Kostenfallen umgehen - Abzocke vermeiden

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Nachdem ich nach einem Bericht über die Rechte von Käufern gegenüber Verkäufern von Händlern beschimpft wurde und mir vorwerfen lassen musste, ich wolle mich hier nur selber profilieren, musste ich den Ratgeber zwar löschen, stelle hier aber trotzdem nochmal ein paar wirklich ernstgemeinte Tipps zur Verfügung. Die Arbeit mache ich nicht für mich, im Gegenteil, schließlich bin ich selbst Händler, sondern tatsächlich für Ebayer, die sich mit manchen Verkäufern (insbesondere gewerblichen) schwer tun, weil sie ihre Rechte nicht kennen. Und weil ich einfach möchte dass es bei Ebay fairer abgeht.

Zählt doch mal die vielen Ratgeber, in denen Betroffenen über ihre schlechten Erfahrungen schreiben, aber gar nicht verstehen was eigentlich passiert war. Es gibt sie zu Hunderten.

Diejenigen Leser also, die sich bereits mit allem bei Ebay prima auskennen, können die Lektüre meines Berichtes an dieser Stelle abrechen.
Denen, die sich manchmal abgezockt fühlen, mag dieser Ratgeber aber im Einzelfall vielleicht eine Hilfe sein. Mich würde das freuen!

Ich lese nämlich immer wieder Berichte, in denen Käufer beschreiben, welche Probleme sie mit manchen Verkäufern hatten.
Ja, leider, es gibt in der Tat viel zu viele tiefdunkelschwarze Schafe unter den Verkäufern, aber nicht selten bin ich etwas überrascht, weil doch einige der beschriebenen Probleme im Keim erstickt werden könnten, wenn die Verbraucher doch nur ihre Rechte und Möglichkeiten kennen würden.

Es gibt Regeln, die auch mir nicht gefallen. Aber Regeln an sich machen manchmal Sinn, und sie gelten ja nunmal für alle. Hier also ein paar Tipps eines gewerblichen Verkäufers an einen privaten Käufer, bezogen auf die aus meiner Sich häufigsten Problemursachen


1.) Die Versicherungsfalle

Ich habe gelesen "angegeben war unversicherter Versand, am Ende musste ich aber mehr zahlen, weil ich versicherten Versand wollte"

Falsch! Gewerbliche Verkäufer dürfen einem Käufer nicht das Gefühl geben, dass es einen Unterschied macht, und dadurch mehr Geld verlangen. Egal wie ein gewerblicher Verkäufer verschickt, er haftet (fast) immer für Verlust oder Beschädigung.
Wenn Du versicherten Versand wählst, zahlst Du die Versicherung des Verkäufers. Wenn Du das möchtest, weil es Dir das Gefühl gibt im Zweifelsfall ohne Streit zu bleiben, ist das in Ordnung, aber müssen musst Du das nicht!


2.) Die Rückgabefalle

In einem Bericht stand "software und freischaltungs-keys seien von Umtausch/Rückgabe ausgeschlossen, nachdem man das Siegel aufgebrochen hat"

Theoretisch meistens richtig (aber nicht immer), praktisch sehr oft falsch, denn automatisch gilt so etwas nicht!

In dem einen Fall habe ich mal bei dem genannten Händler nachgesehen. Er hatte eine extrem rechtsunkonforme und lückenhafte Wiederrufsbelehrung und in dieser auch nicht den gemeinten Hinweis, dass der Wiederruf für Softwareartikel ausgeschlossen sei.
Mal abgesehen davon, dass ein gewerblicher Händler immer eine Art Rückgabe/Wiederrufs/Umtauschrecht einräumen muss, sowie zu Gewährleistung und Haftung in bestimmtem Masse verpflichtet ist, muss er in diesem Fall also die Ware zurücknehmen.

Also nicht gleich aufgeben wenn ein Verkäufer irgendetwas behauptet, das ist oftmals nicht haltbar!


3.) Die Versandkostenfalle

Ich habe in einigen Berichten Aussagen gelesen wie: „ich dachte der schickt mit DHL, am Ende kam ja auch nur ein Päckchen, aber für die 8 kleinen Artikel darin habe ich 22 EUR Versandkosten bezahlt“.

Tja, ist das nun ein typischer Fall von Versandabzocke, oder was ist passiert?
Nun, möglicherweise sind die Versandkosten berechtigt (Mischkalkulation und Nebenkosten), vielleicht aber auch nicht. Spielt aber auch keine Rolle. Denn man kann sich absichern in dem man vorher fragt.

Mehr als vereinbart darf keiner nehmen und muss auch keiner zahlen! Aber was vereinbart wurde, das gilt natürlich!

Und ich finde, es ist am Ende nicht Wert sich zu ärgern und zu streiten, dafür ist das Leben zu kurz.
Also: Nach Versandnachlässen fragen, ggfs. verhandeln und die Kosten erklären lassen, die „Gesamtkosten“ mit anderen Anbietern vergleichen, und so zu einer objektiven Entscheidung kommen.
Wenn ein Verkäufer hier nicht mit offenen Karten spielt und transparent ist, kann man ihn immer noch links liegen lassen. Und das sollte man sogar tun


4a.) Die Herkunfts- und Lieferzeitfalle

Ich hatte gelesen „ich wunderte mich zwar über den teuren Versand, dass ich aber 3 Wochen auf die Lieferung warten musste kam überraschen, die Lieferung kam aus Korea, und ich dachte sie käm aus Deutschland“.

