Kultige Herren-Accessoires: Ray Ban - die lange Erfolgsstory einer Sonnenbrille

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Kultige Herren-Accessoires: Ray Ban - die lange Erfolgsstory einer Sonnenbrille

Sobald sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen, tauchen überall Sonnenbrillen auf. Doch so selbstverständlich wie heute wurden die Produkte vor hundert Jahren noch nicht getragen – und Ray Ban war für niemanden ein Begriff. Die ersten Sonnenbrillen der Marke waren gar nicht für die Öffentlichkeit gedacht und schon gar kein Mode-Accessoire. Vielmehr brachte ein Leutnant des US Army Air Corps, General John MacCready, den Stein der langen Erfolgsgeschichte von Ray Ban ins Rollen.

Sonnenblende für Piloten

In den 1920er-Jahren war die Luftfahrtbranche im Aufbruch. Flugzeuge konnten plötzlich höher und weiter fliegen. Doch viele Piloten der US Army klagten nach ihren Flügen über Kopfschmerzen und Übelkeit – die Sonne blendete die Männer und verursachte diese Symptome.

Schließlich nahm General John MacCready 1929 Kontakt mit dem Unternehmen Bausch & Lomb auf, einem Hersteller von medizinisch-optischen Geräten. Sie sollten Sonnenbrillen entwickeln, um die Piloten vor den heftigen Strahlen zu schützen.

Bausch & Lomb war erfolgreich: Die Experten entwickelten eine Brille, die vor starken Lichteinwirkungen schützte und trotzdem eine perfekte Sicht gewährleistete. Dieser Prototyp wurde 1936 unter dem Namen „Anti-Glare" erstmals vorgestellt.

„Aviator" erobert auf den Markt

Die originale „Anti-Glare"-Brille wurde einem Design-Check unterzogen, in dessen Folge der Plastikrahmen durch einen Rahmen aus Metall ersetzt wurde – die „Aviator" war geboren. Doch der Name „Anti-Glare" ließ sich nicht eindeutig von anderen Produkten unterscheiden, daher trugen Bausch & Lomb 1937 eine neue Marke ein: Ray Ban. Sie wählten den Namen bewusst, denn „ray" bedeutet Strahl und „ban" Sperre. Mit dem Begriff wollten sie signalisieren, dass die Brille die Lichteinwirkung blockiert und vor Sonnenstrahlen schützt.

Brillen für Outdoorfreunde

Anfangs richtete sich die noch junge Marke vor allem an ein sportliches Publikum, das viel Zeit im Freien verbrachte und sich daher häufig in der Sonne aufhielt. Ray Ban nannte eine neue Version der Aviator „Outdoorsman". Beim Jagen, Schießen oder Fischen sollte das Modell vor der Sonne schützen. Da die Aktivitäten mitunter sehr anstrengend sein konnten, wurde der Outdoorsman mit einem Bügel versehen, der so genannten „sweat bar" (dem „Schweißbügel"). Dieser Bügel sollte den Schweiß davon abhalten, in die Augen zu fließen.

Doch nicht nur am Design, auch an den Gläsern wurde bei Ray Ban auf Hochtouren gearbeitet. In den 1940er-Jahren wurden schließlich die „Gradient"-Linsen vorgestellt. Die verspiegelten Linsen hatten eine changierende Färbung. Oben waren sie dunkler, unten heller, um noch besseren Schutz bei gleichzeitig besserer Sicht zu ermöglichen. So sollten vor allem Piloten im Cockpit besser die verschiedenen Knöpfe erkennen können.

Noch immer beliebt – die „Wayfarer"

Mit Beginn der 1950er-Jahre spielte die Mode eine immer größere Rolle. Langsam begannen die Menschen, Kleidung nicht mehr nur als Gebrauchsgegenstände zu sehen – vielmehr wurden zunehmend mit Outfit und Accessoires Statements gesetzt. Ray Ban traf mit seiner neuen Entwicklung damals den Nerv der Zeit, als die Ray Ban „Wayfarer" („Reisender") auf den Markt gebracht wurde. Die Brille war breitrandig und hatte eine schwarze Kunststofffassung. Kleine längliche Silbernieten waren auf Bügeln und Backen zu sehen.

