Kühleraus- und -einbau: Wie aufwendig ist das?

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Kühleraus- und -einbau: Wie aufwendig ist das?

Jeder Autobesitzer kennt das Problem, ständig geht irgendetwas am fahrbaren Untersatz entzwei. Die Konsequenz ist meist ebenso klar wie Geld kostend - wieder mal ist eine Reparatur fällig. Die dürfte Sie allerdings kaum überraschen, denn schließlich besteht ein Automobil aus vielen Hundert Teilen, die allesamt dem Verschleiß unterliegen.

So betrachtet ist ein Auto ein einziges Verschleißteil, das mitunter sogar kaputt geht, wenn es nicht bewegt wird. Jeder Winter oder extreme Sommer macht beispielsweise der Autobatterie schnell den Garaus. Unbekannt ist das sicher nicht. Morgens muss es schnell gehen, ab ins Auto und zur Arbeit. Mehr als ein Klacken vom Starter rührt sich beim Dreh des Schlüssels aber nicht, kein Aufheulen des Motors, nichts.

Beispiele für diesen Verschleiß könnten noch unzählige weitere genannt werden. Ein weiteres wäre der Kühler Ihres Autos. Und gerade der ist für den Betrieb Ihres Wagens ungemein wichtig. Wissen Sie auch warum? Nein? Dann dürfte der folgende Ratgeber genau richtig für Sie sein, wird der Ihnen alles Nötige zum Thema Kühler erklären.

Etwas Geschichte: Der Kühler im Zeitraffer

Der Begriff Kühler ist eigentlich recht wage, denn die Kühlung eines Kfz kann auf verschiedene Weise erfolgen. Ganz am Anfang setzten die Autobauer auf die relativ einfache Luftkühlung. Je schneller das Vehikel bewegt wurde, desto besser wurde das Auto dank dem Mehr an Fahrwind gekühlt. Das Prinzip des Luftkühlers ist also recht einfach. Trotzdem wurde eine Luftkühlung selbst in früheren Sportwagen verbaut, beispielsweise in den ersten Generationen des legendären Neunelfer von Porsche.

Von der Luftkühlung zur Wasserkühlung - das Beispiel Porsche

Der Porsche 911 ist auch ein gutes Beispiel für die weitere Entwicklung. Denn erst mit der fünften Generation des Typs Porsche 996 wandte sich der Stuttgarter Autobauer von der Luftkühlung ab. Ab dem 996 setzte Porsche auf die bessere Wasserkühlung. Da schrieb die Geschichte allerdings schon das Jahr 1997. Ganze 50 Jahre hatte Porsche der simpleren Luftkühlung vertraut, womit diese also kaum ineffektiv zu nennen ist. Und doch bietet die Wasserkühlung einige erhebliche Vorteile, vor allem mehr Effizienz. Statt mit Luft wird der Motor mit Wasser gekühlt, womit wieder mehr Hitze abgeführt werden kann.

Ölkühler - bei Turbos ein Muss

Noch später kam die Ölkühlung auf, die wieder einige Vorteile gegenüber der Wasserkühlung mit sich brachte. Tatsächlich kann eine Ölkühlung höhere Temperaturen vertragen, somit noch besser wirken. Nötig ist ein Ölkühler aber nicht bei jedem Auto. Manche Modelle aber machen den meist zusätzlich verbauten Ölkühler - neben dem Wasserkühler - aufgrund eines Turbos zum Muss. Der Turbolader erzeugt bekanntlich mehr Hitze und Druck, wobei gerade erstere wieder abgeführt werden muss.

Etwas Technik: Was ist und bewirkt ein Kühler?

Trotzdem kann jedes Auto zusätzlich mit einem entsprechenden Ölkühler nachgerüstet werden, was selbst für einen Cityflitzer wie den Fiat 500 gilt. Neumodische Elektroautos kommen hingegen ohne Ölkühler aus, Akku und E-Motor reichen eine „normale" Wasserkühlung. Überraschend ist das sicherlich nicht, schließlich sind Elektroautos mit deutlich weniger mechanischen Teilen versehen. Wobei natürlich auch ein Elektromotor heiß läuft und gekühlt werden muss, mit Luft oder Wasser.

Sinn und Zweck eines Kühlers sind somit erläutert. Vom Motor soll so viel Hitze wie irgend möglich abgeführt werden. Diese Hitze entsteht zum einen in der permanenten Bewegung innerhalb des Verbrennungsmotors. Etwa durch die Zylinder in den Kolben. Durch die Wellen und durch etliche andere Teile. Außerdem verbrennt ein Verbrennungsmotor Sprit, was im Grunde in vielen kleinen Explosionen geschieht. Hierbei entsteht weitere Wärme, sogar regelrechte Hitze. Wenn Sie mal beim Fahren auf Ihre Instrumente schauen, sehen Sie bestimmt die Anzeige für die Motortemperatur. Die liegt in der Regel bei rund 90 Grad Celsius, was schon eine Menge ist.

Mit einem Turbo wird noch mehr Hitze erzeugt, womit noch mehr Hitze abgeführt werden muss. Das ist einfach zu erklären: Zu viel Hitze tut dem Motor nicht gut. Im schlimmsten Fall droht ein kapitaler Motorschaden, wofür in einem Serienmodell jedoch schon einiges getan werden müsste. Bei hohen Temperaturen und somit im Hochsommer lohnt jedoch ab und an ein Blick auf die genannte Anzeige, da das Wetter ebenfalls einen gewissen Einfluss auf die Temperaturen des Motors hat.

Selbst Sie als Fahrer können einiges zur Temperatur betragen. Verwechseln Sie die Straße mit einer Rennstrecke und geben permanent Vollgas, lässt das die Motortemperatur prompt steigen. Können Sie Ihren Gasfuß hingegen kontrollieren, wird Ihnen der Motor danken.

Die Kühlung ist defekt: Anzeichen und Symptome

Was bei uns Menschen die Schweißdrüsen sind, ist beim Auto der Kühler. Beides reguliert die Temperatur im Inneren, führt überflüssige und schädliche Wärme ab. Überlegen Sie mal, selbst der Mensch kann wegen Hitze kollabieren. Wenn Sie es mit dem Sport übertreiben, können Sie gerade im Sommer schnell einem Hitzschlag zum Opfer fallen. Zuvor aber sendet unser Körper gewisse Symptome aus, die den Zusammenbruch ankündigen.

Ähnlich ist es beim Motor. Versagt die Kühlung, werden Sie das an einigen Anzeichen bemerken können. Wenn Sie diese Anzeichen richtig deuten, retten Sie unter Umständen Ihren Motor. Und ein Motorschaden ist bekanntlich nicht gerade billig. Wie also kündigt sich eine defekte Kühlung an?

Ihr bester Helfer ist die bereits erwähnte Anzeige zur Motortemperatur. Die dürfte nämlich bei einem defekten Kühler in den roten Bereich rauschen und sicherlich eine entsprechende Warnlampe aktivieren. In dem Fall bleibt Ihnen nur eine Wahl: Rechts ran, Motor aus und Hilfe rufen. Fahren Sie um Gottes willen nicht weiter, ansonsten drohen ernste Schäden am Motor, die Sie teuer zu stehen kommen.

Allerdings zeigt die Sache einen Haken. Denn ob das zu heiße Kühlwasser tatsächlich an einem defekten Kühler liegt, ist mit der Anzeige leider noch nicht erwiesen. Eventuell sind nur die Lamellen des Kühlers verschmutzt, das Problem mit dessen Reinigung schon behoben. Das würde jedenfalls ein entsprechendes Ersatzteil sparen, möglicherweise auch preisintensive Motorersatzteile. Wobei ein neuer Kühler gar nicht mal so teuer ist. Je nach Hersteller und Modell können Sie Glück haben und sind mit runden 30 Euro dabei. Mit weniger Glück können für einen neuen Kühler auch um die 200 Euro fällig werden. Ein Kühler für den Mercedes Sprinter ist beispielsweise nicht gerade günstig.