Sobald auffallend günstige Massenware angeboten wird, muss man auf der Seite des Anbieters nach folgende Indizien suchen:

- der Ort an dem der Anbieter gemeldet ist, befindet sich z. B. oben rechts unter dem Ebaynamen. Nicht selten übersehen Käufer dass jemand in Hongkong oder China gemeldet ist, weil der Verkäufer exzellent Deutsch oder Englisch schreibt (oder schreiben lässt!)

- der Artikelstandort, er befindet sich in der Auktion und wird in den Suchlisten angezeigt, auch das wird gern übersehen, so eindeutig es auch ist

- natürlich auch die Bewertungen anderer Käufer

- Impressum oder Anbieterkennung, oder andere rechtlliche Hinweise

- Michseite oder Einleitung im Ebayshop

- Die Artikelseite als solche

In dem Moment, in dem Widersprüche entstehen, muss man vorsichtig sein und kann ruhig auch mal nachfragen. Ich wage zu behaupten, dass in mehr als der Hälfte der Fälle, bei denen ein Käufer überrascht wurde, das Problem im Vorfeld hätte beseitigt werden können. Das zu lösen klingt zwar im ersten Moment mühsam, ist es aber am Ende nicht wirklich. Anders kann man sich ja leider nicht helfen. Was nutzt einem da später die Streiterei.

Wenn beispielsweise alles darauf hinweist, dass der Artikel aus Deutschland kommt, muss er das auch. Falls nicht, handelt es sich wahrscheinlich um einen Betrugsfall dem nachgegangen werden könnte. Aber wie gesagt, die meisten solcher Käufe lassen sich vermeiden, und sollte auch vermieden werden.


4b.) Die Importfalle

Das bezieht sich auch den Fall davor. Achtet drauf, von wem ihr kauft, und von wo. Wir (lassen) schicken auch aus dem Ausland, obwohl wir in Deutschland gemeldet sind. Das ist auch völlig in Ordnung so und wir versteuern das auch alles richtig. Aber wir weisen an mehreren Stellen darauf hin, dass die Ware aus dem Ausland kommt, und dass der Käufer eventuelle Zollformalitäten erleben wird. Solange ich Käufer mehrfach darauf Hinweise und Hilfe anbiete (siehe auch meine Ratgeber zu dem Thema) hab ich mehr getan als ich kann. Nur muss der Käufer das auch beachten. Meistens lohnt sich der Kauf im Ausland, aber man darf am Ende nicht überrascht sein.

Das gleiche gilt auch für die Lieferzeiten. Wenn jemand aus Malaysia oder China anbietet, innerhalb von 4 Tagen zu liefern, dann geht das nur über einen Expressdienst. Wenn ein Käufer für sich entschieden hat, dass er bereit ist die extrem hohen Versandkosten zu bezahlen (siehe Gesamtpreisvergleich) so ist das völlig in Ordnung. Aber Achtung: Verzollung von Expresssendungen durch Logistikunternehmen kann extrem teuer werden. Also unbedingt vorher schlaumachen und richtig vergleichen!


5.) Die Kommunikationsfalle

Händler haben gegenüber Käufern einige rechtliche und moralische Verpflichtungen. Es ist keine Erpressung, wenn man im Falle einer Uneinigkeit einen Händler darauf hinweist. Meistens lenkt er ein, denn wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen, und das Thema ist ganz schnell im gemeinsamen Einvernehmen geklärt.

Aber Vorsicht: Nicht selten ist ein Händler im Recht und man muss sich schon fragen, ob man selber ganz fair in dieser Angelegenheit ist. Also immer schön offen und fair bleiben, nicht gleich jeden Händler Abzocker und Betrüger schimpfen, und dann kommt man mit ein paar guten Argumenten oft sehr weit. Und das ohne dass man streiten und beleidigen muss.
Lieber sollte man diese Energie im Vorfeld investieren, um solche streitbaren Situation zu vermeiden.

Generell muss ein gewerblicher Händler eine Menge Regeln einhalten (Korrekte Wiederrufsbelehrung, Impressum und Anbieterkennung, AGB, kein unterschiedlich versicherter Versand, keine Klausel wie ‚Ebaygebühren sind vom Käufer zu tragen‘, kein einfacher Ausschluss von Gewährleistungen oder Rückgaberechten, etc.). Tut er das nicht, ergeben sich ungeahnte Vorteile für die Käufer. Seid Euch dessen immer bewusst, es ist möglicherweise am Ende mühsam, aber eigentlich sogar ein Vorteil bei solchen Händlern zu kaufen! (Dabei nur der Hinweis: ich meine an dieser Stelle nicht Abmahnungen, lasst davon die Finger weg, das ist ein schmutziges und ungerechtes Geschäft und trifft in 95% der Fälle genau die falschen!)


Zusammengefasst:

Augen auf im Ebay, seine Recht und Chancen nutzen, dann steht dem bequemen sicheren Schnäppchen nichts im Wege!
Wer sich ein bisschen Mühe gibt, kann schon die Hälfte aller Fallen ausschließen, bevor er ein Angebot abgibt.


Ich hoffe, ich konnte wenigsten einigen ein bisschen helfen, und appelliere an alle Händler, offen und fair mit den Kunden umzugehen und mir wegen meiner Tipps nicht die Hölle heiß zu machen. Fairnis ist die wichtigste Regel bei Ebay!

und wenn dieser Ratgeber Tipps enthält, die dem Leser oder anderen helfen, hilft ein click auf dem JA-Button unten, dass viele ihn lesen können

Danke, und viele Grüße, skai


P.S: Anmerkung aus aktuellem Anlass, bevor wieder irgendein Amateurjurist auf dumme Gedanken kommt: Dies war keine Rechtsberatung sondern eine subjektive Darstellung eigener Ideen, was der Leser daraus macht steht ausschließlich in dessen Verantwortung.

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