Kunstfliegen für das Fliegenfischen – Ein Einkaufsratgeber

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Einkaufsratgeber für Goldkopfnymphen, Fliegen, Nymphen, Nymphen-Set, Fliegenset, Trockenfliegen

 

Viele Sportfischer verbinden mit der Kunst des Fliegenfischens nicht nur die Bewegung an der frischen Luft, sondern auch meditative Entspannung und das aktive Naturerleben. Zum erfolgreichen Fliegenfischen gehört neben den passenden Fliegenruten, -rollen und -schnüren auch die Entscheidung über den geeigneten Köder, die richtige Kunstfliege. Ob Goldkopfnymphe, Nassfliege, Nymphe oder Trockenfliege – dies alles sind verschiedene Typen von Kunstfliegen für das Fliegenfischen, die je nach Bedingung am Gewässer oder Zielfisch zu unterschiedlichen Zeiten verwendet werden.

Fliegenfischen als besonderer Lifestyle

Wer zum ersten Mal mit einer Fliegenrute an ein Gewässer kommt, wird recht schnell feststellen, dass er als Newcomer keineswegs eine derart elegante Figur macht wie Robert Redford in dem Kinofilm „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“. Fliegenfischen ist nämlich nicht so einfach, wie es bei einem Routinier vielleicht aussieht, und es ist auch sicher nicht in wenigen Tagen oder Wochen zu erlernen. Für die Ausführung dieser Angelmethode bedarf es neben speziellen motorischen Fähigkeiten auch eines überdurchschnittlichen Interesses an der Natur. Und das betrifft ganz besonders auch die Bestimmung und Auswahl der richtigen Kunstfliege.

Grundsätzlich gilt: Die Methode des Fliegenfischens lässt sich von anderen Varianten der Sportangelei relativ leicht abgrenzen. Der markanteste Unterschied gegenüber anderen Angelmethoden liegt in der Wurftechnik, wobei allein die Schnur als Wurfgewicht dient. Beim Posen- oder Spinnfischen befördern die Montagen durch ihr eigenes Gewicht oder durch das Gewicht ihrer Beschwerungen den Köder zum Fisch. Beim Fliegenfischen wird ein relativ geringes Wurfgewicht, das auch noch auf eine große Länge verteilt ist, auf Entfernung gebracht. Das ist zweifellos schwieriger als ein hohes Wurfgewicht, das sich am Ende der Montage befindet, an die anvisierte Angelstelle zu bringen.

Beutefische beim Fliegenfischen

Beim Fliegenfischen können bis auf wenige Ausnahmen nahezu alle Fischarten an den Haken gehen. Ob klobige Karpfen in sommerlichen Baggerseen, quirlige Weißfische, scheue Zander oder der in Wasserpflanzen lauernde Hecht, sie alle haben schon einmal mit einer Kunstfliege „angebändelt“. Die meisten Angler betrachten allerdings immer noch die Familie der Salmoniden wie den Lachs, die Äsche, Bach- und Regenbogenforellen sowie die verschiedenen Saiblinge als klassische Beutefische beim Fliegenfischen. Jedoch wird diese vorschnelle Zuordnung in der Realität oft widerlegt, da die Fliegenfischerei heutzutage ebenfalls in den Meeren und hier in erster Linie an deren Ufern immer beliebter wird.

Fliegenfischerei – an allen Gewässern möglich

Das Fischen mit der Kunstfliege kann an so gut wie allen Gewässern – Bächen, Flüssen, Seen und sogar Ozeanen – betrieben werden. Das Fliegenfischen auf den atlantischen Lachs gehört zu den elitärsten und anspruchsvollsten Freizeitbetätigungen. Einer der prominentesten Fliegenfischer aus royalem Haus ist Prince Charles, der sich regelmäßig an den schottischen Flüssen dieser Leidenschaft hingibt. Die Lachse wandern zu einer bestimmten Jahreszeit in die Oberläufe der Flüsse, um dort ihrer Fortpflanzung nachzugehen. Weil die Lachse beim Aufstieg normalerweise keine Nahrung aufnehmen, werden dabei spezielle Kunstfliegen verwendet, die bei den Lachsen Aggressionen und damit einen Beißreflex auslösen. Seit Meerforellen zunehmend an den Küsten Norddeutschlands und dem Süden Skandinaviens anzutreffen sind, nimmt die Fliegenfischerei an den Ufern Fehmarns oder Dänemarks immer mehr zu.

