Krankenversicherungen für den Urlaub - das sollten Sie beachten

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Krankenversicherungen für den Urlaub - das sollten Sie beachten

Innerhalb der im Sozialversicherungsabkommen integrierten Länder sind Sie mit einem Auslandsreisekrankenschein versichert. Der Privatpatient genießt automatisch auch den Versicherungsschutz im Ausland.
Die gesetzlichen Kassen raten ihren Versicherten zu einer zusätzlichen Auslandsreisekrankenversicherung auch innerhalb Europas – und das mit gutem Grund. Mit einer solchen Auslandsreisekrankenversicherung sind Sie in Europa und weltweit als Privatpatient versichert. Nicht nur die Kostenerstattung für eine Behandlung nach einem Unfall, auch der Infekt, der ambulante Arztbesuch, wie auch der Klinikaufenthalt sind im normalen Umfang einer Reiseversicherung enthalten.
Auch der Rücktransport in medizinischen Ausnahmefällen gehört in das Portfolio der meisten Reiseversicherer. Hier geht es auch um Emotionen – die meisten finden den Gedanken, in der Fremde krank zu sein und dort längerfristig behandelt zu werden, unangenehm. Neben einer praktischen Reisetasche, einigen Krimis als Urlaubslektüre und natürlich dem richtigen Reiseziel gehört die Reiseversicherung zum Vorbereitungsprogramm einer unbeschwerten Reise.

Reisekrankenversicherungen – welche Geltungsdauer haben sie?

Bei fast allen Reisekrankenversicherern wird eine zumeist 45-tägige Reisezeit pauschal versichert. Ein Grundmissverständnis bei den sogenannten Jahresversicherungen für Auslandsreisen ist ihre Geltungsdauer. So gibt es die tageweisen Auslandsreisekrankenversicherungen für eine Dauer von wenigen Tagen oder bis zu einer Woche. Hier bieten tageweise Abschlüsse einen Preisvorteil.
In der Regel ist eine Jahresversicherung günstiger. Sie gilt für verschiedene kürzere Auslandsreisen innerhalb eines Jahres. Diese verschiedenen Reisen im Jahr, die immer nur im Heimatland neu beginnen, dürfen jeweils 45 Tage dauern. Keinesfalls gilt eine Versicherungszeit von 365 Tagen, wie von einigen fälschlich wegen der häufig verwendeten Bezeichnung „Jahresversicherung“ angenommen wird. Jeder, der über die Standardzeit von 45 Tagen einen Auslandsaufenthalt macht, muss seine Reiseversicherung tageweise verlängern. Hier darf man auch nicht das Angebot zweier verschiedener Versicherungsunternehmen vermischen.
Die Auslandsreiseversicherer versichern jeweils von Reisebeginn an. Die Vorteile von Reiseversicherungen erschließen sich leicht, wenn man sieht, dass sie einen privaten Versicherungscharakter haben und damit ein größeres Leistungsspektrum.
Vor Ort beim Vermittler oder über die Internetportale der Anbieter kann eine solche Reisekrankenversicherung - im Gegensatz zu einer Reiserücktrittsversicherung - auch kurzfristig abgeschlossen werden. Dazu, welche Versicherungsmodelle angeboten werden, gibt es diverse Ratgeber, die auf spezielle Aspekte wie zum Beispiel Schwangerschaft oder Automitnahme eingehen. Für den ganz normalen Reisenden ist die Standardversicherung ausreichend. Bei einer tageweisen Verlängerung ist dann zur Bewertung des Preis-Leistungsverhältnisses die Relation zum Grundpreis für die ersten 45 Tage zu berücksichtigen. Langzeiturlauber, die ein ganzes Jahr verreisen, sollten hier entsprechende Preisvergleiche anstellen.

