Korg R3

Aufrufe 3 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Der Korg R3 ist einer von den Bonsai-Synthesizern der 500€ Klasse. Mit einigem Glück habe ich einen bei ebay für 300€ bekommen,
Normalerweise bringen die ca. 400€ gebraucht.
Die Synth klingt wirklich gut, keineswegs billig - und ich habe mir einiges bei youtube angehört. 3 Oktaven anschlagdynamisches Keyboard sind
in Ordnung. Damit kann man schon arbeiten. Ich habe den R3 auch über mein großes Keyboard per MIDI angeschlossen, um 5 Oktaven am Keyboard
zur Verfügung zu haben - kein Problem, man braucht dazu nur ein kurzes MIDI Kabel und kann damit den R3 über jedes andere Keyboard bedienen.
Der Vocoder ist wirklich gut und das Schwanenhalsmikrophon macht auch einen guten Eindruck. Es lassen sich über ein ext. Interface oder Mic. beliebige andere Sounds sampeln und über die Formant Funktion abspielen (Vocoder Effect für gespeicherte Samples).
Ich finde die Bedienung gut gelungen und es lassen sich  alle Parameter realtime verändern. 4 Parameter sind über die Potis sofort zugreifbar, die anderen Parameter müssen über das Rändelrad erst angewählt werden (das ist live natülich nicht sinnvoll).
Man kann die factory sounds verwenden oder sich einzelne Sounds oder komplette Soundbänke bei Korg herunterladen. Die Auswahl ist aber nicht sehr groß. Die 128 speicherbaren Sounds finde ich zu wenig. Ich würde mir da mind. 300 Speicherplätze wünschen. Die Auswahl der Sounds ist allerdings easy über das linke Rändelrad und 8 Taster zu bewerkstelligen. Leider sind die Bänke schon vorbeschriftet, das macht nicht unbedingt Sinn (aber für die Demo beim Kauf siehts aufgeräumt aus).
Trotzdem lassen sich zumindest 8 Sounds über beleuchtete Soft-Taster superschnell anwählen, das ist Live sehr wichtig!

Wenn man sich nur mit den vorhandenen Sounds beschäftigt, wird der R3 schnell langweilig. 128 Sounds hat man schnell durchgenudelt. Auch die im Internet verfügbaren Sounds gleichen sich doch in vielen Fällen irgendwie. Es gibt halt bei den Synths bestimmte Standard-Sounds die immer wieder verwendet werden.
Aber richtig interessant wird der R3 erst wenn man eigene Sounds bastelt.  Das erfordert allerdings einige Einarbeitung in die R3-Funktionen sowie in die Synth-Klangerzeugung generell. Jedoch gibt es bei den Einstellungen immer gewisse Einschränkungen zu beachten. So sind z. B. die beiden Oszillatoren nicht absolut gleicht, sondern haben unterschiedliche Features.
Vorteil beim R3 ist, dass er 2 Timbres kann. D.h. man kann in der unteren Keyboard -Hälfte einen Sound abspielen, und in der oberen kb-Hälfte einen anderen Sound. Pro Timbre stehen zwei Oszillatoren und 2 LFOs zur Verfügung! Zusammen mit den vielfältigen anderen Möglichkeiten zur Sound-Manipulation reicht das erstmal aus...
Das USB-Interface kann nur die Funktionen des R3 steuern, liefert leider aber keine Audio-Daten, leider. Leider kann der Snyth auch nicht über ein USB-Kabel mit Strom versorgt werden. Daher benötigt man mindestens Netzgerät, 2x LineOut Klinkenkabel und das USB-Kabel. Das finde ich nicht sehr handlich (und deshalb habe ich den Ultranova ins Auge gefasst, der allerdings nur Monotimbral ist...).
Die Software läßt sich sehr schnell und einfach per CD installieren, auch auf Windows 7 - das ist keine Selbstverständlichkeit!

Zusammengefasst:
+ Vocoder + Mic
+ Formant Funktion , haben andere Synths nicht
+ 37 normale und anschlagdynamische Tasten
+ 2 Timbres mit Keyboard Split, haben andere Synths nicht
+ guter Sound! (Radias)
+ kompakt und leicht
+ gute Bedienung und Anzeigen
+ vielfältige Möglichkeiten zur Sounderzeugung
+ Korg Forum für den R3
- USB Kabel nur zur Steuerung des R3 (incl. MIDI)
- nur 128 Pads

Zusammenfassung:
Ich kann den R3 empfehlen, mir ist nichts wirklich negatives aufgefallen und der Synth kann auch im Vergleich mit anderen
Synths dieser Klausse gut bestehen. Liegt preislich dabei sogar relativ günstig. Zur Einstellung der Parameter muß man den
grundsätzlichen Aufbau eines Timbres im Kopf haben. Bei virtuellen analogen Synths mit Reglern (Arturia Minibrute, oder Gaia SH01)
geht das ganze viel intuitiver, mit schnellerem Erfolg und mehr Spaß - allerdings auch mit gewissen Einschränkungen.
Ich finde, ein Synth wie der R3 sollte viel mehr Presets haben, um den Nachteil gegenüber vorgenannten Modellen aufzuwiegen. Auch
wirkt der Synth äußerlich ein wenig wie ein Spielzeug, mit dem  Rändelrad für lächerliche  128 Sounds.  Das ist dann auch der
für mich schwerwiegendste Mangel am R3.
Die Stärken liegen  im hochwertigen Sound des R3, der beiden Timbres und des guten Keyboards. Die Sounds von Korg sind
grundsätzlich gut und professionell, und lassen sich daher auch relativ leicht in ein Bandgefüge einordnen. Ich habe einige Sounds
aus dem Internet heruntergeladen, die einfach phantastisch klingen (besser als das Original), z.B. BladeRunner. Die 2 Timbres
sind schon in dieser Klasse ein Alleinstellungsmerkmal. Manche nennen die Sounds 'ausproduziert', ich finde sie aber sehr angenehm
beim Hören und professionell. Den Vocoder finde ich klanglich ebefalls unerreicht.
Noch etwas: die beiliegende Software funktioniert sofort und einwandfrei. Auch auf Windows 7! Kein Ärger mit irgendwelchem
Kopierschutz-Scheiss ... Auch das ist nicht selbstverständlich.


Manfred





Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden