Kult aus der DDR: Motorradserie AWO von Simson

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Kult aus der DDR: Motorradserie AWO von Simson

Die AWO war ein beliebtes Viertakt-Motorrad und hatte ihre Geburtsstunde in der Zeit, als das Simson-Werk Suhl unter russischer Verwaltung standen. Zwischen 1950 und 1961 gebaut ist die Maschine ein echtes Kultobjekt aus DDR-Zeiten.

  

Von Simson, AWO und dem VEB Automobilwerke Eisenach kommen die kultigen Motorräder der DDR

Die AWO gehört zu den klassischen Motorrädern aus dem bekannten Simson-Werk Suhl. Die Gebrüder Simson gründeten im Jahr 1856 ein Unternehmen für die Waffen- und Fahrzeugherstellung. Nach dem Zweiten Weltkrieg in eine sowjetische Aktiengesellschaft umgewandelt, hieß die Firma fortan AWO. Die drei Buchstaben standen für das russische Wort Awtowelo. Awto-Weloziped bezeichnet ein selbstfahrendes Motorrad. Ab dem Jahr 1952 ging Awtowelo im VEB Automobilwerke Eisenach neu auf. In Suhl entstand der VEB Fahrzeug- und Gerätebau, kurz das Simson-Werk Suhl.

 

Eindrucksvoller dunkler Motorenklang brachte der AWO den Beinamen „Dampfhammer“ ein

Die AWO ist ein Produkt aus der kurzen Zeit zwischen dem Zweiten Weltkrieg und der Selbstverwaltung im volkseigenen Betrieb. Die Besatzer erteilten den Auftrag eine Eisenmaschine zu bauen. Entstanden ist die AWO 425 mit einem Einzylinder-Viertaktmotor und 250 ccm Hubraum. Weitere Besonderheiten liegen im Antrieb. Die AWO erhielt eine Kardanwelle. Im Gegensatz zum Kettenantrieb erfolgte der Vorschub über die Kardanwelle und den daran befestigten Kardangelenken. Der kompakte Rahmen verleitete Liebhaber der AWO 425 zur Bezeichnung „Eisenmotorrad“. Dieser Rahmen machte es möglich, einen Seitenwagen an die Maschine zu montieren. Die AWO 425 wartete mit 12 oder 14 PS als Touren- oder Sportvariante auf. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Versionen lag in der Leistung. Die AWO-Sportmaschine war mit 15,5 PS schneller und spritziger.

  

Die kurze Renaissance der Viertakt-Motorräder endete mit dem Bau von Zweitaktmaschinen in Suhl

Ab dem Jahr 1958 wandelt sich der Namen der AWO 425 Sport in Simson Sport. Nach kurzem Höhenflug endete die Produktion im Jahr 1961 durch Befehl von „oben“. Die AWO besaß bereits zu Bauzeiten Kultstatus. Fortan fertigte Simson Suhl Zweitaktmaschinen, die sich heute ebenfalls noch großer Beliebtheit erfreuen.

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