Kostenloser Versand - eine Dauerdebatte

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Die wohl leidigste Debatte in Deutschland ist zweifelsfrei die über die Versandkosten. Mit Hochdruck zwingt zum Beispiel eBay Verkäufer in einer Kategorie nach der anderen ihre Artikel frachtfrei zu versenden. Als Kampfansage an Amazon traf es zuletzt den gesamten Entertainmentbereich. Die strukturelle Idee eBay zum Kaufhaus ähnlich großer Onlineportale umzugestalten dürfte dahinter stecken. Kaschiert mit dem durchaus löblichen Argument vergleichbare Versandkosten dem Kunden zu offieren, erhöhen, wenn nicht schon im Vorfeld geschehen, gewerbliche wie auch private Verkäufer ihre Start- bzw. Sofortkaufpreise, um die immer anfallenden Portokosten dem Kunden aufzuerlegen.
Dass eBay damit natürlich nicht nur Transparenz sondern auch gleichermaßen wie Amazon am Porto mitverdient, wird nicht schwer nachzuvollziehen sein. Augenscheinlich günstiger wird es für den Endverbraucher nur auf den ersten Blick, da sich bei genauerer Betrachtung besonders bei Gewerblichen die nun anfallende höhere eBay Verkaufsgebühr bedingt durch die inkludierten Frachtkosten negativ auf den Endpreis niederschlagen dürfte.
Im Gegensatz zum Ausland, wo es schon immer ein "p&p" (postage & packing) oder "s&h" (shipping and handling) gegeben hat, regt man sich in Mitteleuropa nur allzu gern über jeden Cent auf, der im Fernabsatz zu zahlen wäre. Als Beispiel für die Selbstverständlichkeit von anfallenden Versandkosten führe ich augenzwinkernd die Kostenaufstellung eines US-Amerikaners an, welcher neben dem "saugünstigen" Porto von 200 US-Dollar mir zudem noch 20 US-Dollar für "extra cost" in Rechnung stellte. Mit der typisch deutschen Nachfrage, wofür diese Extrasumme sein könne - teurer Karton, Füllmaterial, etc., erhielt ich nur eine kurze und knappe Antwort am Telefon, dass er ja noch zur Post fahren musste. Nach dieser vor Selbstverständlichkeit strotzender Antwort verkniff ich mir weitere Anmerkungen.
Die durchaus gerechtfertigte Argumentation, dass am Ende der Verbraucher der Dumme sei, weil der augenscheinlich kostenlose Versand im Preis bereits mit einkalkuliert ist, fällt einer gewollten Vergleichbarkeit von Angeboten zum Opfer. Händler müssen sich fortan unter einem höheren Konkurrenz- wie auch Preisdruck durch schnelle Lieferzeiten und einen kompetenten Kundenservice, auch wenn es nur um einen Fünf-Euroartikel geht, von ihren Mitbewerbern absetzen. Somit wird der zunehmend kostenlose Versand für höhere Kundenzufriedenheit sorgen und ganz nebenbei beim Versand von mehreren Artikeln in einer Sendung dem Versandhändler mögliche Synergien durch Ersparnisse im Porto eröffnen.
Als Denkanstoss kann ich beim nationalen Versand generell nur einen kostenlosen Versand empfehlen. Sei es nun Pflicht oder nicht. Sei es im Onlineshop, auf eBay, Amazon oder sonst wo. Es erleichtert die Kalkulation für den Händler und den Konsumenten, welcher dank Flatrates und anderen All-Inclusive-Paketen indirekte Kosten genauso scheut wie der Teufel das Weihwasser.
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