Die Wayfarer war in Hollywood sehr beliebt und wurde bekannt, da Stars sich mit ihnen zeigten. James Dean und Buddy Holly trugen sie. Aber auch in Kinofilmen wie Blues Brothers oder der Fernsehserie Miami Vice tauchte die Wayfarer auf und wurde zu einem beliebten Modeaccessoire. Noch heute ist die Wayfarer eines der beliebtesten Modelle von Ray Ban.

Die bekanntesten Linsen: G-15

Die bekannteste Brillenglasfarbe von Ray Ban heißt G-15. Sie ist graugrün mit einer Lichtdurchlässigkeit von 15 Prozent. Das Glas wurde 1953 entwickelt und eignet sich für den allgemeinen Gebrauch.

Ray Ban lebt durch bekannte Stars

Immer wieder traten Stars mit Brillen von Ray Ban in der Öffentlichkeit auf – die beste Werbung, die sich ein Unternehmen wünschen kann. In den 1950er- und 60er-Jahren wurden unter anderem Marilyn Monroe, Bob Dylan und John F. Kennedy in der Öffentlichkeit und im Fernsehen mit den Modellen gesichtet.

So kam es, dass Ray Ban bald ein viertes Modell einführte: die „Caravan". Durch seine eckige Form stellte das Modell eine Alternative zum Aviator-Design dar.

Im Laufe der Jahre kamen sukzessive bunte Brillenfassungen von Ray Ban auf den Markt. Auch farbige Bügel und Strassapplikationen wurden vorgestellt – und dann wurde die Ray Ban auch speziell für Frauen angeboten. Schließlich explodieren die Zahlen. In den 1960er-Jahren waren bereits über 30 Modelle auf dem Markt, im Jahr 1969 waren es bereits 50.

Immer einen Schritt voraus

Die Brillengläser Ihrer Sonnenbrille sind stoßfest? Das war nicht immer so. 1962 bot Ray Ban erstmals stoßfeste Gläser an und war damit der Zeit wieder ein Stück voraus. Erst zehn Jahre später wurde in den USA die „FDA Regulation" erlassen. Diese Norm schrieb vor, dass Gläser von Sonnenbrillen stoßfest sein müssen.

Sportbrillen und Modebrillen

In den 1970er-Jahren orientierten sich Anbieter von Brillen in zwei verschiedene Richtungen: Mode oder Sport. Auch Ray Ban folgte diesem Trend und brachte Skibrillen auf den Markt. Es entstanden die Modelle „Vagabond" und „Stateside", die zur „Ski & Sports Collection" zählten. Sie waren mit Spiegelgläsern (G-31) oder den bekannten G-15-Gläsern erhältlich. Nach den Skibrillen folgte ein Modell für Bergsteiger, das mit Spiegelgläsern ausgestattet war und über einen seitlichen Lederschutz verfügte, der die Lichteinwirkung minimieren sollte. Damit die Brille bei sportlichen Aktivitäten nicht verloren ging, konnte sie mit einem Brillenband am Kopf befestigt werden. Heute hat der Bereich der Sportbrillen bei Ray Ban keinen großen Stellenwert mehr.

Ray Ban geht zum Film

Die Marketing-Strategie von Ray Ban zahlte sich aus: 1982 unterschrieb das Unternehmen einen Deal mit einer kalifornischen Firma. Für 50.000 Dollar im Jahr wurden die Brillen der Marke nun in Filmen und TV-Programmen gezeigt. 1997 tauchten Ray Bans zum Beispiel bei „Men in Black" auf.

Der Coup ging auf: 1999 verkaufte Bausch & Lomb den Sektor „Fassungen", der Labels wie Ray Ban oder Killer Loop Eyewear umfasst, an die Luxottica-Gruppe.

Nach Sonnenbrillen folgen Korrektionsbrillen

Seit 2003 können Menschen mit Sehschwäche ebenfalls Brillen von Ray Ban tragen. Die Korrektionsbrillen begeisterten die Kunden und waren ein Verkaufserfolg. Die Produkte sind noch immer beliebt und überlebten zahlreiche Modeerscheinungen.

Für Kinder kam die Ray Ban Junior auf den Markt. Die Sonnenbrillenkollektion kann von Kindern zwischen acht und zwölf Jahren getragen werden. Auch diese Brillen wurden zum Erfolg, weshalb 2005 die passenden Korrektionsbrillen für Kinder folgen.

