Kreative Mosaik-Technik: Tipps zum Basteln mit Mosaiksteinen aus Glas, Marmor und anderem Material

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Kreative Mosaik-Technik: Tipps zum Basteln mit Mosaiksteinen aus Glas, Marmor und anderen Materialien

Das Mosaik ist eine der ältesten Kunstformen der Welt. Mit kleinen Steinen lassen sich große Geschichten der Menschheit erzählen. Doch so weit müssen Sie als Hobby-Mosaik-Künstler gar nicht gehen. Mit etwas handwerklichem Geschick und viel Kreativität können Sie selbst Mosaik-Kunstwerke schaffen.

In diesem Ratgeber möchten wir Ihnen Tipps und Tricks zum Basteln mit den kleinen Mosaik-Steinen geben. Sie wollen erfahren, welche Materialien und Werkzeuge Sie benötigen? Dann sind Sie hier richtig. Neben den praktischen Anleitungen und Tipps möchten wir Ihnen außerdem Inspirationen für Ihr nächstes Projekt an die Hand geben.

Was bedeutet Mosaik eigentlich?

Mosaik ist streng genommen eine Maltechnik, die schon im Altertum bekannt war. Durch das Zusammenfügen von verschiedenfarbigen und unterschiedlich geformten Teilen, sei es aus Stein, Glas, Papier oder Stoff, werden Muster und komplexe Bilder erstellt. Das Wort Mosaik leitet sich aus dem spätlateinischen Wort Musaicum, ein den Musen gewidmetes Werk, ab. Als Musivische Technik bezeichnet man heute das Zusammensetzen von verschiedenartigen Teilen zu einem dekorativ-künstlerischen Gesamtwerk. Neuere Flachbildfernseher und -Bildschirme, die alle mit Pixeln arbeiten, machen sich ebenfalls eine Form des „beweglichen Mosaiks“ zunutze.

Die Technik ist dabei alles andere als neu: Als Wiege der Mosaikkunst wird das antike Griechenland angesehen. Hier erlebte die Mosaikkunst im zweiten Jahrhundert vor Christi seine erste Blütezeit. Mosaike zieren Fußböden, Wände, Kuppeln und Fassaden von Häusern und fanden im Altertum ebenso Anklang wie im Mittelalter und in der Neuzeit. Gerade Mosaike aus dem 19. und 20. Jahrhundert  kann man auch heutzutage noch auf diversen Fußböden und an vielen Hauseingängen aus dieser Zeit sehen.

Mit Mosaiken lassen sich Muster und Formen darstellen, doch auch ganz konkrete Darstellungen von Menschen und Geschehnissen können mit der Mosaik-Technik konkretisiert werden. Um feine Mosaike mit vielen Details zu erstellen, müssen die Teile dementsprechend kleinteiliger sein. Nachdem die einzelnen Teile zu einem Bild gelegt und verklebt wurden, werden die Zwischenräume mit einer speziellen Fugenmasse verfugt.

Die wichtigsten Mosaikmaterialien und -Formen im Überblick

Mosaiksteine gibt es in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Materialien. Sie können als Set erworben werden, individuell zusammengestellt werden oder sogar selbst hergestellt werden.

Smalten, Spiegel, Crackle-Mosaik und Nuggets

Glas ist heutzutage ein sehr beliebtes Material zur Herstellung von Mosaiken. Kein Wunder, dass es Glasmosaiksteine in den unterschiedlichsten Formen gibt. Doch nicht nur in der Form und Größe gibt es Unterschiede – die Farbvielfalt ist gerade bei Glassteinen besonders groß. Dies liegt daran, dass Glas einfach herzustellen ist und mit beliebigen Farben produziert werden kann. Das hebt Glas von den anderen Naturmaterialien, wie zum Beispiel Naturstein, ab.

Da Glas nicht sehr stabil ist und schnell bricht, wird es vor allem in Dekorationsartikel, wie Windlichtern und Ähnlichem, eingesetzt. Auf Fußböden ist das splitternde Material eher selten und wenn, dann nur in gehärteter Form zu finden. Während transparente Glassteine sich besonders für Windlichter eignen und mit ihnen tolle Farbspiele hervorbringen, werden nicht-transparente Glassteine eher für flächige Mosaike, zum Beispiel auf Tischen, eingesetzt.

