Kräuter aus dem eigenen Garten: Aufzucht und Pflege der italienischen Pflanze Oregano

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Kräuter aus dem eigenen Garten: Aufzucht und Pflege der italienischen Pflanze Oregano

Oregano ist ein sehr häufig verwendetes Küchen- und Heilkraut, das vor allem in der italienischen Küche zum Würzen der verschiedensten Speisen genutzt wird. Schon die alten Griechen kannten die Pflanze und setzten sie als Heilpflanze und für magische Räucherrituale zur Abwehr böser Kräfte ein. Dieser Ratgeber gibt Ihnen wichtige Informationen über die Verwendung und Anzucht der mediterranen Pflanze, die sich auch hierzulande einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreut.

Geschichte des Oregano und Mythen, die das Kraut umgeben

Oregano stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und ist dort seit jeher ein beliebtes Gewürz. Besonders die Griechen, Spanier, Türken und vor allem die Italiener haben das aromatische Kraut als einen festen Bestandteil in ihre Kochkunst integriert. Ein alter deutscher Name für Oregano ist Dost. Der Name leitet sich aus dem mittelhochdeutschen Begriff „doste“ für Strauch ab. Der Dost galt als ein magisches Kraut, mit dessen Hilfe man sich vor Hexen und Kobolden schützen konnte. Unter die Nase einer Hexe gehalten, sollte Oregano diese vom Teufel befreien. Ein weiterer Name der Pflanze ist Wohlgemut, welcher auf die aufheiternde, von Kummer befreiende und Lebensfreude verbreitende Wirkung des Oregano zurückgeht. Die Pflanze sollte befallene Menschen auch von Dämonen befreien können. Zur Dämonenabwehr benutzte man das Kraut in der Antike für magische Räucherrituale. Auch wenn beispielsweise ein Kind stumm blieb, behandelte man es mit Oreganowasser, das das Kind trinken musste. So sollte der Hinderungsgrund für das Sprechen bekämpft werden und man hoffte, dass das Kind nun bald beginnen würde, die Sprache zu erlernen. Als Brautstrauß oder als Zweig in den Schuh gelegt, sollte Oregano die Braut vor allem Bösen beschützen. Heute schätzt man vor allem die positive Wirkung des Oregano auf die Verdauungsorgane und nützt es als Gewürz.

Die charakteristischen Eigenschaften des Oregano

Oregano zählt zur Familie der Lippenblütler und ist eine Staude, die bis zu 50 cm hoch werden kann. Der wissenschaftliche Name der Pflanze lautet Origanum vulgare. Der Wurzelstock der Pflanze ist sehr verzweigt, und die eng mit Blättern bewachsenen Stängel neigen dazu, zu verholzen. Der Wurzelstock ist die Basis des Oregano, und jedes Jahr treibt das Kraut neu aus ihm hervor. Die Blüten des Oregano sind weiß- und lilafarben. Eine dem Oregano, der auch wilder Majoran genannt wird, sehr ähnliche Pflanze ist der Origanum majoranum, der aus botanischer Sicht jedoch einer anderen Art zugeordnet wird. Die Heilwirkung der beiden Arten ist ähnlich. Die Hauptbestandteile des Oregano sind das auch im Thymian enthaltene ätherische Öl Thymol sowie verschiedene Gerb- und Bitterstoffe. Der Duft des Oregano entfaltet sich erst, wenn die Pflanze zerrieben wird. Der Oregano besitzt einen herben, leicht bitteren Geschmack.

Der beste Standort für die Kultur von Oregano

Die Pflanze braucht zur vollen Entfaltung ihres spezifischen Aromas vor allem viel Sonne und Wärme. Abgesehen vom sonnigen Standort sollte Oregano in einen nährstoffreichen Boden gepflanzt werden, der eher sandig und trocken ist. Da Oregano Trockenheit gut verträgt, aber keine Staunässe mag, sollten Sie ihn zudem in einen gut durchlässigen Boden pflanzen.