Die Korrektionsbrillen sind komplett aus Titan gefertigt und tragen den charakteristischen Ray-Ban-Schriftzug.

Die „New Wayfarer"

Neben dem typischen Design der Pilotenbrillen von Ray Ban ist die Wayfarer eines der bekanntesten Modelle. 2007 bekam das Produkt Nachwuchs und wurde neu entworfen. Heraus kam die „New Wayfarer", die Sie heute fast in jeder Fußgängerzone zu Gesicht bekommen. Das neue Modelle orientierte sich stark an der alten Variante, selbst die Proportionen der Bügel und Scharniere sind gleich. Auch der unverwechselbare Schriftzug auf Bügeln und Gläsern darf nicht fehlen. Die neue Wayfarer ist eine bis ins kleinste Detail originaltreue Reproduktion der alten Version. Mit ihr würdigte Ray Ban den unverwechselbaren Stil des Originalprodukts.

Never hide mit Ray Ban

Mit einer Brille von Ray Ban sind Sie immer gut angezogen. Egal, ob Korrektions- oder Sonnenbrillen – die Modelle verleihen ihren Trägerinnen und Trägern stets einen individuellen Charakter. Sie sind unabhängig von Trends und dem Wandel der Zeit, was die Marke im Laufe ihrer Erfolgsgeschichte immer wieder bewiesen hat. Passend dazu wirbt Ray Ban seit 2007 mit dem Slogan „Never hide". Mit einer Brille von Ray Ban muss man sich niemals verstecken, denn sie liegt stets im Trend und verkörpert Stilbewusstsein. Mit der Werbung gelang es Ray Ban, die Marke aufzufrischen und für ein jüngeres Publikum interessant zu machen.

Stetige Weiterentwicklung: Ray Ban Tech

Dass sich Ray Ban nicht auf den Erfolgen ausruht, zeigt die Serie „Ray Ban Tech". Die Produktlinie wurde 2009 vorgestellt und zeigte modernste und fortschrittlichste Sonnenbrillen, die aus den Materialien Kohlefaser und Carbon Lite hergestellt werden.

Die Kohlefaserfolien bestehen aus sieben Lagen und werden mit Harz vermischt. Dank des Materials entstanden die schmalsten Ray-Ban-Fassungen überhaupt. Sie sind leicht, stabil, biegsam und trotzdem beständig. Die Bügel werden mit Monoblock-Scharnieren am vorderen Gestell befestigt und enthalten keine Schweißung – die häufig die Schwachstelle von Sonnenbrillen ist. Laut Ray Ban selbst können die Scharniere ein Leben lang geöffnet und geschlossen werden.

Die Gläser bestehen aus Polycarbonat (P3) oder aus Glas (P3PLUS) und haben ausgezeichnete polarisierende Eigenschaften. Die Carbonfassung ist besonders leicht, die Endstücke sind aus spritzgegossenem Gummi. Mit diesen Produkten hat Ray Ban einmal mehr Innovationsgeist bewiesen.

Individuelle Brillen von Ray Ban

Der neueste Clou von Ray Ban sind individuelle Brillen. Sie können ausgewählte Modelle mit eigenen Aufschriften versehen und Farben selbst zusammenstellen. Seit 2013 bietet das Unternehmen seinen Kunden diese Möglichkeit. Wie alle anderen Modelle von Ray Ban werden auch die individuellen Produkte in passenden Etuis ausgeliefert.

Immer gut angezogen

Ob bei der Arbeit, auf wichtigen Meetings oder im Klassenzimmer und bei Sportevents – Brillen von Ray Ban lassen sich zu nahezu jedem Anlass tragen und mit fast allen Outfits kombinieren. Bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sind die Modelle so beliebt wie nie zuvor. Einige ältere Brillen aus den Anfangszeiten des Unternehmens werden gebraucht zu hohen Preisen angeboten.

Ihre Vielseitigkeit verdanken die Produkte ihrem schlichten und zeitlosen Design, das seit mehreren Jahrzehnten die Menschen begeistert. Ray Ban konnte sich so zu einer der führendsten Brillenmarken weltweit entwickeln und ist aus der Branche nicht mehr wegzudenken.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden