Kreatives Falten mit der richtigen Origami-Technik

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 strong Knifflige Glücksbringer aus Papier /strong

Die kunstvolle Tradition des Origami

Origami, zusammengesetzt aus den japanischen Wörtern oru (falten) und kami (Papier), bedeutet nicht mehr und nicht weniger als die „Kunst des Papierfaltens“.

Der Ursprung von Origami in Japan

Die lange Tradition des Faltens erlebte im Japan des 14. Jahrhunderts eine erste Blüte. Lange Zeit waren es der traditionelle Kranich und wenige andere Motive, die gefaltet wurden. Da Papier noch sehr selten und teuer war, blieben die Origami-Produkte besonderen Gelegenheiten vorbehalten und wurden als Geschenk oder als rituelle Opfergabe, auch in Verbindung mit einem Streifen getrockneten Fleisches, überreicht. Das Ziel des Origami-Künstlers ist es, aus einem meist quadratischen Blatt Papier eine möglichst lebensechte Figur zu falten. Puristen benutzen dabei weder Schere noch Klebstoff, sondern bewerkstelligen das Ausformen der Figur allein mit Faltungen. Jeder kann Origami-Künstler werden. Alles, was benötigt wird, ist etwas Geschick, ein Blatt Papier und viel Geduld. Der Ehrgeiz fortgeschrittener Origami-Künstler ist es, eigene Modelle zu entwerfen.

Den großen Durchbruch zur Kreativität leitete dabei der Japaner Akira Yoshizawa im 20. Jahrhundert ein. Ihm ist nicht nur großer Erfindungsreichtum zu verdanken, der viele neue Origami-Figuren hervorbrachte. Seine vielleicht wichtigste Leistung war ein System zur Aufzeichnung von Faltanleitungen, auch für sehr komplexe Entwürfe. Dieses System wurde weiterentwickelt und ist heute als Yoshizawa-Randlett-System der weltweite Standard. Damit können erstmals die teils sehr komplizierten Faltanleitungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das war vorher undenkbar, da es bis dahin nur den Weg der mündlichen Überlieferung und des Nachahmens gab.

Origami in Europa und den USA

Heute erfährt das kreative Falten eine große Beliebtheit auch in Europa und Amerika. Selbst Computerprogramme wurden geschrieben, um den Erfindern neuer Modelle die Arbeit zu erleichtern. Die Programme „TreeMaker“ und „ReferenceFinder“ dienen zum richtigen Anlegen der Basis und zum Auffinden der Punkte für freie Lager. Ein kurioses Beispiel für die Anwendung des Origami ist die NASA. Hier mussten Astronauten-Anwärter 1.000 Kraniche falten, um ihre Geduld und Ausdauer unter Beweis zu stellen. Der Legende nach wird demjenigen, der 1.000 Kraniche faltet, ein Wunsch erfüllt. Für einige der Bewerber traf das sicher zu, als sie für das Astronautentraining ausgewählt wurden. Das Spielen mit Fläche und Raum ist sicher der große Reiz beim Origami. Falten macht glücklich und schlau. Probieren Sie es aus.

Die bekanntesten Origami-Künstler

  • Akira Yoshizawa war das Bindeglied des traditionellen Origami zur Neuzeit. Er kündigte seine Anstellung als technischer Zeichner, um sein Leben völlig dem Origami zu widmen. Nach vielen Jahren, die er in bitterer Armut verbrachte, erschienen Arbeiten von ihm in einem Buch, das seine Bekanntheit begründete. Er erfand viele eigene Modelle, die er aber nur teilweise in seinen zahlreichen Büchern veröffentlichen konnte. Er ist der Begründer des Origami Centre in Tokio und wurde von Kaiser Hirohito mit dem Orden der Aufgehenden Sonne geehrt.
  • Satoshi Kamiya: Vertreter des sogenannten „superkomplexen Origami“. Seine Figuren habe mehrere Hundert Faltschritte und wirken besonders lebensecht.
  • Eric Joisel: französischer Vertreter des „Wet Folding“. Seine Modelle waren ebenfalls sehr komplex und vornehmlich im Bereich der Fantasie-Gestalten angesiedelt.
  • Robert J. Lang: amerikanischer Origami-Künstler und -Theoretiker. Sein Ziel ist es, besonders echt wirkende Figuren zu schaffen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Insekten, die die korrekte Anzahl von Beinen und Fühlern haben.
  • Stephan Weber: Der Deutsche gilt als einer der begabtesten lebenden Origami-Künstler. Er schuf viele Tiermodelle, insbesondere seinen bekannten Stier, der nass gefaltet und nach dem Trocknen mit Acrylfarbe bemalt wird.

