Opera in Paris für stolze 370 Euro muss ich damit wohl abschreiben. Für ein Hotel mit einem extrem hoch gesteckten Anspruch ist dieses Verhalten aber nicht angemessen oder um es deutlich zu sagen: Schäbig.

Diese wenigen Beispiele mögen deutlich machen, dass man die Risiken versuchen sollte einzugrenzen: Wenn man sich bei laufender Auktion die Mühe macht und sich möglichst detailliert über das Reiseziel bzw. das Hotel informiert, weiss man zumindest einmal, wo es genau liegt. Die eigene Homepage gibt dann oft Aufschluss darüber, was man erwarten kann - manchmal steht die Hotel-Homepage nämlich in krassem Gegensatz zur ebay-Artikelbeschreibung. Es gibt im Internet Seiten, auf denen man zahllose Beurteilungen von Hotels durch ihre Gäste findet (z.B. holidaycheck.de) - auch das hilft häufig weiter.

Klar ist natürlich: Die ebay-Bewertungen selbst - aber: Leider vergeben offenbar viele Käufer ihre Bewertung schon für die reine technische Abwicklung... Ich gebe meine Bewertung erst ab, wenn ich da gewesen bin !

Also: Ich schaue immer noch regelmässig in die entsprechenden Seiten, Euphorie kommt bei mir jedoch nicht mehr vor. Für wichtig würde ich es halten, dass die Bewertungen der Ebay-Käufer kritischer vergeben werden - siehe oben. Dann könnten nicht einzelne schwarze Schafe aus der Hotelbranche gutgläubige Käufer "neppen".

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