Kunstfliegen in allen Varianten

Die Kunstköder beim Fliegenfischen imitieren die natürlichen Beutetiere der Fische. Dies können alle Arten von Land- und Wasserinsekten oder andere Lebewesen wie kleine Beutefische, Amphibien, Reptilien, Krebse oder Säugetiere und sogar pflanzliche Köder sein. Daneben werden frei erfundene, bunte Reizfliegen eingesetzt, die Beißreflexe bei den Beutefischen auslösen sollen. Kunstfliegen bestehen aus Vogelfedern, Tierhaaren oder verschiedensten Kunststoffen, Leichtmetallperlen und vielem anderen mehr, das um einen Haken in einer für den Zielfisch passenden Größe gebunden wird. Das Fliegenbinden selbst kann zu einem Hobby für sich werden, da es sich hierbei um eine sehr zeitaufwendige Beschäftigung handelt.

Der Unterschied zwischen Nass- und Trockenfliegen

Zu den gebräuchlichsten Kunstfliegen zählen für den Fliegenfischer die Nass- und die Trockenfliegen. Die Unterschiede zwischen beiden Varianten erklären sich wie folgt:

  • Trockenfliegen – viele Fliegen suchen besonders in den frühen Morgen- bzw. Abendstunden zur Eiablage die Wasseroberfläche auf, wo die hungrigen Fische bereits auf sie warten. Manche von ihnen sterben nach dem Fortpflanzungsakt und schwimmen noch längere Zeit auf dem Wasser, andere fliegen nach der Eiablage wieder davon.
  • Nassfliegen – Nach der Eiablage sterben andere Insekten und sinken ab. Selbstverständlich ist dies die Spezies, die von den Sportfischern als Nassfliegen nachgebildet und als entsprechender Kunstköder eingesetzt werden.

Die Beutefische, die sowohl mit der Nass- wie mit der Trockenfliege erbeutet werden, sind in erster Linie die heimischen Salmoniden aller Größen.

Entwicklungsstadium von Land- und Wasserinsekten – die Nymphe

Viele Insekten durchlaufen bis zu ihrer endgültigen Form verschiedene Stadien einer Metamorphose, eines davon ist bei einer großen Zahl von Fliegen das Stadium der sogenannten Nymphe. Die Nymphe bildet sich nach dem ersten oder einem weiteren Stadium nach dem Schlupf aus dem Ei, das eine bestimmte Zeit am Grund eines Gewässers gelegen hat. Als das Nymphen-Stadium wird bei vielen Land- oder Wasserinsekten der Zeitraum unmittelbar vor der Umwandlung zur eigentlichen Form bezeichnet. Demnach ist damit die Phase gekennzeichnet, in dem die Nymphe vom Gewässergrund aufsteigt.

Für viele Fische wie Äschen, Döbel, Bach- oder Regenbogenforellen und Saiblinge stellen die Nymphen einen wichtigen Beitrag zu ihrer Versorgung mit Eiweiß dar. Grundsätzlich gilt: Der Sportfischer wird dann mit einer entsprechenden Nymphe besonders erfolgreich sein, wenn im jeweiligen Gewässer genau zu dem entsprechenden Zeitpunkt die Nymphe, die als Vorlage für seinen Kunstköder gedient hat, auch in der Natur erscheint. Genau zu diesem Zeitpunkt haben sich nämlich die Fische auf eben diese Nahrung eingestellt. Entsprechendes gilt natürlich auch für viele andere Larvenformen aller erdenklichen Flug- oder Wasserinsekten.

Unwiderstehlich für Forellen – Trockenfliegen

Trockenfliegen bilden normalerweise erwachsene Insekten nach. Der Grund, warum sie von Zeit zu Zeit an der Oberfläche der Gewässer anzutreffen sind, ist unterschiedlich:

  • Es können gerade aus ihrer Hülle geschlüpfte Insekten sein, die die Wasseroberfläche erreichen.
  • Es können zur Eiablage dorthin gekommene Fluginsekten sein.
  • Es kann sich um tote Insekten handeln, die nach der Eiablage mit ausgebreiteten Flügeln auf der Wasseroberfläche treiben.