Heiß ist nicht gut: Wann Sie den Kühler wechseln müssen

Zum Säubern der Kühler-Lamellen reicht Druckluft. Doch Vorsicht: Die Lamellen dürfen für eine einwandfreie Funktion nicht beschädigt werden. Sind es nicht die Lamellen, kontrollieren Sie die Kühlflüssigkeit. Möglicherweise ist das Problem ein simples Leck in der Kühlleitung, worauf zu wenig Kühlflüssigkeit hinweist. Füllen Sie diese nach und kontrollieren den Stand in einigen Stunden erneut. Ist die Kühlflüssigkeit wieder gefallen, ist das System mit Sicherheit irgendwo leck.

Achten Sie außerdem auf Wasserlachen unter dem Auto. Ein feuchter Fleck ist allerdings normal und rührt von überflüssigen Kühlwasser her, die durch einen Überlauf abgegeben wurde. Diese typische Lache tritt jedoch nur bei einem heiß abgestellten Motor auf. Ist Ihr Motor kalt und schon seit Tagen nicht gelaufen, ist die Wasserlache ein weiteres Indiz für ein undichtes Kühlsystem. Hier kann Ihnen mit Glück schon ein Fläschchen Kühlerdichtungsmittel helfen. Das gießen Sie einfach in den Kühler und starten daraufhin den Motor. Damit verteilt sich das Kühlerdichtungsmittel im Kühlsystem und dichtet die Stelle quasi automatisch ab. Alternativ können Sie das Mittel in den Ausgleichsbehälter schütten, die Wirkung ist die gleiche. Allerdings eignen sich solche Mittel nur für kleinere Lecks.

Ist das Problem mit dem Kühler immer noch nicht behoben, bleibt Ihnen nur noch professioneller Rat. Als letzter Ausweg. Möglicherweise ist der Kühler zu reparieren oder ein größeres Leck zu „stopfen", vielleicht eine neue Leitung einzuziehen. Eventuell muss jedoch der komplette Kühler gewechselt werden. Noch mal zur Erinnerung: Ist der Kühler defekt, lassen Sie Ihr Auto stehen. Den Weg zum nahen Bäcker dürften Sie zwar problemlos bewältigen, auf längeren Fahrten riskieren Sie jedoch mit ziemlicher Sicherheit einen Motorschaden.

Selber schrauben: Den Kühler daheim wechseln

Ist das passende Ersatzteil besorgt, geht es ans Einbauen. Das wird allerdings nicht einfach. Nicht, weil überragendes Wissen gefragt ist oder besonderes Werkzeug. Das Problem liegt eher am Einbau des Bauteils selbst. Dummerweise ist der Kühler so verbaut, dass Sie beispielsweise bei einem Golf IV meist die komplette Front abbauen dürfen. Je nach Modell kann die Reparatur des Kühler durchaus einfacher ausfallen, eine Universal-Anleitung kann Ihnen dieser Ratgeber aber leider nicht geben.

Selbst im Internet dürfte es schwer werden, entsprechende Dokumente zu finden. Besser sind spezielle Bücher, etwa wie „Jetzt helfe ich mir selbst". Das Buch hilft nicht nur beim Kühlerwechsel, sondern ebenso bei vielen anderen Reparaturen am und im Auto. Obendrein ist das Buch auf einzelne Hersteller wie Opel, Mercedes, Volkswagen oder BMW zugeschnitten. Mit anderen Worten: auf genau Ihr Modell oder zumindest Modelle Ihres Fabrikats. Der Neupreis von knapp 20 Euro dürfte für Hobbyschrauber daher gut angelegtes Geld sein, das auch später noch einige tolle Tipps und Tricks parat hält.

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