Wie Sie Oregano im eigenen Garten am besten anbauen

Sie können den Samen des Oregano im Frühjahr im Haus aussäen und die Pflanzen später vereinzelt und in einem Abstand von 20 bis 25 cm in den Garten setzen. Die Pflanzen lassen sich im späteren Stadium gut teilen. Achten Sie bei der Bepflanzung Ihres Gartens mit Oregano darauf, ihn regelmäßig zurückzuschneiden, da die Pflanze dazu neigt, sich stark auszubreiten. Aus diesem Grund sollten Sie auch den Ort der Anpflanzung mit Bedacht wählen, damit andere Pflanzen durch den starken Wuchs des Oregano nicht behindert werden. Auch im Frühjahr ist ein Rückschnitt nahe am Boden sinnvoll, damit die neuen Triebe optimal austreiben können. Zum Schutz vor Frost decken Sie die Pflanze vorsorglich mit Reisig oder anderen vor Frost schützenden Materialien ab. Wer Oregano nicht selbst aussäen möchte, kann sich auch Jungpflanzen kaufen, die dann im Frühjahr direkt in den Garten oder in Kübel gepflanzt werden. In der Regel decken ein bis zwei Oreganopflanzen den Bedarf eines durchschnittlichen Haushalts.

Die Ernte des Oregano

Vom Frühjahr bis zum Herbst können Sie die zarten Triebe und Blätter des Oregano ernten und direkt verwenden. Zur Trocknung der Triebe sollten Sie diese in der vollen Blüte abschneiden, da das Aroma des Krauts zu diesem Zeitpunkt am kräftigsten ist. Der getrocknete Oregano behält lange seinen typischen Geschmack und seinen charakteristischen Duft. Für die Herstellung eines würzigen Kräuteröls legen Sie einfach einen Zweig in eine Flasche mit hochwertigem Pflanzenöl.

Die Verwendung von Oregano als Küchenkraut

Jeder von uns kennt den Geschmack des würzigen mediterranen Krauts, denn es ist ein fester Bestandteil der typischen italienischen Pizza, die in der Regel mit Oregano bestreut wird. Auch Nudelgerichte, Suppen, Eintöpfe oder Fleischgerichte lassen sich mit Oregano verfeinern, der diesen Speisen einen pikanten Geschmack verleiht. Oregano ist ebenso wie Rosmarin, Fenchel, Basilikum, Salbei, Thymian und Ysop eine Zutat für die Gewürzmischung „Kräuter der Provence“. Auch mit Tomaten harmoniert Oregano besonders gut. Für eine mediterrane Tomatensuppe dünsten Sie beispielsweise eine klein geschnittene Zwiebel gemeinsam mit etwas Knoblauch in Butter an und löschen das Ganze mit Gemüsebrühe ab. Dann fügen Sie gehäutete Tomaten und je einen Teelöffel Oregano und Thymian hinzu und lassen die Suppe rund 10 Minuten leicht kochen. Nun pürieren Sie die Tomatensuppe und verfeinern Sie mit Salz, Pfeffer und etwas saurer oder süßer Sahne. Garnieren Sie die Suppe mit etwas frischem Basilikum und genießen Sie die delikate Gemüsesuppe als Vorspeise eines mediterranen Menüs. Oregano verfeinert nicht nur diverse Speisen, sondern hilft auch dabei, das Essen besser zu verdauen.

Die Anwendung von Oregano als Heilpflanze

Neben seiner Verwendung in der Küche eignet sich Oregano auch hervorragend zur Behandlung diverser körperlicher Beschwerden. Vor allem zur Linderung von Verdauungsbeschwerden wird die Pflanze häufig benutzt. Für die Zubereitung eines Tees setzten Sie 1-2 Teelöffel des Oregano in einer Tasse kalten Wassers an und lassen die Mischung rund 12 Stunden ziehen. Anschließend kochen Sie den Tee kurz auf. Trinken Sie von dem so hergestellten Oregano-Tee jeden Tag bis zu drei Tassen. Für die Herstellung einer Salbe vermischen Sie 25 Gramm Oreganosaft mit 100 Gramm Vaseline oder Glycerine als Trägersubstanz und tragen Sie die Creme drei Mal täglich auf die betroffenen Körperstellen auf. Auch als Badezusatz hat Oregano eine heilende Wirkung. Machen Sie hierzu einen Aufguss von 150 Gramm Oregano mit einem Liter Wasser und verdünnen Sie den Zusatz je nach Bedarf. Nehmen Sie alle zwei Tage ein Bad im Oreganowasser.