Mit Trockenfliegen werden in erster Linie solche Fische gefangen, die nach Anflugnahrung steigen, was bedeutet, dass diese Fische von der Wasseroberfläche fressen. Beim Fischen mit der Trockenfliege wird gegen die Strömung, also stromauf geworfen. Die Fliege treibt dem Angler entgegen, wobei er die Schnur nach und nach aufnimmt, um den direkten Kontakt mit dem Köder zu halten. Einen Biss erkennt der Sportfischer am typischen Ring, der sich um den Köder formt.

Nassfliegen empfehlen sich dann, wenn sich die Fische nichts sehen lassen

Nassfliegen sind Kunstfliegen, die dadurch charakterisiert sind, dass sie abgetaucht im fließenden Wasser in mittleren Schichten dahintreiben. Dies können auch unter der Wasseroberfläche schwebende zur Metamorphose bereite Nymphen oder dahintreibende, abgestorbene Insekten sein. Die Nassfliege wird stromab geworfen und gegen die Strömung ungleichmäßig mit der Schnur zurück gezupft. Der Wurf darf auch schräg stromab erfolgen. Unter Schnurspannung treibt die Nassfliege mit der Strömung ab und wird dann zurück gezupft. An größeren stehenden Gewässern sucht der Angler mit einer großen Nassfliege fächerförmig weite Wasserflächen ab. Nach dem Wurf wird die Nassfliege ruckartig mit längeren Pausen zurück gezupft. Dabei kann auch ein leichter Luftzug, der in die Schnur greift, die Fliege treiben lassen und dabei die Hecheln bewegen. Der Sportfischer kann dies gelegentlich durch leichtes Zupfen der Rutenspitze unterstützen.

Nymphen und Goldkopfnymphen – immer wieder gern für Äsche und Saibling

Nymphen sind Larvenformen der verschiedensten Land- und Wasserinsekten. Die Nymphe wird beim Fliegenfischen stromauf geworfen und treibt auf den Sportfischer zu. Der am Ende der Vorfachschnur angeknüpfte Biss-Anzeiger signalisiert den richtigen Zeitpunkt für den Biss. Der Sportfischer kann die Nymphe auch einige Meter an sich vorbei treiben lassen und dann an der Schnur halten. Dabei wird die Nymphe von der Strömung im Wasser hochgedrückt und imitiert auf diese Weise ein aufsteigendes Insekt. Wenn es notwendig erscheint, die Nymphe sehr schnell absinken zu lassen, um sie beispielsweise einer großen Forelle an einer tiefen Stelle anzubieten, empfiehlt sich ein besonders schweres, kopflastiges Vorfach. Der Angler kann auch für solche Gegebenheiten eine sogenannte Goldkopfnymphe verwenden, da der metallische Kopf ebenfalls das schnellere Absinken des Köders bewirkt.

Tipps für den Kauf von Kunstfliegen, Nymphen, Kunstfliegensets und Nymphen-Sets

Trocken- und Nassfliegen, Nymphen oder Goldkopfnymphen werden in großer Auswahl, vielen Größen und zahlreichen Ausführungen angeboten. Das ist auch kein Wunder, da die Zahl der möglichen Insekten, die die heimischen Gewässer bevölkern, ebenfalls unüberschaubar groß ist. Selbstverständlich können all diese Kunstfliegen einzeln erworben werden. Dies empfiehlt sich jedoch nur für erfahrene Fliegenfischer, die genau wissen, welches spezielle Muster er sucht. Geeigneter sind besonders für Anfänger an der Flugangel die sogenannten Trocken-, Nass- oder Nymphen-Sets. Aber auch hier sollte der Sportfischer auf die spezifische Ausrichtung des Sets achten, die sich beispielsweise auf Bereiche wie Maifliegen, Köcherfliegen, Ameisen oder Käfer erstrecken kann. Auch saisonale Sets kommen vor. Für die Neulinge unter den Fliegenfischern eignen sich besonders die sogenannten Starter-Sets.

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