Leistungen geltend machen

Wer den Versicherungsschutz in Anspruch nehmen möchte, kann zumeist direkt bei seinem Versicherer anrufen und den Kontakt zu örtlichen Krankenhaus herstellen, wenn er eines für mehr als einen Tag aufsuchen muss. Kleinere Behandlungen ambulanter Natur werden gewöhnlich ausgelegt. Bei der Hotline melden sollte sich derjenige, der einen Krankenhausaufenthalt in Anspruch nehmen muss. Hier ist ein Anruf in der speziellen Reisehotline des Versicherers durch einen Vertreter oder durch einen selbst wichtig. Die Abrechnung dieser Beträge erfolgt mittels eines Reisenachweises.
Die Reise muss also nicht vorher „angemeldet“ werden. Wäre das der Fall, würden die Versicherer ihre Telefonleitungen mit diesen Anmeldungen blockieren und wertvolle Arbeitszeit auf die Verwaltung von Urlaubsmeldungen vergeuden – Urlaube, in denen zum Glück meistens auch nichts passiert.
Im Leistungsfall meldet sich der Kunde bei dem Versicherer. Er erbringt dann einen Ausreisenachweis, mittels eines Beleges der Fluggesellschaft oder mittels Zahlungsnachweisen mit einer Kreditkarte oder Bankkarte zu den entsprechenden Terminen, so dass die Ein – und Ausreise nachvollziehbar wird. Ein Rücktransport ist mit dem Versicherer im Einzelfall abzusprechen. Die medizinische Vertretbarkeit bedarf immer einer ärztlichen Absprache zwischen behandelndem Arzt und den Ärzten im Haus des Versicherers.

Privatpatient im Ausland

Die Reiseversicherten treten als Privatpatienten im Ausland auf. Das ist ein Vorteil, da die Leistungsgrenzen der gesetzlichen Kassen einmal außer Acht gelassen werden können: Nichtsdestotrotz sind die Reisekrankenversicherungen kein Freifahrtschein für ausgiebige physiotherapeutische Maßnahmen oder Kuren für eine Heilbehandlung. Das wäre ein gravierendes Missverständnis.
Zwar haben auch Kuren eine große Regenerations- und damit Heilwirkung, doch bei den Reiseversicherungen geht es um die Notfallversorgung und die Wiederherstellung der Reisefähigkeit des Patienten Das schließt solche weitergehenden Maßnahmen normalerweise aus.
Bei einer bestehenden schweren Erkrankung lassen Sie sich vom behandelnden Arzt die Reisefähigkeit attestieren. Die kleine Mehrausgabe für eine solche Zusatzversicherung wirkt sehr positiv, da die meisten Länder an den Umgang mit den ausländischen Reiseversicherern gewöhnt sind. Der einzige Nachteil – eine Klinik könnte dem rentablen Privatpatienten ein zu großes Behandlungsspektrum angedeihen lassen, um den gut versicherten Privatpatienten länger als nötig behalten. Sollten sich solche Probleme einstellen, können aber Anrufe beim Versicherer Abhilfe schaffen, denn auch in Deutschland können Diagnosen nachvollzogen und eine Beurteilung eines Krankenstatus abgegeben werden. Doch dieser Fall tritt nicht häufig ein.
Wichtig ist, dass zum Beispiel das Reiseland Ägypten keinerlei europäische Abkommen genießt und bedürftigen ausländischen Patienten auch schon mal die Aufnahme in ein Krankenhaus verweigert. Hier ohne Reisekrankenversicherung unterwegs zu sein, ist kein Spaß. Viele Reisekrankenversicherer erheben für hochpreisige Länder wie USA und Kanada einen erhöhten Beitragssatz, manche kassieren hier pauschal wie in allen anderen Behandlungsländern.

Leistungsvoraussetzungen beim Auslandschutz

Wer reisefähig ist, darf die Versicherung in Anspruch nehmen. Wichtig ist aber auch, dass die Erkrankung unvorhergesehen und akut auftritt. Damit bleibt jede vorher beabsichtigte oder geplante Behandlung vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Bei chronisch zu versorgenden Erkrankungen müssen die dazu erforderlichen Medikamente mitgeführt werden.
Aber alles, was unvorhergesehen auftritt, kann verarztet werden - und das zu den besten privatärztlichen Konditionen. Der Beitrag für eine laufende Versicherung sollte dabei eingezahlt sein oder es liegt eine gültige Einzugsermächtigung vor. Vor der Abreise lohnt sich daher bei einer regelmäßig abgebuchten Reiseversicherung ein Blick auf die letzte Zahlung an die Reiseversicherung.
Eine rückwirkende Versicherung nach Abreise ins Reiseland ist ausgeschlossen. Eine Schwangerschaft ist häufig bis zur 37. Woche versichert. Eine Entbindung im Ausland ist nicht versichert. Alle anderen Einschränkungen ergeben sich durch die Empfehlungen des Hausarztes und durch die allgemeinen Empfehlungen zum Beispiel bei Flugreisen bei Schwangerschaft.