Die wichtigsten Formen von Glasmosaiksteinen sind:

Smalten sind das klassisch-byzantinische Mosaikmerkmal und bestehen aus gefärbtem Glas, das in traditioneller Art und Weise verarbeitet wird. Die Faszination liegt auch hier in der schier unendlichen Farbauswahl. Um Smalten herzustellen, wird die flüssige Glasschmelze eingefärbt und zu Glaskuchen gegossen. Aus dieser Form werden Sie dann per Hand in Streifen geschnitten und zu Smalten gebrochen. Durch das Brechen des Materials entsteht die typische, malerisch-lebendig wirkende Oberfläche.

Crackle-Mosaik besteht nicht aus gleichgroßen Plättchen, sondern aus verschiedengroßen Glassplittern. Diese Acrylglassplitter befinden sich auf einer flexiblen Trägerplatte, die mithilfe von Acrylkleber auf den gewünschten Träger, zu Beispiel eine Vase, aufgeklebt werden kann. Um die Form zu modellieren, wird ein sogenannter Crackle-Klopfer eingesetzt, mit dem Sie die Trägerplatte an den Untergrund anpassen können. Nach dem Trocknen wird nun die Fugenmasse aufgetragen.

Glasnuggets sind kleine, leicht gewölbte runde Plättchen, die sich besonders zur Verzierung eignen. Mit den runden Steinen können Sie jedoch auch komplexere Muster legen.

Eine Besonderheit unter den Glasmosaiksteinen sind Mosaiksteine aus Spiegelglas. Diese können Sie als effektvolle Einzelsteine einsetzen oder auch ganze Flächen mit ihnen gestalten. Durch die unebene Oberfläche bieten Spiegelmosaiksteine wunderschöne Lichtspiele – vor allem in Verbindung mit Kerzenschein.

Für Naturverbundene und Individualisten: Mosaike aus Naturstein

Mosaiksteine aus Naturstein sind in der Regel aus Marmor oder Granit gefertigt. Ihren besonderen Charme erhalten Natursteine durch ihre natürliche Farbigkeit und die Individualität jedes einzelnen Steins. Trotz der natürlichen Färbung sind Natursteine in den unterschiedlichsten Farben und Nuancen erhältlich. Mosaiksteine sind entweder bereits lackiert oder können auch mit unbehandelter Oberfläche erworben werden. In diesem Fall haben Sie die Möglichkeit, die Steine nach Ihren Vorlieben zu behandeln.

Mosaiksteine aus Keramik bieten kreatives Potenzial

Mosaiksteine aus Keramik können entweder als unbehandeltes Steinzeug oder als bereits glasierte Stücke erworben werden. Steinzeug ist dabei eher in natürlichen Erdfarben erhältlich, während das Farbspektrum bei glasierten Steinen unbegrenzt ist.

Außerdem haben Sie die Möglichkeit, sich aus Steinzeugfliesen selbst Mosaiksteine herzustellen. Speziell dafür hergestellte Fliesen, die in Plastik eingeschweißt sind, werden dabei innerhalb ihrer Plastikverpackung mit einem Hammer bearbeitet. So können Sie die gewünschten Bruchstücke ganz nach Ihren Wünschen in der gewollten Größe herstellen. Die Willkürlichkeit der Brüche ist dabei ein besonders schönes Merkmal. Um scharfe Kanten zu vermeiden, sollten die einzelnen Bruchstücke vor der Verarbeitung sorgfältig mit einem Schleifstein abgeschliffen werden.

Dieses Werkzeug und Zubehör benötigen Sie

Um Mosaiksteine zu verarbeiten, benötigen Sie das richtige Werkzeug und das richtige Zubehör. Um die kleinen Glas- oder Steinplättchen auf der gewünschten Oberfläche zu fixieren, benötigen Sie den richtigen Klebstoff. Hier haben Sie je nach Material die Wahl zwischen Mosaikkleber, Mosaikkleber zum Anrühren oder Mosaikleim, mit dem die Einzelteile angebracht werden können. Achten Sie beim Kauf des jeweiligen Klebstoffes darauf, dass dieser auch für das von Ihnen verwendete Material geeignet ist. Dies ist in der Regel explizit auf der Verpackung vermerkt. Kleber zum Anrühren bieten den Vorteil, dass diese häufig ebenfalls als Fugenmasse eingesetzt werden können. Sollten Sie einen anderen Kleber wählen, wird dieser natürlich zusätzlich benötigt.