Die Heilwirkung des Oregano

Neben seiner verdauungsfördernden Eigenschaft wird Oregano auch zur Linderung von Erkältungskrankheiten und Unregelmäßigkeiten der Monatsblutung genutzt. Zudem soll Oregano Darmparasiten vertreiben können. Verwenden Sie den Tee zum Gurgeln bei Zahnschmerzen. Wenn Sie einen Tee aus Oregano und Brennnesseln aufbrühen, können Sie damit Ihren Appetit anregen. Die im Oregano enthaltenen Bitterstoffe regen zudem die Gallentätigkeit an. Süßt man den Oregano-Tee mit Honig, entwickelt er eine schleimlösende Wirkung, die gut bei Husten hilft. Die Beschwerden bei einem steifen Nacken lassen sich durch die Auflage von getrockneten Blättern lindern. Der Badezusatz eignet sich gut zur Linderung von Frauenleiden. Verwenden Sie die Salbe bei Schnupfen und zur Behandlung von Ausschlägen auf der Haut. Oregano sollte in der Schwangerschaft mit Bedacht und nur in Maßen angewandt werden, da der Tee eine stark anregende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt besitzt. Zudem kann das ätherische Öl die Haut reizen.

Oregano als Ersatz für herkömmliche Antibiotika?

Neuesten Erkenntnissen zufolge besitzt das Öl aus Oregano auch eine besonders starke antibiotische Wirkung. So soll es laut neuester Studien sogar stärker und wirkungsvoller sein als rund 20 andere häufig verwendete Antibiotika, die bei der Erkrankung mit MSR-Staphylokokken zum Einsatz kommen und gegen die die Bakterien meist schon resistent sind. Das Öl beinhaltet Polyphenole, die auch solche Bakterien angreifen und vernichten, die gegen andere Antibiotika immun sind. Es wird deshalb auch bei bakteriellen Infektionen der Atemwege und der Ohren angewandt.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten des Oregano

Sie können den Oregano auch als Tabak verwenden. Mischen Sie hierfür getrockneten Oregano und Huflattich. Öl mit Oregano ist ein wichtiger Bestandteil in Produkten der Kosmetikindustrie. Neben seiner heilenden Wirkung und seiner Verwendung als Würzkraut besitzt der Oregano auch einen hohen Zierwert als Garten- oder Balkonpflanze. Man kann ihn in eine Kräuterspirale integrieren oder einen Teil eines Steingartens mit ihm verzieren. Auch als Einzelpflanze, im Kübel oder im Balkonkasten gepflanzt, glänzt der Oregano mit seinen hübschen Blüten. Aus den getrockneten Blütenzweigen können Sie zudem originelle Trockensträußchen binden. Der Oregano besitzt neben seinem Zierwert im Garten auch eine wichtige ökologische Funktion, denn er ist ein beliebtes Anflugsziel für Insekten aller Art und lockt vor allem Bienen, Schmetterlinge und andere nützliche Insekten in Scharen an. Gerade Bienen und andere nützliche Insekten, ohne die unser Ökosystem keine Zukunft hätte, finden heute viel zu wenig Nahrung in deutschen Gärten, da viele Zierpflanzen für diese Tiere keinen Nährwert haben. Aus diesem Grund leisten Sie mit der Kultivierung einer oder mehrerer Oreganopflanzen in ihrem Garten gleichzeitig einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Erhaltung unseres Ökosystems.

Bei eBay erhalten Sie Oregano in Form von Pflanzen, aber auch getrocknet oder als Samen in großer Auswahl. Hier finden Sie auch Ratgeber und Lexika zu Kräutern oder Kochbücher für die mediterrane Küche.

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