Die Wahl der Klinik

Auch in der Auswahl der Klink sind Sie bei der Reiseversicherung frei. Sie müssen also keine städtische oder staatliche Klinik aufsuchen, sondern können sich auch in einer Privatklinik behandeln lassen. Sollte Ihnen eine Klinik nicht zusagen, da sie Ihnen selbst zu wenig spezialisiert erscheint, bieten hier die Versicherer auf ihren Hotlines auch an, nach passenden Kliniken zu suchen. Bei ambulanten Arztbesuchen müssen Sie häufig in Vorkasse gehen. In Absprache mit den Versicherern gibt es hier manchmal auch die Möglichkeit, vielleicht Vertragsärzte einzuschalten, wo sich auch bei ambulanten Behandlungen die Vorkasse vermeiden lässt.

Der Anruf auf der Notfallhotline

Nicht viele, aber einige Versicherer bieten eine kostenfreie Telefonleitung aus dem Ausland an. Das ist durchaus eine respektable Zusatzleistung, wenn man bedenkt, dass ein Telefonat aus dem Ausland den gezahlten Versicherungsbeitrag schnell aufbrauchen kann. Zum anderen hilft es auch, in einer Notsituation unkompliziert mit dem Versicherer in Kontakt zu treten.

Reisekrankenversicherungen für Senioren

Die Reisekrankenversicherung wird von einer großen Menge von Urlaubern regelmäßig gebucht, so ist der Beitrag für den Einzelnen denkbar niedrig. Bei zunehmendem Alter nimmt die Reisebereitschaft ab und die Gebrechlichkeit nimmt statistisch zu. Die Inanspruchnahme einer Reiseversicherung durch Senioren ist statistisch höher als in jüngeren Altersgruppen. Darum zahlen Personen über 60 Jahre bei Abschluss einer Reisekrankenversicherung zumeist einen höheren Beitragssatz, was sich gerade für längere Versicherungszeiträume auswirkt.
Dazu zählt auch eine Überwinterung auf Mallorca mit mehreren Monaten. Was den einzelnen Senior verärgert, liegt aber in der Natur der Sache. Ältere Menschen nutzen Krankenhäuser und ambulante Dienste einfach mehr. Und auch der Todesfall mit der Rückführung ins Heimatland ist in fast allen Fällen Teil des Versicherungsumfanges einer Reiseversicherung und wird von den Angehörigen dann in Anspruch genommen.
Wichtig ist hierbei: Bei manchen Versicherern ist die Altersgrenze und der Eintritt in die höhere Policenberechnung 60, bei anderen 65 Jahre. In der Regel wird mit 60 Jahren ein höherer Beitrag verlangt. Das ist keine Benachteiligung der Senioren oder ein Angriff auf deren Selbständigkeit, sondern einfach ein höheres Erkrankungsrisiko, das berücksichtigt wird. Doch bei entsprechend aufmerksamer Recherche können hier Preisvorteile bestimmter Anbieter genutzt werden.

Medikamentenkosten und Einschränkungen

Eine Reiseversicherung greift nicht bei der Erstattung von Medikamentenkosten, wenn diese nicht vom Arzt verschrieben wurden. Der Grund dafür ist, dass die Reiseversicherung für einen Notfall konzipiert ist. Leichte Kopfschmerzen oder ein Insektenstich sind auch in Deutschland noch kein Grund, einen Arzt aufzusuchen. Die Zusammenstellung einer kleinen eigenen Reiseapotheke ist also auch mit Reiseversicherung sinnvoll.
Bei medizinischen Hilfsmitteln wie Krücken, Verbänden etc. gelten bestimmte Höchstgrenzen, die aber zumeist ausreichend sind. Bei Zahnbehandlungen gelten oftmals auch Obergrenzen und die schmerzstillende Maßnahme steht im Vordergrund. Hier dürfen nur provisorische Füllungen eingesetzt werden, es sei denn, die Maßnahme wird mit der gesetzlichen Versicherung im Heimatland zusätzlich abgesprochen. Auch die Hubschrauberkosten für einen Transport ins Krankenhaus sind integriert. Die dort angegebenen Höchstgrenzen sind realistisch konzipiert und reichen aus.

Mehr Sicherheit durch Auslandsreiseschutz

Mit der Notfalltelefonnummer eines Reiseversicherers ausgerüstet, genießen Sie auf Reisen innerhalb Europas ebenso wie auf Reisen in Asien Versicherungsschutz. Auch auf Trips nach Nord- und Südamerika lässt sich der Versicherungsschutz nutzen. Die Organisation einer Reiseversicherung sollte immer auch ein fester Teil Ihrer Reisevorbereitungen sein.

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