Fugenmasse ist in vielen verschiedenen Farben erhältlich und kann das Aussehen Ihres Mosaiks stark beeinflussen. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Fugenmasse für Ihren Einsatzbereich, zum Beispiel im Garten oder im Innenbereich, geeignet ist. Wie viel Fugenmasse Sie benötigen, hängt von der Fläche des Mosaiks ab. Die Angaben hierzu finden Sie ebenfalls auf der Verpackung des Fugenmaterials.

Der passende Mosaikträger

Um ein Mosaik-Projekt in die Tat umzusetzen, benötigen Sie natürlich einen passenden Mosaikträger. Dies kann eine Tischplatte sein, die Sie verschönern möchten, oder auch kleinere Teile, wie zum Beispiel Rosenkugeln oder Seifenspender. Auf diesen sogenannten Träger können Sie nun die Mosaiksteine in dem gewünschten Muster aufkleben und anschließend verfugen. Bedenken Sie, dass sich bei saugenden, porösen Materialien, wie zum Beispiel Stein oder Ton, ein Haftgrund lohnt. Dieser versiegelt die Oberfläche und sorgt dafür, dass die Steine gut haften.

Wer Inspiration benötigt oder sich selbst noch nicht an eigenen Kreationen heranwagt, kann mithilfe von Mosaikvorlagen bereits professionelle Ergebnisse erzielen. Die Vorlagen sind Ideal für Einsteiger, da Sie neben der Mustervorlage auch anzeigen, wie viele Steine letztendlich benötigt werden.

Wer sich für Natursteine entschieden hat, sollte diese gut pflegen. Nur so erstrahlen die Steine zu jeder Zeit in ihrer wahren Schönheit. Zur Pflege von Natursteinen gibt es spezielle Farb-Auffrischer, Wachse und Polituren, mit denen Sie Ihre Steine lange schön halten können.

Mosaiktechniken im Überblick

Mosaiksteine beflügeln die Fantasie, nicht nur beim Legen eines Musters, sondern auch bei der Auswahl des gewünschten Projektes. Denn nahezu unbegrenzt sind die Möglichkeiten. Als Inspiration haben wir Ihnen einige Projekt-Ideen zusammengestellt.

Kleinere Projekte für Anfänger

Für Anfänger und Neulinge eignen sich Mosaik-Projekte, die schnell beendet sind und eine schnelles Ergebnis liefern. Nach dem ersten Erfolgserlebnis werden bestimmt weitere Mosaike folgen. Für Anfänger bieten sich daher Mosaike auf kleineren Trägern an. Als Beispiele können wir Rosenkugeln oder Seifenspender anführen. Wer es sich noch einfacher machen möchte, wählt zunächst einen Träger mit geraden Kanten und Flächen aus. Ebenfalls für Anfänger geeignet sind Windlichter, die mit Glasmosaiksteinen besetzt werden. Diese bieten tolle Lichteffekte und sind ebenfalls ein wunderbar-individuelles Geschenk. Auch Schalen sind optimale Projekte für Anfänger. Auf kleinem Raum können Sie sich an Techniken und Mustern probieren und erhalten schnell tolle Ergebnisse. Und haben Sie Ihre Lieblingstechnik gefunden, können Sie sich auch an aufwendigere Projekte wagen.

Größere Projekte für Fortgeschrittene

Wenn Sie bereits die ersten Mosaik-Projekte erfolgreich absolviert haben, können Sie sich größeren Vorhaben widmen. Ideal geeignet für ausgefallene Mosaikmuster sind Tischplatten. Runde und eckige Tische eignen sich optimal für geometrische Figuren und Muster, sind jedoch auch für abstraktere Gestaltungen geeignet. Hier müssen Sie einfach den Stil finden, der Ihnen liegt und gefällt.  Ein weiteres Projekt für fortgeschrittene Mosaikkünstler sind eingelassene Bodenmosaike. Wenn Sie Erfahrung im Fliesenlegen haben, können Sie diese sogar im Haus in Ihren Boden integrieren. Wer sich zunächst ausprobieren möchte, kann mit gezielt eingesetzten Mosaikfliesen seinen Garten oder Balkon verschönern.

Ein weiterer beliebter Einsatzort für Mosaike ist an Wänden in Form von Bordüren oder Verzierungen. Ob im Bad oder in einem anderen Zimmer – diese dekorativen Wandverzierungen fallen garantiert auf. Wenn Sie großflächig Mosaiksteine verlegen möchten, zum Beispiel im Badezimmer als Bodenmaterial, können Sie auf sogenannte Mosaikfliesen zurückgreifen.

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