Origami-Figuren

Thematisch sind der Faltkunst keine Grenzen gesetzt. Alles ist möglich. Sehr verbreitet sind Tiere, vom traditionellen Kranich über das Schwein, Pferd, Eichhörnchen bis zum berühmten Stier des deutschen Origami-Meisters Stephan Weber. Ebenfalls äußerst beliebt sind Blumen, insbesondere Rosen, die oft als Dekoration oder als kleine Beigabe zu einem Geschenk verwendet werden. Hier finden auch fortgeschrittene Falttechniken wie Kurven-Faltungen und sphärisch gewölbte Flächen Anwendung. Praktische Gegenstände wie Schachteln sind ein eigener Zweig der Origami-Kunst. Oft spezialisiert sich ein Meister und widmet sich ganz einem solchen Spezialzweig. Wir alle haben schon einmal einen Flieger aus Papier gefaltet. Falls Sie einmal Geld verschenken wollen, machen Sie sich keine Gedanken darüber, dass das ein unpersönliches Geschenk sein könnte. Falten Sie einfach einen Stier aus dem Geldschein.

Origami-Techniken

  • Klassisch: Beschränkung auf ein einziges Stück Papier (meist 15 x 15 cm) ohne Einschnitte und ohne Kleben
  • Modular: Mehrere (gleiche) Teile werden zu einem Modell zusammengesetzt.
  • Nassfalten: Das Papier wird leicht angefeuchtet, zum Teil mit Tapetenkleister behandelt. Damit wird das Papier leichter formbar. Das fertige Modell wird getrocknet und dadurch sehr stabil und lebensecht.
  • Dry Tension Folding: Hier wird die Spannung des Papiers genutzt, um gewölbte Flächen zu erzeugen.
  • Krigami: Hier sind Einschnitte im Papier erlaubt.
  • Crumpling: Die in Frankreich entwickelte Technik setzt gezieltes Knüllen des Papiers als Effekt ein.

Die Grundtechnik

Das Falten beginnt meist mit einer Basis, die so ausgelegt sein muss, dass sie anschließend alle Ausläufer des Modells ermöglicht.

Neben den traditionellen Basis-Formen für Drachen, Vogel, Frosch und Fisch gibt es heute eine Vielzahl von Basen, die für spezielle Figuren entwickelt wurden.

Das eigentliche Falten beschränkt sich auf wenige Grundtechniken, die sich immer wiederholen. Die wichtigsten sind die Berg- und Talfalte, die Quetschfalte, die Zickzack-Faltung und die Blütenblatt-Faltung. Eine besondere Herausforderung ist das Falten von kurvigen Kanten, die automatisch mit gewölbten Flächen einhergehen. Hierbei ist das Ziel, einen harmonisch wirkenden, geschlossenen Körper zu formen.

Viele Theoretiker, oft ausgebildete Mathematiker oder Physiker, beschäftigen sich mit den grundsätzlichen Möglichkeiten und Grenzen des Papierfaltens. Ihre Arbeiten stellen eine Verbindung zwischen mehrdimensionalen mathematischen Gleichungen und deren praktischer Umsetzung mit Papier her.

Origami-Papier

Es gibt im Handel oder bei eBay spezielles Origami-Papier zu kaufen. Typischerweise ist es schon quadratisch zugeschnitten. Das übliche Maß dabei ist 15 x 15 cm, es gibt jedoch auch kleinere Formate. Die klassische Version ist auf einer Seite weiß und auf der anderen Seite farbig. Beim Duocolor-Papier sind beide Seiten gefärbt, dabei sind Kontrastfarben oder auch Ton-in-Ton-Farben möglich. Bei einigen Faltmodellen wird durch diese Zweifarbigkeit ein besonderer Effekt erzielt, wie zum Beispiel beim grünen Frosch, dessen Maul innen rot ist. Sie können bei eBay auch gemustertes Papier in allen Farben und Varianten finden:

  • Elefantenhaut: Dieses sehr stabile, von der Firma Zander hergestellte Papier ist durch eine besondere Beschichtung kratz- und scheuerfest. Es wird in gedeckten Farben wie Grau, Grün, Rot und Chamois geliefert. Elefantenhaut ist besonders zum Nassfalten und für Dry Tension Folding geeignet.
  • Kraftpapier: Das meist braune, auch Packpapier genannte Material ist dünn und durch die Verwendung langer Fasern besonders stabil.
  • Druckerpapier: Auch als Kopierpapier bezeichnet, eignet es sich durch seine Konsistenz sehr gut zum Falten. Allerdings muss es zuvor mit einer Papierschere auf eine quadratische Grundform zugeschnitten werden. Bedrucken Sie es mit Farben und Mustern Ihrer Wahl.

Origami – wo und wann?

Mal steht beim Origami der Prozess des Entstehens im Vordergrund, mal das Ergebnis. So gibt es auch Origami speziell für Kinder – ein schöner Tipp für Kindergeburtstage, um die Kleinen zwischendurch zur Ruhe zu bringen. Ganz nebenbei fördert das Falten die Konzentrationsfähigkeit, die Feinmotorik der Finger und die Entwicklung des Gehirns. So gibt es die Faltkunst auch an Schulen im Kunstunterricht zur Fertigung von Tischschmuck oder Weihnachtsschmuck, für Garten oder Badezimmer. Mittlerweile wird auch wasserabweisendes Origami-Papier hergestellt und im Handel sowie auf eBay angeboten. Als Geschenk überreicht, steht ein selbst gefaltetes Kunstwerk für die besondere Aufmerksamkeit und Zuneigung des Schenkenden und ist eine einmalige Erinnerung.

Origami-Bücher

Als Neueinsteiger in die meditative Faltkunst haben Sie viele Möglichkeiten, erste Grundkenntnisse zu erwerben. Es gibt eine Vielzahl an Büchern, die Ihnen die Geschichte des Origami, richtungweisende Künstler, besondere Modelle und Anekdoten rund ums Thema nahebringen. Das reicht von der praktischen Anleitung bis hin zu detaillierten Erklärungen zu mathematischen Grundlagen und Topografie. Meist enthalten diese Bücher auch gleich einige konkrete Faltanleitungen. Sie können aber auch einzelne Bögen mit Anleitungen zum Falten von Tiermodellen, Blumen, Lampenschirmen und vielem anderen kaufen.

In kompletten Bastelsets, die Sie bei eBay kaufen können, ist sowohl eine Anleitung als auch das nötige Material enthalten.

Fertige Origami-Modelle kaufen

Seltener werden fertig gefaltete Stücke angeboten. Jedoch können Sie auf manchem Kunst- oder Weihnachtsmarkt einen Origami-Künstler sehen. Vor Ihren Augen entstehen dort in wenigen Minuten die kleinen Kunstwerke und werden anschließend verkauft.

Origami in Deutschland

Wenn die Papierfaltkunst Sie nicht mehr loslässt und Sie vorhaben, diesem Hobby mehr Zeit zu widmen, dann gibt es auch in Deutschland die Möglichkeit, sich im Verein zu organisieren.

Der Origami Verein Deutschland, 1989 in Freising gegründet, informiert Sie über alle Aktivitäten rund ums Thema wie regionale und internationale Treffen, Kongresse und Ausstellungen.

Zu Origami-Clubs anderer Länder werden Beziehungen unterhalten und deren Vertreter zu Treffen eingeladen. Das Interesse für die stille Faltkunst scheint in unseren Breiten einen beachtlichen Aufschwung zu erfahren. Dabei spielt ganz sicher die Popularität eine Rolle, die fernöstliche Philosophien und Künste, wie auch Feng-Shui, in den letzten Jahrzehnten in Europa erlangt haben.
Fazit: Egal, ob Sie Origami in diesem Kontext betrachten oder ob Sie einfach etwas Beruhigendes tun möchten. Egal, ob Sie diesem schönen Hobby allein oder in der Gemeinschaft frönen – Sie werden am eigenen Leib spüren, warum die Kunst des Origami über so viele Jahrhunderte so viele Menschen begeistert hat. Machen Sie sich mit dem umfangreichen Thema vertraut, nutzen Sie eBay zum Preisvergleich bei Büchern, Anleitungen und Material. Finden Sie den richtigen Schwierigkeitsgrad, die richtige Technik und das richtige Umfeld für sich, um eigene, unverwechselbare Kunstwerke zu erschaffen.

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